“Bannock Bread”, Pfannenbrot aus Schottland, dazu Rote Rüben Hummus und goldene Milch

“Bannock Bread”, Pfannenbrot aus Schottland, dazu Rote Rüben Hummus und goldene Milch

Frühstück am Tag der Heiligen Drei Könige, das schreit doch förmlich nach Gewürzen und Aromen aus dem Morgenland, oder? Nun, das fällt mir nicht schwer, denn über meine Gewürzlade würde sich jeder der drei Könige freuen, oder besser gesagt über ihren Inhalt.
Aber du weißt ja, ich habe gerne Multikulti in meiner Küche, und so mischt sich heute auch eine Nationalität aus einer ganz anderen Ecke auf meinen Frühstückstisch, und zwar Schottland.
Wir backen heute schottisches Bannock Bread, als Aufstrich gibt es Hummus aus Roter Rübe, begleitet von einem Glas Goldener Milch mit frischen Kurkumaknollen. Ist das international genug?

Bannock Bread wird in Schottland schon seit Jahrhunderten zubereitet. Ursprünglich bestand der Teig nur aus Mehl (oft Hafermehl), Salz, Wasser und Schmalz, es wurde kein Triebmittel zugesetzt und der flache Fladen wurde auf einem Stein über offenem Feuer gebacken. Dieses Fladenbrot war recht fest und sehr gut haltbar. Später wurde das Rezept mit Backtriebmitteln, Milch, Gewürzen und diversen anderen Zutaten verfeinert, und jede Region hatte ihr eigenes Bannock.
Ich bin in einem der Kochbücher von Yvette van Boven (Home made Winter) darauf gestoßen und musste dieses sehr spezielle Rezept natürlich ausprobieren. Das Brot wird heute meist in der Pfanne gebraten, geht superschnell und einfach, und es schmeckt total lecker, vor allem noch lauwarm.
Ich habe das Rezept etwas abgewandelt und aus gegebenem Anlaß mit Kurkuma verfeinert (Du weißt schon, das Morgenland!), solltest du also mal zum Frühstück ohne Brot dastehen, ich kann dir dieses Rezept wärmstens empfehlen! Kurkuma ist natürlich nur ein Vorschlag, lasse es ganz weg oder ersetze es z. B. durch Zimt, wenn du Brot lieber mit Marmelade isst.

Das Brot sollte ganz frisch aus der Pfanne serviert werden, deshalb bereiten wir erst mal unseren pinken Hummus zu.

Für den Rote Rüben Hummus brauchst du:
250 g im Ofen gegarte Rote Rüben (Rohnen, Rote Beete!), das heißt: Rote Rüben schälen, klein würfeln, mit Olivenöl vermischen, mit 1/8 l Rotwein begießen, und in einer kleinen Auflaufform bei 170 ° C eine Stunde im Ofen backen, die Form dabei mit Folie abdecken. Ev. Flüssigkeit nachgießen.
Saft einer halben Limette
3 EL Tahini (Sesampaste)
3 EL Sauerrahm
Salz, Pfeffer
etwas im Mörser zerstoßenen Kreuzkümmel
etwas Wasser

Jetzt wird es schwierig (hihi). Gib einfach alle Zutaten in einen Blender und püriere sie, füge dabei so viel Wasser hinzu, dass alles schön cremig wird und nicht zu fest ist. Du kannst die Masse ganz fein pürieren oder etwas gröber lassen, ganz wie du magst. Hummus sollte nicht in den Kühlschrank, da sonst die feinen Aromen der Gewürze darunter leiden. Ich habe den Aufstrich noch mit gekochten Wachteleiern garniert, schließlich ist es ja ein Feiertag!

Rote Rüben Hummus

Für das Pfannenbrot brauchst du:
250 g glattes Mehl, ich verwende Dinkelmehl 630
1 EL Rohrzucker
1/2 TL Salz
1 TL Weinsteinbackpulver
1/2 TL Natron
1 TL Kurkuma
40 g kalte Butter in Flocken
ca. 250 ml kalte Buttermilch
3 EL Butterschmalz

Mische Mehl, Zucker, Salz, Backpulver, Natron und Kurkuma (optional!) in einer Schüssel gut durch, gib die Butterflocken darauf und arbeite diese am Besten mit einer Gabel etwas ein, es sollen aber sichtbare Flocken bleiben.
Gieße nun die Buttermilch dazu, Buttermilch ist wichtig, denn sie reagiert durch ihre Säure mit dem Natron und das macht den Teig locker.
Mische die Masse mit einem Kochlöffel durch bis alles vermengt und befeuchtet ist, aber bearbeite den Teig so kurz als möglich. Er sollte sehr feucht sein, nicht flüssig, aber auch nicht mit den Händen knetbar. Er kommt direkt aus der Schüssel in die Pfanne.
Erhitze in einer 24 cm Pfanne 2 EL Butterschmalz, lasse den Teig hineingleiten und drücke ihn in Form. Er ist etwa zwei Finger dick. Backe ihn auf mittlerer Flamme 8 Minuten, wende ihn dann und backe weitere 8 Minuten, gib nun auch den übrigen EL Butterschmalz noch in die Pfanne.

Lege das fertige Brot auf ein Brett und schneide es zum Servieren in Tortenstücke, so wird es traditionell gemacht.
Die hübsche rötliche Marmorierung ist bei mir entstanden, weil das Kurkumapulver sich an die Butterflocken geklebt hat und so beim Backen in den Teig geschmolzen ist.
Du kannst das Brot wie gesagt sehr gut auch anders würzen, mit frischen oder getrockneten Kräutern, auch Rosinen oder sogar Schokodrops sind möglich!

Nun gebe ich noch 250 ml Mandelmilch in meinen Smoothieblenderbehälter, dazu kommen eine geschälte, kleingeschnittene Kurkumawurzel, ein paar Mangostücke und 2 EL Agavendicksaft.

Alles fein pürieren, fertig ist meine goldene Milch.
Was für ein Frühstück! International wie ich es liebe, supergesund, farbenfroh und ein Geschmackserlebnis. Ja ja liebe Österreicher, es gibt mehr als Semmerl mit Butter und Marmelade, obwohl … das ist natürlich auch lecker! Aber nicht jeden Tag! Also viel Spaß beim Ausprobieren!


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