Schlagwort: Quitten

Die Quitte – mein KOCHEN UND KÜCHE Beitrag für September/Oktober

Es ist soweit, die September/Oktober-Ausgabe der Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE ist erschienen, und darin wieder ein Beitrag von mir, den ich mit sehr viel Begeisterung geschrieben und fotografiert habe: über die Quitte.
Meine Freude ist groß, denn der Beitrag ist von der Redaktion so schön umgesetzt worden, mit ganzseitigen Rezeptfotos und meinem kompletten allgemeinen Text, in den ich meine langjährige Erfahrung mit der Paradiesfrucht gesteckt habe. Dafür möchte ich mich bedanken!

Unser wunderschöner, 30 Jahre alter Quittenbaum steht im Garten meiner Eltern, er beglückt uns im Frühling mit seinen hübschen Blüten, und wenn im Herbst die knorrigen, zum Teil riesigen gelben Früchte dranhängen und aus dem Laub leuchten, umgibt den Baum eine fast magische Aura.

Unser Quittenbaum

Es gab Jahre, da haben wir verzweifelt Abnehmer gesucht, so groß war die Ernte. Einmal hat mein Papa das Auto vollgepackt und einige Körbe zu einem Gasthaus ins Weinland geführt, dort wurden unsere armen Quitten zu Schnaps verarbeitet … naja, vielleicht hat das einigen Gästen ein paar lustige Stunden beschert!
Nachdem uns die letzten drei Jahre der Frost in die Quere kam – oder besser gesagt dem Baum in die Quere kam – sieht es heuer wieder ganz gut aus, allerdings bräuchten wir noch warme Herbsttage, für die Süße.

Die Rezepte für die Zeitschrift habe ich bereits im Vorjahr ausgearbeitet, da habe ich mit Mühe und Not gerade soviel ernten können, dass ich für jedes Rezept genau eine Chance hatte. Es war also spannend! Das Ergebnis findest Du natürlich in der Zeitschrift, und bei mir am Blog. Heute gibt es zwei Rezepte, nämlich für meinen geliebten “Quittenkaramell”, ein mit Butter und Sahne angereichertes Zwischending zwischen Creme und Marmelade, und für einen Crumble mit Quitten, Birnen und dem Quittenkaramell. Das dritte Rezept, Quittentascherln aus Mürbteig, folgt im nächsten Beitrag.

Die ursprüngliche Heimat der Quitte ist mit ziemlicher Sicherheit Persien, von wo aus sie sich durch die Griechen und Römer verbreitet hat. Ihr lateinischer Name Cydonia oblonga leitet sich von einer kretischen Landschaft ab, welche für ihre Quitten berühmt war. In der Antike galt die Frucht als Symbol für Glück, Liebe, Schönheit, Fruchtbarkeit und Unvergänglichkeit, in Babylonien wurde sie vermutlich schon vor 4000 Jahren kultiviert und spielte auch eine bedeutende Rolle in der Mythologie.

Da Quitten sehr viel Tannin enthalten, können sie nicht roh gegessen werden, sie sind einfach zu bitter. Beim Kochen verschwinden diese Bitterstoffe und das Quittenfleisch entwickelt ein ganz einzigartiges Aroma, ein bisschen frisch und orangenartig, aber auch süß und schwer wie Honig.
Weitere allgemeine Infos zur Quitte findest Du auch in der Online-Ausgabe meines Beitrages: DIE QUITTE

Mein erstes Rezept bereite ich seit vielen Jahren zu, es ist eine Art Creme – Marmelade aus Quittenmus und Butter, und ich liebe sie fast so sehr wie Karamell, deshalb habe ich sie auch so getauft. Dieses Rezept habe ich bereits 2015 auf meiner Seite veröffentlicht, aber das ist lange her, und der Vollständigkeit halber, und da ja auch die Fotos neu sind, poste ich es hier nochmal.

