Kategorie: Mahlzeit!

Calzone mit Melanzanifüllung … leckere Pizzataschen!

Es ist ja allgemein bekannt, dass wir Frauen eine ganz spezielle Beziehung zu Handtaschen haben.
Zumindest die meisten von uns sind von dem Tascherlvirus betroffen. Ich bin da keine Ausnahme, allerdings hat der Virus bei mir schon in den Nahrungsmittelbereich übergegriffen, meine liebsten Gerichte sind nämlich – Tascherln.
Italienische Nudeltascherln in jeglicher Form, süß gefüllte Mürbteigtascherln, Kärntner Kasnudeln (mit Minze!), japanische Teigtaschen, genannt Gyozas, chinesische gedämpfte Teigtaschen, russische Krautpirogen … oder Calzone, die Pizza in Taschenform. Ich könnte sie täglich essen, und nachdem fast jedes Land seine eigene Form von Teigtaschen aufzuweisen hat, würde das auch bestimmt nie langweilig werden!

Das italienische Wort “Calzone” heißt auf deutsch “Hose”, was ich nun leider als Tatsache einfach so hinnehmen muss, denn diese Pizzatasche sieht für mich auf keinen Fall aus wie irgendeine Form von Hose – vielleicht am ehesten noch wie ein Lendenschurz – sondern eindeutig wie eine Tasche. Eigentlich würde man die Form in der Taschenwelt als “Clutch” bezeichnen. Aber wie auch immer, die gefüllte Hose (oje!) ist unwiderstehlich. Die Calzone kommt ursprünglich aus Neapel, sie wurde dort schon als Streetfood gegessen, als man noch gar nicht wusste, was Streetfood ist, es war einfach ein auf der Straße genossener Happen. Der Teig wird über der Füllung zusammengeklappt und die Taschenpizza dann im Holzofen gebacken, manchmal auch in Öl frittiert.

Die traditionelle Füllung findest Du überall im Internet, ich habe mich auch bei diesem Klassiker nicht an Traditionen geklammert und meine eigene Füllung kreiert, sie besteht hauptsächlich aus Melanzani, was ja noch sehr italienisch ist, beim Käse drifte ich allerdings etwas nach Griechenland ab, ich verwende Schafkäse. Nichts für ungut, ich bezeichne das Rezept als mediterran. Okay?
Cominciamo – lasst uns anfangen, va bene?

Für den Teig brauchst Du:
15 g frische Germ + 30 ml Wasser + 1 TL Rohrzucker
400 g glattes Mehl, ich verwende Dinkelmehl 630er
100 g Hartweizengrieß
1/2 TL Salz
1 EL zerstossene Rosmarinnadeln
150 ml Buttermilch
ca. 180 ml Wasser

Verrühre Germ, Wasser und Zucker, bis die Germ sich völlig aufgelöst hat.
Gib alle anderen Zutaten, ausgenommen die 180 ml Wasser, in eine große Schüssel und vermische alles mit dem Germwasser.
Füge nach und nach das restliche Wasser hinzu und verknete alles zu einem geschmeidigen Germteig, am besten geht das mit einer Küchenmaschine!
Der Teig sollte sehr weich sein, es wäre also möglich dass Du noch etwas Wasser brauchst.
Die Knetzeit beträgt 10 Minuten, bis der Teig glänzt und ganz seidig ist. Forme ihn zu einer Kugel (gleich in der Schüssel), bestäube die Oberfläche mit etwas Mehl, sodass er nicht austrocknet, decke die Schüssel ab und lasse den Teig aufgehen, etwa 2-3 Stunden.

Für die Fülle brauchst Du:
2 Melanzani
Salz, Pfeffer
ca. 30 ml Olivenöl
150 g Schafkäse
3 Zweige frisches Basilikum
3 EL Tomatenmark, das konzentrierte aus der Tube oder Dose.

