Schlagwort: Bärlauch

Pfannenpizza aus Topfenteig mit Faschiertem und Bärlauchpesto

Kennst Du das? Manchmal muss man beim Kochen aus irgendwelchen Gründen zu Notlösungen greifen, und oft entstehen daraus die besten Rezepte und die leckersten Gerichte.

Ich hatte gestern noch Rindsfaschiertes, das musste aufgebraucht werden. Aber ich hatte keine Lust auf faschierten Braten oder die 1000endste Variante von Fleischbällchen, also kam die Idee: Pfannenpizza mit Faschiertem und Spiegelei, darunter irgendeine Kräuterpaste. Sehr gut, so konnte ich auch gleich meine neuen gusseisernen Portionspfännchen von TK MAXX einweihen (man gönnt sich ja sonst nichts …)

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at



Voller Begeisterung über meine Idee begann ich also, alle Zutaten herzurichten, da schneit meine Tochter auf einen Überraschungsbesuch herein. Aktion also kurz abgebrochen, Kaffee aufgebrüht und getratscht … und getratscht …und, ja genau, getratscht. Irgendwie habe ich es geschafft, nebenbei mal die Fülle zu rösten und mein Bärlauchpesto aus dem Keller zu holen, aber der Pizzateig, der blieb auf der Strecke. Nix mit Hefeteig, nix mit gehen lassen, nix mit Pizza. Es war 18.00 Uhr, diese Pizza hätten wir als Betthupferl genossen!

Naja, sagt mein Mädchen, ist ja egal, machst halt einen Topfenteig! Erst war ich skeptisch, aber sie hat gemeint, sie hätte das auch vor kurzem so gemacht, und es sei sehr gut gewesen. Und meine Tochter kann kochen! Also los, sie sagt mir die Zutaten an (!!!!!), ich werfe alles in den Food Prozessor, schalte kurz ein und habe den fertigen Teig. Eine Stunde in den Kühlschrank, noch ein wenig weitergetratscht (jetzt übers Essen), und schon kann der Teig ausgerollt und in die kleinen Pfannen gedrückt werden.

Und das Ergebnis war sooooo überzeugend gut, der knusprige, leicht säuerliche Teig, die cremige Bärlauchpaste, darauf das knusprige Faschierte und der geschmolzene Käse, zuletzt noch die Spiegeleier und etwas Schnittlauch, und es hat so hübsch ausgesehen in den kleinen Pfannen. Übrigens kann ich dir hier eine gusseiserne Pfanne sehr empfehlen, denn da wird der Boden extra knusprig!

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Also legen wir los, Du brauchst eine ofenfeste Pfanne, oder mehrere kleine, und vielleicht jemanden zum Tratschen?

Für den Belag brauchst Du:
3 Karotten, gewaschen
2 mittelgroße Zwiebeln, geschält
Olivenöl
400 g Rindsfaschiertes, bevorzugt Bio Qualität
Salz, Pfeffer, Oregano
60 g Parmesan, frisch gerieben
60 g Ziegenkäse, frisch gerieben
Schnittlauch
2 (oder mehr) Eier

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Schneide die Karotten in kleine Würfelchen und hacke die Zwiebel fein. Nimm eine große Pfanne, gib etwas Olivenöl hinein und röste Zwiebel und Karotten an, bis sie schön gebräunt sind. Fülle sie in eine Schüssel um.
Gib wieder etwas Olivenöl in die Pfanne und röste nun das Faschierte gut durch, bis es knusprig ist. Dabei musst Du erst mal warten, bis der ganze austretende Saft verdunstet ist und das Fleisch in der Pfanne zu knistern und zischeln beginnt, erst nun setzt der Röstprozess ein. Lasse es schön bräunen, füge dann die Zwiebelmischung hinzu, würze mit Salz, Pfeffer und Oregano, mische gut durch und fülle alles wieder in die Schüssel. Lasse das Faschierte ganz auskühlen. Käse und Schnittlauch brauchen wir erst zum Schluss!

Für die Pizzapaste verrührst Du 4 EL Creme Fraiche mit 2 EL Bärlauchpesto, am besten frisch und selbst gemacht … (jedes andere Pesto ist natürlich auch ok).