Quittenkaramell

Quitten-Karamell

Zutaten für ca. 6 Gläser zu je 250 ml

1 kg Quittenfruchtfleisch, nicht geschält, Kerngehäuse entfernt (dafür benötigt man ca. 1,5 kg Quitten)
150 g Kristallzucker
150 brauner Rohrzucker
1 EL Vanillezucker
100 g Butter
50 ml Sahne
weitere 50 g Butter sowie 50 g Zucker für den Mixvorgang

Für die Zubereitung brauchst du einen starken Blender oder Food Prozessor!
Quitten bearbeiten: den pelzigen Flaum mit einem nassen Geschirrtuch abreiben. Die Früchte am besten mit einem Küchenhackbeil vierteln, Kerngehäuse ausschneiden und das Fruchtfleisch in 2 cm große Würfel schneiden.
Das Fruchtfleisch kommt mit den 300 g Zucker, Vanillezucker, 100 g Butter und 50 ml Sahne in einen großen Topf, möglichst beschichtet, da sich die Masse gerne anlegt.
Alles mischen und auf kleiner Flamme zum Köcheln bringen, zudecken und etwa 2 Stunden sanft köcheln, immer wieder umrühren.
Danach 15 Min. abkühlen lassen, nicht länger, denn die Butter muss beim Pürieren noch warm sein.
Die Masse in zwei bis drei Durchgängen in einem möglichst starken Blender sehr fein pürieren, bei der ersten Partie die weitere Butter und Zucker zugeben.
Das fertig gemixte „Karamell“ erneut in den Topf füllen, nochmal bis zum Kochpunkt unter Rühren erhitzen und noch heiß in vorbereitete, sterile Gläser füllen.
Da die Masse Butter enthält, sollte sie im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 3 Monaten verbraucht werden.
Man kann die Masse auch in Rexgläser füllen und im Backofen im Wasserbad einrexen, so verlängert sich die Haltbarkeit.

Quittenkaramell schmeckt ganz toll als Brotaufstrich, eignet sich perfekt als Fülle für Torten, Germgebäck oder Biskuitrouladen, passt gut zu Waffeln oder Crepes und ist ein ausgefallenes Gastgeschenk.
Anmerkung: für eine schöne Farbe kannst du am Beginn ein paar der Quittenwürfel durch Hokkaidokürbis-Würfel ersetzen, das gibt eine tolle Farbe!
Wir werden die Creme nun gleich für mein nächstes Rezept verwenden, nämlich für

Quitten-Birnen-Crumble

Quitten-Birnen-Crumble mit Quittenkaramell

Crumble ist etwas typisch britisches, es ist eine Art Obstkuchen ohne Boden, unterhalb eine Schicht aus saftigem Obst, darauf die knusprigen Streusel, einfach unwiderstehlich! Jaja, Jamie Oliver ist nicht das einzige Gute, das wir den Briten zu verdanken haben, obwohl, ohne ihn wäre die britische Küche wohl endgültig gestorben, und mit ihr auch der Crumble … das wäre ein echter Verlust!
Übrigens, einen Crumble findest du schon bei mir: Kirsch Crumble

Zutaten für eine große oder 4 kleine Auflaufformen

Crumbleteig
100 g Dinkelmehl 50 g Haferflocken
50 g gehackte Walnüsse
110 g brauner Rohrzucker
110 g Butter, gewürfelt, sehr kalt
Fülle
2 große Quitten, ca. 700 g
2 bis 3 Birnen
30 g Butter
3 EL Rohrzucker
4 EL Quittenkaramell (siehe Rezept im Beitrag)
Quittenkaramell kann durch Quittenmarmelade ersetzt werden, dann in die warme Fruchtmischung noch 20 g Butter einmischen.

Mehl, Haferflocken, Nüsse und Zucker in einer Schüssel mischen, die Butterwürfel darüber verteilen und mit den Fingerspitzen in die trockenen Zutaten einarbeiten, bis sich krümelige Streusel bilden. Die Schüssel zudecken und in den Kühlschrank stellen.
Quitten und Birnen schälen, Kerngehäuse entfernen und klein würfeln. Die Quittenwürfel mit dem Zucker mischen und in der Butter weichdünsten (ca. 10 Minuten), zuletzt die Birnen kurz mitgaren. Die Früchte mit dem Quittenkaramell mischen und auf 4 kleine Auflaufformen (oder eine große verwenden) verteilen, ganz abkühlen lassen.
Backofen vorheizen auf 180 ° C Heißluft.
Die kalten Streusel gleichmäßig auf die Früchte in den Formen verteilen und in den Ofen stellen, ca. 35 Minuten backen, bis die Früchte blubbern und die Streusel goldbraun sind.