Schneide die Melanzani in 1/1 cm große (kleine) Würfelchen und gib diese in eine flache Auflaufform. Vermische sie mit dem Olivenöl, Salz und Pfeffer und röste alles im Backofen bei 170°C Umluft für etwa 40 Minuten, decke die Form dabei die ersten 20 Minuten mit Alufolie ab. Rühre immer wieder mal durch, wenn die Melanzaniwürfel schrumpelig werden und bräunen und so richtig weich sind, ist die Masse fertig.
Mische nun das Tomatenmark darunter, lasse alles abkühlen und füge zuletzt das klein gehackte Basilikum und den gehackten Schafkäse dazu.

Die fertige Füllung

Belege zwei Backbleche mit Backpapier. Teile den Teig in vier gleich große Stücke. Decke drei davon mit einem Küchentuch ab, lege das vierte auf die geölte Arbeitsfläche und drücke es mit den Fingern zu einem Kreis mit ca. 25 cm Durchmesser.


Verteile ein Viertel der Fülle auf den unteren Halbkreis, schlage den oberen Halbkreis darüber und drücke die Ränder gut fest. Wenn Du künstlerisch veranlagt bist, kannst du den Rand auch kordeln.
Befördere die Tasche (Hose …) vorsichtig auf das Backblech, das geht am besten mit einem Tortenretter oder einem großen Pfannenwender.
Forme nun drei weitere Calzones und lasse sie nochmal etwa 15 Minuten ruhen, während Du den Backofen auf 220°C Umluft vorheizt, Pizzastufe mit Unterhitze wäre idealer, aber so kannst Du beide Bleche zugleich backen. Ausser Du besitzt einen Holzofen im Garten, dann nimm den!
Bestreiche die Pizzen mit verschlagenem Ei, Du kannst sie mit einigen Salzflocken oder etwas Paprika bestreuen, gib die Bleche in den Ofen und backe sie etwa 20 Minuten, bis sie eine schöne Farbe haben, und wenn Du sie leicht anhebst, muss der Boden schön fest und kross sein.

Ich habe dazu noch einen erfrischeneden Sauerrahm-Schnittlauchdip serviert, einen Tomatensalat und kaltes Bier. Bei mediterranen Temperaturen haben mein Mann und ich dann die Calzones vernichtet, eine ist sogar übriggeblieben, das ist die ideale Jause für den nächsten Tag.

Dieses tolle Sommeressen kannst Du übrigens super vorbereiten: mache die Füllung bereits am Vortag. Wenn Du die Pizza dann am Abend zubereiten möchtest, setze in der Früh den Teig an und stelle ihn zum Aufgehen in den Kühlschrank. Dort kann er ruhig den ganzen Tag auf Dich warten, Du brauchst ihn dann nur mehr herausnehmen, etwas warm werden lassen und formen. Und so hast Du in ca. 40 Minuten ein Essen wie beim Italiener, nur besser! Mahlzeit!

Übrigens, ein paar Beiträge für Tascherlfans gibt es schon bei mir:

Herzerl-Ravioli mit Tomaten-Karfiolsugo

Butternut-Empanadas, gefüllte Teigtaschen mit Kürbis und Faschiertem

Chinkali, georgische Teigtaschen

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Huhn Tschachochbili – Huhn auf georgische Art, eine Kochbuchrezension

Georgien fasziniert mich, und das, obwohl ich noch nie dort war. Ich hoffe das kommt noch irgendwann einmal, in der Zwischenzeit lese und koche ich mich begeistert durch georgische Kochbücher und schaue mir jede Georgien-Doku auf You Tube an.
Die Georgier lieben es, Feste zu feiern, die ganze Familie um einen Tisch zu versammeln und so aufzukochen, dass sich fast die Tischplatte verbiegt unter der Last der Speisen. Dieses Volk isst nicht, um zu leben, nein sie leben, um zu essen … so scheint es jedenfalls. In so ein Land muss ich mich ja wohl verlieben!
Meine erste kulinarische Georgien-Reise findest Du hier:
Die Georgische Küche

Ich möchte Dir heute ein weiteres Georgien Kochbuch aus dem Leopold Stocker Verlag vorstellen:

Lieblingsrezepte von international bekannten Georgiern, Anekdoten von berühmten Künstlern sowie kulinarische Vorlieben historisch bedeutender georgischer Persönlichkeiten, untermalt von wahrlich außergewöhnlichen Fotos, dieses Buch hebt sich von der Masse ab, sowohl im Layout als auch inhaltlich.