Für den “Pizzateig” brauchst Du:
250 g Mehl
250 g kalter Topfen (bitte kein Magertopfen!)
250 g kalte Butter
1 TL Salz

Gib das Mehl und Salz in eine große Schüssel, füge den Topfen und die kleinwürfelig geschnittene Butter hinzu und verknete alles rasch zu einem Teig. Es dürfen ruhig kleine Buttertröpfchen dazwischen sichtbar bleiben, so geht der Teig fast blätterteigartig auf. Das geht natürlich auch mit einer Küchenmaschine!
Wickle den Teig in Frischhaltefolie und lasse ihn etwa eine Stunde im Kühlschrank rasten.

Nun geht’s an das Ausrollen. Ich habe zwei Pfannen mit 18 cm DM verwendet, habe den Teig gedrittelt, und ein Drittel ist mir also übrig geblieben. Wenn Du z.B. zwei größere Pfannen hast, teilst Du den Teig einfach in zwei Teile, oder Du kannst auch eine große Pizza machen, wenn Du eine Pfanne mit 30 cm hast.

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Heize den Backofen vor auf 210 Grad C. Forme die Teigstücke zu Kugeln und rolle sie rund aus, etwa 5 mm dick und etwas größer als der Pfannenboden. Fette den Boden etwas ein und lege den Teig hinein, die Ränder sollen ca. 2 cm nach oben stehen.

Bestreiche den Boden mit der Pestocreme und verteile das Faschierte darüber. Mische die zwei geriebenen Käsesorten, bestreue die Oberfläche dick damit und stelle die Pfanne(n) in den heißen Ofen. Backe die Pfannenpizza ca. 25 Minuten, eventuell solltest Du im letzten Drittel die Temperatur reduzieren, dass der Teig nicht zu braun wird.
Während unsere Prunkstücke backen, bereitest Du Spiegeleier zu, ich habe für jede Pfanne eines gemacht. Vor dem servieren kommt auf jede Pizza ein Spiegelei und wir bestreuen sie mit frischem Schnittlauch. Direkt in der Pfanne serviert ist das wirklich ein Hingucker! Ich wünsche Dir viel Spass beim Nachkochen, uns hat das Experiment überzeugt, in Zukunft kann es auch Pizza geben, wenn es schnell gehen muss.

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at
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Bärlauch – Süßkartoffelstrudel

Da ist sie wieder, meine geliebte Bärlauchzeit! Ich teile mein Jahr gerne in spezielle Zeitabschnitte, die sich oft nach gerade verfügbaren Wildpflanzen richtet. So gibt es bei mir z.B. die Holunderblütenzeit, die Waldmeisterzeit, die Schwarzbeerzeit, die Pilzzeit, und gerade jetzt befinde ich mich eben in der Bärlauchzeit. Wir genießen es, im Frühling mit dem Hund durch die einsamen, magischen Auwälder entlang der Mur in der Südsteiermark zu streifen und Bärlauch, aber auch Brennnesseln und frischen Giersch zu sammeln. Da statte ich dann mein Hexenkörberl mit diversen Frischhalteboxen aus , und los gehts.

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at

Dann hocke ich stundenlang am Waldboden und entschwinde in eine andere Welt. Mein Mann hütet inzwischen den Hund und teilt mir mit, wenn sich andere “Eindringlinge” nähern. Mit dem Pflücken helfen ist das so eine Sache: bei mir muss da in der Tupperdose absolute Ordnung herrschen, alle Bärlauchblättchen müssen ihre Spitzen in die eine, ihre Stiele in die andere Richtung strecken, sonst habe ich ja zuhause einen wirren Haufen und muss vor dem Hacken wieder alle Blättchen schlichten! Aber ich muss sagen, heuer hat er das recht gut gemacht, vielleicht vor lauter Freude, dass er helfen durfte???

Na jedenfalls bekommst Du natürlich auch heuer wieder ein Bärlauchrezept von mir. Ehrensache. Ich mache einen Strudel, und kombiniere dabei die cremige Süße der Süßkartoffel mit dem frischen, deftigen Knoblaucharoma des Bärlauchs – ein Gedicht!

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at

Für den Strudelteig brauchst Du:
250 g glattes Mehl, am besten ist Weizenmehl der Type W700
1/2 TL Salz
1 TL Kurkuma
2 EL Olivenöl
125 bis 140 ml warmes Wasser

Das Kurkumapulver muss natürlich nicht sein, aber der Strudelteig bekommt eine tolle Farbe davon, und gesund ist es auch. Du kannst auch Currypulver nehmen!
Mische Mehl, Salz und Kurkuma in einer Schüssel, gib Öl und vorerst 125 ml Wasser dazu und verknete alles mit der Küchenmaschine oder den Knethaken eines Handmixers. Gib noch Wasser dazu, falls der Teig zu fest ist. Knete ihn lange und gründlich, bis er ganz seidig und glatt ist, ca. 10 Minuten. Er soll so weich sein dass er gerade nicht klebt. Lege den Teigball in eine Schüssel, bestreiche ihn mit Olivenöl und bedecke ihn mit Folie. So rastet er nun für mindestens 2 Stunden.