Das dritte Beitragsrezept folgt wie gesagt bald hier bei mir, zudem habe ich bereits einige leckere Quittenrezepte gepostet:

Quitten-Dessertsülzchen und Quittencurd

Quitten-Cheesecake

Quittengelee

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Nochmal Quitten…Dessertsülzchen und Quitten-Curd

Ein paar einsame Quitten kullern noch in der Speisekammer herum, ansonsten sind sie nun wider Erwarten ziemlich aufgebraucht worden. ( Ufffff…)
Eine sehr liebe Leserin meines Blogs hat sich erbarmt und ein paar Kilo adoptiert…vielen Dank!

Ich habe noch zwei schnelle Tips zur Verwendung der tollen Früchte:
Kleine Quittengelees aus Quittensaft, als Dessert. Und statt Lemon Curd gibts heuer Quitten Curd, genial!

Für beide Rezepte müssen wir erst mal den Saft aus den Quitten gewinnen. Wie ich das mache, habe ich in meinem Post vom Vorjahr bereits genau beschrieben:
Quittengelee
Nur ganz kurz zur Erinnerung: Die Früchte werden in Würfel zerhackt, mit Wasser bedeckt und einige Stunden gekocht. Der gewonnene Saft wird durch ein Mulltuch abgegossen und weiterverarbeitet.

Quittensulz

Die Qitten werden zur Saftgewinnung kleingehackt und mit Wasser gedünstet

 

Einen Teil dieses Fruchtsirups verwende ich nun für ein hübsches Dessert, nämlich kleine gelierte Quittensafttörtchen.
Du benötigst dafür kleine Muffinformen aus Silikon.

Für 6 kleine Muffinförmchen voll Gelee:

350 ml Quittensaft
60 Gramm Zucker
4 Blatt Gelatine

zum Anrichten:

200 ml griechisches Naturjoghurt
200 ml Mascarpone
3 EL flüssigen Honig

Gelatine in kaltem Wasser erweichen, Saft mit Zucker erhitzen (nicht kochen), Gelatineblätter nacheinander in die heisse Flüssigkeit rühren. Die Förmchen mit kalten Wasser ausspülen und die Masse eingießen. Im Kühlschrank fest werden lassen, am Besten über Nacht.
Joghurt, Mascarpone und Honig glattrühren und auf schöne Dessertteller verteilen, die Gelees vorsichtig aus den Förmchen lösen und auf der Joghurtmasse anrichten. Du erhältst entweder 6 kleine Dessertportionen oder 3 große mit je zwei Geleetörtchen.
Das Dessert funktioniert auch mit Orangensaft, verrühre dann den Joghurt mit pürrierten Datteln, das passt super dazu!

Quittensulz

Quittensülzchen mit Herbstdeko

Quittensulz

Ein fruchtig -leichtes Dessert

Quittensulz

Quittensülzchen

Da ich noch etwas Saft übrig habe, versuche ich noch Quitten-Curd. Meinen geliebten Lemon-Curd habe ich Dir ja bereits vorgestellt, die Herstellung verläuft eigentlich gleich.

Für 3 kleine Gläschen:

1 Ei + 2 Dotter
180 Gramm ungezuckerten Quittensaft
100 Gramm Butter
100 Gramm Staubzucker
50 Gramm 2:1 Gelierzucker
2 EL Zitronensaft

Saft, Butter und Zucker über einem Wasserbad unter Rühren erhitzen, Eier verschlagen und unterrühren, die Hitze so einstellen dass das Wasser ganz sacht köchelt und die Masse ständig mit dem Schneebesen weiterrühren, bis sie leicht eindickt, ja nicht Kochen! Ich kontrolliere immer mit einem Zuckerthermometer die Temperatur, wenn die Masse ca. 85 Grad erreicht hat und sämig ist, ist der Curd fertig. Das dauert etwa 10 – 15 Minuten.
Was nicht gleich weggenascht wird , kommt heiss in kleine, fest schließende Gläschen und wird im Kühlschrank aufgehoben, etwa bis zu einem Monat.