Die englische Originalausgabe ist 2013 in der georgischen Hauptstadt Tiflis veröffentlicht worden, die deutsche Erstausgabe ist 2018 im Stocker Verlag erschienen.
Das Buch ist wunderschön gestaltet, viele der Seiten glänzen in tiefem Schwarz, was die Leuchtkraft der ungewöhnlichen Fotos noch unterstreicht. Die Foodfotos sind puristisch, auf das Wesentliche beschränkt und wirklich kleine Kunstwerke.
Du darfst Dir hier kein Kochbuch im herkömmlichen Sinn erwarten, die Rezepte führen den Leser durch die Geschichten der porträtierten Menschen und geben Einblicke in georgische Traditionen. Das Buch wäre z.B. auch ein perfektes Gastgeschenk für all jene, die Freude an ungewöhnlichen Dingen haben. Solltest Du also solch eine Person sein, so schenke es Dir einfach selber!

Das Buch enthält zahlreiche traditionelle georgische Rezepte, wie Paska (eine Süßspeise aus Topfen), Kulitsch (süßes Osterbrot aus Hefeteig), Chatschapuri (eine Art Käsepizza) oder Satsiwi (Huhn in Walnusssauce), für meine Buchrezension habe ich mir zum Nachkochen das “Huhn Tschachochbili” ausgesucht. Die Hühnerteile schmoren in einer Sauce aus viiiiiieeel Butter, Sherry und Tomatensauce, ich habe das Gericht mit zwei Grundzutaten der georgischen Küche verfeinert: Walnüsse und frischer Koriander. Viel Koriander!
Diese beiden gehören zu meinen absoluten Favoriten in der Küche … vielleicht bin ich deshalb so vernarrt in die Aromen dieses Landes.

Koriandergrün wird in der georgischen Küche häufig verwendet


Und nun, auf nach Georgien, oder – ran an den Herd!

An Zutaten brauchst Du, für 3-4 Portionen:
4 Hühnerschenkel (Ober-und Unterkeulen)
120 g Butter (ja!!!)
1 große rote Zwiebel, gehackt
1 TL Paprika
1 TL Salz
Pfeffer
80 ml Sherry
120 ml Tomatensaft
200 ml Wasser
viel frischen Koriander (nur im Notfall durch Petersilie ersetzen!)
eine gute Handvoll gehackte Walnüsse

Verwende für dieses Rezept am besten einen gußeisernen Bräter.
Heize den Backofen vor auf 160 Grad Heißluft.
Gib die Butter in den Bräter und erhitze sie langsam. Gib die Hühnerteile hinein und brate sie langsam in der Butter an. Das geschieht bei mittlerer Hitze, wirklich ganz vorsichtig, die Butter soll bräunen, darf aber nicht verbrennen. Das Anbraten dauert etwa 15 Minuten, dabei wendest Du die Teile ein Mal.


Gib nun die Hühnerteile auf eine Platte und brate die Zwiebel in der Butter an, bis sie bräunen.

Würze mit Paprika, Salz und Pfeffer, gieße mit dem Sherry, Tomatensaft und Wasser auf, lasse alles aufkochen. Lege die Fleischteile nun wieder in die Sauce, gib den Deckel auf den Topf und stelle ihn in den Backofen.

Lasse alles 90 Minuten schmoren, schau aber dazwischen einmal nach, ob nicht zu viel Flüssigkeit verdampft, ansonsten kannst Du etwas Wasser oder Tomatensaft ergänzen.
Nach den 90 Minuten sollte das Fleisch sehr weich sein und sich leicht vom Knochen lösen. Bestreue das Gericht mit den Nüssen und dem gehackten Koriandergrün und stelle es im Topf auf den Tisch, sodass sich jeder selbst bedienen kann.

