Kategorie: Meine Vorratskammer

Kräuterdip, Kräuteröl, Kräuterchutney, Kräuter … Kräuter …

Im Hochsommer bekomme ich immer die Kräuterkrise. Es wuchert und wächst, Koriander, Estragon, Petersilie, Basilikum, Borretsch … ich müsste jeden Tag Kräutersalat machen, um diese Mengen aufzubrauchen, und da würde ich wahrscheinlich mit diversen Mitbewohnern Probleme bekommen. Was aber bei uns immer gut ankommt, sind Dips, Chutneys und Aromaöle, die man über gegrilltes Fleisch – und zum Glück auch über Gemüse – verteilen kann. So kann ich meinen Kräuterüberschuss an den Mann bringen ( bei Frau ist das ja nicht so das Problem), ohne dass irgendein Protestgeheul ertönt. Man muss es nur als Grillsauce oder Grilldip verkaufen, und schon ist alles toll! Wenn also Dein Kräuterbeet auch einen Radikalschnitt benötigt, ich zeig Dir, was ich mit dem Erntesegen mache.

Petersilie – Paprika – Dip:

3 rote Spitzpaprika
ein großer Bund Petersilie, kraus oder glatt, grob gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt
etwas Salz
etwas Olivenöl

Petersilie-Paprika-Dip

Schneide den Paprikastrunk ab und löse den Kernteil heraus. Lege die Paprika in eine kleine Auflaufform und brate sie im Backofen bei 170 °C, bis sie weich sind. Vorsicht, sie dürfen nicht verbrennen und schwarz werden!
Lasse sie abkühlen, hacke sie grob und gib sie mit der Petersilie, dem Knoblauch, Salz und ca. 4 EL Olivenöl in einen Blitzhacker. Schalte das Gerät ein paar Mal aus und ein, am besten mit der Pulsfunktion, bis alles grob zerkleinert ist. Sollte sich das Messer schwer bewegen, kannst Du noch etwas Öl zugeben. Schmecke mit Salz ab und fülle den Dip in eine hübsche Schale. Der Kräuterdip schmeckt toll zu Gegrilltem, oder als Dip für Gemüsesticks. Er hält im Kühlschrank ein paar Tage.

Korianderpesto mit Sesam:

35-40 g Koriandergrün
40 g Sesam
50 ml Olivenöl
10 ml dunkles Sesamöl (aus geröstetem Sesam)
eine möglichst frische Knoblauchzehe, klein gehackt
etwas Salz

Korianderpesto, Estragonöl

Hacke das Koriandergrün klein, röste die Sesamkörner trocken in einer Pfanne, bis sie zu knacken anfangen und duften, bitte neben stehen bleiben, öfter wenden und aufpassen, dass sie nicht verbrennen, das geht sehr schnell!
Gib nun alle Zutaten in einen Blender oder Blitzhacker und vermahle alles zu feinem Pesto. Fülle dieses in ein Glas, bedecke die Oberfläche noch mit etwas Sesamöl, hebe es im Kühlschrank auf und verbrauche es innerhalb von 3 Wochen.
Dieses fernöstliche Kräuterpesto passt super zu indischen, thailändischen oder arabischen Gerichten, du kannst Fladenbrote damit bestreichen oder es mit Joghurt verrühren und so einen Dip für Gemüse herstellen.

Meine neue große Leidenschaft sind Kräuteröle. Allerdings nicht die übliche Art, wo man ein paar Kräuterzweige im Öl ziehen läßt und diese dann wieder entfernt, nein, ich mixe die Kräuter im Blender mit dem Öl zu einer cremigen Flüssigkeit, fülle diese in kleine Flaschen und verbrauche es zügig innerhalb von zwei Wochen, was kein Problem sein sollte. Auf diese Weise erhältst Du das geballte Kräuteraroma, und die gesunden Inhaltstoffe der Kräuter werden mit dem Öl aufgenommen. Ich bereite meist gleich drei verschiedene Sorten zu, dann zahlt sich das Reinigen des Blenders nachher aus, und ich kann beim Kochen aus verschiedenen Aromen auswählen.
Ich verwende zur Zubereitung dieser kleinen Mengen nicht meinen Vitamix, sondern einen kleinen Smoothiemaker von Genius, den FeelVita Nutrimixer. Ich bin mit diesem kleinen Kerl sehr zufrieden, es gibt diese Marke nicht im Handel, ich habe ihn online bestellt und er kommt mit diversen Aufsätzen in verschiedenen Größen. Sehr praktisch und schnell gereinigt. (keine Werbung, ich bin echt glücklich mit dem Ding!)

Der Feelvita Nutrimixer zerkleinert auch kleinere Portionen mühelos.
Mein Genius Feelvita Nutrimixer


Zur Zeit habe ich im Kühlschrank:
Fenchelöl: wenn ich meine Fenchelknollen ernte, verwende ich das schöne zarte Grün und dessen Stängel für dieses herrlich nach Anis schmeckende Öl. So wird der ganze Fenchel verwertet! Es passt super zu Fisch und Hühnerfleisch, und gebratenes Gemüse wird zu etwas ganz Besonderem, wenn Du es damit beträufelst.
Korianderöl: hier verwende ich die ganzen grünen Korianderstauden, von der Wurzel bis zu den Blättern und Blüten. Ein tolles Kräuteröl für asiatische Gerichte!
Basilikumöl: ja was soll ich sagen … Mozzarella und Tomaten, Nudelgerichte, Risotto, die ganze Küche riecht nach Italien!
Und das aussergewöhnliche Estragonöl! Es bringt einen Hauch Frankreich in Deine Gerichte. Verteile es über Gemüseeintopf, Gerichte mit Lamm oder Huhn, Kartoffelpüree, oder reiche es zur französischen Käseplatte, als Dip! Ich habe Pulled Chicken zubereitet, aus Bio Hühnerbrüsten, und die zerpflückten saftigen Hendlstückchen mit dem Estragonöl beträufelt, welche dann in selbstgemachtem Fladenbrot ihr Ende gefunden haben. Köstlich!

