Schlagwort: Estragon

Kräuterdip, Kräuteröl, Kräuterchutney, Kräuter … Kräuter …

Im Hochsommer bekomme ich immer die Kräuterkrise. Es wuchert und wächst, Koriander, Estragon, Petersilie, Basilikum, Borretsch … ich müsste jeden Tag Kräutersalat machen, um diese Mengen aufzubrauchen, und da würde ich wahrscheinlich mit diversen Mitbewohnern Probleme bekommen. Was aber bei uns immer gut ankommt, sind Dips, Chutneys und Aromaöle, die man über gegrilltes Fleisch – und zum Glück auch über Gemüse – verteilen kann. So kann ich meinen Kräuterüberschuss an den Mann bringen ( bei Frau ist das ja nicht so das Problem), ohne dass irgendein Protestgeheul ertönt. Man muss es nur als Grillsauce oder Grilldip verkaufen, und schon ist alles toll! Wenn also Dein Kräuterbeet auch einen Radikalschnitt benötigt, ich zeig Dir, was ich mit dem Erntesegen mache.

Petersilie – Paprika – Dip:

3 rote Spitzpaprika
ein großer Bund Petersilie, kraus oder glatt, grob gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt
etwas Salz
etwas Olivenöl

Petersilie-Paprika-Dip

Schneide den Paprikastrunk ab und löse den Kernteil heraus. Lege die Paprika in eine kleine Auflaufform und brate sie im Backofen bei 170 °C, bis sie weich sind. Vorsicht, sie dürfen nicht verbrennen und schwarz werden!
Lasse sie abkühlen, hacke sie grob und gib sie mit der Petersilie, dem Knoblauch, Salz und ca. 4 EL Olivenöl in einen Blitzhacker. Schalte das Gerät ein paar Mal aus und ein, am besten mit der Pulsfunktion, bis alles grob zerkleinert ist. Sollte sich das Messer schwer bewegen, kannst Du noch etwas Öl zugeben. Schmecke mit Salz ab und fülle den Dip in eine hübsche Schale. Der Kräuterdip schmeckt toll zu Gegrilltem, oder als Dip für Gemüsesticks. Er hält im Kühlschrank ein paar Tage.

Korianderpesto mit Sesam:

35-40 g Koriandergrün
40 g Sesam
50 ml Olivenöl
10 ml dunkles Sesamöl (aus geröstetem Sesam)
eine möglichst frische Knoblauchzehe, klein gehackt
etwas Salz

Korianderpesto, Estragonöl

Hacke das Koriandergrün klein, röste die Sesamkörner trocken in einer Pfanne, bis sie zu knacken anfangen und duften, bitte neben stehen bleiben, öfter wenden und aufpassen, dass sie nicht verbrennen, das geht sehr schnell!
Gib nun alle Zutaten in einen Blender oder Blitzhacker und vermahle alles zu feinem Pesto. Fülle dieses in ein Glas, bedecke die Oberfläche noch mit etwas Sesamöl, hebe es im Kühlschrank auf und verbrauche es innerhalb von 3 Wochen.
Dieses fernöstliche Kräuterpesto passt super zu indischen, thailändischen oder arabischen Gerichten, du kannst Fladenbrote damit bestreichen oder es mit Joghurt verrühren und so einen Dip für Gemüse herstellen.