Frisches Fladenbrot oder Knoblauchbaguette wären hier ideal als Begleitung, wenn es ganz authentisch sein soll, dann serviere die berühmte georgische Koriandersauce dazu, auch dieses Rezept findet sich im Buch!
Für mich gibt es hier definitiv eine Kaufempfehlung, erwerben kannst Du das Buch in einer Buchhandlung oder online direkt beim Leopold Stocker Verlag:

GEORGIEN – Eine kulinarische Liebeserklärung

Schließen möchte ich meinen Beitrag nun mit einem Zitat aus dem Buch, es stammt von dem berühmten amerikanischen Schriftsteller John Steinbeck, welcher auf seiner Russlandreise auch Georgien besuchte.

Ein magischer Ort, dieses Georgien, und sobald man es verlassen hat, kommt einem dieses Land wie ein Traum vor.Und die Menschen sind außergewöhnlich. Sie bewohnen in der Tat eines der reichsten und schönsten Länder der Welt, und sie machen ihm Ehre. Und wir verstanden nun völlig, warum die Russen stets zu uns sagten: Ehe Sie nicht Georgien gesehen haben, haben sie nichts gesehen!”
(John Steinbeck, Die russische Reise)

Viel Spaß beim Lesen!

Übrigens, mein schöner neuer gusseiserner Schmortopf ist von IKEA (natürlich), eine limitierte Stückzahl, da musste ich schnell sein!


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Kohlrüben – Kartoffelcremesuppe mit asiatischem Touch

Es regnet, und regnet, und die Nacktschnecken tanzen in meinem Gemüsegarten einen Freudentanz. Ich bin wirklich tierlieb und trage jede Spinne aus dem Haus, lebend natürlich, aber bei Nacktschnecken enden meine positiven Gefühle. Da habe ich nur mehr Gefühle für meine armen Gemüsepflänzchen. Kaum eingesetzt, werden sie schon angeknabbert. Aber zum Glück konnten einige Kohlrübenpflanzen dem schleimigen Kriechtier trotzen und haben überlebt, also gibt es heute ein Rezept mit Kohlrübe.
Auch meine im Herbst bei der Ernte abgefallenen Koriandersamen sind wieder super aufgegangen, und das Koriandergrün wuchert bei dem feuchten Wetter ganz toll.

Gartenschätze: links Grünkohlblätter, mittig mein geliebter Koriander, rechts die Blüten der Grünkohlpflanzen


Meine Suppe wird also geschmacklich ins asiatische tendieren, denn mein geliebtes Koriandergrün muss ich einfach einbauen.

Dünne Cremesüppchen sind nicht mein Ding, ich mag Cremesuppen, wenn sie so sind, wie sie heißen, nämlich CREMIG und dick. Als Garnitur mache ich ein knuspriges Erdnusstopping, so etwas wie salzige Nussstreusel mit Gewürzen, oder eine Art würziges Granola, und dieses Topping sollte natürlich beim Anrichten auch dekorativ auf der Suppe liegen bleiben, daher muss diese eine dicke Konsistenz haben. Die Erdnüsse würden in einem dünnen Safterl ja ersaufen! (nobler: untergehen).


Auch das Topping ist natürlich mit asiatischen Aromen gewürzt.

für das Erdnusstopping brauchst Du:
80 g rohe, ungesalzene Erdnüsse
1 EL Erdnussöl
30 g Sesam, schön ist heller und dunkler gemischt
1 TL Koriandersamen
1 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL rosa Pfefferbeeren
1 TL grobes Salz

