Mousse au Chocolat mit Avocado und Qimic Schokolade

Nachdem der Hagel in meinem Gemüse gewütet hatte, wollte ich schon das Handtuch werfen und aufgeben, die ersten Tage danach. Aber, naja, dann hat mich der Ehrgeiz gepackt und ich habe mich “in die Beete gestürzt” und Gas gegeben.
Ausreissen, wegschneiden. umgraben, Kompost unterheben, neu säen, gießen, hoffen … das waren meine letzten Tage. Zucchini gibts leider keine mehr, die Rohnen und die Erbsen sowie meine schöne Petersilie sind auch hin, aber der Salat und der Mangold treiben wieder aus, und vielleicht kann ich noch frischen Spinat ernten, wenn er gut wächst.
Zeit zum Kochen blieb da nicht viel, aber ohne Nachspeise, das geht gar nicht. Also musste ein Dessert her, das megaschnell gezaubert ist und toll schmeckt.
Da ich ja vor Kurzem eine ganze Ladung Qimic von eben dieser Firma erhalten hatte, da sie ein Rezept von mir für ihre Webseite verwenden konnten, dachte ich also, da könnte man ja was ausprobieren. Meine Wahl fiel auf Qimic Schoko, eine reife Avocado habe ich immer zuhause, und da ja Schoko-Avocadomousse gerade sehr angesagt ist, stand mein Dessertrezept fest.


Ich hatte da schon zwei andere Varianten probiert, mit geschmolzener Schokolade, und eines mit Frischkäse, aber ehrlich, diese Variante hat unschlagbar gut geschmeckt. Mein Mann wäre nie darauf gekommen, dass da Avocado drin ist, und dass dieses Dessert sogar gesund ist!
Und es ist in fünf Minuten fertig, ausser Du musst erst Avocado kaufen gehen.

Für das Schokomousse brauchst Du, für zwei Portionen:
Eine Packung Qimic Schokolade
eine reife Avocado
Saft einer halben Limette
1 gehäufter EL Rohkakao (reines Kakaopulver ohne Zucker, keine Trinkschokolademischung!)
1 EL Mandelmus
2 EL Agavendicksaft

Anmerkung: Ich habe die “Mandelcrema” von Josef Zotter verwendet, es ist das beste Mandelmus das ich je hatte!
Schneide die Avocado in der Mitte durch, entferne den Kern und löse das Fruchtfleisch heraus.
Gib es mit allen anderen Zutaten in einen Blender und püriere alles zu feinem, cremigem Mousse.
(Du siehst, die Herstellung ist wirklich kompliziert und Zeitaufwendig …)

Fülle das Schokomousse in hübsche Gläser und garniere mit gehackten Pistazien und Himbeeren, oder was auch immer Dir einfällt.
Stelle das Dessert für etwa 2 Stunden in den Kühlschrank, nimm es aber unbedingt 15 Minuten vor dem Verzehr wieder heraus, wenn es zu kalt ist, kann sich der Kakaogeschmack nicht so intensiv entfalten!

So einfach, so raffiniert, so gut! Versuch es und Du wirst es lieben! Ich bin übrigens schon viele Jahre begeisterter Qimic Fan und habe immer einige Sorten daheim, es ist praktisch, unkompliziert, geht schnell und steigert die Kreativität in der Küche. Genieße den süßen Augenblick.


Calzone mit Melanzanifüllung … leckere Pizzataschen!

Es ist ja allgemein bekannt, dass wir Frauen eine ganz spezielle Beziehung zu Handtaschen haben.
Zumindest die meisten von uns sind von dem Tascherlvirus betroffen. Ich bin da keine Ausnahme, allerdings hat der Virus bei mir schon in den Nahrungsmittelbereich übergegriffen, meine liebsten Gerichte sind nämlich – Tascherln.
Italienische Nudeltascherln in jeglicher Form, süß gefüllte Mürbteigtascherln, Kärntner Kasnudeln (mit Minze!), japanische Teigtaschen, genannt Gyozas, chinesische gedämpfte Teigtaschen, russische Krautpirogen … oder Calzone, die Pizza in Taschenform. Ich könnte sie täglich essen, und nachdem fast jedes Land seine eigene Form von Teigtaschen aufzuweisen hat, würde das auch bestimmt nie langweilig werden!

