Schlagwort: Pistazien

„Biancas Backbuch“ Rezension sowie Rezepte für Briochekuchen und Zitronentörtchen

Der LEOPOLD STOCKER VERLAG, für dessen Kochzeitschrift KOCHEN UND KÜCHE ich regelmäßig Beiträge schreibe, hat wieder ein Backbuch veröffentlicht, und das möchte ich Dir heute gerne vorstellen.

Das Buch heißt: BIANCAS BACKBUCH – VON KINDERLEICHT BIS BACKSHOWREIF

Die Autorin ist Bianca Wohlgemuth, sie hat 2017 als Erste bei der großen deutschen Backshow „Das große Backen“ teilgenommen und den tollen zweiten Platz erbacken! Bianca ist Steirerin wie ich und kommt aus der Nähe von Graz, ein Grund mehr, dass ich genau ihr Buch vorstelle! Das ist so etwas wie Bundeslandpatriotismus …

Vielleicht stehst Du ja gerade im Buchladen und weißt nicht, ob Du das Buch nun nehmen sollst oder nicht, und vielleicht findest Du ja meine Buchbeschreibung und hast keine Zeit, den Monsterbeitrag durchzulesen, deshalb gleich vorweg: mir gefällt das Buch sehr gut, die Rezepte sind super und funktionieren, und wenn Du gerne bäckst, wirst Du viel Freude damit haben.
Mit 128 Seiten ist es nicht sehr dick, aber es ist wirklich für jeden Kuchengeschmack etwas dabei, von einfachen Heidelbeermuffins, Polsterzipfeln und Bananenschnitten über kunstvolle Macarons und Eclairs bis zur aufwendigen Motivtorte und Hochzeitstorte. Und natürlich gibt es für jedes süße Kunstwerk ein tolles Foto von Träumerherz Fotografie.

Wie bewertet man ein Back-oder Kochbuch? Nun, es ist auf jeden Fall immer eine subjektive Angelegenheit, denn was mir gefällt, kann Dir eventuell gar nicht zusagen. Aber, wenn Du Dich im Imternet ein wenig über die Autorin informierst, vielleicht ein paar Folgen der Show ansiehst, so wirst Du eine sehr sympatische junge Frau antreffen, die viel Herz und Liebe in ihr Buch eingebracht hat. Und ob die Rezepte funktionieren, nun, das habe ich für Dich getestet, an einigen Beispielen. Ich beginne da am liebsten immer im Kapitel „Grundrezepte – Basics“, denn an den Grundbausteinen eines Rezeptes erkennt man, ob alles Weitere ein Erfolg wird. Und es wurde einer! (bzw. mehrere)
Ich habe mich auf den Briocheteig gestürzt und ihn in ein von mir zusammengestelltes „Kuchenprojekt“ eingebaut, dieses Rezept gebe ich gerne hier weiter, zudem habe ich die Zitronenkuchenmasse gebacken, auch diese fluffige Köstlichkeit findest Du im heutigen Beitrag.

Ich starte also meine kleine Testreihe mit dem Briocheteig, der wirklich wunderbar gelungen ist, verarbeitet habe ich den Teig zu einem

Briocheteigkuchen mit Pistazien-weisser Schokoladen-Creme

Briochekuchen

Ich habe bereits Briocheteige gebacken mit unmengen an Butter und sechs Eiern, die waren teilweise sehr schwer und üppig. Dieser Briocheteig wurde luftig, leicht und feinporig, war also ein voller Erfolg. Ich habe zu Biancas Rezept noch einen Eidotter hinzugefügt, wegen der Farbe!

Briocheteig:
130 g Milch
100 g Butter
90 g Staubzucker
35 g frische Hefe
500 g glattes Mehl
etwas abgeriebene Zitronenschale
2 EL Rum
2 Eier plus ein Dotter

Erwärme Milch, Butter und einen EL vom Zucker leicht, bis die Butter schmilzt, rühre die Hefe ein und lasse sie 10 Minuten gehen.

Mische Mehl und Zucker in einer großen Rührschüssel. Gib die Milchmischung und die restlichen Zutaten zum Mehl und verknete alles zu einem geschmeidigen Teig, etwa 10 Minuten. Decke die Schüssel ab und lasse den Teig aufgehen, bis das Volumen verdoppelt ist.

