Monat: Mai 2019

Kohlrüben – Kartoffelcremesuppe mit asiatischem Touch

Es regnet, und regnet, und die Nacktschnecken tanzen in meinem Gemüsegarten einen Freudentanz. Ich bin wirklich tierlieb und trage jede Spinne aus dem Haus, lebend natürlich, aber bei Nacktschnecken enden meine positiven Gefühle. Da habe ich nur mehr Gefühle für meine armen Gemüsepflänzchen. Kaum eingesetzt, werden sie schon angeknabbert. Aber zum Glück konnten einige Kohlrübenpflanzen dem schleimigen Kriechtier trotzen und haben überlebt, also gibt es heute ein Rezept mit Kohlrübe.
Auch meine im Herbst bei der Ernte abgefallenen Koriandersamen sind wieder super aufgegangen, und das Koriandergrün wuchert bei dem feuchten Wetter ganz toll.

Gartenschätze: links Grünkohlblätter, mittig mein geliebter Koriander, rechts die Blüten der Grünkohlpflanzen


Meine Suppe wird also geschmacklich ins asiatische tendieren, denn mein geliebtes Koriandergrün muss ich einfach einbauen.

Dünne Cremesüppchen sind nicht mein Ding, ich mag Cremesuppen, wenn sie so sind, wie sie heißen, nämlich CREMIG und dick. Als Garnitur mache ich ein knuspriges Erdnusstopping, so etwas wie salzige Nussstreusel mit Gewürzen, oder eine Art würziges Granola, und dieses Topping sollte natürlich beim Anrichten auch dekorativ auf der Suppe liegen bleiben, daher muss diese eine dicke Konsistenz haben. Die Erdnüsse würden in einem dünnen Safterl ja ersaufen! (nobler: untergehen).


Auch das Topping ist natürlich mit asiatischen Aromen gewürzt.

für das Erdnusstopping brauchst Du:
80 g rohe, ungesalzene Erdnüsse
1 EL Erdnussöl
30 g Sesam, schön ist heller und dunkler gemischt
1 TL Koriandersamen
1 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL rosa Pfefferbeeren
1 TL grobes Salz

Die Zutaten für mein Erdnuss Knuspertopping

Mische die Erdnüsse mit dem Erdnussöl in einer kleinen Auflaufform und röste sie im 160 Grad heißen Ofen ca. 10 Minuten.
Auch den Sesam röstest Du kurz an, am besten in einer kleinen Pfanne am Herd, ohne Öl. Achtung, nicht verbrennen lassen, das geht sehr schnell! Gib den fertigen Sesam dann sofort aus der Pfanne in ein kleines Schüsserl.
Zuletzt kommen die Koriandersamen, Pfeffer und Kreuzkümmel in die kleine Pfanne und werden ebenso kurz geröstet, bis sie duften. Diese Gewürze füllst Du dann in einen Mörser um.
Hacke die Erdnüsse ganz grob, mörsere die Gewürze zu groben Krümeln und mische nun die Gewürze, die rosa Pfefferbeeren und das Salz unter die Erdnüsse.
Hebe dieses unglaublich duftende Topping in einem Schraubglas lichtgeschützt auf, so hält es etwa zwei Wochen.

Das fertige Erdnuss Knuspertopping

Für die Suppe brauchst Du:
eine mittelgroße Zwiebel, gehackt
5 EL Erdnussöl
300 ml Kokosnussmilch, ungesüßt
200 ml Wasser
eine Stange Zitronengras
eine große Kohlrübe, geschält, gewürfelt
2 große Kartoffeln, geschält, gewürfelt
1 TL Salz
einige Blätter Grünkohl oder frischen Spinat
eine Handvoll frische Korianderzweige (hier geht natürlich auch Petersilie oder ähnliches, aber es schmeckt dann halt weniger asiatisch).
3 EL Sesamöl
1/8 l Schlagobers
Salz, Pfeffer zum Abschmecken

Röste die Zwiebel in dem Öl an und lösche mit Kokosnussmilch und Wasser ab. Füge den Stängel Zitronengras, Kohlrübe und Kartoffeln hinzu, salze und lasse alles etwa 20 Minuten köcheln.
Anmerkung: wenn Du den Zitronengrasstängel zuvor mit einem Fleischhammer etwas zerquetschst, ist das Aroma noch intensiver!
Gib am Ende der Kochzeit die gehackten Grünkohlblätter oder Spinatblätter sowie die Korianderblätter hinzu, rühre kurz durch und lasse alles etwas abkühlen.