Das italienische Wort “Calzone” heißt auf deutsch “Hose”, was ich nun leider als Tatsache einfach so hinnehmen muss, denn diese Pizzatasche sieht für mich auf keinen Fall aus wie irgendeine Form von Hose – vielleicht am ehesten noch wie ein Lendenschurz – sondern eindeutig wie eine Tasche. Eigentlich würde man die Form in der Taschenwelt als “Clutch” bezeichnen. Aber wie auch immer, die gefüllte Hose (oje!) ist unwiderstehlich. Die Calzone kommt ursprünglich aus Neapel, sie wurde dort schon als Streetfood gegessen, als man noch gar nicht wusste, was Streetfood ist, es war einfach ein auf der Straße genossener Happen. Der Teig wird über der Füllung zusammengeklappt und die Taschenpizza dann im Holzofen gebacken, manchmal auch in Öl frittiert.

Die traditionelle Füllung findest Du überall im Internet, ich habe mich auch bei diesem Klassiker nicht an Traditionen geklammert und meine eigene Füllung kreiert, sie besteht hauptsächlich aus Melanzani, was ja noch sehr italienisch ist, beim Käse drifte ich allerdings etwas nach Griechenland ab, ich verwende Schafkäse. Nichts für ungut, ich bezeichne das Rezept als mediterran. Okay?
Cominciamo – lasst uns anfangen, va bene?

Für den Teig brauchst Du:
15 g frische Germ + 30 ml Wasser + 1 TL Rohrzucker
400 g glattes Mehl, ich verwende Dinkelmehl 630er
100 g Hartweizengrieß
1/2 TL Salz
1 EL zerstossene Rosmarinnadeln
150 ml Buttermilch
ca. 180 ml Wasser

Verrühre Germ, Wasser und Zucker, bis die Germ sich völlig aufgelöst hat.
Gib alle anderen Zutaten, ausgenommen die 180 ml Wasser, in eine große Schüssel und vermische alles mit dem Germwasser.
Füge nach und nach das restliche Wasser hinzu und verknete alles zu einem geschmeidigen Germteig, am besten geht das mit einer Küchenmaschine!
Der Teig sollte sehr weich sein, es wäre also möglich dass Du noch etwas Wasser brauchst.
Die Knetzeit beträgt 10 Minuten, bis der Teig glänzt und ganz seidig ist. Forme ihn zu einer Kugel (gleich in der Schüssel), bestäube die Oberfläche mit etwas Mehl, sodass er nicht austrocknet, decke die Schüssel ab und lasse den Teig aufgehen, etwa 2-3 Stunden.

Für die Fülle brauchst Du:
2 Melanzani
Salz, Pfeffer
ca. 30 ml Olivenöl
150 g Schafkäse
3 Zweige frisches Basilikum
3 EL Tomatenmark, das konzentrierte aus der Tube oder Dose.

Schneide die Melanzani in 1/1 cm große (kleine) Würfelchen und gib diese in eine flache Auflaufform. Vermische sie mit dem Olivenöl, Salz und Pfeffer und röste alles im Backofen bei 170°C Umluft für etwa 40 Minuten, decke die Form dabei die ersten 20 Minuten mit Alufolie ab. Rühre immer wieder mal durch, wenn die Melanzaniwürfel schrumpelig werden und bräunen und so richtig weich sind, ist die Masse fertig.
Mische nun das Tomatenmark darunter, lasse alles abkühlen und füge zuletzt das klein gehackte Basilikum und den gehackten Schafkäse dazu.

Die fertige Füllung

Belege zwei Backbleche mit Backpapier. Teile den Teig in vier gleich große Stücke. Decke drei davon mit einem Küchentuch ab, lege das vierte auf die geölte Arbeitsfläche und drücke es mit den Fingern zu einem Kreis mit ca. 25 cm Durchmesser.


Verteile ein Viertel der Fülle auf den unteren Halbkreis, schlage den oberen Halbkreis darüber und drücke die Ränder gut fest. Wenn Du künstlerisch veranlagt bist, kannst du den Rand auch kordeln.
Befördere die Tasche (Hose …) vorsichtig auf das Backblech, das geht am besten mit einem Tortenretter oder einem großen Pfannenwender.
Forme nun drei weitere Calzones und lasse sie nochmal etwa 15 Minuten ruhen, während Du den Backofen auf 220°C Umluft vorheizt, Pizzastufe mit Unterhitze wäre idealer, aber so kannst Du beide Bleche zugleich backen. Ausser Du besitzt einen Holzofen im Garten, dann nimm den!
Bestreiche die Pizzen mit verschlagenem Ei, Du kannst sie mit einigen Salzflocken oder etwas Paprika bestreuen, gib die Bleche in den Ofen und backe sie etwa 20 Minuten, bis sie eine schöne Farbe haben, und wenn Du sie leicht anhebst, muss der Boden schön fest und kross sein.