Estragonöl:

15 g frische Estragonblätter
eine Lavendelblüten-Dolde
150 ml Olivenöl oder kaltgepresstes Rapsöl
etwas Salz

Korianderpesto, Estragonöl und Korianderchutney
Pulled Chicken mit Estragonöl

Fülle alles in einen Blitzhacker und püriere es, bis du eine feine, cremige Flüssigkeit hast.
Ich fülle das Kräuteröl nun in ein kleines Fläschchen, bewahre dieses im Kühlschrank auf und verbrauche das Öl innerhalb von 2 Wochen, deshalb stelle ich auch immer nur so eine kleine Menge her.
Solltest du mehr machen und es länger lagern wollen, so gib das Öl nach dem Pürieren in einen Topf und erhitze es auf 80 ° C, filtere es danach durch ein Leinentuch, sodass keine Pflanzenteile im Öl zurückbleiben. Ich würde es in diesem Fall auch nicht so ganz fein pürieren!
Nach dem Filtern füllst du es ab und hebst es trotzdem unbedingt im Kühlschrank auf. Es müsste so einige Wochen halten.

Koriander-Erdnuss-Chutney:

25 g Koriandergrün, gehackt
50 g rohe, ungesalzene Erdnüsse
eine kleine grüne Chilischote, nicht zu scharf (Samen entfernen, ich habe eine Jalapeno verwendet), gehackt
1/2 TL Salz
1/2 TL Kurkumapulver
50 ml Erdnussöl
1 EL Zitronensaft

Bruschetta mit Koriander-Erdnuss-Chutney

Verteile die Erdnüsse auf einem Backblech und röste sie im Backofen bei 170 °C für etwa 10 Minuten, bis sie duften.
Du kannst natürlich auch die gerösteten, gesalzenen Erdnüsse verwenden, die es überall zu kaufen gibt, aber ich finde sie meist zu salzig, ich mache das lieber selber.
Gib nun alle Zutaten in einen Blender, hier kommt wieder mein FeelVita Nutrimixer zum Einsatz, und püriere die Masse, sie soll allerdings nicht ganz fein werden. Wir wollen ja keinen Brei!
Das Kräuterchutney passt perfekt zu indischem Essen, aber auch zu Frühlingsrollen, gegrillten Hühnerflügeln, und Bratkartoffeln werden damit im nu zum fernöstlichen Snack.

Einige Kräuterrezepte geistern ja schon durch meinen Blog, vielleicht brauchst Du ja noch ein paar Inspirationen:

Kräutergremolata mit gebratenem Huhn

Kalmare mit Kräuterfülle

Sellerie-Lorbeersalz

Ich wünsche Dir eine gute Ernte, und denk immer daran: Kräuter kann man nie genug haben. Das weiss ich spätestens seit meinem ersten Jamie Oliver Video, es ist einfach köstlich zu sehen, wie er aus vollen Händen frische Kräuter über seine Gerichte streut … nein schüttet!

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Kohlrüben – Kartoffelcremesuppe mit asiatischem Touch

Es regnet, und regnet, und die Nacktschnecken tanzen in meinem Gemüsegarten einen Freudentanz. Ich bin wirklich tierlieb und trage jede Spinne aus dem Haus, lebend natürlich, aber bei Nacktschnecken enden meine positiven Gefühle. Da habe ich nur mehr Gefühle für meine armen Gemüsepflänzchen. Kaum eingesetzt, werden sie schon angeknabbert. Aber zum Glück konnten einige Kohlrübenpflanzen dem schleimigen Kriechtier trotzen und haben überlebt, also gibt es heute ein Rezept mit Kohlrübe.
Auch meine im Herbst bei der Ernte abgefallenen Koriandersamen sind wieder super aufgegangen, und das Koriandergrün wuchert bei dem feuchten Wetter ganz toll.

Gartenschätze: links Grünkohlblätter, mittig mein geliebter Koriander, rechts die Blüten der Grünkohlpflanzen


Meine Suppe wird also geschmacklich ins asiatische tendieren, denn mein geliebtes Koriandergrün muss ich einfach einbauen.

Dünne Cremesüppchen sind nicht mein Ding, ich mag Cremesuppen, wenn sie so sind, wie sie heißen, nämlich CREMIG und dick. Als Garnitur mache ich ein knuspriges Erdnusstopping, so etwas wie salzige Nussstreusel mit Gewürzen, oder eine Art würziges Granola, und dieses Topping sollte natürlich beim Anrichten auch dekorativ auf der Suppe liegen bleiben, daher muss diese eine dicke Konsistenz haben. Die Erdnüsse würden in einem dünnen Safterl ja ersaufen! (nobler: untergehen).