Meine neue große Leidenschaft sind Kräuteröle. Allerdings nicht die übliche Art, wo man ein paar Kräuterzweige im Öl ziehen läßt und diese dann wieder entfernt, nein, ich mixe die Kräuter im Blender mit dem Öl zu einer cremigen Flüssigkeit, fülle diese in kleine Flaschen und verbrauche es zügig innerhalb von zwei Wochen, was kein Problem sein sollte. Auf diese Weise erhältst Du das geballte Kräuteraroma, und die gesunden Inhaltstoffe der Kräuter werden mit dem Öl aufgenommen. Ich bereite meist gleich drei verschiedene Sorten zu, dann zahlt sich das Reinigen des Blenders nachher aus, und ich kann beim Kochen aus verschiedenen Aromen auswählen.
Ich verwende zur Zubereitung dieser kleinen Mengen nicht meinen Vitamix, sondern einen kleinen Smoothiemaker von Genius, den FeelVita Nutrimixer. Ich bin mit diesem kleinen Kerl sehr zufrieden, es gibt diese Marke nicht im Handel, ich habe ihn online bestellt und er kommt mit diversen Aufsätzen in verschiedenen Größen. Sehr praktisch und schnell gereinigt. (keine Werbung, ich bin echt glücklich mit dem Ding!)

Der Feelvita Nutrimixer zerkleinert auch kleinere Portionen mühelos.
Mein Genius Feelvita Nutrimixer


Zur Zeit habe ich im Kühlschrank:
Fenchelöl: wenn ich meine Fenchelknollen ernte, verwende ich das schöne zarte Grün und dessen Stängel für dieses herrlich nach Anis schmeckende Öl. So wird der ganze Fenchel verwertet! Es passt super zu Fisch und Hühnerfleisch, und gebratenes Gemüse wird zu etwas ganz Besonderem, wenn Du es damit beträufelst.
Korianderöl: hier verwende ich die ganzen grünen Korianderstauden, von der Wurzel bis zu den Blättern und Blüten. Ein tolles Kräuteröl für asiatische Gerichte!
Basilikumöl: ja was soll ich sagen … Mozzarella und Tomaten, Nudelgerichte, Risotto, die ganze Küche riecht nach Italien!
Und das aussergewöhnliche Estragonöl! Es bringt einen Hauch Frankreich in Deine Gerichte. Verteile es über Gemüseeintopf, Gerichte mit Lamm oder Huhn, Kartoffelpüree, oder reiche es zur französischen Käseplatte, als Dip! Ich habe Pulled Chicken zubereitet, aus Bio Hühnerbrüsten, und die zerpflückten saftigen Hendlstückchen mit dem Estragonöl beträufelt, welche dann in selbstgemachtem Fladenbrot ihr Ende gefunden haben. Köstlich!

Estragonöl:

15 g frische Estragonblätter
eine Lavendelblüten-Dolde
150 ml Olivenöl oder kaltgepresstes Rapsöl
etwas Salz

Korianderpesto, Estragonöl und Korianderchutney
Pulled Chicken mit Estragonöl

Fülle alles in einen Blitzhacker und püriere es, bis du eine feine, cremige Flüssigkeit hast.
Ich fülle das Kräuteröl nun in ein kleines Fläschchen, bewahre dieses im Kühlschrank auf und verbrauche das Öl innerhalb von 2 Wochen, deshalb stelle ich auch immer nur so eine kleine Menge her.
Solltest du mehr machen und es länger lagern wollen, so gib das Öl nach dem Pürieren in einen Topf und erhitze es auf 80 ° C, filtere es danach durch ein Leinentuch, sodass keine Pflanzenteile im Öl zurückbleiben. Ich würde es in diesem Fall auch nicht so ganz fein pürieren!
Nach dem Filtern füllst du es ab und hebst es trotzdem unbedingt im Kühlschrank auf. Es müsste so einige Wochen halten.

Koriander-Erdnuss-Chutney:

25 g Koriandergrün, gehackt
50 g rohe, ungesalzene Erdnüsse
eine kleine grüne Chilischote, nicht zu scharf (Samen entfernen, ich habe eine Jalapeno verwendet), gehackt
1/2 TL Salz
1/2 TL Kurkumapulver
50 ml Erdnussöl
1 EL Zitronensaft

Bruschetta mit Koriander-Erdnuss-Chutney

Verteile die Erdnüsse auf einem Backblech und röste sie im Backofen bei 170 °C für etwa 10 Minuten, bis sie duften.
Du kannst natürlich auch die gerösteten, gesalzenen Erdnüsse verwenden, die es überall zu kaufen gibt, aber ich finde sie meist zu salzig, ich mache das lieber selber.
Gib nun alle Zutaten in einen Blender, hier kommt wieder mein FeelVita Nutrimixer zum Einsatz, und püriere die Masse, sie soll allerdings nicht ganz fein werden. Wir wollen ja keinen Brei!
Das Kräuterchutney passt perfekt zu indischem Essen, aber auch zu Frühlingsrollen, gegrillten Hühnerflügeln, und Bratkartoffeln werden damit im nu zum fernöstlichen Snack.