Quittencurd

Quittencurd

Quittencurd

Naschen ist unvermeidbar!

Der Curd kommt ja aus England und ist ein Brotaufstrich auf der Basis von Butter, Eiern und Fruchtmark-bzw. Saft. Ich finde ihn himmlisch, so samtig und cremig, schon üppig aber voller Fruchtgeschmack. Man braucht auch  – sowie bei Marmelade ( ich mach das jedenfalls immer)  keine Butter mehr aufs Brot streichen, also sehr praktisch.

Etliche Fruchtsäfte eignen sich gut zur Herstellung von Curd: Zitronen, Limetten, Orangen, Passionsfrucht etc., die Quittenversion hat mich jedenfalls restlos überzeugt!
Ich habe auch etwas von dem rohen, ungezuckerten Saft tiefgefroren, so kann ich für Weihnachten frischen Quittencurd machen!
So, bis zum nächsten Jahr hast Du nun Ruhe von meinen Quitten, aber dann…!

 

 

 

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Quitten-Karamell

Jedes Jahr wird bei meinen Eltern ein Obstbaum umgeschnitten. Also, er wird nicht wirklich umgeschnitten, es ist vielmehr eine ernst zu nehmende Drohung. Es betrifft immer jenen Baum, der am meisten Früchte trägt in jenem Jahr. Dieser Schlingel macht dann natürlich aufgrund des reichen Erntesegens am meisten Arbeit, und er wird sodann mit folgendem Fluch belegt : (ich zitiere meine Mama):
“Dieses Ungetüm wird erst mal radikal zurückgestutzt, wenn er dann noch immer soviel Früchte oben hat, muss er dran glauben.”
Zum Glück sind die bedrohten Objekte dann im Jahr darauf immer sehr beleidigt und tragen nicht viel, diesem glücklichen Umstand verdanken wir einen gewissen Restbestand an Obstbäumen. ( Einige waren nicht beleidigt genug, so hat sich die Zahl etwas reduziert.)
Heuer hat nun unser Quittenbaum eindeutig die Gefahrenzone erreicht. Körbeweise schleppen wir die Früchte vom Garten ins Haus, alles umsonst…am Baum ist immer noch alles gelb.
Der Quittennotstand wird ausgerufen, ein Baumbeseitigungstermin wird diskutiert, da – Gott sei Dank in letzter Minute können wir unsere Nachbarin (die mit den hübschen Hühnern) für die Früchte begeistern, einer mehr der erntet!

Nun, inzwischen habe ich das Schlimmste abwenden können, der wundervolle Baum bleibt wo er ist, er wird nur ein wenig ” ausgedünnt”. Quitten sind tolle Früchte, sie sehen unglaublich aus, riechen umwerfend und man kann sooooo viel aus ihnen machen . Und da es dieses Jahr einen leichten Überschuss bei uns gibt, muss ich mir einiges einfallen lassen, und deshalb “Quittet” es auf meinen nächsten Posts.

 

Quitten-Karamell

Quitte – tolle Herbstfrucht!

 

Ich hatte da eine Idee, die ich gestern umgesetzt habe, und das Ergebnis hat mich sowas von überzeugt, also gibts dieses Rezept zuerst: Quittenkaramell! (Das Wort zergeht ja schon auf der Zunge…)
Diese Verbindung von Quitten, Butter, Zucker und Sahne ist sowas von himmlisch, eben wie Karamell, nur mit diesem markanten Geschmack der Quitte…ich weiss nicht wie oft ich den Kochlöffel abgeschleckt habe und ihn dann wieder abschwemmen musste!