Für die Fülle brauchst Du:
ca. 1 kg Süßkartoffeln
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kurkuma
ca. 60 ml Olivenöl
1/8 L Weisswein

120g Parmesan, gewürfelt
70-80 g Bärlauch, gehackt

Schäle die Sükartoffeln, schneide sie in kleine Würfelchen, gib sie in eine Auflaufform und vermische sie mit den Gewürzen und dem Olivenöl. Gieße den Wein in die Form und backe die Süßkartoffeln bei 180 °C so lange, bis sie sehr weich sind, etwa 50 Minuten.

Gib Bärlauch und Parmesan in eine Blitzhacker und zerhacke sie zu “Streuseln”.

Heize den Backofen vor auf 180 °C Heißluft (bzw. wenn Du direkt zuvor die Kartoffeln gebacken hast, lass den Ofen gleich an!), belege zwei Bleche mit Backpapier.

Belege die Arbeitsfläche mit einem sauberen, großen Küchentuch, am besten ist ein zerschnittenes altes Leintuch, und bemehle es gut. Teile den Strudelteig in zwei Hälften, rolle die eine Hälfte auf dem Küchentuch zu einem Rechteck aus, hebe den Teig nun vorsichtig über Deine Handrücken und lasse ihn hängend immer weiter über die Knöchel wandern, rundherum, sodass er sich aushängt und immer dünner wird. Es gibt dazu auch gute You Tube Videos, z. B. dieses von KOCHEN UND KÜCHE:

https://www.youtube.com/watch?v=5nzbPcSCXhM

Ist der Teig dünn genug – aufpassen dass er nicht reisst – legst Du ihn wieder auf das Tuch und ziehst ihn in Form, es sollte ein großes Rechteck sein, etwa 50 / 35 cm, oder so. (es ist kein Geometrie-Test!)

Bestreiche die Fläche nun dünn mit Olivenöl, verteile die Hälfte der abgekühlten Kartoffelwürfel darauf und bestreue alles mit der Hälfte der Bärlauchstreusel, bedecke den Teig allerdings im oderen Drittel nicht mit Fülle!!

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at



Schlage nun die Teigränder links und rechts etwa zwei cm nach innen, und Mithilfe des Tuches rollst Du den Strudel nun auf und beförderst ihn so auf das Backblech, dass wenn möglich die Nahtstelle unten liegt.

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at

Verfahre mit der zweiten Teighälfte gleich. Bestreiche die Oberflächen mit Olivenöl, bestreue sie mit schwarzem Sesam und backe die Strudel für 25 bis 30 Minuten. Serviere den Strudel lauwarm mit einer frischen Joghurtsauce, dazu einfach griechischen Naturjoghurt ( 10 % Fett …) mit gehacktem Bärlauch und etwas Salz verrühren.

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at
Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at

Der Strudel ist ein herrlicher kleiner Imbiss am Abend, er macht satt und liegt trotzdem nicht wie ein Stein im Bauch.

Und solltest Du keine Süßkartoffeln mögen, was jammerschade wäre, na dann nimm einfach “normale” Kartoffeln. Gutes Gelingen!

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at


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Und wieder ist Bärlauchzeit! Mein “KOCHEN UND KÜCHE” Beitrag im März

Der Frühling ist da! Zumindest laut Kalender … zu einer Zeit wo ich sonst schon den Auwald stürme und hinter den ersten Bärlauchblättchen und Brennnesseln herjage, muss ich nun morgens am Auto eiskratzen, und die Schneeglöckchen aus dem Schnee ausbuddeln.

Dabei habe ich mir vor zwei Wochen wieder ein neues Wildkräuterbuch zugelegt (das fünfte), und schon voller Feuereifer den Jagdplan 2018 ausgearbeitet. Soll bedeuten, ich habe mal notiert was ich alles sammeln möchte, wann die beste Zeit dafür ist und was man da alles Neues ausprobieren könnte.
Nun, im Moment bin ich zerknirscht zu Süßkartoffeln und Tiefkühlgemüse zurückgekehrt (ich liebe Süßkartoffeln, aber hallo, jetzt ist doch schon Bärlauchzeit!).