Auch das Topping ist natürlich mit asiatischen Aromen gewürzt.

für das Erdnusstopping brauchst Du:
80 g rohe, ungesalzene Erdnüsse
1 EL Erdnussöl
30 g Sesam, schön ist heller und dunkler gemischt
1 TL Koriandersamen
1 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL rosa Pfefferbeeren
1 TL grobes Salz

Die Zutaten für mein Erdnuss Knuspertopping

Mische die Erdnüsse mit dem Erdnussöl in einer kleinen Auflaufform und röste sie im 160 Grad heißen Ofen ca. 10 Minuten.
Auch den Sesam röstest Du kurz an, am besten in einer kleinen Pfanne am Herd, ohne Öl. Achtung, nicht verbrennen lassen, das geht sehr schnell! Gib den fertigen Sesam dann sofort aus der Pfanne in ein kleines Schüsserl.
Zuletzt kommen die Koriandersamen, Pfeffer und Kreuzkümmel in die kleine Pfanne und werden ebenso kurz geröstet, bis sie duften. Diese Gewürze füllst Du dann in einen Mörser um.
Hacke die Erdnüsse ganz grob, mörsere die Gewürze zu groben Krümeln und mische nun die Gewürze, die rosa Pfefferbeeren und das Salz unter die Erdnüsse.
Hebe dieses unglaublich duftende Topping in einem Schraubglas lichtgeschützt auf, so hält es etwa zwei Wochen.

Das fertige Erdnuss Knuspertopping

Für die Suppe brauchst Du:
eine mittelgroße Zwiebel, gehackt
5 EL Erdnussöl
300 ml Kokosnussmilch, ungesüßt
200 ml Wasser
eine Stange Zitronengras
eine große Kohlrübe, geschält, gewürfelt
2 große Kartoffeln, geschält, gewürfelt
1 TL Salz
einige Blätter Grünkohl oder frischen Spinat
eine Handvoll frische Korianderzweige (hier geht natürlich auch Petersilie oder ähnliches, aber es schmeckt dann halt weniger asiatisch).
3 EL Sesamöl
1/8 l Schlagobers
Salz, Pfeffer zum Abschmecken

Röste die Zwiebel in dem Öl an und lösche mit Kokosnussmilch und Wasser ab. Füge den Stängel Zitronengras, Kohlrübe und Kartoffeln hinzu, salze und lasse alles etwa 20 Minuten köcheln.
Anmerkung: wenn Du den Zitronengrasstängel zuvor mit einem Fleischhammer etwas zerquetschst, ist das Aroma noch intensiver!
Gib am Ende der Kochzeit die gehackten Grünkohlblätter oder Spinatblätter sowie die Korianderblätter hinzu, rühre kurz durch und lasse alles etwas abkühlen.

Die Suppe vor dem Pürieren


Fülle den Topfinhalt in einen Blender, füge Sesamöl und Schlagobers hinzu und püriere die Suppe, bis sie ganz fein und samtig ist. Schmecke nun nochmal ab und würze ev. nach, dann kannst Du die Suppe wieder in den Topf gießen und erhitzen. (Sollte Dir die Suppe zu dick sein, kannst Du nun noch etwas Kokosmilch oder Wasser hinzufügen, aber, ich habe Dich gewarnt, das Topping geht unter, und es schmeckt nicht mehr so voll!)
Garniere die angerichtete Suppe mit dem crunchy Erdnuss Topping und vielleicht ein paar essbaren Blüten, bei mir blühen meine Grünkohlstöcke gerade, die zarten gelben Blütchen schmecken soooo gut!

Die Komponenten Kokosnussmilch, Zitronengras, Koriandergrün und Sesamöl sind entscheidend für diesen zarten, asiatischen Geschmack. Die Zutaten klingen ausgefallen, sind aber in einem asiatischen oder türkischen Lebensmittelgeschäft meist erhältlich.
Ersetze sonst die Kokosnussmilch durch Weisswein, koche statt dem Zitronengras einen frischen Estragonzweig mit und verwende statt dem Koriandergrün Petersilie, statt Sesamöl z.B. Rapsöl … uns schon hast Du eine Suppe mit französischem Aroma. Auch toll! Als Toppung passen hier Knoblauchcroutons.
Aber egal für welchen Kontinent Du dich entscheidest, viel Spaß und gutes Gelingen!

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Die Aroniabeere, Superfood und Wunderbeere mit indianischen “Vorfahren”

Nach dem deftigen Frühstück vom letzten Post wird es wieder Zeit für etwas Gesundes, Superfood ist angesagt! (Oje, ich gewöhne mich noch an dieses “Unwort”).

Cover September 2018Mein Artikel für KOCHEN UND KÜCHE im September widmet sich voll und ganz dieser beachtlichen Beere, die von der Natur ( oder von den indianischen Göttern?) wahrlich mit wertvollen Inhaltstoffen gesegnet wurde.
Das lustige ist, ich besitze meinen Aroniastrauch jetzt seit 15 Jahren, ohne Anfangs zu ahnen, was für einen Schatz ich da eingepflanzt habe. Meine Mama hat den Strauch geschenkt bekommen und hatte definitiv keinen Platz mehr dafür. Also ab zur Nachbarin (also zu mir) damit, ich musste also zwangsbeglückt ein Loch graben und sehen, wie ich den Busch zum Wachsen bringe.
Und er ist gewachsen, und wie! Und Beeren hatte der drauf, unglaublich, und wie sich die Vögel gefreut haben, 10 Jahre lang, bis ich dann irgendwie erfahren habe, daß diese Früchtchen eine Wucht sind, nicht nur für die Vögel!
Also blieb uns nichts übrig, wir mussten mit Eimern anrücken und ernten. Und entsaften. Und dann war dieser Saft eine Katastrophe! Es zog einem beim ersten Schluck alles zusammen, ein pelziger Belag bedeckte Zunge und Gaumen, und ich schwor mir: nie wieder, Vögel ihr könnt alles haben.
Zum Glück gebe ich nie so schnell auf, und so habe ich viel gelesen und recherchiert, jedes Jahr Neues probiert und nun einen Punkt erreicht, wo ich den gefiederten Freunden jede Beere zu neidig bin (naja, es bleiben immer welche drauf!)

