Die Polnische Küche – Rezepte und eine Buchbetrachtung

Die Polnische Küche – Rezepte und eine Buchbetrachtung

Ich möchte dir wieder einmal ein Buch vorstellen, das ich vom Leopold Stocker Verlag zur Verfügung gestellt bekommen habe.


DIE POLNISCHE KÜCHE” ist im Herbst 2019 erschienen, die Autorin ist die aus Polen stammende Sylwia Erdmanska-Kolanczyk.
Sie eröffnet ihr Buch mit den Worten (ich zitiere):
Ich widme dieses Buch meiner Oma und meinem Opa, die mir eine wundervolle Kindheit ermöglicht haben und mir das Kochen beigebracht haben”
Das finde ich sehr persönlich und sympathisch. Sie erzählt auch von Zuhause, den Küchentraditionen und regionalen kulinarischen Besonderheiten.
Auch die schönen Fotos, die es zu fast jedem Rezept gibt, hat die Autorin alle selbst geschossen!


Die polnische Küche ist bunt und durch die Einflüsse der Nachbarländer auch sehr vielseitig. Skandinavien, Russland, Litauen und Deutschland haben ihre Spuren hinterlassen, auch die jüdische Küche hatte großen Einfluss, da viele Juden in Polen lebten.
Ich mag solche Länderküchen sehr gerne, es gibt viele interessante Rezepte zu entdecken, allerdings erwartet einen hier keine leicht Kost!
Die polnische Küche ist herzhaft und deftig, und auch recht fleischlastig. Es gibt viele Eintopfgerichte, Suppen und Klöße, aber die Autorin hat auch etliche vegetarische Gerichte eingefügt.
Toll finde ich, dass man in Polen sehr viel Wert auf natürliche, gesunde Zutaten legt, es wird viel Gemüse angebaut und auf Wochenmärkten angeboten, man liebt alles, was Wald, Wiese und Garten hergeben, Pilze-und Beerensuchen gehören zum Nationalsport Nr. 1! Auch Nüsse und Äpfel sind besonders geschätzt, und ich habe viele Gerichte mit Kraut und Kartoffeln gefunden, herrlich!

Besonders toll finde ich die vielen süßen Hefeteigrezepte, ich liebe süßen Hefeteig, und dafür sind die Polen ja auch bekannt .. da haben wir Österreicher einiges abgeschaut, denke ich!
Ich habe zwei einfache Gerichte ausgewählt, für die tägliche Küche, einen herzhaften Kartoffelkuchen, der war eine Offenbarung! Und einen einfachen, aber sooo leckeren Sandkuchen mit Äpfeln. Es sind Rezepte, die man gerne immer und immer wieder kocht, weil sie einfach jedem schmecken.

Für den Kartoffelkuchen brauchst du:
zwei Zwiebeln, geschält und gehackt
etwas Olivenöl
200 g Speck, klein gewürfelt
1 kg Kartoffeln
2 Eier
100 g Mehl
1 TL Salz, frisch gemahlenen Pfeffer
etwas Petersilie, gehackt

Schäle die Kartoffeln und rasple sie mit einer Reibe oder mit der Küchenmaschine grob bis mittelfein. Schlage sie in ein Geschirrtuch ein und drücke sie aus.
Heize den Backofen vor auf 180 ° Heißluft.
Röste die Zwiebeln an und füge dann den Speck dazu, röste alles gut durch.
Hier muss ich anmerken, dass ich schon wieder mal vom Rezept abweiche. Ich hatte keinen Speck zuhause, dafür aber einen Rest (etwa 200 g) Faschiertes. Also habe ich dieses anstelle von dem Speck verwendet, und das ist sehr lecker geworden.


Lasse die Zwiebelmasse etwas abkühlen und mische sie dann mit den ausgedrückten Kartoffeln, dem Mehl, den Eiern und der Petersilie (die ist auch nicht original, aber ich dachte, ein wenig grün …)
Nun kannst du die gesamte Masse in eine große gefettete, mit Semmelbröseln ausgestreute Form geben, oder du nimmst, so wie ich, mehrere kleinere Formen. Ich habe meine geliebten kleinen Gußeisenpfännchen und eine kleine runde Pieform verwendet.
Backe den Kuchen etwa 40 Minuten, wenn du eine große Form verwendest, etwas kürzer ist die Backdauer bei kleinen Formen.
Im Buch ist eine längere Backzeit angegeben, also nehme ich an dass die Kartoffelmasse üblicher Weise etwas dicker eingefüllt wird als ich es getan habe. Bei mir sind es halt flache, knusprige Schnitten geworden.