Einige Kräuterrezepte geistern ja schon durch meinen Blog, vielleicht brauchst Du ja noch ein paar Inspirationen:

Kräutergremolata mit gebratenem Huhn

Kalmare mit Kräuterfülle

Sellerie-Lorbeersalz

Ich wünsche Dir eine gute Ernte, und denk immer daran: Kräuter kann man nie genug haben. Das weiss ich spätestens seit meinem ersten Jamie Oliver Video, es ist einfach köstlich zu sehen, wie er aus vollen Händen frische Kräuter über seine Gerichte streut … nein schüttet!

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Reste – Pie

Am 29. Mai war Feiertag – Christi Himmelfahrt – und das bedeutet…Feiertagsessen! Und diesmal gab es  – manchmal bin ich ja doch traditionell – Brathuhn mit im Rohr gebratenen Kartoffeln und Gemüsesauce (aus Karfiol und Karotten).

Und was ist unausweichlich mit so einem Festmahl verbunden?…Ja, genau, ein Berg voller Essensreste!

Ich gehöre ja zu den Menschen, die Reste lieben, vieles ist aufgewärmt nochmal besser und vieles lässt sich toll zu neuen Gerichten verarbeiten…sowie auch diesmal meine Hendl-Kartoffel-Gemüsereste! Was meine Mitbewohner betrifft, so habe ich festgestellt, dass Reste besonders dann ohne Murren gegessen werden, wenn sie nicht mehr als solche erkennbar sind….sich also in eine neue Kreation verwandelt haben, und glaub mir, man wird da ungemein erfinderisch! Ich finde es nämlich ganz wichtig, alles zu verwerten und sowenig wie möglich dem Biomüll zu spenden…selbst wenn dieser wieder bei mir im Gemüsebeet landet…

So habe ich mich heute für ein Gericht entschieden, dass man ohne weiteres jedem Gast auftragen könnte, er würde es sicher nicht als “Restlessen” erkennen – ich mache einen guten traditionellen englischen Chicken Pie.

Also, auf gehts, wir beginnen mit dem Teig, der  Shortcrust Pastry für Pies:

Du brauchst für eine ca. 28 cm Pieform:

150 Gramm Kamut- Vollkornmehl
200 Gramm glattes Mehl
1/2 Teelöffel Salz
1 Ei
200 Gramm kalte Butter
ca. 5 EL kaltes Wasser

Kamut ist ein uralter Verwandter des heutigen Hartweizens und stammt ursprünglich aus dem alten Ägypten, wo er schon vor Jahrtausenden angebaut wurde. Kamutvollmehl ist ein bißchen wie feiner Grieß, dadurch wird der Teig herrlich knusprig.
Aus den Zutaten knetest Du einen Mürbteig, das Wasser kommt während des Knetens nach Bedarf dazu und soll schön kalt sein. Die fertige Teigkugel teilst Du in ein etwas größeres ( 2/3) und ein etwas kleineres Stück (1/3).
Die Pieform wird eingefettet und das größere Teigstück rollst Du zu einem Kreis aus, der etwa 3 cm größer ist als die Form. ( Anmerkung: ich lasse Mürbteig eigentlich nie rasten, ich finde wenn er fest und kalt wird bekommt er beim Auswalken Risse, wird er gleich verarbeitet ist er elastisch und leicht zu formen…ich wüsste nicht wozu das Rasten gut sein soll..)
Rolle den Kreis vorsichtig auf den Nudelwalker und lasse ihn so in die Form gleiten, schön andrücken und etwas gleichschneiden, der Rand soll aber etwas überstehen, denn da müssen wir ja nachher den Deckel draufkleben!

