Schlagwort: Brot

Saftiges Körnerbrot mit italienischem Gorgonzolaaufstrich

Auch Blogger brauchen mal Urlaub, deshalb gab es länger nichts Neues von mir. Das heißt natürlich nicht, dass ich inzwischen nicht gekocht und gewerkelt habe in meiner Küche, ganz im Gegenteil. Es ist Einkochzeit, meine Gasbrenner arbeiten auf Hochtouren, und das Haushaltsgeschäft in Leibnitz hat bald keine Einkochgläser mehr. Die habe jetzt alle ich.
Unserem alljährlichen Istrienurlaub verdanke ich eine tolle Ausbeute an frischen, überreifen Feigen und Kornelkirschen, die wachsen dort wild in den Bergen, und ja, ich habe im Urlaub bei 32 Grad Kornelkirschen gepflückt, 5 Kilo!

Marmelade von unseren selbstgepflückten, zuckersüßen Feigen
Pikant-säuerliche Kornelkirschenmarmelade, mein neuer Liebling im Marmeladehimmel

Auch meine Chilis, Äpfel und Quitten werden langsam reif, und unsere Aroniabeeren habe ich gerade geerntet.
Da jubelt nun mein neuer Dörrapparat, denn es sind alle Einschübe voll und er läuft Tag und Nacht.

Was braucht man nun zu leckerer “home-made” Marmelade unbedingt? Ja genau, selbstgebackenes Brot frisch aus dem Ofen. Und da neben dem Einkochen nicht so viel Zeit bleibt, habe ich ein ganz unkompliziertes Rezept für ein Körnerbrot für dich, es wird am Vorabend zusammengemischt und in die Form gelegt, am nächsten Tag brauchst du es nur mehr in den Ofen schieben.
Ich habe das Rezept von einer sehr lieben Arbeitskollegin, die an schwerer Glutenunverträglichkeit leidet, das Brot ist also glutenfrei.

Eines sage ich gleich vorweg: obwohl ich nicht an Zöliakie leide, ist dieses Rezept fixer Bestandteil meiner immer wieder gebackenen Brotrezepte geworden. Es ist sooo gut, sooo gesund und sooo einfach zuzubereiten. Es schmeckt einige Tage gut, lässt sich aber auch einfrieren. Wenn Du es am liebsten frisch magst: halbiere die Menge und nimm eine kleine Kastenform. Und Deinen Lieben zuhause musst Du ja nicht sagen, dass es ein glutenfreies Brot ist, es ist einfach ein Körndlbrot!

Zutaten für ein Kastenbrot mit ca. ¾ kg:
150 g Haferflocken
100 g Sonnenblumenkerne
90 g geschroteten Leinsamen
60 g Nüsse
50 g Kürbiskerne
2 EL Chiasamen
4 EL Flohsamen
1,5 Tl Salz
1 EL Honig
3 EL Kokosöl (oder Olivenöl)
350 ml Wasser

Heize den Backofen auf 160 Grad vor. Verteile Sonnenblumenkerne, Nüsse und Kürbiskerne auf einem Backblech und röste sie 15 Minuten im Ofen. Gib alles in eine große Schüssel und lasse es auskühlen.
Füge dann Haferflocken, Leinsamen, Chiasamen, Flohsamen und Salz hinzu und vermische alles.
Verrühre das Wasser mit Öl und Honig und gieße es über die Körnermischung. Arbeite die Masse nun mit einem Kochlöffel oder den Händen gut durch.
Kleide eine Kastenform mit Backpapier aus, sodass das Papier am Rand übersteht, und fülle die Brotmasse hinein. Drücke alles fest in die Form, am besten mit einem nassen Löffel. Decke es mit Folie ab und lasse die Form über Nacht im Kühlschrank stehen.

Das Brot ruht vor dem Backen eine Nacht in der Form.


Heize am Morgen den Backofen auf 180 Grad vor, bestreiche die Oberfläche des Brotes in der Form mit Wasser und backe es 30 Minuten. Hole dann die Form heraus, stürze das Brot auf ein Backblech und backe es nun so nochmal 30 Minuten. Lasse es vor dem Anschneiden auskühlen.

Ich bestreiche dieses knackige Brot gerne mit Topfen und darüber dann dick mit Marmelade. Solltest du aber eher der deftige Typ sein, so habe ich hier noch einen sehr guten Aufstrich für dich!

Zutaten für den Aufstrich:
40 g Pinienkerne
100 g Gorgonzola Käse
150 g Ricotta (italienischer Frischkäse)
Salz, Pfeffer
ein Zweig frischer Thymian


Röste die Pinienkerne in einer trockenen Pfanne, bis sie duften (Achtung, nicht braun werden lassen!) Hacke die Kerne klein.
Verrühre Gorgonzola und Ricotta, zupfe die Thymianblättchen vom Zweig und mische sie mit den Pinienkernen unter den Aufstrich. Schmecke mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer ab. Guten Appetit!