Unser Grundfehler im ersten Jahr war eine viel zu frühe Ernte! Und die Beeren zum Entsaften sollten zuvor tiefgefroren werden Doch, lass mich von Vorne beginnen, ich sage Dir alles, was bei Aroniabeeren wichtig ist.

Aroniabeeren

Aroniabeeren am Strauch

Zur Geschichte:
Im 19. Jhd. fand ein bis dahin unbekannter Strauch seinen Weg aus dem Osten Nordamerikas nach Russland. Der Botaniker Iwan Mitschurin hatte die Pflanze für sich entdeckt, brachte sie in seine Heimat und veredelte sie soweit, dass sie dem kalten Klima Russlands gewachsen war.
Erst Mitte des 20. Jhd. gelangte der Strauch nach Europa, große Plantagen entstanden z.B. auch im kommunistischen Ostdeutschland.
Die zarten weißen Blüten des Strauches entwickeln sich im Spätsommer zu unscheinbaren, dunklen Beeren mit ledriger Haut und herbem Geschmack.
Die Ureinwohner Nordamerikas nutzten seit Generationen die Heilkraft dieser „Wunderbeere“, unsere Mütter und Großmütter kennen die Frucht deshalb auch unter dem Namen „Indianerbeere“.

Unter anderem bereiteten die Indianerfrauen eine Kraftnahrung mit den getrockneten Beeren zu, die unseren heutigen Energieriegeln sehr nahe kommt, aus den zu Mehl zerstoßenen Trockenfrüchten wurden Küchlein gebacken, und aus den Blättern wurde Tee zubereitet.

Solltest Du also noch ein freies Plätzchen im Garten haben, so ist dieser Strauch eine tolle Wahl. Er ist genügsam und unkompliziert und wächst auf fast jedem Boden. Pflanze ihn an einen sonnigen Platz, dann hast Du viele Blüten und süßere Früchte.

Aroniabeeren
Die “Wunderbeere ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, aber am beachtlichsten ist ihr Gehalt an Antioxidantien (mehr darüber findest Du in meinem Artikel: https://www.kochenundkueche.com/news/aroniabeere)

Nun zur Ernte und dem Haltbarmachen:
Wichtig ist, diese Beere auf gar keinen Fall zu früh zu ernten! Auch wenn sie außen schon wunderschön dunkel sind, kann es noch bei weitem zu früh sein. Die Erntezeit beginnt Anfang September und hängt natürlich vom vorangegangenen Sommer ab. Für Unsichere: Die Beere kann ohne Probleme auch ausgereift noch einige Zeit am Strauch hängen bleiben, am besten bis sie anfängt, ganz leicht runzlig zu werden. Schneidet man eine Beere durch, so muss ihr Inneres fast gleich dunkel sein wie die Haut, ist es noch hell violett, so ist es zu früh!

Aroniabeeren

Erntesegen

Aroniabeeren

Ist die Farbe nicht hübsch?

Die Beeren sollten dann alle zugleich geerntet werden und lassen sich super einfrieren, was auch den Vorteil bietet, dass sie dadurch etwas von ihrem sehr herben Aroma verlieren.
Die zweite tolle Methode, die Früchte haltbar zu machen, ist das Dörren. Bei großen Beerenmengen ist ein Dörrgerät hier sehr hilfreich, weil es eine gleichmäßige, recht schnelle Trocknung gewährleistet und so möglichst wenige wertvolle Inhaltstoffe verloren gehen. Möchte man die gedörrten Beeren zu Pulver vermahlen, so müssen sie ganz austrocknen, sollen die ganzen Beeren für Müsli oder Eintöpfe verwendet werden, so kann der Dörrprozess beendet werden, wenn sie noch etwas auf Druck nachgeben. Das Dörrgut luftdicht und lichtgeschützt lagern, so hält es bis zu einem Jahr.

Dafür kannst Du die Beeren verwenden:
Getrocknete Beeren: Müsli, Teemischungen, als Beigabe zum Kuchen-und Cookieteig, in Eintöpfen und Ragouts, in Schokolade getunkt als gesunder Snack.
Beerenpulver: Smoothies, Müsli, Porridge, Kuchenteig
Frische und gefrorene Früchte: Sirup, Fruchtaufstrich und Gelee, Likör, für den Rumtopf, zum Ansetzen von Essig (siehe Rezepttipp beim Sirup!)

Ich zeige Dir nun hier am Blog, wie ich den Sirup herstelle, und ich verrate Dir ein Rezept für superleckere Powerriegel mit getrockneten Aroniabeeren.

Aroniabeerensirup

Anmerkung: Wie schon gesagt, nach meiner eigenen Erfahrung wird der Saft wesentlich weniger herb, wenn er aus Beeren gewonnen wird, welche zuvor einige Wochen tiefgefroren waren. Die Kälte scheint die in den Früchten enthaltene Gerbsäure zu mildern, der Saft schmeckt süßer und lieblicher.

Zutaten, für 6-7 kleine Flaschen, ca. 1700 ml Saft
2 kg tiefgefrorene Aroniabeeren

1 Liter Wasser

Pro 1 Liter Saft 600 g Feinkristallzucker sowie 1 EL Zitronensäure
eine Zimtstange, einige Gewürznelken oder Sternanis (optional)

Zubereitung (ca. 60 Minuten, ohne Stehzeiten)
Die gefrorenen Beeren in einen großen Topf geben, das Wasser dazu gießen und erhitzen.

Aroniabeeren

gefrorene Beeren

Einmal aufkochen, von der Herdplatte ziehen und mit dem Pürierstab einige Male durch die Masse fahren, sodass die Beeren geöffnet werden. Vorsichtig arbeiten, es darf kein Püree entstehen, 4-5 Mal aufmixen reicht aus!
Nun nochmal aufkochen, die Platte ausschalten, den Topf zudecken und die Beerenmasse völlig abkühlen lassen. So haben die Früchte ausreichend Zeit, ihren Saft abzugeben.