Ich habe dazu noch einen erfrischeneden Sauerrahm-Schnittlauchdip serviert, einen Tomatensalat und kaltes Bier. Bei mediterranen Temperaturen haben mein Mann und ich dann die Calzones vernichtet, eine ist sogar übriggeblieben, das ist die ideale Jause für den nächsten Tag.

Dieses tolle Sommeressen kannst Du übrigens super vorbereiten: mache die Füllung bereits am Vortag. Wenn Du die Pizza dann am Abend zubereiten möchtest, setze in der Früh den Teig an und stelle ihn zum Aufgehen in den Kühlschrank. Dort kann er ruhig den ganzen Tag auf Dich warten, Du brauchst ihn dann nur mehr herausnehmen, etwas warm werden lassen und formen. Und so hast Du in ca. 40 Minuten ein Essen wie beim Italiener, nur besser! Mahlzeit!

Übrigens, ein paar Beiträge für Tascherlfans gibt es schon bei mir:

Herzerl-Ravioli mit Tomaten-Karfiolsugo

Butternut-Empanadas, gefüllte Teigtaschen mit Kürbis und Faschiertem

Chinkali, georgische Teigtaschen


Kräuterdip, Kräuteröl, Kräuterchutney, Kräuter … Kräuter …

Im Hochsommer bekomme ich immer die Kräuterkrise. Es wuchert und wächst, Koriander, Estragon, Petersilie, Basilikum, Borretsch … ich müsste jeden Tag Kräutersalat machen, um diese Mengen aufzubrauchen, und da würde ich wahrscheinlich mit diversen Mitbewohnern Probleme bekommen. Was aber bei uns immer gut ankommt, sind Dips, Chutneys und Aromaöle, die man über gegrilltes Fleisch – und zum Glück auch über Gemüse – verteilen kann. So kann ich meinen Kräuterüberschuss an den Mann bringen ( bei Frau ist das ja nicht so das Problem), ohne dass irgendein Protestgeheul ertönt. Man muss es nur als Grillsauce oder Grilldip verkaufen, und schon ist alles toll! Wenn also Dein Kräuterbeet auch einen Radikalschnitt benötigt, ich zeig Dir, was ich mit dem Erntesegen mache.

Petersilie – Paprika – Dip:

3 rote Spitzpaprika
ein großer Bund Petersilie, kraus oder glatt, grob gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt
etwas Salz
etwas Olivenöl

Petersilie-Paprika-Dip

Schneide den Paprikastrunk ab und löse den Kernteil heraus. Lege die Paprika in eine kleine Auflaufform und brate sie im Backofen bei 170 °C, bis sie weich sind. Vorsicht, sie dürfen nicht verbrennen und schwarz werden!
Lasse sie abkühlen, hacke sie grob und gib sie mit der Petersilie, dem Knoblauch, Salz und ca. 4 EL Olivenöl in einen Blitzhacker. Schalte das Gerät ein paar Mal aus und ein, am besten mit der Pulsfunktion, bis alles grob zerkleinert ist. Sollte sich das Messer schwer bewegen, kannst Du noch etwas Öl zugeben. Schmecke mit Salz ab und fülle den Dip in eine hübsche Schale. Der Kräuterdip schmeckt toll zu Gegrilltem, oder als Dip für Gemüsesticks. Er hält im Kühlschrank ein paar Tage.

Korianderpesto mit Sesam:

35-40 g Koriandergrün
40 g Sesam
50 ml Olivenöl
10 ml dunkles Sesamöl (aus geröstetem Sesam)
eine möglichst frische Knoblauchzehe, klein gehackt
etwas Salz

Korianderpesto, Estragonöl

Hacke das Koriandergrün klein, röste die Sesamkörner trocken in einer Pfanne, bis sie zu knacken anfangen und duften, bitte neben stehen bleiben, öfter wenden und aufpassen, dass sie nicht verbrennen, das geht sehr schnell!
Gib nun alle Zutaten in einen Blender oder Blitzhacker und vermahle alles zu feinem Pesto. Fülle dieses in ein Glas, bedecke die Oberfläche noch mit etwas Sesamöl, hebe es im Kühlschrank auf und verbrauche es innerhalb von 3 Wochen.
Dieses fernöstliche Kräuterpesto passt super zu indischen, thailändischen oder arabischen Gerichten, du kannst Fladenbrote damit bestreichen oder es mit Joghurt verrühren und so einen Dip für Gemüse herstellen.