Du kannst dieses Brot auch gut variieren, füge zum Beispiel Rosinen oder getrocknete Cranberries zur Masse hinzu, würze mit Rosmarin oder Oregano, oder mische etwas geriebenen Käse darunter, die Möglichkeiten sind endlos …. also viel Spaß beim Ausprobieren!

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Buchvorstellung “Brot, Gebäck und Brotaufstriche”, mit Rezept “Haferbrot mit Mangoldaufstrich”

Meine Kochbuchsammlung hat wieder mal Zuwachs bekommen! Nachdem ich ein paar Einrichtungsgegenstände umplatziert habe, konnte eine weitere Buchablage Stellung beziehen, die “Neuen” müssen also nicht wochenlang heimatlos am Esstisch herumkugeln.
Ich habe zwei Neuerscheinungen vom Leopold-Stocker-Verlag erhalten,daraus werde ich wieder einiges nachkochen und Dir beide Bücher vorstellen.
Im heutigen Post geht es um eines meiner Lieblingsthemen, nämlich Brot und Gebäck … und tolle Aufstriche. Das Kochbuch, um das es heute geht, heißt:
Brot, Gebäck und Brotaufstriche“, und ist eine Zusammenfassung der 106 besten Rezepte aus der Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE der letzten Jahre. Und ich nehme es gleich vorweg, ich bin begeistert! Ich backe ja leidenschaftlich gerne Brot und Weckerln, und das schon bald 30 Jahre lang, und man denkt immer, da kann es doch nichts Neues mehr geben. Aber das Buch ist voll mit ausgefallenem Brot und Gebäck, tollen Weckerlideen, deftigen Muffins und ungewöhnlichen Brotaufstrichen (von mir ist auch ein Rezept mit Foto dabei, FREU!)
Der Einleitungsteil bietet viele hilfreiche Informationen vor allem für Brotback-Einsteiger, aber auch für “alte” Brotbäcker ist so eine Praxis-Auffrischung toll, denn durch die Gewohnheit und Routine vergisst man oft entscheidende Grundregeln. Wisenswertes über Mehl und die verschiedenen Sorten, gefolgt von Tips zur Teigzubereitung, zur Hefe und zum Sauerteig sind hier kurz und effizient zusammengefasst, lassen sich immer wieder schnell nachschlagen, so dass auch Dein erster Laib Brot ein Erfolg werden kann. Ganz wichtig ist die Info zur Flüssigkeitsmenge, und man kann es nicht oft genug sagen: jedes Mehl benötigt eine andere Menge Flüssigkeit, es gibt kein Rezept, das hier eine 100 % richtige Angabe machen kann, es gehört viel Erfahrung dazu, zu erkennen, wann ein Brotteig passt, und Erfahrung kommt nur durch das “machen”, also nicht aufgeben! Und nie die ganze Flüssigkeit zu Beginn zugeben, immer nach und nach. Es folgen 4 Kapitel voller leckerer Ideen:
Brote
Pikantes Gebäck
Süsses Brot und Gebäck
Aufstriche pikant und süss

Meine Versuchsbrote waren das Haferbrot von Seite 17, das Bauernmischbrot mit Kernen von Seite 21, das Faltbrot von Seite 31, und der Mangoldaufstrich von Seite 115. Alles ist supergut geworden, ich zeige Dir heute das

Haferbrot mit dem Mangoldaufstrich.

Beim Brot haben sich bei mir einige Änderungen ergeben, statt des im Rezept angegebenen Weizenmehls habe ich glattes Dinkelmehl verwendet (ich versuche Weizenmehl soweit wie möglich zu vermeiden …), und ich habe etwas weniger Wasser verwendet als im Buch, da mir die Menge als sehr großzügig vorkam. Trotzdem ist mir mein Teig zu weich geworden, denn ich muste ja Fehler Nummer 1 machen: gleich das ganze Wasser dazuschütten. Naja, man lernt nie aus! Auf jeden Fall habe ich beschlossen, kein Mehl mehr zuzufügen, sondern das Brot im heissen gußeisernen Topf zu backen, so konnte es nicht auseinanderfließen. Das Ergebnis war hinreißend. (ist dieses Adjektiv zu geschwollen für einen Laib Brot?…) Auf gehts, ich zeig Dir die Topfmethode (die ich im Buch übrigens vermisst habe, denn das Brot wird auf diese Weise fast so wie ein Brot aus dem Holzofen. Das ist aber auch schon das Einzige, was ich an dem Buch zu meckern hätte!).

für das Haferbrot brauchst Du:

130 g kernige Haferflocken
375 ml Wasser
15 g Hefe
1 TL Rohrzucker
270 ml Wasser
125 ml Milch
500 g glattes Dinkelmehl
1 TL Salz

