Kochbücher … eine meiner großen Leidenschaften, und das seit über 35 Jahren!

Seit ich mich nun in der Welt der Food-Blogs bewege und selber einen Foodblog betreibe,  habe ich mit großer Freude erkannt, dass ich mit meiner “Sucht” nicht alleine bin im Universum, und so habe ich einige Posts zu diesem Thema  auch gleich meinem Mann gezeigt, aber er hat es inzwischen ohnehin aufgegeben zu verzweifeln, wenn ich im Rahmen unserer seltenen Innenstadttrips oder Wienbesuche wieder mal stundenlang in den Buchhandlungen herumschmökere.
Und Amazon-Pakete werden schon lange ignoriert!

Ottolenghi – Das Kochbuch

KOCHBÜCHER … laß mich mal ein wenig darüber philosophieren.
Kochbücher sind ja in gewisser Weise wichtiges Kulturgut, die den Wandel der Gesellschaft im Laufe der Geschichte widerspiegeln.
Dadurch, dass ich bereits viele Jahre Kochbücher sammle und auch etliche ältere Stücke aus der Zeit meiner Mutter und Oma habe, offenbart sich in diesen Werken recht gut der sich entwickelnde und verändernde Stellenwert des Kochens – und auch des Kochenden!
Früher, zur Zeit meiner Oma und auch noch in der Jugend meiner Mutter, war es traditionell die Frau, die für ihre Familie kochte. Das war ganz normal und so wurden die Mädchen auch erzogen. Das hatte nichts romantisches, nichts zeremoniell kreatives und es war auch kein Hobby, es war einfach praktische Hausarbeit, um die Familienmitglieder mit Nahrung zu versorgen.
So waren auch die Kochbücher früher vielmehr praktisch handwerkliche, sachliche Anleitungen; ohne dass stilvolle Fotos oder Geschichten darin eingebaut waren.

von links oben: “So kocht man in Wien” von Rudolf Rösch, aus dem Jahr 1953, von meiner verstorbenen Oma; “Die süddeutsche Küche” von Katharina Prato, aus dem Jahr 1901, das Buch hat meine Mama von ihrer Freundin vererbt bekommen und mir gegeben; “Kochbuch für Alle” von Franz Ruhm, aus dem Jahr 1933, habe ich am Flohmarkt erstanden; “Kochbuch” von Marie Marbler, aus dem Jahr 1920, ich habe es von einer sehr lieben Freundin bekommen und im Fachgeschäft binden lassen, sonst wäre es zerfallen; “Das Kochbuch” von Elizabeth Schuler, aus dem Jahr 1953, von der Oma meines Mannes.

Heute entwickelt sich das Kochbuch immer mehr hin zum kleinen “Gesamtkunstwerk”, beinhaltet Gebiete wie Literatur, Fotografie, Geschichte, Karikatur etc., die Bücher sind Augenschmaus,Unterhaltung, kreative Anleitung, sie widerspiegeln Selbstverwirklichung und Individualismus.
Früher sind die Frauen nun mal einen großteil des Tages am Herd gestanden, das war eben so, heute sind Mann oder Frau, die mit Leidenschaft kochen, etwas Besonderes und werden dafür bewundert und geschätzt.
Diese Entwicklung wäre ja eigentlich toll, nur ist es schade, dass trotzdem, auf die Masse der Menschen hin betrachtet, viel weniger gekocht und selbst gemacht wird als früher.

Aber nun zu meinen Büchern:
Meine Sammlung beläuft sich im Moment auf ca. 500 Stück “richtige” Kochbücher, die kleineren Heftchen habe ich hier nicht mitgezählt, und natürlich einige Körbe voll Zeitschriften.
Ich wähle jeden “Neuankömmling” mit Bedacht aus, ich kann Stunden damit verbringen, Amazon – Bewertungen zu lesen oder im Buchladen in Werke hineinzuschnuppern, bevor ich mich entscheide ein Buch zu erwerben. So ist jedes Stück etwas Besonderes für mich, bei vielen Büchern weiß ich noch, wo ich sie gekauft habe oder wer sie mir geschenkt hat. Bei der Küchenplanung habe ich eigens Plätze und Regale eingeplant, die der schönen Präsentation meiner Bücher dienen, das hat sich dann mit der Zeit auf das Wohnzimmer ausgeweitet, sonst würde meine Küche heute aussehen wie ein Buchladen. (Naja, wie ein Laden sieht sie sowieso aus!)