Die Zutaten für mein Erdnuss Knuspertopping

Mische die Erdnüsse mit dem Erdnussöl in einer kleinen Auflaufform und röste sie im 160 Grad heißen Ofen ca. 10 Minuten.
Auch den Sesam röstest Du kurz an, am besten in einer kleinen Pfanne am Herd, ohne Öl. Achtung, nicht verbrennen lassen, das geht sehr schnell! Gib den fertigen Sesam dann sofort aus der Pfanne in ein kleines Schüsserl.
Zuletzt kommen die Koriandersamen, Pfeffer und Kreuzkümmel in die kleine Pfanne und werden ebenso kurz geröstet, bis sie duften. Diese Gewürze füllst Du dann in einen Mörser um.
Hacke die Erdnüsse ganz grob, mörsere die Gewürze zu groben Krümeln und mische nun die Gewürze, die rosa Pfefferbeeren und das Salz unter die Erdnüsse.
Hebe dieses unglaublich duftende Topping in einem Schraubglas lichtgeschützt auf, so hält es etwa zwei Wochen.

Das fertige Erdnuss Knuspertopping

Für die Suppe brauchst Du:
eine mittelgroße Zwiebel, gehackt
5 EL Erdnussöl
300 ml Kokosnussmilch, ungesüßt
200 ml Wasser
eine Stange Zitronengras
eine große Kohlrübe, geschält, gewürfelt
2 große Kartoffeln, geschält, gewürfelt
1 TL Salz
einige Blätter Grünkohl oder frischen Spinat
eine Handvoll frische Korianderzweige (hier geht natürlich auch Petersilie oder ähnliches, aber es schmeckt dann halt weniger asiatisch).
3 EL Sesamöl
1/8 l Schlagobers
Salz, Pfeffer zum Abschmecken

Röste die Zwiebel in dem Öl an und lösche mit Kokosnussmilch und Wasser ab. Füge den Stängel Zitronengras, Kohlrübe und Kartoffeln hinzu, salze und lasse alles etwa 20 Minuten köcheln.
Anmerkung: wenn Du den Zitronengrasstängel zuvor mit einem Fleischhammer etwas zerquetschst, ist das Aroma noch intensiver!
Gib am Ende der Kochzeit die gehackten Grünkohlblätter oder Spinatblätter sowie die Korianderblätter hinzu, rühre kurz durch und lasse alles etwas abkühlen.

Die Suppe vor dem Pürieren


Fülle den Topfinhalt in einen Blender, füge Sesamöl und Schlagobers hinzu und püriere die Suppe, bis sie ganz fein und samtig ist. Schmecke nun nochmal ab und würze ev. nach, dann kannst Du die Suppe wieder in den Topf gießen und erhitzen. (Sollte Dir die Suppe zu dick sein, kannst Du nun noch etwas Kokosmilch oder Wasser hinzufügen, aber, ich habe Dich gewarnt, das Topping geht unter, und es schmeckt nicht mehr so voll!)
Garniere die angerichtete Suppe mit dem crunchy Erdnuss Topping und vielleicht ein paar essbaren Blüten, bei mir blühen meine Grünkohlstöcke gerade, die zarten gelben Blütchen schmecken soooo gut!

Die Komponenten Kokosnussmilch, Zitronengras, Koriandergrün und Sesamöl sind entscheidend für diesen zarten, asiatischen Geschmack. Die Zutaten klingen ausgefallen, sind aber in einem asiatischen oder türkischen Lebensmittelgeschäft meist erhältlich.
Ersetze sonst die Kokosnussmilch durch Weisswein, koche statt dem Zitronengras einen frischen Estragonzweig mit und verwende statt dem Koriandergrün Petersilie, statt Sesamöl z.B. Rapsöl … uns schon hast Du eine Suppe mit französischem Aroma. Auch toll! Als Toppung passen hier Knoblauchcroutons.
Aber egal für welchen Kontinent Du dich entscheidest, viel Spaß und gutes Gelingen!

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Pfannenpizza aus Topfenteig mit Faschiertem und Bärlauchpesto

Kennst Du das? Manchmal muss man beim Kochen aus irgendwelchen Gründen zu Notlösungen greifen, und oft entstehen daraus die besten Rezepte und die leckersten Gerichte.