Ein großes Sieb mit einem Durchseihtuch auskleiden und über einen großen Topf hängen. Die Beerenmasse in das Tuch schöpfen (auf 2-3 Partien), Saft durchrinnen lassen, dann das Tuch hochheben, zusammendrehen und die Beeren gut auspressen (Der verbleibende Fruchtabfall kann als Dünger zur Gartenerde gemischt werden).

Aroniabeeren

Die Saftgewinnung

Den gewonnenen Saft abmessen, wieder in den Topf geben, die entsprechende Menge Zucker und Zitronensäure sowie nach Belieben Gewürze hinzufügen, die Flüssigkeit nochmal aufkochen und noch sehr heiß in sterile Flaschen füllen. Kühl lagern, innerhalb von 4 Monaten verbrauchen.

Aroniabeeren

Auf ähnliche Weise kannst Du auch einen herrlichen Aronia-Balsamico-Essig herstellen:
500 g gefrorene Beeren mit 500 ml Rotwein-Balsamico-Essig aufkochen, die Beeren mit dem Pürierstab aufbrechen, über Nacht ziehen lassen.
Am nächsten Tag durch ein Tuch seihen, mit 100 g Rohrzucker aufkochen und heiß in sterile Flaschen füllen.

Powerriegel mit getrockneten Aroniabeeren

Zutaten für eine 20/28 cm Kastenform, ca. 16 Riegel
60 g getrocknete Aroniabeeren

80 g feinblättrige Haferflocken
30 g gepufftes Quinoa
60 g gehackte Walnüsse
60 g getrocknete Cranberries
60 g getrocknete Mango, kleingeschnitten
1 EL Kokosmehl
Saft einer halben Orange
3 EL Kokosnussöl
100 g weiße vegane Schokolade (Bio-Fachgeschäft))
2 EL Agavendicksaft
4 EL Nussmus (Mandelmus, Walnussmus …)

Aroniabeeren

getrocknete Aroniabeeren

Zubereitung (20 Minuten ohne Stehzeit)
Die Aroniabeeren in einem Blitzhacker in grobe Stücke schroten.
Haferflocken, Quinoa, Nüsse, Trockenfrüchte, Kokosmehl und geschrotete Aroniabeeren in einer Schüssel gut vermischen, mit dem Orangensaft übergießen.
Kokosnussöl und weiße Schokolade sehr vorsichtig über einem Wasserbad schmelzen, Agavendicksaft und Nussmus verrühren und leicht erwärmen, damit die Masse etwas flüssiger wird. Nun beide Mischungen unter die Müslimasse rühren.
Eine Rechteckform mit etwa 20/28 cm Größe mit Backpapier auskleiden, die Masse einfüllen, gleichmäßig verteilen und sehr gut festdrücken, am besten funktioniert das mit einem befeuchteten Löffelrücken.
Mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen.
Mit einem großen, scharfen Messer in Riegel schneiden, in einer Vorratsdose im Kühlschrank aufbewahren, innerhalb einer Woche verbrauchen.

Aroniabeeren

Aroniabeeren-Powerriegel

Dieser gesunde, nahrhafte Snack ist ein idealer Proviant für Deine nächste Wanderung, oder eine gesunde Jause am Arbeitsplatz (nimm ja genug mit, alle wollen kosten, so gut sehen die aus!) Die Trockenfrüchte kannst Du nach Lust und Laune variieren!

Aroniabeeren Also auf zur Gärtnerei, Aroniastrauch anpflanzen, und – nicht 10 Jahre warten, bis Du was daraus machst!! Viel Spaß!

 

 

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Waldmeister – Tipps und Rezepte

Der Schock nach unserer Hochwasserkatatrophe ist abgeklungen, der schlimmste Schmutz beseitigt, ich habe wieder eine Waschmaschine!! und mein Vorratskeller ist jetzt viel schöner als zuvor. Ja, es hatte auch positive Auswirkungen. Und wir haben ausgemistet, und zwar gründlich. Sogar das letzte Babyflascherl, das ich bis jetzt aufgehoben hatte, fiel der Säuberung zum Opfer, irgendwann muss man einfach loslassen, oder?

Die täglichen Abläufe normalisieren sich wieder, und – ach ja – ich habe ja einen Blog! Und meine Kolumne in KOCHEN UND KÜCHE! Und da gibts im Mai wieder einen Beitrag von mir, und zwar über den
Waldmeister!

Waldmeister

Blühender Waldmeister

Waldmeister

Waldmeister vor der Blüte

Auch wenn ich den Großteil meiner letzten Wochen im Keller verbracht habe, auch meinen Urlaub (mal was anderes …), zum Kräutersammeln musste Zeit sein. Und ein Kräutlein stelle ich Dir heute vor.