Meine neue große Leidenschaft sind Kräuteröle. Allerdings nicht die übliche Art, wo man ein paar Kräuterzweige im Öl ziehen läßt und diese dann wieder entfernt, nein, ich mixe die Kräuter im Blender mit dem Öl zu einer cremigen Flüssigkeit, fülle diese in kleine Flaschen und verbrauche es zügig innerhalb von zwei Wochen, was kein Problem sein sollte. Auf diese Weise erhältst Du das geballte Kräuteraroma, und die gesunden Inhaltstoffe der Kräuter werden mit dem Öl aufgenommen. Ich bereite meist gleich drei verschiedene Sorten zu, dann zahlt sich das Reinigen des Blenders nachher aus, und ich kann beim Kochen aus verschiedenen Aromen auswählen.
Ich verwende zur Zubereitung dieser kleinen Mengen nicht meinen Vitamix, sondern einen kleinen Smoothiemaker von Genius, den FeelVita Nutrimixer. Ich bin mit diesem kleinen Kerl sehr zufrieden, es gibt diese Marke nicht im Handel, ich habe ihn online bestellt und er kommt mit diversen Aufsätzen in verschiedenen Größen. Sehr praktisch und schnell gereinigt. (keine Werbung, ich bin echt glücklich mit dem Ding!)

Der Feelvita Nutrimixer zerkleinert auch kleinere Portionen mühelos.
Mein Genius Feelvita Nutrimixer


Zur Zeit habe ich im Kühlschrank:
Fenchelöl: wenn ich meine Fenchelknollen ernte, verwende ich das schöne zarte Grün und dessen Stängel für dieses herrlich nach Anis schmeckende Öl. So wird der ganze Fenchel verwertet! Es passt super zu Fisch und Hühnerfleisch, und gebratenes Gemüse wird zu etwas ganz Besonderem, wenn Du es damit beträufelst.
Korianderöl: hier verwende ich die ganzen grünen Korianderstauden, von der Wurzel bis zu den Blättern und Blüten. Ein tolles Kräuteröl für asiatische Gerichte!
Basilikumöl: ja was soll ich sagen … Mozzarella und Tomaten, Nudelgerichte, Risotto, die ganze Küche riecht nach Italien!
Und das aussergewöhnliche Estragonöl! Es bringt einen Hauch Frankreich in Deine Gerichte. Verteile es über Gemüseeintopf, Gerichte mit Lamm oder Huhn, Kartoffelpüree, oder reiche es zur französischen Käseplatte, als Dip! Ich habe Pulled Chicken zubereitet, aus Bio Hühnerbrüsten, und die zerpflückten saftigen Hendlstückchen mit dem Estragonöl beträufelt, welche dann in selbstgemachtem Fladenbrot ihr Ende gefunden haben. Köstlich!

Estragonöl:

15 g frische Estragonblätter
eine Lavendelblüten-Dolde
150 ml Olivenöl oder kaltgepresstes Rapsöl
etwas Salz

Korianderpesto, Estragonöl und Korianderchutney
Pulled Chicken mit Estragonöl

Fülle alles in einen Blitzhacker und püriere es, bis du eine feine, cremige Flüssigkeit hast.
Ich fülle das Kräuteröl nun in ein kleines Fläschchen, bewahre dieses im Kühlschrank auf und verbrauche das Öl innerhalb von 2 Wochen, deshalb stelle ich auch immer nur so eine kleine Menge her.
Solltest du mehr machen und es länger lagern wollen, so gib das Öl nach dem Pürieren in einen Topf und erhitze es auf 80 ° C, filtere es danach durch ein Leinentuch, sodass keine Pflanzenteile im Öl zurückbleiben. Ich würde es in diesem Fall auch nicht so ganz fein pürieren!
Nach dem Filtern füllst du es ab und hebst es trotzdem unbedingt im Kühlschrank auf. Es müsste so einige Wochen halten.