Ich hatte gestern noch Rindsfaschiertes, das musste aufgebraucht werden. Aber ich hatte keine Lust auf faschierten Braten oder die 1000endste Variante von Fleischbällchen, also kam die Idee: Pfannenpizza mit Faschiertem und Spiegelei, darunter irgendeine Kräuterpaste. Sehr gut, so konnte ich auch gleich meine neuen gusseisernen Portionspfännchen von TK MAXX einweihen (man gönnt sich ja sonst nichts …)

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at



Voller Begeisterung über meine Idee begann ich also, alle Zutaten herzurichten, da schneit meine Tochter auf einen Überraschungsbesuch herein. Aktion also kurz abgebrochen, Kaffee aufgebrüht und getratscht … und getratscht …und, ja genau, getratscht. Irgendwie habe ich es geschafft, nebenbei mal die Fülle zu rösten und mein Bärlauchpesto aus dem Keller zu holen, aber der Pizzateig, der blieb auf der Strecke. Nix mit Hefeteig, nix mit gehen lassen, nix mit Pizza. Es war 18.00 Uhr, diese Pizza hätten wir als Betthupferl genossen!

Naja, sagt mein Mädchen, ist ja egal, machst halt einen Topfenteig! Erst war ich skeptisch, aber sie hat gemeint, sie hätte das auch vor kurzem so gemacht, und es sei sehr gut gewesen. Und meine Tochter kann kochen! Also los, sie sagt mir die Zutaten an (!!!!!), ich werfe alles in den Food Prozessor, schalte kurz ein und habe den fertigen Teig. Eine Stunde in den Kühlschrank, noch ein wenig weitergetratscht (jetzt übers Essen), und schon kann der Teig ausgerollt und in die kleinen Pfannen gedrückt werden.

Und das Ergebnis war sooooo überzeugend gut, der knusprige, leicht säuerliche Teig, die cremige Bärlauchpaste, darauf das knusprige Faschierte und der geschmolzene Käse, zuletzt noch die Spiegeleier und etwas Schnittlauch, und es hat so hübsch ausgesehen in den kleinen Pfannen. Übrigens kann ich dir hier eine gusseiserne Pfanne sehr empfehlen, denn da wird der Boden extra knusprig!

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Also legen wir los, Du brauchst eine ofenfeste Pfanne, oder mehrere kleine, und vielleicht jemanden zum Tratschen?

Für den Belag brauchst Du:
3 Karotten, gewaschen
2 mittelgroße Zwiebeln, geschält
Olivenöl
400 g Rindsfaschiertes, bevorzugt Bio Qualität
Salz, Pfeffer, Oregano
60 g Parmesan, frisch gerieben
60 g Ziegenkäse, frisch gerieben
Schnittlauch
2 (oder mehr) Eier

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Schneide die Karotten in kleine Würfelchen und hacke die Zwiebel fein. Nimm eine große Pfanne, gib etwas Olivenöl hinein und röste Zwiebel und Karotten an, bis sie schön gebräunt sind. Fülle sie in eine Schüssel um.
Gib wieder etwas Olivenöl in die Pfanne und röste nun das Faschierte gut durch, bis es knusprig ist. Dabei musst Du erst mal warten, bis der ganze austretende Saft verdunstet ist und das Fleisch in der Pfanne zu knistern und zischeln beginnt, erst nun setzt der Röstprozess ein. Lasse es schön bräunen, füge dann die Zwiebelmischung hinzu, würze mit Salz, Pfeffer und Oregano, mische gut durch und fülle alles wieder in die Schüssel. Lasse das Faschierte ganz auskühlen. Käse und Schnittlauch brauchen wir erst zum Schluss!

Für die Pizzapaste verrührst Du 4 EL Creme Fraiche mit 2 EL Bärlauchpesto, am besten frisch und selbst gemacht … (jedes andere Pesto ist natürlich auch ok).

Für den “Pizzateig” brauchst Du:
250 g Mehl
250 g kalter Topfen (bitte kein Magertopfen!)
250 g kalte Butter
1 TL Salz

Gib das Mehl und Salz in eine große Schüssel, füge den Topfen und die kleinwürfelig geschnittene Butter hinzu und verknete alles rasch zu einem Teig. Es dürfen ruhig kleine Buttertröpfchen dazwischen sichtbar bleiben, so geht der Teig fast blätterteigartig auf. Das geht natürlich auch mit einer Küchenmaschine!
Wickle den Teig in Frischhaltefolie und lasse ihn etwa eine Stunde im Kühlschrank rasten.