Dieses Rezept werde ich bestimmt öfter machen, es lässt sich gut als Jause mitnehmen, schmeckt auch kalt sehr gut, und eignet sich als Hauptgericht sowie als Beilage.

Für den Apfel – Sandkuchen brauchst du:
200 g Mehl griffig oder universal
100 g Speisestärke
2 TL Backpulver
200 g Butter
4 Eier
120 g Staubzucker
1 EL Vanillezucker
6 Äpfel, nach Wunsch geschält, in Achtelspalten geschnitten
ev. eine Handvoll gehackte Walnüsse
einige gefrorene Himbeeren

Mische die Mehle und Backpulver in einer Schüssel gut durch.
Schmelze die Butter sanft und lasse sie abkühlen.
Heize den Backofen vor auf 180 °C Ober-Unterhitze, befette eine rechteckige Auflaufform, ca. 20/28 cm.
Gib die Eier und Zucker in eine Rührschüssel und schlage sie sehr schaumig. Am besten gelingt das über einem Wasserbad, ich mache es mit meiner Kenwood Cooking Chef mit Induktion, Ich stelle die Hitze auf 50°C und schlage die Masse mit dem Ballonbesen 10 Minuten, nehme dann die Hitze weg und schlage alles noch einige Minuten kalt.
Sylwia macht das ohne Wasserbad, es ist auch nicht unbedingt notwendig, aber die Masse wird dadurch noch zarter und bekommt einen guten Stand, bevor die restlichen Zutaten dazu kommen.


Nun hast du also eine ganze Schüssel voll hellen, fluffigen Schaumes, den müssen wir nun mit dem Mehlgemisch verbinden. Lockere das Mehl in der Schüssel mit einem Schneebesen gut durch und verteile es dann vorsichtig mit einem Löffel über die Eimasse. Noch besser ist es, das Mehl auf die Masse zu sieben! Hebe es nun vorsichtig unter, füge zuletzt die Butter hinzu, flüssig aber ausgekühlt! – und mische sie sanft mit dem Schneebesen unter den Teig.
Gieße den Teig in die Form und verteile die Äpfel darauf.


Damit unser Kuchen etwas bunter wird, habe ich auch ein paar gefrorene Himbeeren dazwischen gelegt, die Autorin verwendet die Äpfel ungeschält und das sieht auch sehr hübsch aus, aber ich vertrage keine Apfelschalen.
Nun kommt die Form in den Ofen, für ca. 40 Minuten, einige Minuten vor Ende der Backzeit bestreue ich die Oberfläche noch mit gehackten Walnüssen und etwas Zimtzucker, auch diese Ergänzung ist auf meinem Mist gewachsen und steht nicht im Originalrezept. Aber ich bin sicher, auch in Polen gibt es hunderte verschiedene Originalrezepte!

Lasse den Kuchen etwas abkühlen, du kannst ihn gerne lauwarm servieren, vielleicht mit etwas Schlagsahne oder Vanilleeis?

Wenn du gerne mehr von Sylwias Rezepten und schönen Fotos sehen möchtest, so besuche ihren Foodblog MY GOOD LIFE LOVE!
Bei mir am Blog findest du viele Rezepte aus fernen Ländern, so liebe ich z.B. die Georgische Küche:
Chinkali, Georgische Teigsäckchen
Huhn auf Georgische Art, Huhn Tschachochbili
Israel bzw. arabische Küche:
Falafel mit Karottendip und Fladenbrot
oder nach Indien?
Pakoras, indische Gemüsekrapferln
Es gibt Millionen von Rezepten und Gerichten, es wäre einfach zu langweilig, immer das gleiche zu kochen! Viel Spaß beim ausprobieren!

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