Die Suppe vor dem Pürieren


Fülle den Topfinhalt in einen Blender, füge Sesamöl und Schlagobers hinzu und püriere die Suppe, bis sie ganz fein und samtig ist. Schmecke nun nochmal ab und würze ev. nach, dann kannst Du die Suppe wieder in den Topf gießen und erhitzen. (Sollte Dir die Suppe zu dick sein, kannst Du nun noch etwas Kokosmilch oder Wasser hinzufügen, aber, ich habe Dich gewarnt, das Topping geht unter, und es schmeckt nicht mehr so voll!)
Garniere die angerichtete Suppe mit dem crunchy Erdnuss Topping und vielleicht ein paar essbaren Blüten, bei mir blühen meine Grünkohlstöcke gerade, die zarten gelben Blütchen schmecken soooo gut!

Die Komponenten Kokosnussmilch, Zitronengras, Koriandergrün und Sesamöl sind entscheidend für diesen zarten, asiatischen Geschmack. Die Zutaten klingen ausgefallen, sind aber in einem asiatischen oder türkischen Lebensmittelgeschäft meist erhältlich.
Ersetze sonst die Kokosnussmilch durch Weisswein, koche statt dem Zitronengras einen frischen Estragonzweig mit und verwende statt dem Koriandergrün Petersilie, statt Sesamöl z.B. Rapsöl … uns schon hast Du eine Suppe mit französischem Aroma. Auch toll! Als Toppung passen hier Knoblauchcroutons.
Aber egal für welchen Kontinent Du dich entscheidest, viel Spaß und gutes Gelingen!

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Pfannenpizza aus Topfenteig mit Faschiertem und Bärlauchpesto

Kennst Du das? Manchmal muss man beim Kochen aus irgendwelchen Gründen zu Notlösungen greifen, und oft entstehen daraus die besten Rezepte und die leckersten Gerichte.

Ich hatte gestern noch Rindsfaschiertes, das musste aufgebraucht werden. Aber ich hatte keine Lust auf faschierten Braten oder die 1000endste Variante von Fleischbällchen, also kam die Idee: Pfannenpizza mit Faschiertem und Spiegelei, darunter irgendeine Kräuterpaste. Sehr gut, so konnte ich auch gleich meine neuen gusseisernen Portionspfännchen von TK MAXX einweihen (man gönnt sich ja sonst nichts …)

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at



Voller Begeisterung über meine Idee begann ich also, alle Zutaten herzurichten, da schneit meine Tochter auf einen Überraschungsbesuch herein. Aktion also kurz abgebrochen, Kaffee aufgebrüht und getratscht … und getratscht …und, ja genau, getratscht. Irgendwie habe ich es geschafft, nebenbei mal die Fülle zu rösten und mein Bärlauchpesto aus dem Keller zu holen, aber der Pizzateig, der blieb auf der Strecke. Nix mit Hefeteig, nix mit gehen lassen, nix mit Pizza. Es war 18.00 Uhr, diese Pizza hätten wir als Betthupferl genossen!

Naja, sagt mein Mädchen, ist ja egal, machst halt einen Topfenteig! Erst war ich skeptisch, aber sie hat gemeint, sie hätte das auch vor kurzem so gemacht, und es sei sehr gut gewesen. Und meine Tochter kann kochen! Also los, sie sagt mir die Zutaten an (!!!!!), ich werfe alles in den Food Prozessor, schalte kurz ein und habe den fertigen Teig. Eine Stunde in den Kühlschrank, noch ein wenig weitergetratscht (jetzt übers Essen), und schon kann der Teig ausgerollt und in die kleinen Pfannen gedrückt werden.

Und das Ergebnis war sooooo überzeugend gut, der knusprige, leicht säuerliche Teig, die cremige Bärlauchpaste, darauf das knusprige Faschierte und der geschmolzene Käse, zuletzt noch die Spiegeleier und etwas Schnittlauch, und es hat so hübsch ausgesehen in den kleinen Pfannen. Übrigens kann ich dir hier eine gusseiserne Pfanne sehr empfehlen, denn da wird der Boden extra knusprig!

