Calzone mit Melanzanifüllung … leckere Pizzataschen!

Calzone mit Melanzanifüllung … leckere Pizzataschen!

Es ist ja allgemein bekannt, dass wir Frauen eine ganz spezielle Beziehung zu Handtaschen haben.
Zumindest die meisten von uns sind von dem Tascherlvirus betroffen. Ich bin da keine Ausnahme, allerdings hat der Virus bei mir schon in den Nahrungsmittelbereich übergegriffen, meine liebsten Gerichte sind nämlich – Tascherln.
Italienische Nudeltascherln in jeglicher Form, süß gefüllte Mürbteigtascherln, Kärntner Kasnudeln (mit Minze!), japanische Teigtaschen, genannt Gyozas, chinesische gedämpfte Teigtaschen, russische Krautpirogen … oder Calzone, die Pizza in Taschenform. Ich könnte sie täglich essen, und nachdem fast jedes Land seine eigene Form von Teigtaschen aufzuweisen hat, würde das auch bestimmt nie langweilig werden!

Das italienische Wort “Calzone” heißt auf deutsch “Hose”, was ich nun leider als Tatsache einfach so hinnehmen muss, denn diese Pizzatasche sieht für mich auf keinen Fall aus wie irgendeine Form von Hose – vielleicht am ehesten noch wie ein Lendenschurz – sondern eindeutig wie eine Tasche. Eigentlich würde man die Form in der Taschenwelt als “Clutch” bezeichnen. Aber wie auch immer, die gefüllte Hose (oje!) ist unwiderstehlich. Die Calzone kommt ursprünglich aus Neapel, sie wurde dort schon als Streetfood gegessen, als man noch gar nicht wusste, was Streetfood ist, es war einfach ein auf der Straße genossener Happen. Der Teig wird über der Füllung zusammengeklappt und die Taschenpizza dann im Holzofen gebacken, manchmal auch in Öl frittiert.

Die traditionelle Füllung findest Du überall im Internet, ich habe mich auch bei diesem Klassiker nicht an Traditionen geklammert und meine eigene Füllung kreiert, sie besteht hauptsächlich aus Melanzani, was ja noch sehr italienisch ist, beim Käse drifte ich allerdings etwas nach Griechenland ab, ich verwende Schafkäse. Nichts für ungut, ich bezeichne das Rezept als mediterran. Okay?
Cominciamo – lasst uns anfangen, va bene?

Für den Teig brauchst Du:
15 g frische Germ + 30 ml Wasser + 1 TL Rohrzucker
400 g glattes Mehl, ich verwende Dinkelmehl 630er
100 g Hartweizengrieß
1/2 TL Salz
1 EL zerstossene Rosmarinnadeln
150 ml Buttermilch
ca. 180 ml Wasser

Verrühre Germ, Wasser und Zucker, bis die Germ sich völlig aufgelöst hat.
Gib alle anderen Zutaten, ausgenommen die 180 ml Wasser, in eine große Schüssel und vermische alles mit dem Germwasser.
Füge nach und nach das restliche Wasser hinzu und verknete alles zu einem geschmeidigen Germteig, am besten geht das mit einer Küchenmaschine!
Der Teig sollte sehr weich sein, es wäre also möglich dass Du noch etwas Wasser brauchst.
Die Knetzeit beträgt 10 Minuten, bis der Teig glänzt und ganz seidig ist. Forme ihn zu einer Kugel (gleich in der Schüssel), bestäube die Oberfläche mit etwas Mehl, sodass er nicht austrocknet, decke die Schüssel ab und lasse den Teig aufgehen, etwa 2-3 Stunden.

Für die Fülle brauchst Du:
2 Melanzani
Salz, Pfeffer
ca. 30 ml Olivenöl
150 g Schafkäse
3 Zweige frisches Basilikum
3 EL Tomatenmark, das konzentrierte aus der Tube oder Dose.

Schneide die Melanzani in 1/1 cm große (kleine) Würfelchen und gib diese in eine flache Auflaufform. Vermische sie mit dem Olivenöl, Salz und Pfeffer und röste alles im Backofen bei 170°C Umluft für etwa 40 Minuten, decke die Form dabei die ersten 20 Minuten mit Alufolie ab. Rühre immer wieder mal durch, wenn die Melanzaniwürfel schrumpelig werden und bräunen und so richtig weich sind, ist die Masse fertig.
Mische nun das Tomatenmark darunter, lasse alles abkühlen und füge zuletzt das klein gehackte Basilikum und den gehackten Schafkäse dazu.

Die fertige Füllung

Belege zwei Backbleche mit Backpapier. Teile den Teig in vier gleich große Stücke. Decke drei davon mit einem Küchentuch ab, lege das vierte auf die geölte Arbeitsfläche und drücke es mit den Fingern zu einem Kreis mit ca. 25 cm Durchmesser.


Verteile ein Viertel der Fülle auf den unteren Halbkreis, schlage den oberen Halbkreis darüber und drücke die Ränder gut fest. Wenn Du künstlerisch veranlagt bist, kannst du den Rand auch kordeln.
Befördere die Tasche (Hose …) vorsichtig auf das Backblech, das geht am besten mit einem Tortenretter oder einem großen Pfannenwender.
Forme nun drei weitere Calzones und lasse sie nochmal etwa 15 Minuten ruhen, während Du den Backofen auf 220°C Umluft vorheizt, Pizzastufe mit Unterhitze wäre idealer, aber so kannst Du beide Bleche zugleich backen. Ausser Du besitzt einen Holzofen im Garten, dann nimm den!
Bestreiche die Pizzen mit verschlagenem Ei, Du kannst sie mit einigen Salzflocken oder etwas Paprika bestreuen, gib die Bleche in den Ofen und backe sie etwa 20 Minuten, bis sie eine schöne Farbe haben, und wenn Du sie leicht anhebst, muss der Boden schön fest und kross sein.

Ich habe dazu noch einen erfrischeneden Sauerrahm-Schnittlauchdip serviert, einen Tomatensalat und kaltes Bier. Bei mediterranen Temperaturen haben mein Mann und ich dann die Calzones vernichtet, eine ist sogar übriggeblieben, das ist die ideale Jause für den nächsten Tag.

Dieses tolle Sommeressen kannst Du übrigens super vorbereiten: mache die Füllung bereits am Vortag. Wenn Du die Pizza dann am Abend zubereiten möchtest, setze in der Früh den Teig an und stelle ihn zum Aufgehen in den Kühlschrank. Dort kann er ruhig den ganzen Tag auf Dich warten, Du brauchst ihn dann nur mehr herausnehmen, etwas warm werden lassen und formen. Und so hast Du in ca. 40 Minuten ein Essen wie beim Italiener, nur besser! Mahlzeit!

Übrigens, ein paar Beiträge für Tascherlfans gibt es schon bei mir:

Herzerl-Ravioli mit Tomaten-Karfiolsugo

Butternut-Empanadas, gefüllte Teigtaschen mit Kürbis und Faschiertem

Chinkali, georgische Teigtaschen

Please follow and like us:
error
error

Enjoy this blog? Please spread the word :)