Nun geht’s an das Ausrollen. Ich habe zwei Pfannen mit 18 cm DM verwendet, habe den Teig gedrittelt, und ein Drittel ist mir also übrig geblieben. Wenn Du z.B. zwei größere Pfannen hast, teilst Du den Teig einfach in zwei Teile, oder Du kannst auch eine große Pizza machen, wenn Du eine Pfanne mit 30 cm hast.

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Heize den Backofen vor auf 210 Grad C. Forme die Teigstücke zu Kugeln und rolle sie rund aus, etwa 5 mm dick und etwas größer als der Pfannenboden. Fette den Boden etwas ein und lege den Teig hinein, die Ränder sollen ca. 2 cm nach oben stehen.

Bestreiche den Boden mit der Pestocreme und verteile das Faschierte darüber. Mische die zwei geriebenen Käsesorten, bestreue die Oberfläche dick damit und stelle die Pfanne(n) in den heißen Ofen. Backe die Pfannenpizza ca. 25 Minuten, eventuell solltest Du im letzten Drittel die Temperatur reduzieren, dass der Teig nicht zu braun wird.
Während unsere Prunkstücke backen, bereitest Du Spiegeleier zu, ich habe für jede Pfanne eines gemacht. Vor dem servieren kommt auf jede Pizza ein Spiegelei und wir bestreuen sie mit frischem Schnittlauch. Direkt in der Pfanne serviert ist das wirklich ein Hingucker! Ich wünsche Dir viel Spass beim Nachkochen, uns hat das Experiment überzeugt, in Zukunft kann es auch Pizza geben, wenn es schnell gehen muss.

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at
Pfannenpizza www.tatort-kueche.at
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Bärlauch – Süßkartoffelstrudel

Da ist sie wieder, meine geliebte Bärlauchzeit! Ich teile mein Jahr gerne in spezielle Zeitabschnitte, die sich oft nach gerade verfügbaren Wildpflanzen richtet. So gibt es bei mir z.B. die Holunderblütenzeit, die Waldmeisterzeit, die Schwarzbeerzeit, die Pilzzeit, und gerade jetzt befinde ich mich eben in der Bärlauchzeit. Wir genießen es, im Frühling mit dem Hund durch die einsamen, magischen Auwälder entlang der Mur in der Südsteiermark zu streifen und Bärlauch, aber auch Brennnesseln und frischen Giersch zu sammeln. Da statte ich dann mein Hexenkörberl mit diversen Frischhalteboxen aus , und los gehts.

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at

Dann hocke ich stundenlang am Waldboden und entschwinde in eine andere Welt. Mein Mann hütet inzwischen den Hund und teilt mir mit, wenn sich andere “Eindringlinge” nähern. Mit dem Pflücken helfen ist das so eine Sache: bei mir muss da in der Tupperdose absolute Ordnung herrschen, alle Bärlauchblättchen müssen ihre Spitzen in die eine, ihre Stiele in die andere Richtung strecken, sonst habe ich ja zuhause einen wirren Haufen und muss vor dem Hacken wieder alle Blättchen schlichten! Aber ich muss sagen, heuer hat er das recht gut gemacht, vielleicht vor lauter Freude, dass er helfen durfte???

Na jedenfalls bekommst Du natürlich auch heuer wieder ein Bärlauchrezept von mir. Ehrensache. Ich mache einen Strudel, und kombiniere dabei die cremige Süße der Süßkartoffel mit dem frischen, deftigen Knoblaucharoma des Bärlauchs – ein Gedicht!