Zum Glück habe ich für die Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE schon im letzten Frühjahr Bärlauchrezepte kreiert und fotografiert, und die bekommst Du jetzt auch hier am Blog. Außerdem zeige ich Dir, wie Du Bärlauch haltbar machen kannst, und was man alles verwenden kann.

Bärlauch, dazwischen Brennnesseln und Giersch! Wird alles geerntet!

Los gehts mit ein bißchen Geschichte:

Die Bärlauchpflanze hat ihren Ursprung in Europa und ist heute bis weit nach Nordasien anzutreffen.
Eine Legende erklärt den Ursprung der Bezeichnung „Bärlauch“: Das Kraut wächst zur selben Zeit aus der Erde, zu welcher früher die Bären ihren Winterschlaf beendeten und die Höhlen verließen. Voller Gier haben sich die Tiere auf diese erste frische Nahrung gestürzt, um wieder zu Kräften zu kommen.
Bereits zur Zeit der  Kelten und Germanen war die reinigende Kraft des Bärlauchs bekannt. Bären galten bei diesen frühen Völkern als Urwesen  mit Urgewalt, man verehrte sie und glaubte, dass man sich durch den Verzehr der gleichen Nahrung (Bärlauch) die Stärke des Tieres aneignen könnte.
Im späteren Mittelalter verlor der Bärlauch sowohl als Heilkraut als auch als Küchenkraut etwas  an Bedeutung. Diese Entwicklung ging sehr stark von den damals mächtigen Klöstern und ihren Lehren aus.
Bärlauch galt als Fruchtbarkeitsfördernd und sollte sinnliche Gedanken und Gefühle anregen, (also, meine lieben Kräuterhexen, viel Bärlauch kochen für den Liebsten!), deshalb wurde er aus den Klostergärten und Küchen verbannt. Der Geruch von Bärlauch sowie Knoblauch galten als unrein und wurden oft mit dem Teufel in Zusammenhang gebracht. Eine Bestätigung für die „Böse“ Wirkung fand man in der Tatsache, dass die Milch von Kühen, welche mit Bärlauch gefüttert wurden, nicht zu genießen war – sie schmeckte nach Knoblauch (was eigentlich einleuchtet!).

Bis zu Beginn des 20. Jhd. findet man den Bärlauch eher selten in einem Kräuterbuch. Erst in den letzten Jahrzehnten hat ein regelrechter Kräuterboom den Bärlauch wieder entdeckt und so steht er im Frühling ganz oben am Beliebtheits-Podest der Gourmet-Küche.

Auch die Bärlauchblüte ist essbar und macht sich sehr dekorativ auf Salaten.

Meine liebste Methode, den Bärlauch zu konservieren, ist es, die kleingeschnittenen Blätter in Öl einzulegen. Ich habe vor kurzem das letzte Glas geöffnet, er hat also ein Jahr gehalten, das Aroma war unverändert und er war immer noch schön grün! Ich ziehe diese Methode dem Einfrieren auf jeden Fall vor, ich finde der Bärlauch wird zäh und hart, wenn man ihn tiefkühlt.

Bärlauchblätter in Öl

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE März 2018)

Einmal mit Olivenöl, einmal mit Erdnussöl und frischer Chilischote
Benötigt werden 2 sterile Marmeladegläser oder Rexgläser zu je ca. 250 ml

Zutaten
Ca. 4 Bund Bärlauch, frisch geerntet (ein Bund ist etwa die Menge, die man als Strauß in die Hand pflückt, so wird der Bärlauch auch am Markt oft angeboten.)

Olivenöl, ca. 200 ml
Erdnussöl, ca. 200 ml
frische rote Chilis
Salz

Zubereitung (15 Min. ohne Stehzeit)
Den Bärlauch in etwa 5 mm breite Streifen schneiden, in eine Schüssel geben und mit etwa einem gehäuften TL  Salz vermengen, 30 Min. ziehen lassen.
Den Bärlauch dann auf 2 Marmeladegläser verteilen und nur leicht hineindrücken, nicht anpressen!
Ein Glas mit Olivenöl füllen, in das Andere ein paar Ringe von der Chilischote dazugeben und mit Erdnussöl füllen. Fest verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Ungeöffnet  hält sich der Bärlauch auf diese Weise fast ein Jahr und behält auch seine schöne grüne Farbe sowie  den Geschmack. Geöffnete Gläser sind innerhalb einiger Wochen zu verbrauchen, ev. wieder mit etwas Öl abdecken.
Überall dort, wo frischer gehackter Bärlauch verwendet wird, kann auch der Eingelegte Verwendung finden. (Rührei, Brotteig, Aufstrich, in Suppen und Nudelsaucen etc.)