Ich habe meine Bücher nur grob geordnet, die Backbücher habe ich alle in der Küche, es gibt einen Bereich für vegetarische und vegane Bücher, eigene Sektionen für Italien, Frankreich oder Indien, und die Werke gewisser Lieblingsautoren wie Jamie Oliver, Nigella Lawson, Donna Hay oder Magnus Nilsson stehen natürlich nebeneinander.

Was zeichnet nun für mich ein besonders gelungenes Werk aus? Worauf achte ich besonders, wenn ich einen neuen Titel kaufe?
Das mag jetzt etwas seltsam klingen, aber für mich muss ein Kochbuch eine Art Seele haben, dass es mich berührt und zum Kauf anregt.

Das heisst, man sollte irgendwie spüren und erfahren, wer das Buch geschrieben hat, und warum, man muss erlebte Erfahrung darin entdecken, Leidenschaft und Hingebung. Ich liebe Kochbücher, die von Autodidakten geschrieben wurden, wie Annik Wecker, Nigella Lawson, Katie Quinn Davies, Ella Woodward und die vielen Blogger, die jetzt Bücher veröffentlichen, sie stecken so voller Leben und Enthusiasmus, und viele machen ja auch ihre Fotos selbst, was eine unglaublich starke persönliche Note gibt.

Und natürlich Bücher von Thomas Keller, Jamie Oliver, Ferran Adria, Magnus Nilsson, Yotam Ottolenghi, Tanja Granditz, Profis die einen mit ihrer Begeisterung fürs Kochen und Essen total anstecken.

Außerdem mag ich Kochbücher aus fremden Ländern…immer wenn einer meiner Bekannten eine Reise macht, bitte ich ihn, mir ein Kochbuch mitzubringen. Einige sind aus Finnland, Schottland, Russland, den Philippinen, Frankreich und Griechenland.
So gibt es in meiner Sammlung bereits  sehr viele Kochbücher auf Englisch, einige auf Französisch, (Englisch kann ich ganz gut, französisch verstehe ich gerade so), und eines auf russisch!

Ich mag jedes einzelne meiner Bücher, manche nehme ich sehr oft zur Hand, andere seltener, aussortiert habe ich in den letzten Jahren nicht viele…und ja, natürlich gibt es Lieblingstitel und Lieblingsautoren.

Da wäre zuerst mal Jamie Oliver. Als Kochfreak kommt man an ihm nicht vorbei, ich kenne niemanden, der bei seinen Videos und in seinen Büchern so viel Enthusiasmus für Kochen und Essen zeigt, er explodiert förmlich vor Begeisterung, will andere anstecken, und das schafft er bei mir total. Seine Rezepte sind phantasievoll und alltagstauglich, seine Bücher verwende ich oft!

Mein nächster Liebling, wieder aus England (wie könnte es anders sein) ist Nigella Lawson. Ich liebe ihre Bücher, sie sind literarisch ein Genuss, Frau Lawson’s Schreibstil ist genial, und die Rezepte sind jene einer Frau, die tagtäglich für ihre Familie kocht und bäckt, und zwar mit viel Liebe. Besonders das Backbuch: “How to be a Domestic Goddess” (diesen Titel hat sie mit einem gewissen Augenzwinkern gewählt) sollte in keiner Kochbuchsammlung fehlen. Bitte in englisch!

Unentbehrlich finde ich auch die Kochbücher der Autorin, Köchin und Kolumnistin Yvette van Boven, in Irland geboren, lebt heute in Amsterdam. Die Bücher haben einen ganz eigenen, unverkennbaren Stil, einerseits durch die ganz speziellen Rezepte, andererseits durch die tollen Illustrationen der Autorin und die ebenso sehr speziellen Fotos ihres Ehemannes Oof Verschuren. Alle was ich bis jetzt nachgekocht habe, ist toll geworden.