Der Waldmeister war also der Star meines letzten Artikels für die Kochzeitschrift KOCHEN UND KÜCHE.
Es ist ein wunderhübsches Kraut mit einzigartigem Aroma, aus dem Sirup, den ich jedes Jahr mache, kannst Du herrliche Desserts und Getränke zaubern, und man findet ihn zur Zeit in fast allen Wäldern. (z.B. am Buchkogel bei Wildon und im südsteirischen Weinland).
Mach Dich auf die Suche, verbringe einen mystischen Tag im Wald, träume Dich ins Land von Elfen und Kobolden, und genieße daheim den typischen Duft von Waldmeisterzweigen.
Hier nun wissenswertes und Verarbeitungstipps zum Waldmeister, Du findest sie auch hier:

https://www.kochenundkueche.com/news/waldmeister


Waldmeister in der Küche
Geerntet wird der Waldmeister hauptsächlich im April und Mai, vor der Blüte, danach wird er etwas bitterer im Geschmack, kann aber immer noch verwendet werden. Man pflückt die ganze Pflanze, dabei sollte man den Stiel vorsichtig über dem Waldboden mit dem Daumennagel abknicken, um die Wurzel nicht auszureissen.
Wichtig: Das Cumarin, welches ja für den unverwechselbaren Duft des Kräutleins verantwortlich ist, entwickelt sein Aroma erst, wenn die Pflanze leicht zu trocknen beginnt, man bindet den Waldmeister also zu kleinen Sträußen zusammen und hängt sie an einem luftigen Ort für ein paar Stunden auf, bis sie welk geworden sind. Will man die Zweige für den Winter konservieren, lässt man sie ganz trocken werden und hebt sie lichtgeschützt und luftdicht verpackt auf, so halten sie bis zu einem Jahr.

Waldmeister

Waldmeistersträußchen hängen zum Trocknen an der Luft

Achtung beim Trocknen: verfärben sich die Zweige schwarz, hat das Cumarin zu gären begonnen und das Kraut darf nicht mehr verwendet werden (giftig). Am besten im Freien an einem trockenen, sonnigen Tag aufhängen!
Verwendet wird der Waldmeister unter Anderem für die berühmte Maibowle, welche schon den Germanen im 9. Jhd. bekannt war, und man kann leckeren Waldmeistersirup herstellen, der sich lange hält und zur Aromatisierung für viele Süßspeisen dient.

Getrockneter Waldmeister ist zudem die beste Waffe gegen Kleidermotten! Einfach ein paar Zweige in den Schrank hängen, oder mit Lavendel und Salbei mischen und hübsche selbstgenähte Duftkissen damit befüllen!

Waldmeistersirup
mit Ingwer und Zitronengras

Zutaten, für ca. 700 ml Sirup

etwa 20 Zweiglein frischen Waldmeister
250 g Kristallzucker
500 ml Wasser
1 Stiel Zitronengras
1 Stück Ingwer, etwa 2/2 cm
Saft 1/2 Orange, etwa 70 ml

Zubereitung (20 Minuten ohne Stehzeiten)

Den Waldmeister zu 3 kleinen Büscheln zusammenbinden, an einem luftigen Ort aufhängen und am besten über Nacht antrocknen lassen. Erst in diesem Stadium entfaltet er sein typisches Aroma.

Zucker und Wasser in einem Topf verrühren.  Zitronengrasstiele mit einem Fleischhammer etwas quetschen, Ingwer schälen und  in 4 Stücke teilen, die halbe Orange auspressen und alles in das Zuckerwasser geben. Aufkochen und etwa 5 Minuten  auf kleiner Hitze köcheln lassen.

Die angetrockneten Waldmeistersträußchen mit den Köpfen nach unten in die Flüssigkeit hängen, dazu am besten einen Kochlöffel über den Topf legen und den Bindfaden der Büschel daran befestigen. Die Stiele enthalten Bitterstoffe und sollten nicht mit eintauchen!

https://www.kochenundkueche.com/news/waldmeister

Die Waldmeisterbündel hängen zum Durchziehen im Sirup

Den Sirup mit den Zweigen nun einige Stunden ziehen lassen, je nach gewünschter Intensität etwa drei bis sechs Stunden, eventuell dazwischen kosten.
Den Waldmeister vor dem Entfernen gut ausdrücken und den Sirup durch ein feines Sieb oder Durchseihtuch gießen.
Nochmal kurz aufkochen und heiß in sterile Flaschen füllen. Der Sirup hält sich kühl und dunkel gelagert etwa 6 Monate.

Waldmeister

Waldmeistersirup schmeckt herrlich als Aperitif mit Sekt aufgegossen, gibt der weißen Mischung eine besondere Note, und eignet sich zum aromatisieren von Dessertcremes, Eis, Obstsalat oder Kuchenteig.

Für das nun folgende erfrischende Waldmeister-Sorbet ist es Voraussetzung, dass Du bereits einen Waldmeistersirup hergestellt hast, den benötigen wir hier nämlich! Das Sorbet funktioniert als Grundrezept aber natürlich auch mit Lavendelsirup, Rosensirup oder Erdbeersirup, die findest Du alle auf meinem Blog! Nein, ich füge keine Links ein, so kannst Du ein bißchen in meinen Rezepten herumsuchen!

Waldmeister-Sorbet mit Champagner
und zarten Keksen

Zutaten für ca. 500 ml Sorbet

200 ml Waldmeistersirup
Saft von ½ Limette + Schalenabrieb
250 ml Weißwein
1 – 2 EL Agavendicksaft (je nach erwünschter Süße)
1 Eiweiß
1 EL Staubzucker

Zubereitung (45 Minuten inkl. Gefrieren in der Eismaschine)