Bärlauchblätter in Öl

Ein weiterer Favorit in meiner Frühlingsküche sind die eingelegten Knospen der Bärlauchblüten.  Die Ernte der Knospen beginnt meist etwa Anfang April, ( in diesem Jahr wohl später), die Knospen sind am besten, solange sie noch fest und geschlossen sind. Die Knospen solltest Du vorsichtig mit dem Daumennagel abzwicken, um die Pflanze nicht auszureißen. Verarbeite sie am Besten noch am Tag der Ernte! Sie lassen sich in Essig (Kapern) und Öl konservieren.

Eingelegte Bärlauchknospen

Pro Variante benötigt man drei kleine Marmelade-oder Rexgläser zu je 150 ml Fassungsvermögen.

Bärlauchknospen in Essig
150 ml Wasser

100 ml Weißweinessig
1 TL Salz
1 TL Zucker

Alle Zutaten aufkochen,  ca. 180 g Bärlauchknospen auf kleine Gläser verteilen (ca. 3 Stück zu je 150 ml), heiße Essiglösung darüber gießen, sofort verschließen.

Balsamicoknospen:
100 ml Wasser

100 ml Balsamicoessig
1 TL Salz
1 TL Oregano
ca. 50 ml Olivenöl

Alle Zutaten aufkochen,  Knospen auf 3 kleine Gläser  verteilen, mit der heißen Lösung übergießen. Oberfläche mit etwas  Olivenöl abschließen.

Bärlauchknospen in Olivenöl
Ca. 180 g Knospen mit  1 TL Salz bestreuen, gut mischen und eine Stunde stehen lassen. Knospen nun auf 3 Gläschen verteilen und mit gutem Olivenöl  (nicht erhitzt) übergießen, fest verschließen. Die Gläser am besten umgedreht im Kühlschrank lagern.

Alle 3 Varianten vor dem Verzehr ca. 3 Wochen ziehen lassen, die Haltbarkeit der nicht geöffneten Gläser beträgt ca. 6 Monate.

Die Knospen kannst Du über Salate streuen oder als Snack zum Aperitif reichen, sie passen wie Kapern gut in Fleischsaucen und sind sehr lecker und dekorativ auf Kartoffelpüree!

eingelegte Bärlauchknospen

Eingelegte Samenkugeln

Nach der Blüte bilden sich die Samenkugeln auf den Blütenzweigen aus, auch diese grünen Kugeln kannst Du auf dieselbe Art einlegen. Sie schmecken ebenso sehr lecker nach Knoblauch und geben Salaten einen knackigen Biss. Du kannst sie beim Einlegen mit rosa Pfefferbeeren mischen, so erhältst Du etwas ganz Besonderes!  

Bärlauch-Samenkugeln, gemischt mit rosa Pfefferbeeren

Es folgt nun mein absolutes Lieblingsrezept vom Vorjahr, wenn Du Fladenbrot magst, wirst Du dieses lieben! Es ist sooooo gut und überlebt frisch gebacken keine halbe Stunde!

Bärlauch – Fladenbrot mit Ziegenkäse

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE März 2018)

Zutaten für 6 Fladenbrote
Ein Bund  Bärlauchblätter

5 EL Olivenöl
Prise Salz
450 g glattes Mehl
50 g Hartweizengrieß
1 TL Salz
250  ml Wasser
10 g frische Hefe
2 EL Zitronensaft