Die AROMEN Kochbuchreihe von der Rezeptentwicklerin und Foodfotografin Katharina Küllmer gehören wohl zu den schönsten Kochbüchern meiner Sammlung. Die Rezepte sind aussergwöhnlich und sehr liebevoll präsentiert, die Fotos sind einfach ein Traum, die ganze Gestaltung der Bücher ist mit so viel Hingabe und Talent gemacht, da muss man einfach schwach werden und loskochen. Danke liebe Katharina für diese kleinen Kunstwerke!

LEON ist eine bekannte Fast Food Kette in England, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gesundes Fast Food auf den Teller zu bringen.
Zitat: “Our mission is to make it easy for everyone to eat well and live well.” Die Bücher sind vollgestopft mit kulinarischen Ideen und lustigen Anekdoten aus dem Leben der Restaurant-Betreiber und Autoren, sie sind wirklich unterhaltsam gestaltet und immer lustig durchzublättern. Ich habe alle Bücher der LEON Serie, das neuste FAST VEGAN liegt gerade auf meinem Nachttisch.

Länderküchen faszinieren mich sehr, diese zwei Bände aus dem PHAIDON Verlag sind besonders schön gestaltet und voll mit Wissen und landestypischen Gerichten. Sehr viele Bücher habe ich über die indische Küche, meine liebste Länderküche, etliche auch aus dem arabischen Raum, Israel, Marokko, Libanon, und natürlich Südeuropa (Spanien, Italien, Griechenland …)

Eines darf natürlich in keiner Kochbuchsammlung fehlen: “Mastering the Art of French cooking”, Julia Childs umfassendes Werk, in englischer Sprache.
Da ist alles drin, was man wissen muss…als Kochfreak. Genial, einzigartig, hier braucht man keine Fotos. Es ist das Lebenswerk von Menschen, die ihre Begeisterung und Liebe zum Essen und Kochen bis ins letzte Detail perfektioniert haben. Toll!

Julia Child – 2 Bände

Zuletzt möchte ich noch eines meiner besonders geschätzten Werke vorstellen, ad hoc at home von Thomas Keller, ein tolles Buch, das jedes meiner Kriterien erfüllt: es enthält die große Seele von Thomas Keller – ein sehr sympathischer Mensch, alleine schon wie er über seine Eltern schreibt – jeder Satz der geschrieben wurde, ist wichtig und sinnvoll, der Text ist toll formuliert, die Fotos wunderschön, und es ist so voll mit Grundwissen, dass selbst kocherfahrene Menschen noch viel dazulernen können. Alles was gezeigt wird kann man 1:1 nachkochen, das Buch hat mir die Entenbrust meines Lebens beschert!

Ad Hoc At Home - Thomas Keller

Besonders liegt es mir nun auch noch am Herzen, auf die Kochbücher des Leopold Stocker Verlages hinzuweisen. Ich schreibe ja immer wieder Beiträge für die in diesem Verlag erscheinende Zeitschrift “Kochen und Küche“, und komme so in den Genuß, Neuerscheinungen immer wieder mal gartis zur Verfügung gestellt zu bekommen. Natürlich schreibe ich dann auch immer eine ausführliche Buchbetrachtung hier auf meinem Blog. Diese Werbung mache ich gerne, handelt es sich doch um einen Verlag aus meiner Heimatstadt Graz, gegründet 1917 und seitdem in Familienbesitz. (Buchrezensionen: Die Georgische Küche; Brot, Gebäck und Brotaufstriche; Dinkel, Amarant, Quinoa und Co; Biancas Backbuch; Georgien; Trocknen und Dörren; Die polnische Küche )

Bücher sind etwas Wunderbares, und sosehr ich auch meinen Laptop und mein I-Pad liebe…nie werden sie das Gefühl ersetzen können, so einen Band in der Hand zu halten! Ich hoffe es werden noch viel schöne Werke dazukommen….
Solltest du Fragen zu einem der Bücher auf den Fotos haben, bitte gerne jederzeit an mich wenden!

Bis auf den Hinweis zum Leopold Stocker Verlag und dessen Kochbücher enthält dieser Artikel keine Werbung, sondern nur persönliche Empfehlungen und Vorschläge.

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