Die Pieform mit dem Teigkreis auskleiden

Die Pieform mit dem Teigkreis auskleiden

Die Form wandert nun in den Kühlschrank, und wir wandern weiter zur Füllung. Nun, sehn wir uns mal meine Reste an:

Meine Reste vom Feiertagsbraten

Meine Reste vom Feiertagsbraten

Da gibt es also ausgelöstes Brathuhnfleisch, Bratkartoffeln, und Gemüsestampf…natürlich lässt sich all das ersetzen durchdie Reste, welche Du vielleicht daheim hast…gebratene Ente, Broccoli, Schinkenreste, auch gebratenes Schweinefleisch oder Lamm sind natürlich möglich, was in Pies immer gut schmeckt ist Lauch, und den hab ich hier dazugekauft. Für die Fülle kann ich wirklich keine genauen Mengenangaben machen, man sieht ja ungefähr, wieviel in der Form Platz hat. Was Du noch vorrichten kannst sind:

25 Gramm Butter
2 EL Mehl
1/8 Liter Weisswein
1/8 Liter Sahne
2 Eier
und für meine Restemischung:
ein Bund frischer Estragon (zum Huhn ein Muss!!)
eine rote frische Chili

Chili, Estragon und Lauch

Chili, Estragon und Lauch

Den Lauch putzt Du und schneidest ihn in 3 mm dicke Ringe. In einer beschichteten Kasserole erhitzt Du die Butter und röstest den Lauch darin an, ca. 5 Minuten, er soll nicht zu weich werden. Dann gibst Du den gehackten Estragon und die gehackte Chili dazu.

Lauch in Butter andünsten

Lauch in Butter andünsten

Nun wird alles mit dem Mehl gestaubt, kurz angeröstet und dann mit dem Wein und der Sahne abgelöscht. Immer schön rühren, bis es eindickt, und nun nimmst Du den Topf vom Herd.
So, und jetzt haben endlich meine Reste ihren großen Auftritt, sie kommen jetzt – klein geschnitten – zum Lauch in den Topf, sowie auch die Eier, würze alles  mit Salz und Pfeffer, aber immer gut abschmecken denn die Reste sind ja schon gewürzt!!!

Eier zur Masse geben

Eier zur Masse geben

Mische die Masse gut durch, dann kannst Du die Pieform aus dem Kühlschrank befreien und mit ihrer herrlichen Fülle “anstopfen”.
Das Backrohr kannst Du nun auf 190 Grad Heißluft vorheizen.
Die übrige kleinere Teigkugel wird nun auch zum Kreis ausgerollt, so groß dass er genau oben auf die Form passt…und da kommt er dann auch hin. Die Teigränder der Pieform zuvor mit Eiklar anpinseln!
Und wenn Du magst, kannst Du jetzt noch kreativ werden. Die Ränder sollte man schön mit dem Messer abschneiden und etwas andrücken. In die Mitte des Teigdeckels mit dem Messer ein Loch schneiden, dass der Dampf entweichen kann, die abgeschnittenen Teigreste kann man zur Verzierung verwerten, und als großes Finale wird der Pie noch mit einem verquirlten Ei bestrichen.

Ab in den Ofen mit dem Paradestück, für ca. 45 Minuten, bis er goldgelb und knusprig ist und auf sein Ende wartet! Und so sieht das Restl-Essen fertig aus:

Very British, isn't it?

Very British, isn’t it?

Pie-Design

Pie-Design

Der Estragon schmeckt wirklich edel!

Der Estragon schmeckt wirklich edel!

Er schwindet...

Er schwindet…

Und das herrliche ist…der Pie schmeckt auch aufgewärmt noch gut!!!!

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