Waldmeistersirup, Limettensaft und Abrieb der Schale, Agavendicksaft  sowie Weißwein mischen, in den Behälter einer Eismaschine füllen und unter Rühren gefrieren lassen.
Nach etwa einer halben Stunde ist das Sorbet cremig und milchig weiß.
Nun das Eiweiß mit dem Staubzucker zu steifem Schnee schlagen und löffelweise zur Masse in die Eismaschine füllen.
Noch 5 Minuten weiterrühren lassen, bis das Eiweiß gut untergezogen ist, dann in eine sterilisierte Gefrierdose geben und tiefkühlen.
Nach 3 Stunden ist das Sorbet fest und servierfertig.
Zum Anrichten je eine Kugel Sorbet in eine Sektschale legen, mit Champagner aufgießen und nach Wunsch mit Waldmeisterblüten (oder anderen essbaren Blüten) dekorieren.
Das Sorbet sollte innerhalb von 3 Tagen verwendet  werden.
Alternativ die Zubereitung ohne Eismaschine:
Die Flüssigkeit  in eine flache Auflaufform füllen. Die Form in den Gefrierschrank stellen, nach ca. einer Stunde – die Masse sollte gut angefroren, aber noch nicht ganz fest sein – alles in ein hohes Mixgefäß füllen und mit dem Pürierstab zerkleinern.
Wieder in die Auflaufform geben und erneut gefrieren. Dieser Vorgang sollte 3 Mal im Abstand von je einer Stunde wiederholt werden, nur so wird das Sorbet  schön fein und zart schmelzend, ansonsten bilden sich große Eisklumpen, die sehr unangenehm im Mund sind.
Zuletzt den Eischnee unterziehen und erneut für einige Stunden gefrieren. (ev. auch hier nochmal durchrühren).

Waldmeister

Zarte Vanille – Zungen

Zutaten für ca. 12 Stück
30 g zimmerwarme Butter
45 g Staubzucker
10 g echter Vanillezucker
ein Eiweiß
35 g glattes Mehl

Zubereitung (20  Min. ohne Kühlzeit)
Butter und Zucker cremig rühren.
Eiweiß leicht verschlagen und mit dem Mehl zur Buttermischung geben, vermixen.
Masse in einen Spritzbeutel füllen und ca. 6 cm lange, 2 cm breite Streifen auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen, je 4 cm Abstand lassen!
30 Minuten in den Kühlschrank stellen, Backofen vorheizen auf 180 ° C.
Zungen etwa 6 – 7 Minuten backen, sie rinnen stark auseinander und werden flach.  Die Ränder sollen nur zart gebräunt sein!
Am Blech abkühlen lassen und zum Sorbet servieren.

Waldmeister

Auch die berühmte Maibowle kannst Du mit dem Sirup ganz einfach herstellen: mische einen Liter guten Weisswein mit 200 ml Waldmeistersirup, gib einige Naturzitronenscheiben hinzu und – auch sehr lecker – einige reife Erdbeeren, und lasse alles im Kühlschrank gut durchziehen. Du kannst natürlich auch noch zusätzlich einige Zweige angetrockneten Waldmeister ins Gefäß hängen!
Gieße mit Sekt auf, garniere mit ein paar frischen Waldmeisterzweigen und serviere es Deinen staunenden Gästen. Zum Wohl!

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Selbstgemachte Sojamilch, und superguter Soja-Schokopudding

Vegan leben … noch vor 2 Jahren hat mir das nur ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert! Wieder mal so ein Trend, der alles übertreibt und nicht lange hält. Aber, ich habe mich sehr in unserer Jugend getäuscht, und das zum Glück!
Immer mehr junge Menschen, und auch etwas ältere “junge Menschen” (so wie ich), machen sich Gedanken darüber, wo unser Essen her kommt und unter welchen Bedingungen die Lebewesen, deren “Produkte” wir essen (Fleisch, Milch, Honig …) ihr Dasein fristen. Und, mal ehrlich, um heute noch jemanden auf etwas aufmerksam zu machen, muss man extrem anders denken, radikal handeln und konsequent für das kämpfen, was man erreichen will. Und man muss verzichten können!
Die meisten Veganer leben nämlich nicht so, weil sie keine Milch, keinen Käse oder kein Fleisch mögen, sondern weil sie das Leid ihrer Nahrungsproduzenten nicht mehr in Kauf nehmen wollen.
Das erklärt auch die so oft kritisierten Fleischersatzprodukte, aber warum nicht nach einer Lösung suchen, die es einem erleichtert, auf Parmesan oder Schnitzel zu verzichten? Oder auf Milch?
Womit wir nun endlich beim Thema wären!
Auch ich hätte vor einigen Jahren noch erklärt, nicht ohne Kuhmilch leben zu können. Bis ich irgendwann festgestellt habe, dass mir das allabendliche Glas Milch nicht mehr gut tut, und dass es auch nicht mehr gut schmeckt. Mit der Milch meiner Kindheit, die ich am Bergbauernhof direkt aus dem Kuheuter getrunken habe, hat das nichts mehr zu tun!
Und zudem habe ich mich schlau gemacht, was mit einer Kuh so alles gemacht wird, damit sie laufend Milch produziert. Und was mit ihr passiert, wenn sie keine Milch mehr produziert. Dann war es endgültig aus!
Pflanzenmilch war die Alternative, und mit dieser Entscheidung bin ich auch endlich in den Himmel moderner, trendbewusster Milchenthusiasten aufgestiegen. Das klingt jetzt irgendwie sarkastisch, ist aber ernst gemeint. Es hat meinen Horizont und meine Geschmacksnerven um 100 % erweitert, und ich brauche mir auch keine Gedanken über die Haltung von Milchkühen mehr machen, und keinen Stall bauen!
Mandelmilch, Cashewmilch, Hafermilch und Co haben meine Küche erobert, und natürlich mache ich sie selber. Aber der absolute Star unter den “kuhfreien” Milchersatzgetränken ist meine selbstgemachte Sojamilch. Ich kaufe nie wieder eine, das ist eine andere Welt! Ich bin echt süchtig nach diesem cremigen, ganz leicht nach Bohnen schmeckenden Zeug, das wie schmieriges Porridge den Hals hinunterrinnt, und daran möchte ich Dich heute teilhaben lassen und Dir zeigen, wie Du ganz einfach Deine eigene Sojamilch produzieren kannst.