Fülle:
Ein Bund  Bärlauchblätter, in feine Streifen gehackt

200 g Ziegen-Schnittkäse, gerieben

Zubereitung (45 Minuten ohne Gehzeiten)
Bärlauch in feine Streifen schneiden, mit dem Öl und dem Salz mischen und etwa 15 Minuten stehen lassen.
Mehl, Hartweizengrieß und Salz mischen, die Hefe  in 50 ml von dem Wasser auflösen und mit dem restlichen Wasser sowie Zitronensaft zum Mehl geben. Alles kurz vermengen, Öl-Bärlauch-Gemisch hinzufügen  und 10 Minuten mit den Händen oder der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig kneten, bei Bedarf ev. noch etwas Flüssigkeit zugeben.
Den Teig zu einer Kugel formen, in eine Schüssel legen, die Oberfläche einölen  und etwa 2 Stunden zugedeckt gehen lassen.
Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
Nach dem Aufgehen den Teig nochmal kurz durchkneten und in 6 Teile teilen.
Für die Fülle den geriebenen Käse mit dem gehackten Bärlauch mischen.
Jedes Teigstück auf bemehlter Arbeitsfläche zu einem Rechteck von ca. 10/30 cm ausrollen, die Hälfte mit der Bärlauch-Käsemischung bestreuen und die  2. Hälfte darüber klappen. Nochmal vorsichtig ausrollen, um die Fülle mit den Teighälften zu verbinden, und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen (Pro Blech haben drei  Fladenbrote Platz).
Wenn alle Fladenbrote fertig  sind, erneut eine Stunde gehen lassen.
Backofen auf 210 ° C vorheizen.
Die Fladenbrote mit etwas Wasser besprenkeln, in den Ofen schieben und etwa 10 bis 12 Minuten backen. Lauwarm servieren.

Tipp: Wenn Du statt Ziegenkäse einen Käseersatz verwendest, sind die Fladenbrote vegan. Der Käse kann ebenso durch geriebenen Räuchertofu ersetzt werden.

Als Abschluss dieses Bärlauch – Marathons backe ich noch Bärlauch-Haferflocken-Muffins, die kannst Du auch mal zum Frühstück machen, als gesunden Start in den Tag.

Bärlauch-Haferflocken-Muffins

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE März 2018)

Zutaten, für 12 Muffins
120 g feine Haferflocken

180 ml Buttermilch
80 g weiche Butter
1 großes Ei
1 TL Rohrzucker
1 TL Salz
120 g glattes Mehl
1 ½ TL Backpulver
1 TL Natron
100 g Schafkäse, gerieben
3 EL in Öl eingelegten Bärlauch (siehe Rezept)

Zubereitung (20 Minuten ohne Backzeit)
Backofen vorheizen auf 180 ° C Heißluft, ein Muffinblech einfetten oder mit Papierformen auslegen.
Haferflocken in eine Schüssel geben, mit der Buttermilch mischen und 10 Minuten quellen lassen.
Verquirltes Ei, Butter, Zucker und Salz in die Haferflockenmasse einrühren, am besten mit den Knethaken eines Handmixers.
Mehl, Natron und Backpulver vermengen und über die Haferflockenmasse sieben.
Bärlauch und Käse zugeben und alles auf niedriger Stufe verrühren, nur so lange bis alles gleichmäßig  vermischt ist.
Den Teig mithilfe eines kleinen Schöpfers oder Eisportionierers auf die Muffinformen verteilen, immer nur zu 2/3 voll machen.
Bei 180 ° C ca. 20 – 22 Minuten backen.

Tipp: Für eine sehr leckere Variante kannst Du 100 g kleingeschnittenen Räucherlachs zum Teig geben.

 

Jetzt können wir nur hoffen, dass sich der Winter doch noch verzieht, ich habe schon beim Schreiben wieder Hunger bekommen auf den Bärlauch, und ich hoffe, Du probierst eines meiner Rezepte aus!

Weitere Info über den Bärlauch findest Du in meinem Artikel in der Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE, unter diesem Link: Bärlauch allgemein

 

 

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Bärlauch-Palatschinken mit knusprigem Faschierten

Es gibt so Phasen, da läuft einfach nichts rund. Ja, auch Blogger haben das…auch solche die über so etwas himmlisches wie Kochen und Essen schreiben! Gesundheitlich passt es nicht ganz, auslaufende Winterdepression verbündet sich mit Frühjahrsmüdigkeit, im verwahrlosten Garten lauert an jeder Ecke Arbeit ohne Ende…und sonst…naja, wie gesagt, manchmal gehts gar nicht. Das kennst Du sicher. Das kennt jeder, glaube ich. Deshalb meide ich im Moment meine Webseite, denn was soll da schon kreatives herauskommen?

Aber die letzten Tage haben mir einen kleinen Energieschub beschert, es gab Sonnenstrahlen, Wärme, Licht und einen zusehends schöner werdenden Garten…und heute nutze ich das gleich, um wieder mal meinen Blog zu besuchen, und den letzten Bärlauch aufzuarbeiten!