Die himmlischen Zutaten für 4 überirdische Gläser zu je ca. 250 ml:

1 kg Quittenfleisch, nicht geschält, aber ohne Kerngehäuse
150 Gramm weisser Kristallzucker
150 Gramm Rohrzucker braun (Demerarazucker)
100 Gramm Butter
50 ml Sahne
weitere 50 Gramm Butter und 50 Gramm Zucker + 1 EL Vanillezucker werden beim Mixen noch zugefügt

 

Quitten-Karamell

Das putzige Innenleben

 

Quitten bearbeite ich am liebsten mit einem Küchen-Hackbeil. Ich schrubbe zunächst mit einem nassen Geschirrtuch den pelzigen Flaum von der Schale . (Bei gekauften Früchten ist dieser oft schon entfernt. )
Dann hacke ich das Fruchtfleisch rund um das Kerngehäuse ab und schneide es in etwa 2 cm große Würfel. Um einen Kilo reines schönes Fleisch zu erhalten benötigte ich 1,5 kg Früchte.
Das Fruchtfleisch kommt nun in einen großen beschichteten Topf, ebenso füge ich hier Zucker und Butter sowie die Sahne hinzu. Sie verhindert, dass die Früchte zu Beginn anbrennen.
Der Topf kommt nun bei kleiner Flamme auf den Herd, ich bringe alles zum Kochen, decke es dann zu und so köchelt es für ca. 2 Stunden vor sich hin….wirklich grade soviel Hitze, dass es sanft blubbert, und immer wieder mal umrühren.

Quitten-Karamell

Die Küche duftet nach Quitten, Zucker und – BUTTER!

Nach der Kochzeit lasse ich die Masse etwa 15 Minuten etwas abkühlen, nicht länger! Die Butter muss beim Pürrieren noch warm sein! Nun kommt das Gemisch in den Blender oder einen Food Processor….ich sage es gleich vorweg: um ein wirklich perfektes Ergebnis zu erhalten, solltest Du einen hochwertigen, starken Blender haben. Den Vorgang ausserdem auf zwei bis drei Partien aufteilen, beim ersten Pürriervorgang kommen die restliche Butter und Zucker dazu. Die Butter sollte zimmerwarm sein, muss aber nicht geschmolzen werden.
Pürriere die Masse jeweils ca. 1-2 Minuten, bis sie ganz feinporig cremig hellrosa fluffig aussieht, wie so eine sündteure Gesichtscreme…
Unser “Karamell” kommt nochmal in seinen Topf zurück, koche alles ganz vorsichtig unter rühren auf und befördere es sodann kochend heiss in hübsche, sterilisierte Gläser. Ich benutze Rexgläser, die sind super, wenn Du z.B. die doppelte Menge machst, kannst Du die Gläser zusätzlich im Backrohr im Wasserbad einrexen, dann hält die Creme länger. Da wir ja Butter dabei haben, hebe ich den Quittenkaramell sehr kühl oder im Kühlschrank auf, aber ich denke so zwei Monate hält er sicher (Wahrscheinlich werde ich das nie erfahren….) .

Quitten-Karamell

Zum Abschlecken gut…

Quitten-Karamell

Quitten-Karamell

Mein “Karamell” lässt sich problemlos aus dem Gläschen löffeln, ohne irgendwas dazu, was vom Geschmackstaumel ablenkt. Aber er passt natürlich herrlich zu Waffeln, Pancakes, Palatschinken, auf gebutterten Toast, ins Naturjoghurt, ins Müsli, als Biskuitrouladenfüllung…..oje, ich glaub ich geh gleich noch eine Partie herstellen!

Quitten bekommst Du  – Danke dem Phänomen der Wiederentdeckung – nun auch schon auf jedem Bauernmarkt und zuletzt hab ich sie bei Merkur Markt gesehen…im Notfall sonst bei mir!

Quitten-Karamell

Ein Tag für die Quitte!

Quitten-Karamell

Karamell und Gelee

Das Rezept für das Quittengelee gab es ja schon im Vorjahr bei mir:

Quittengelee

Quittengelee

  Quitten-Gelee

 

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Quitten-Cheesecake

Ich habe ja schon einmal verraten, daß Cheesecake bei uns DER Kuchenfavorit ist. Herbstlich angepaßt mache ich ihn heute mit Quittengelee und Walnuß-Mürbteig, und für die Cheesecakemasse verwende ich selbstgemachten Frischkäse. Du kannst diesen durch Ricotta ersetzen, aber glaub mir, der Aufwand lohnt sich!
Ich habe nie einen cremigeren Frischkäsekuchen erhalten als mit dieser hausgemachten Käseversion, und eigentlich ist die Herstellung ganz einfach. Also, bevor es an den Kuchen geht, gehts erst mal an den Käse!