Koriander-Erdnuss-Chutney:

25 g Koriandergrün, gehackt
50 g rohe, ungesalzene Erdnüsse
eine kleine grüne Chilischote, nicht zu scharf (Samen entfernen, ich habe eine Jalapeno verwendet), gehackt
1/2 TL Salz
1/2 TL Kurkumapulver
50 ml Erdnussöl
1 EL Zitronensaft

Bruschetta mit Koriander-Erdnuss-Chutney

Verteile die Erdnüsse auf einem Backblech und röste sie im Backofen bei 170 °C für etwa 10 Minuten, bis sie duften.
Du kannst natürlich auch die gerösteten, gesalzenen Erdnüsse verwenden, die es überall zu kaufen gibt, aber ich finde sie meist zu salzig, ich mache das lieber selber.
Gib nun alle Zutaten in einen Blender, hier kommt wieder mein FeelVita Nutrimixer zum Einsatz, und püriere die Masse, sie soll allerdings nicht ganz fein werden. Wir wollen ja keinen Brei!
Das Kräuterchutney passt perfekt zu indischem Essen, aber auch zu Frühlingsrollen, gegrillten Hühnerflügeln, und Bratkartoffeln werden damit im nu zum fernöstlichen Snack.

Einige Kräuterrezepte geistern ja schon durch meinen Blog, vielleicht brauchst Du ja noch ein paar Inspirationen:

Kräutergremolata mit gebratenem Huhn

Kalmare mit Kräuterfülle

Sellerie-Lorbeersalz

Ich wünsche Dir eine gute Ernte, und denk immer daran: Kräuter kann man nie genug haben. Das weiss ich spätestens seit meinem ersten Jamie Oliver Video, es ist einfach köstlich zu sehen, wie er aus vollen Händen frische Kräuter über seine Gerichte streut … nein schüttet!


Erdbeer-Limettenbowle mit Limoncello

Im Garten findet sich noch die eine oder andere Erdbeere, und die letzten sind immer die süßesten Früchte!


Für die Mai/Juni – Ausgabe von KOCHEN UND KÜCHE habe ich ein Rezept für eine etwas speziellere Erdbeerbowle entwickelt, sie enthält neben – na klar – Erdbeeren auch Limetten, Limoncello und Gänseblümchenblüten! Ja, Du hast dich nicht verlesen. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern diese Blütchen sind auch sehr gesund und es ist einfach ein Hingucker. Ein toller Aperitif für deine nächste Grillparty!

Gesüßt wird die Bowle mit Zuckersirup, den wir natürlich selbst herstellen. Die flüssige Süße verteilt sich mühelos im Gefäß und so werden die hübschen Früchte nicht durch heftiges Umrühren zerdrückt.
Und als besonderes Extra fügen wir noch Limoncello hinzu, das gibt einen ganz besonderen Geschmackskick. Diesen italienischen Zitronenlikör bekommst Du im gut sortierten Getränkefachhandel, unbedingt auf gute Qualität achten!

Zutaten:  (für 6 Personen)

½ kg Erdbeeren
4 Limetten
50 ml Limoncello (italienischer Zitronenlikör)
ein Zweig frische Pfefferminze
250 ml Wasser
250 Gramm Kristallzucker
eine Flasche guter Weisswein (z.B. Morillion oder Sämling aus der Südsteiermark)
eine Flasche trockener Sekt, gekühlt
Eine Handvoll Gänseblümchenblüten
einige besonders schöne Blüten zum Garnieren

Zuerst  wird der Zuckersirup zubereitet. Dafür das Wasser mit dem Zucker verrühren und aufkochen, etwa eine Minute köcheln bis sich der Zucker völlig aufgelöst hat. Erkalten lassen!
Die Erdbeeren waschen, halbieren und in großes Glasgefäß geben. Zwei Limetten auspressen und den Saft über die Erdbeeren gießen. Die restlichen zwei Limetten gut waschen, in dünne Scheiben schneiden und in den Krug geben,  ebenso den Pfefferminzzweig und die Handvoll Gänseblümchenblüten.
Vom Zuckersirup etwa 160 ml abmessen , über die Früchte gießen und mit Limoncello und dem Weisswein aufgießen.
Im Kühlschrank mindestens einige Stunden, am besten über Nacht, durchziehen lassen.  
Zum Servieren die Bowlegläser zur Hälfte mit der Wein-Fruchtmischung füllen, jedes Glas sollte auch eine Limettenscheibe enthalten. Mit kaltem Sekt aufgießen, einen Strohhalm ins Glas stecken und mit schönen Gänseblümchenblüten garnieren. Löffel bereitstellen!