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at

Für den Strudelteig brauchst Du:
250 g glattes Mehl, am besten ist Weizenmehl der Type W700
1/2 TL Salz
1 TL Kurkuma
2 EL Olivenöl
125 bis 140 ml warmes Wasser

Das Kurkumapulver muss natürlich nicht sein, aber der Strudelteig bekommt eine tolle Farbe davon, und gesund ist es auch. Du kannst auch Currypulver nehmen!
Mische Mehl, Salz und Kurkuma in einer Schüssel, gib Öl und vorerst 125 ml Wasser dazu und verknete alles mit der Küchenmaschine oder den Knethaken eines Handmixers. Gib noch Wasser dazu, falls der Teig zu fest ist. Knete ihn lange und gründlich, bis er ganz seidig und glatt ist, ca. 10 Minuten. Er soll so weich sein dass er gerade nicht klebt. Lege den Teigball in eine Schüssel, bestreiche ihn mit Olivenöl und bedecke ihn mit Folie. So rastet er nun für mindestens 2 Stunden.

Für die Fülle brauchst Du:
ca. 1 kg Süßkartoffeln
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kurkuma
ca. 60 ml Olivenöl
1/8 L Weisswein

120g Parmesan, gewürfelt
70-80 g Bärlauch, gehackt

Schäle die Sükartoffeln, schneide sie in kleine Würfelchen, gib sie in eine Auflaufform und vermische sie mit den Gewürzen und dem Olivenöl. Gieße den Wein in die Form und backe die Süßkartoffeln bei 180 °C so lange, bis sie sehr weich sind, etwa 50 Minuten.

Gib Bärlauch und Parmesan in eine Blitzhacker und zerhacke sie zu “Streuseln”.

Heize den Backofen vor auf 180 °C Heißluft (bzw. wenn Du direkt zuvor die Kartoffeln gebacken hast, lass den Ofen gleich an!), belege zwei Bleche mit Backpapier.

Belege die Arbeitsfläche mit einem sauberen, großen Küchentuch, am besten ist ein zerschnittenes altes Leintuch, und bemehle es gut. Teile den Strudelteig in zwei Hälften, rolle die eine Hälfte auf dem Küchentuch zu einem Rechteck aus, hebe den Teig nun vorsichtig über Deine Handrücken und lasse ihn hängend immer weiter über die Knöchel wandern, rundherum, sodass er sich aushängt und immer dünner wird. Es gibt dazu auch gute You Tube Videos, z. B. dieses von KOCHEN UND KÜCHE:

https://www.youtube.com/watch?v=5nzbPcSCXhM

Ist der Teig dünn genug – aufpassen dass er nicht reisst – legst Du ihn wieder auf das Tuch und ziehst ihn in Form, es sollte ein großes Rechteck sein, etwa 50 / 35 cm, oder so. (es ist kein Geometrie-Test!)

Bestreiche die Fläche nun dünn mit Olivenöl, verteile die Hälfte der abgekühlten Kartoffelwürfel darauf und bestreue alles mit der Hälfte der Bärlauchstreusel, bedecke den Teig allerdings im oderen Drittel nicht mit Fülle!!

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at



Schlage nun die Teigränder links und rechts etwa zwei cm nach innen, und Mithilfe des Tuches rollst Du den Strudel nun auf und beförderst ihn so auf das Backblech, dass wenn möglich die Nahtstelle unten liegt.

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at

Verfahre mit der zweiten Teighälfte gleich. Bestreiche die Oberflächen mit Olivenöl, bestreue sie mit schwarzem Sesam und backe die Strudel für 25 bis 30 Minuten. Serviere den Strudel lauwarm mit einer frischen Joghurtsauce, dazu einfach griechischen Naturjoghurt ( 10 % Fett …) mit gehacktem Bärlauch und etwas Salz verrühren.

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at
Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at

Der Strudel ist ein herrlicher kleiner Imbiss am Abend, er macht satt und liegt trotzdem nicht wie ein Stein im Bauch.

Und solltest Du keine Süßkartoffeln mögen, was jammerschade wäre, na dann nimm einfach “normale” Kartoffeln. Gutes Gelingen!

Süßkartoffelstrudel Tatort-küche.at


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