Du brauchst einen Kilogramm griechisches Naturjoghurt mit 10 % Fett, ich kaufe immer den großen Kübel bei Hofer. In den Kübel gibst Du nun den Saft einer halben Zitrone und 1/2 Teelöffel Salz, gut verrühren.
Nun richte Dir einen Haushaltseimer, auf den Eimer legst Du ein großes Nudelsieb und in dieses legst Du ein dünnes Küchentuch – toll ist eine Stoffwindel – , sodaß alle 4 Ecken über das Sieb hinaushängen. Nun schüttest Du das Joghurt in das Sieb mit dem Tuch, legst einen Kochlüffel quer über das Sieb und verknotest das Tuch über dem Kochlöffel, die Ecken überkreuz 2 mal. Nun hebst Du den Kochlöffel mitsamt dem Käsesack hoch und entfernst das Sieb, der Sack hängt nun am Kochlöffel über dem Kübel und so kann die Molke abtropfen. Das Ganze bleibt jetzt 24 Stunden  so stehen. Am nächsten Tag kannst Du den Frischkäseball aus dem Tuch schälen und dieser kommt dann in den Kühlschrank, bis er gebraucht wird. Fertig!

Die zweite wichtige “home-made” Zutat, die ich verwende, ist Quittengelee, und dieses zeige ich Dir in meinem Post:  Quittengelee
Am Bauernmarkt bekommst Du in diesem Monat bestimmt Quitten, vielleicht auch fertiges Gelee, aber der Aufwand es selbst zu machen lohnt sich auch hier…es duftet das ganze Haus!!!
Natürlich könnt ihr auch andere herbstliche Marmeladen verwenden…..Zwetschgen, Apfe, Birne,…

Und als letzte geschmackstragende Zutat habe ich noch die Walnüsse. Wir haben einen riesigen Nußbaum und jedes Jahr reichen Nußsegen, doch nicht jeder ist so glücklich. Auch die Nüsse bekommst Du jetzt frisch am Markt, ich würde IMMER die ganzen Walnüsse kaufen und erst vor Gebrauch öffnen, es macht im Aroma einen Riesenunterschied!

Quitten-Cheesecake

Frische Walnüsse

Für den Kuchen starten wir erst mal mit dem Walnußmürbteig:

200 Gramm Mehl
130 Gramm Butter
1 Ei
50 Gramm Walnüsse gerieben
50 Gramm Rohrzucker (Demerara)
1 EL Vanillezucker

Verknete alles schnell zu einem Mürbteig, den Du dann auch gleich ohne Ruhezeit dünn ausrollst und eine runde, etwas höhere Form damit auslegst. Das könntest Du bis hierhin auch schon am Vortag zubereiten und die Form dann im Kühlschrank aufbewahren.
Zum weiterarbeiten nun das Backrohr vorheizen, 18o Grad, ich habe eine Kombifunktion aus Heißluft und Ober-Unterhitze, die ist für Cheesecake ideal.
Den Boden bake ich 15 Minuten vor, dann lasse ich ihn etwas abkühlen und bestreiche ihn mit Quittengelee.

Quitten-Cheesecake

Den Walnußboden mit Quittengelee bestreichen

Nun brauchen wir nur mehr den “Cheese” zusammenrühren:

Für die Frischkäsefülle:

300 Gramm selbstgemachten Frischkäse
300 Gramm Mascarpone
2 Eier
1 Dotter
100 Gramm Staubzucker
2 große EL Quittengelee
2 große EL Speisestärke

Alle Zutaten cremig rühren und auf den Boden mit der Marmelade füllen. Die Backrohrtemperatur reduziere ich nun auf 170 Grad, und so backen wir das Prachtstück nun für ca. 50 Minuten, dabei ein Paar mal drehen.
Und so sieht mein Cheesecake nach dem Backen aus:

Quitten-Cheesecake

Quitten-Cheesecake

Am Schlimmsten ist die Zeit, wo er auskühlen muß….aber kaum ist er lauwarm, wird er schon angeschnitten und verspeist…der Arme! Für ein würdiges Ende gibst Du ihm noch einen Klecks Quittengelee obendrauf und bestreust ihn mit Staubzucker.