Gib Haferflocken und die 375 ml Wasser in einen Topf und erhitze alles, bis die Flocken das Wasser aufgesaugt haben.
Löse Hefe und Zucker in der Milch auf. Mische das Mehl und die abgekühlten Haferflocken, Salz, die Hefemilch und die Hälfte des Wassers. Beginne zu kneten, füge bei Bedarf das restliche Wasser hinzu. Bei der Topfmethode kann der Teig ruhig sehr weich sein, sodass man ihn eigentlich gar nicht mehr mit der Hand, sondern nur mehr mit der Küchenmaschine (oder Mixer) kneten kann. Bestreiche die Oberfläche mit etwas Öl und lasse den Teig gehen, bei mir waren es etwa 2 Stunden. Im Originalrezept werden 30 g Hefe verwendet, das verkürzt natürlich die Gehzeit. Ich arbeite jedoch lieber mit weniger Hefe und längeren Gehzeiten, das gibt einen noch besseren Geschmack!
Heize den Backofen vor auf 230 ° C und stelle einen gußeisernen Bräter hinein, mit Deckel! Der Topf muss sehr heiß werden.
Schneide ein quadratisches Stück Backpapier zu, zerknülle es zu einem Ball, streiche es wieder aus und lege es in eine Mixerschüssel, die in etwa die Größe des Bräters hat. Knete den Teig nun mit der Maschine nur mehr ganz kurz zusammen und befördere ihn dann in die Schüssel, auf das Papier. Versuche, mit geölten Händen einen schönen Ball aus der Oberfläche zu formen, und lasse den Teig nochmal gehen, etwa 40 Minuten.

Haferbrot

2. Aufgehen im Backpapier

Öffne nun Herd und Topf, lege den Teigball vorsichtig in den heißen Topf, indem Du an den Ecken des Papiers angreifst, und gib sofort wieder den Deckel drauf. Backe das Brot 25 Minuten bei 230 ° C, entferne dann den Deckel, reduziere die Hitze auf 200 ° C und backe das Brot so noch etwa 20 Minuten fertig. Nimm den Laib mit dem Backpapier aus dem Topf und lasse ihn auf einem Gitter abkühlen.

Haferbrot

Das fertige Haferbrot … das kann man doch fast riechen, oder?

Haferbrot

Haferbrot

Mangoldaufstrich

Für unser tolles Brot brauchen wir nun auch einen Aufstrich, mal was anderes, und da ich noch Mangold im Garten habe, kommt mir die Idee zu einem Mangoldaufstrich gerade recht.

Du brauchst:
250 g Mangoldblätter
1 Zwiebel, geschält
1 Knoblauchzehe, geschält
5 ELOlivenöl
2 EL Butter
60 g Cashewnüsse
Salz, Pfeffer, Limettensaft

Im Originalrezept werden Reismehl und Erdmandelflocken zum Binden verwendet, ich nehme lieber Cashewkerne. Weiche die Cashewnüsse in warmem Wasser ein und lasse sie so etwa eine Stunde stehen.
Wasche den Mangold und schneide ihn klein. Hacke Zwiebel und Knoblauchzehe fein und brate beides im Olivenöl an. Gib den Mangold dazu und dünste ihn, bis er zusammenfällt. Füge die Butter dazu, lasse sie schmelzen, und würze die Masse mit Salz, Pfeffer und Limettensaft.

Haferbrot

Mangold anrösten

Gieße das Wasser von den Nüssen ab und gib sie mit der Mangoldmischung in einen Blender, püriere alles fein, fülle es in ein hübsches Schüsselchen und lasse den Aufstrich im Kühlschrank erkalten. Er wird so cremig und streichfähig.

Haferbrot

Was für eine gesunde Jause, selbstgebackenes Haferbrot mit würzigem Mangoldaufstrich!

Auch das Bauernmischbrot mit Kernen ist sooo gut geworden, ich habe es heute gebacken, und am Abend war nur mehr ein kleines Stück da …

Haferbrot

Bauernmischbrot mit Kernen

Das gefüllte Faltbrot war auch ein großer Erfolg, ich habe keine Kräuterbutter – wie im Rezept angegeben – gemacht, sondern die Teiglagen mit meinem selbstgemachten Pesto gefüllt. Wir haben genascht und genascht, und der Fotoapparat hat nicht gerufen, ich habe einfach vergessen es festzuhalten. Aber vielleicht hast Du ja Lust auf das Brotbuch bekommen, und aufs Backen von Gebäck, dann siehst Du auf Seite 31, wie das Faltbrot aussieht … genau so hat es nämlich auch bei mir ausgesehen, vor der Vernichtung. Wirklich ein gelungenes Werk zum Thema Brot, und Du unterstützt einen heimischen Verlag, keinen chinesischen!

 

 

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