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Also legen wir los, Du brauchst eine ofenfeste Pfanne, oder mehrere kleine, und vielleicht jemanden zum Tratschen?

Für den Belag brauchst Du:
3 Karotten, gewaschen
2 mittelgroße Zwiebeln, geschält
Olivenöl
400 g Rindsfaschiertes, bevorzugt Bio Qualität
Salz, Pfeffer, Oregano
60 g Parmesan, frisch gerieben
60 g Ziegenkäse, frisch gerieben
Schnittlauch
2 (oder mehr) Eier

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Schneide die Karotten in kleine Würfelchen und hacke die Zwiebel fein. Nimm eine große Pfanne, gib etwas Olivenöl hinein und röste Zwiebel und Karotten an, bis sie schön gebräunt sind. Fülle sie in eine Schüssel um.
Gib wieder etwas Olivenöl in die Pfanne und röste nun das Faschierte gut durch, bis es knusprig ist. Dabei musst Du erst mal warten, bis der ganze austretende Saft verdunstet ist und das Fleisch in der Pfanne zu knistern und zischeln beginnt, erst nun setzt der Röstprozess ein. Lasse es schön bräunen, füge dann die Zwiebelmischung hinzu, würze mit Salz, Pfeffer und Oregano, mische gut durch und fülle alles wieder in die Schüssel. Lasse das Faschierte ganz auskühlen. Käse und Schnittlauch brauchen wir erst zum Schluss!

Für die Pizzapaste verrührst Du 4 EL Creme Fraiche mit 2 EL Bärlauchpesto, am besten frisch und selbst gemacht … (jedes andere Pesto ist natürlich auch ok).

Für den “Pizzateig” brauchst Du:
250 g Mehl
250 g kalter Topfen (bitte kein Magertopfen!)
250 g kalte Butter
1 TL Salz

Gib das Mehl und Salz in eine große Schüssel, füge den Topfen und die kleinwürfelig geschnittene Butter hinzu und verknete alles rasch zu einem Teig. Es dürfen ruhig kleine Buttertröpfchen dazwischen sichtbar bleiben, so geht der Teig fast blätterteigartig auf. Das geht natürlich auch mit einer Küchenmaschine!
Wickle den Teig in Frischhaltefolie und lasse ihn etwa eine Stunde im Kühlschrank rasten.

Nun geht’s an das Ausrollen. Ich habe zwei Pfannen mit 18 cm DM verwendet, habe den Teig gedrittelt, und ein Drittel ist mir also übrig geblieben. Wenn Du z.B. zwei größere Pfannen hast, teilst Du den Teig einfach in zwei Teile, oder Du kannst auch eine große Pizza machen, wenn Du eine Pfanne mit 30 cm hast.

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Heize den Backofen vor auf 210 Grad C. Forme die Teigstücke zu Kugeln und rolle sie rund aus, etwa 5 mm dick und etwas größer als der Pfannenboden. Fette den Boden etwas ein und lege den Teig hinein, die Ränder sollen ca. 2 cm nach oben stehen.

Bestreiche den Boden mit der Pestocreme und verteile das Faschierte darüber. Mische die zwei geriebenen Käsesorten, bestreue die Oberfläche dick damit und stelle die Pfanne(n) in den heißen Ofen. Backe die Pfannenpizza ca. 25 Minuten, eventuell solltest Du im letzten Drittel die Temperatur reduzieren, dass der Teig nicht zu braun wird.
Während unsere Prunkstücke backen, bereitest Du Spiegeleier zu, ich habe für jede Pfanne eines gemacht. Vor dem servieren kommt auf jede Pizza ein Spiegelei und wir bestreuen sie mit frischem Schnittlauch. Direkt in der Pfanne serviert ist das wirklich ein Hingucker! Ich wünsche Dir viel Spass beim Nachkochen, uns hat das Experiment überzeugt, in Zukunft kann es auch Pizza geben, wenn es schnell gehen muss.

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at
Pfannenpizza www.tatort-kueche.at
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