Wenn die Erdbeeren endgültig nicht mehr am Speiseplan erscheinen, kannst Du dieses Rezept auch sehr gut mit Pfirsichen zubereiten, statt Limoncello könntest Du ev. auch Cointreau verwenden.

Über die Verwendung von Gänseblümchenblüten in der Küche habe ich ja schon einen eigenen Beitrag geschrieben, der auch in der Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE erschienen ist, den findest Du hier:

Das Gänseblümchen, allgemeines und Rezepte

Ich wünsche uns noch viele schöne Sommerabende, an denen man im Garten Bowle trinken kann!


Zucchini-Schokoladenkuchen

Es ist wieder soweit – Zucchinizeit! Es gibt mein erstes Zucchinirezept heuer. Klein und süß sind sie noch, die ersten Keulchen, und weil sie so süß sind, gibt es ein süßes Rezept: ich mache wieder mal Zucchinikuchen.


In meinem ersten Blogjahr habe ich ja schon ein Rezept für Zucchinigugelhupf gepostet, der ist auch sehr lecker, heute machen wir einen Kuchen mit Schokogeschmack und Gewürzen. Er wird sehr locker und flaumig, und man schmeckt gar nichts von dem Gemüse, glaub mir!

Gestern hat es bei mir Zucchininudeln – Zudeln ist das hippe Wort – gegeben, und so möchte ich meinem Mann heute nicht schon wieder Zucchini vorsetzen, zumindest keinen, den er sieht oder schmeckt. Also ist der Kuchen ideal. Versteh mich nicht falsch, wir lieben Zucchini, aber bei der Ernte müssten wir sie echt täglich essen, und da beginnt die Suche nach (schokoladigen) Alternativen!
Also, auf die Zucchini, fertig, los!

Du brauchst für eine große Form:
3 große! Eier, getrennt
100 g Rohrzucker
120 g Staubzucker
350 g Zucchini, fein gerieben
120 ml Kokosöl, geschmolzen
200 g Mandeln, gemahlen
300 g Dinkelmehl, glatt
30 g Kakaopulver, am besten hochwertiges Rohkakaopulver aus dem Bioladen
2 TL Backpulver
etwas Kardamom und Zimt

Heize den Backofen vor auf 180°C, buttere und bemehle eine Form deiner Wahl. Ich habe eine meiner wunderschönen Nordic Ware Backformen ausgewählt, die mit den hübschen Bienenwaben, wo sich dann jeder gleich sein Kuchenstück abreissen kann, es geht aber auch eine Gugelhupfform oder eine Kastenform, oder was auch immer du magst.

Schlage die Eiweiss mit einer Prise Salz schaumig.
Mixe die Dotter mit Zucker weissschaumig, rühre die Zucchini und das Kokosöl unter.
Mische Mandeln, Mehl, Kakao, Backpulver und Gewürze mit einem Schneebesen, um ev. Klumpen zu zerteilen, und mische alles unter die Zucchinimasse. Verrühre kurz, aber gut.
Hebe zuletzt den Eischnee vorsichtig unter und fülle die Masse in die vorbereitete Form.
Backe den Kuchen, bis er sich vom Rand löst und sich die Oberfläche nicht mehr wabbelig, aber noch weich anfühlt. Bei mir waren es 30 Minuten, weil die Form eher flach ist, ein Gugelhupf ist höher und braucht wahrscheinlich länger. Backe den Kuchen aber nicht zu lange, dass er schön saftig bleibt!

Lasse ihn 10 Minuten abkühlen und stürze dein Prachtstück dann auf eine Platte.

Es genügt schon, ihn mit Staubzucker zu berieseln und mit einem Klecks Vanilleeis zu servieren, aber deiner Dekorierfreude sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Ich habe ein paar grüne Candy Melts geschmolzen und die Glasurtupfer mit Pistazien bestreut, ich dachte, ein Zucchinikuchen braucht grünes Dekor …

Ich wünsch dir viele Zucchini im Garten (wenn du einen hast) und gutes Gelingen!