So wie ja heute fast jedes Lebensmittel, so ist auch Soja umstritten, aber nachdem  ja nicht mehr viele Lebensmittel übrig bleiben würden, wenn wir uns nur mehr von den “undiskutierten” ernähren würden, muss ich das ein wenig ignorieren. Wichtig ist nur, Sojabohen in Bio-Qualität zu kaufen! Nicht beim Diskonter, nicht im Angebot! Ein guter Bioladen Deines Vertrauens ist hier richtig, ich kaufe meine bei DENN’S Bio- Supermarkt, die ergeben eine tolle Sojamilch.

Sojamilch

Lust auf ein Glas Milch? Los gehts!

Sojamilch

Du brauchst, um einen Liter Sojamilch zu “melken”:
Einen leistungsstarken Blender, z.B. einen VITAMIX (ohne den ich nicht mehr leben könnte!). Zur Not geht auch ein Pürierstab, allerdings musst Du die Milch dann durch ein Durchseihtuch rinnen lassen, um grobe Teile auszusieben, das muss man mit einem Powerblender nicht. (Im Gegensatz zur Nussmilch, die muss immer durchgeseiht werden, um die Flüssigkeit vom Nussmehl zu trennen).

100 g Sojabohnen in Bio-Qualität
400 ml Wasser zum Einweichen

300 ml Wasser zum Kochen
nochmal 500 ml Wasser zum Pürieren
nach Wusch etwas zum Süßen (Reissirup, Agavendicksaft, Birkenzucker …)
nach Wunsch Zimt, Kakao, Vanille (Schote auskratzen!)

Übergieße die Bohnen mit den 400 ml Wasser und lasse sie über Nacht, also ca. 12 Stunden, zum Quellen stehen. Sollte nach den 12 Stunden noch ein Rest nicht aufgesogenes Wasser im Gefäß sein, gieße dieses ab.

Sojamilch

Bio-Sojabohnen, getrocknet und eingeweicht

Gib die Bohnen in einen hohen Topf, füge die frischen 300 ml Wasser dazu, koche das ganze auf und lasse die Sojabohnen 15 Minuten abgedeckt sanft köcheln. Bleib unbedingt in der Nähe, sie schäumen und kochen gern über, vor allem zu Beginn!

Sojamilch

Achtung, Sojabohnen kochen leicht über!

Decke sie nach der Kochzeit zu und lasse sie so abkühlen. Fülle sie in den Blender und püriere einmal kurz durch. Füge nun die 500 ml Wasser hinzu und lasse den Blender nun auf höchster Stufe eine Minute laufen.
Schmecke Deine Milch nun ab, gib also je nach Laune Süßungsmittel und Geschmacksträger hinzu, und mixe erneut eine Minute. Fertig.

Sojamilch

Mein heißgeliebter VITAMIX Blender

Sojamilch

Der Schaum schmeckt genial!

Mit einem guten Blender ist wie gesagt kein durchseihen nötig, die Milch ist supercremig und so lecker, dass ich das ganze Mixgefäß leeren könnte. Aber halt, ich muss noch was übrig lassen, ich möchte noch Pudding machen!

Sojamilch Sojamilch
Meine Sojamilch ergibt den besten Schokopudding aller Zeiten, da braucht man keinen Dr. Oetker und keine Kuh!
Ich fülle die Sojamilch immer in eine Glasflasche mit Patentverschluß (von Jamie Oliver, ich liebe sie), so hält sie 3 Tage im Kühlschrank. Frage nicht welche Beherrschung es mich gekostet hat, das festzustellen. Normal ist sie innerhalb von 12 Stunden weg. Von Kakao bis Omelett kannst Du alles damit machen.

Sojamilch

Sehr praktische Jamie Oliver Patentflasche mit großem Flaschenhals-Durchmesser, so geht das Abfüllen besser!

Schokoladiger Sojapudding, für 2-3 Portionen:

400 ml Sojamilch
20 ml kaltes Wasser
15 g Maisstärke
75 g hochwertige Zartbitterkuvertüre, z.B. Zotter, gehackt
40g Birkenzucker
etwas Zimt

Gib Milch, Schokolade und Zucker in einen Topf und erhitze alles. Löse die Maisstärke (Maizena) in dem Wasser auf und rühre es in die heiße Sojamilch. Rühre nun weiter und lasse die Schokomilch aufkochen, bis sie eindickt (immer rühren).
Schmecke am Schluss mit Zimt ab und fülle den Pudding in hübsche Schalen. Lasse ihn abkühlen, bestreue ihn ev. mit einer Zucker-Zimt Mischung, dann genieße ihn, zu Zweit oder allein! Nicht in den Kühlschrank stellen, das Schokoaroma kommt bei Zimmertemperatur immer am Besten zur Geltung.

Sojamilch

Soja-Schokopudding

Sojamilch

Soja-Schokopudding

 

Der Sommer naht, und ich lebe ja schon viele Jahre (Jahrzehnte …?) in dem Bewußtsein, dass naturnahe, nachhaltig gewonnene Lebensmittel unsere Ernährung bestimmen sollten, ohne damit bewußt einem Trend zu folgen. Aber dieser Trend ist ausnahmsweise einmal wichtig! (Und wenn unbedingt Fleisch, dann bitte vom Bio-Bauernhof Deines Vertrauens).
Es warten also wieder viele vegetarische Genüsse aus meiner Ernte auf Dich, und immer mehr werden sich auch vegane Gericht in meine Ernährung schleichen … ich bin für alles offen, vor allem wenn es der Menschheit hilft!

Also, ich freue mich auf einen “Gemüsigen” gemeinsamen Sommer!

 

 

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