Dadurch, dass es heuer so lange kalt war, ist der Bärlauch sehr langsam gewachsen, und so ist er auch jetzt noch sehr schön und frisch zu ernten. Folglich mache ich heute Bärlauchpalatschinken, mit Bärlauch in der Hülle und in der Fülle, und dass dem vielen Grün nicht langweilig wird, kommt auch etwas Fleisch dazu. Wer im Freien arbeitet, braucht Kraft! (nein wie altmodisch, aber ob man Fleisch mag oder nicht…es gibt tatsächlich Kraft.)

Für den Palatschinkenteig, für 8-9 Palatschinken:

1/2 Liter Vollmilch
4 Eier
80 Gramm glattes Mehl
80 Gramm Dinkelvollkornmehl
1/2 TL Salz
1 EL Öl
eine Handvoll Bärlauchblätter, sehr fein gehackt

Verrühre alles mit dem Mixer und lasse den Teig 30 Minuten rasten. Dann brätst Du in einer beschichteten Pfanne  die Palatschinken, rühre vor jeder Neuen den Teig um, dass der Bärlauch schön verteilt ist. Als Fett nehme ich Schweineschmalz, einen Teelöffel pro Palatschinke. Schweineschmalz ist hierfür unschlagbar, und wenn, dann schon ordentlich!

Bärlauch-Palatschinken

Die Palatschinkenmasse schwenken und verteilen…

Bärlauch-Palatschinken

…dann Palatschinken einmal wenden.

Die fertigen Fladen lasse ich auf einen grossen Teller gleiten und staple sie so übereinander. Sind alle fertig, decke sie mit Alufolie zu und gib sie ins warme Backrohr.

Bärlauch-Palatschinken

Die Palatschinken haben eine Bärlauch-Oberseite und eine gebräunte Unterseite

Ist der Teig aufgebraucht, machen wir uns an die Fülle:

3/4 Kilo Faschiertes vom Schwein (oder gemischt)
1 EL Schmalz am Anfang und 3-4 EL später
Oregano, Pfeffer, Salz, Chilisalz
1 gehackte rote Paprika
eine Handvoll gehackten Bärlauch
Ziegenschnittkäse gerieben, etwa 150 Gramm oder nach Geschmack

Das Faschierte soll nun so richtig knusprig gebraten werden, nimm also unbedingt eine unbeschichtete Pfanne oder einen großen unbeschichteten Topf! Gib einen EL Schmalz hinein und erhitze die Pfanne bis es raucht. Nun kommt das Faschierte hinein, verteile es gleichmäßig und lasse es dann mal bruzzeln ohne zu rühren, etwa 5 Minuten. Schweinsfaschiertes ist hier wirklich am Besten geeignet, weil es fetter ist.
Dann rührst Du einmal um, und nun tritt der Saft aus dem Fleisch. Dieser muss nun unter Rühren und Bruzzeln ganz verdunsten, erst dann beginnt die Knusperphase! Das kann ca. 10 Minuten dauern, danach merkst Du, dass das Fleisch beginnt, sich am Pfannenboden anzulegen, genau das wollen wir! Jetzt immer abwechselnd anbraten und rühren, und nun kannst Du noch etwas Schmalz dazugeben, dass es nicht zu trocken wird. Am Schluss hast Du eine krümelige Masse mit lauter angebratenen Klümpchen drin.

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Jetzt kannst Du würzen und nochmal rühren, und das Angebrannte immer wieder vom Pfannenboden und Rand lösen. Am Schluss kommt das Gemüse dazu, verrühre nur mehr kurz und schalte den Herd ab.

Bärlauch-Palatschinken

Bärlauch und Paprika hacken

Bärlauch-Palatschinken

Gemüse zum knusprigen Faschierten geben

Dadurch, dass das Gemüse nicht mehr mitgedünstet wird, bleibt es knackig und bunt! Diese Pfanne ist auch schon so, ohne Palatschinkenhülle, ein herrliches Essen, mit einem Knoblauchtoast dazu….

Ja, der Rest ist einfach: Palatschinke auf einen Teller geben, auf eine Hälfte Fleischfülle verteilen, etwas geriebenen Käse darüberstreuen, zusammenklappen, zum Garnieren noch einen Löffel Fülle darüber…fertig!

Bärlauch-Palatschinken

Mahlzeit!

Bärlauch-Palatschinken

Hülle + Fülle + Grün + Rot = Lecker!

 

Das ist ein wirklich tolles Frühlingsessen, geht natürlich auch mit Spinat, Brennesseln, Rucola etc… Nur beim Faschierten habe ich die Erfahrung gemacht, dass man wirklich nur mit Schweinefleisch diese knusprig-Grammelartig krosse Konsistenz erreicht, Rind ist dafür zu trocken.