Quitten-Cheesecake

Quitten-Cheesecake

Und was könnte nun besser zu diesem herbstlichen Genuß passen als…das erste Feuer im Kamin!

Kaminfeuer

Cheesecake am Kamin…sehr stimmungsvoll!

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Quittengelee

Marmelade ist eigentlich kein Thema…vor allem nicht im Spätsommer und Herbst. In jeder noch so kleinen Broschüre oder Tageszeitunsbeilage gibt es sie…Marmeladerezepte und Tips, da muß ich nicht auch noch meinen Senf…oder meine Marmelade…dazugeben!
Aber mein alljährliches Quittengelee, das ist eine Ausnahme, das muß ich Dir einfach zeigen. Es gibt wohl kaum ein Gelee oder eine Marmelade, die so einen intensiven, markanten Eigengeschmack hat wie die von der Quitte…und dann diese Farbe!
Quittengeleerezepte sind wohl deshalb nicht so allgegenwärtig, weil die Zubereitung recht aufwendig ist, und die Frucht ist ja auch nicht so populär wie Zwetschgen, Birnen oder Äpfel!

Meine Eltern haben ein Prachtexemplar von Quittenbaum im Garten, jedes Jahr biegt er sich unter der Last der großen, gelben, schrumpelig – knorrigen Früchte.

Quittengelee

Quitten

Quittengelee

Quitten

Wie wollen nun ca. 1 Liter Saft aus den Früchten gewinnen, dafür brauchst Du etwa 3-4 kg Quitten. Meist haben sie einen feinen Pelz auf der Schale, deshalb wische ich sie alle mit einem feuchten Geschirrtuch ab. Und nun wirds lustig. Die Quitten müssen halbiert und dann in 2 mal 2 cm große Würfel geschnitten werden. Quitten sind sehr sehr fest, ich mache das mit meinem asiatischen Hackbeil, aber auch eine Machete würde gehen ( kein Scherz!!) Und solltest Du die Möglichkeit haben, dann tue dieses im Freien, die Zerstückelung mistet ziemlich!
Die Obststücke kommen nun in einen sehr großen Topf – ich habe so ein 10- Liter Monster von Rösle – , und zwar mitsamt Schale, Kerngehäuse und Kernen. Gieße einen halben Liter Wasser dazu und stelle den Topf auf den Herd, kleine Flamme und Deckel drauf. Nun wartest Du mit wachsamem Auge bis der Inhalt zu kochen beginnt, dann stelle die Hitze so ein, daß alles sanft köchelt…wirklich nur zart…und so bleibt es für ca. 2 Stunden. ( Deckel drauf lassen). Die Quitten werden weich und geben Saft ab, sollen jedoch nicht zerfallen. Schalte aus, solange die Würfel noch ganz sind, und nun kann der Topf samt Inhalt über Nacht so stehen bleiben und abkühlen. In der Zeit setzt sich der Saft ab.
Um diesen schönen, klaren, orangen Sirup zu erhalten, mußt Du den Topfinhalt durch ein Mulltuch abrinnen lassen…ja es ist eine Patzerei! Das übrigbleibende Fruchtfleisch kann man durch die Flotte Lotte passieren und für Quittencreme einfrieren.
Nun wiegst Du die Saftmenge, die Du erhalten hast, ab und gibst die Hälfte dieses Gewichtes an 2:1 Gelierzucker dazu, sowie einen TL Zitronensäure. Wenn Du eine ausgefallene Note hinzufügen möchtest: Kardamom paßt herrlich zu Quitten!
(Anmerkung Okt. 2019: Willst Du ein etwas festeres Gelee, solltest Du bei Saft die Gelierzuckermenge etwas erhöhen, ich nehme nun auf 800 ml Saft 500 g vom 2:1 Zucker!)
Der Sirup mit dem Zucker wandert nun wieder in den Topf und wird aufgekocht, 4 Minuten wallend kochen lassen und sofort in saubere Gläser füllen. Das Gelee ist eine Delikatesse, nicht nur fürs Marmeladebrot, es paßt toll zu Käse und man kann es für Kuchen und Cremes verwenden. Quitten bekommst Du heute eigentlich wieder auf fast jedem Bauernmarkt.

Quittengelee

Quittengelee

Quittengelee

Quittengelee

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