Als vegetarische Variante kannst Du einfach nur einen Becher Frischkäse mit Bärlauch und geriebenem Käse mischen, auf die Palatschinke streichen und aufrollen.

Bärlauch-Palatschinken

Und Tschüs!!

Ich hoffe Du magst das Gericht, das ist Balsam für die Bloggerseele!

 

 

 

 

 

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Frühlingsgrüne schaumige Bärlauch-Eierspeis

Ich habe mich ja schon in meinem letzten Beitrag darüber beschwert, dass es die Natur in den letzten Wochen des Winters nicht sehr gut mit uns Gemüsekochliebhabern meint (umso besser für die Fleischtiger in meiner Familie…). Da die eigene Tiefkühlware zur Neige geht, besuche ich ausnahmsweise die Tiefkühlabteilung im Supermarkt, um etwas Grünes zu bekommen, was erwiesenermaßen hochwertiger ist als die “frische” Glashausware aus Holland und Spanien.

Aber, es gibt einen Lichtblick in dieser dunklen, chlorophyllarmen Zeit, einen sehr grünen, sehr gesunden, sehr stark riechenden Lichtblick: BÄRLAUCH!

Meine Mama hat bereits das erste Mal heuer den Auwald heimgesucht und ist mit reicher Beute heimgekommen. (Ich weiss nicht was mit uns 2 Kräuterweiblein im Mittelalter passiert wäre!)
Der Waldboden ist knallgrün übersäht mit dem Kraut, es ist noch jung und ich denke man wird noch ca. 3 Wochen ernten können. Schau Dir auch meinen Beitrag vom Vorjahr an, so ein Auwald im Frühling ist ein Naturereignis! Beitrag: Jagd auf den Bärlauch

Ich habe mir jedenfalls heute früh gleich ein ordentlich vitamingeladenes Bärlauchfrühstück gemacht: Eierspeis mit Bärlauchpürree

Bärlauch-Eierspeis

Bärlauch frisch gepflückt, Eier frisch gelegt (nicht ich!)

Wie Du siehst sind sogar die Eier in dezentem Grün gelegt…jaja die Hühner gehen auch mit der Jahreszeit! Naja…fast…ist eine neue Rasse unserer Hendlbäuerin, die legen grünliche Eier mit total gelben Dottern!

Was Du brauchst, für ein gemütliches Frühstück für Dich allein (sonst Mengen mal 2, mal 3, mal 12…etc):

natürlich Eier, 2 große
Bärlauch, ich habe etwa 20 Blätter genommen, kleingeschnipselt
Salz, Pfeffer, ev. Muskatnuß
60 ml Sahne

Weitere Zutaten, die das Rezept nicht beeinflussen: etwas Zeit, ein guter starker Kaffee…oder Tee, eine Zeitung, eine schnurrende Katze…Handy ausschalten!

Das wichtigste, um die Eierspeis so schön schaumig zu bekommen: Du brauchst einen Blender oder einen Pürrierstab
Richte Dir eine kleine Pfanne mit etwa 20 Gramm Butter und stelle sie schon mal auf die Herdplatte. Nun gibst Du alle Zutaten in den Blender oder in ein hohes Gefäß und pürrierst die Masse auf höchster Stufe, bis sie schäumt. Nun Herd einschalten, und sofort wenn die Butter heiss ist die Masse in die Pfanne gießen.

Bärlauch-Eierspeis

Das grüne Süppchen kommt in die heisse Pfanne

Warte kurz bis die Eierspeis zu stocken beginnt, dann schiebst Du immer wieder alles ein wenig vom Rand zur Mitte, sodaß Wellen entstehen.

Bärlauch-Eierspeis

Die Oberfläche soll weich bleiben!

In den “Wellentälern” darf es ruhig ein wenig matschig bleiben. Bestreue alles zum Schluß mit frischen Bärlauchstreifen, bei mir kommen – unvermeidlich – ein paar Chiliflocken darüber! Laß die grüne Scheibe auf einen Teller gleiten und genieße, mit einem Stück Brot oder Weckerl, dein “Green Food Breakfast”!

Bärlauch-Eierspeis

Ist das nicht ein tolles Grün?

Bärlauch-Eierspeis

Ab mit den Vitaminen ins Bäuchlein

Weitere Bärlauchrezepte:

Bärlauchbutter und Bärlauchtoast

Frühlingskräutersuppe mit Bärlauch

 

 

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