Nun, hier steht in Biancas Rezept: „20 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen“, das funktioniert nicht! Es dauert auf jeden Fall etwa 2-3 Stunden, bis dieser schwere, mit Butter und Eiern angereicherte Hefeteig aufgeht.

Während der Gehzeit machen wir meine Fülle:

100 g geschälte, ungesalzene Pistazien
50 g weisse Schokolade
50 g Staubzucker
20 g weiche Butter
30 ml Sahne

Röste die Pistazien ein paar Minuten im 180°C heißen Backofen, lasse sie abkühlen, gib sie mit der gewürfelten Schokolade in einen Blitzhacker und hacke alles zu groben Stückchen, etwa wie Streusel.

Vermische die Nussmasse mit Zucker, Butter und Sahne und stelle sie beiseite.

Kleide eine hohe, etwa 15/20 cm große Auflaufform mit Backpapier aus. Lege den Teig auf die Arbeitsfläche und rolle ihn zu einem 45/30 cm großen Rechteck aus, die Längsseite sollte zu Dir zeigen. Bestreiche die unteren 3/4 des Teiges mit der Fülle und rolle ihn von der Längsseite her auf.

Briochekuchen

Schneide die Roulade in der Mitte durch und lege beide Rollen nebeneinander. Nun schneidest Du die Rollen längs in der Mitte durch und verdrehst die beiden Stränge. Nun hast Du zwei gedrehte Zöpfe, diese legst Du nebeneinander in die vorbereitete Backform und läßt sie erneut für ca. 30-40 Minuten gehen.

Briochekuchen
Briochekuchen
Briochekuchen



Heize den Backofen vor auf 170°C, backe den Briochekuchen ca. 40-50 Minuten, er sollte schön gebräunt und auf Druck noch etwas elastisch in der Mitte sein.

Briochekuchen


Der Kuchen war kaum abgekühlt, haben wir uns darauf gestürzt, ich hätte locker die Hälfte noch warm verdrücken können …soooo gut!

Zitronenkuchen

Für einen weiteren Test habe ich das erste Rezept im Buch, nämlich den Zitronenkuchen, gewählt. Ich liebe jede Art von Zitronenkuchen, und ich habe schon unzählige Rezepte ausprobiert, aber dieser ist einer der fluffigsten und saftigsten Varianten, die ich je gebacken habe. Bianca verwendet eine Kastenform, ich habe die Masse in hübsch strukturierten kleineren Formen gebacken, und zum Glasieren bin ich nicht mehr gekommen … meine Sonntagsgäste (die Kinder) haben alles vernichtet! Aber ein Wenig Staubzucker und grober Zitronenzucker haben durchaus genügt, um die kleinen Törtchen erstrahlen zu lassen!

Zitronenkuchen

Für die Masse brauchst Du

6 Eier
180 g Staubzucker
1 EL echten Vanillezucker
Prise Salz
200 g Mehl
2 TL Backpulver
200 g flüssige Butter
Saft und Abrieb einer Bio-Zitrone

4 EL Marillenmarmelade plus 2 EL Zitronensaft zum Aprikotieren

Schlage die Eier mit Zucker und Salz sehr schaumig, mische Mehl mit Backpulver und siebe es über die Eimasse, hebe vorsichtig mit einem Schneebesen unter. Rühre dann die flüssige, nicht mehr heisse Butter und den Zitronenabrieb ein und zuletzt fügst Du tropfenweise den Zitronensaft hinzu und hebst wieder gut, aber vorsichtig unter. Fülle die Masse in eine vorbereitete Form nach Wahl, oder – so wie ich – in mehrere kleine Formen, und backe den Kuchen goldbraun, meine kleinen Formen haben 20 Minuten gebraucht, eine Kastenform etwa 30 Minuten.
Lasse die Kuchen abgedeckt etwa 10 Minuten abkühlen, stürze sie dann vorsichtig und bestreiche sie noch heiß mit dem Marillenmarmelade-Zitronensaft-Gemisch.

Zitronenkuchen
Zitronenkuchen

Zum Vorbereiten der Formen: Kastenformen kleide ich immer mit Backpapier aus, so gibt es nie eine „Hilfe der Kuchen bleibt in der Form kleben!„-Katastrophe. Und kleine, strukturierte Förmchen musst Du wirklich sehr genau mit Butter ausstreichen, dann für 10 Minuten in den Kühlschrank stellen und zuletzt mit Mehl bestauben. Für Backformen mit feinen Reliefmustern ist diese Methode viel sicherer als Backtrennspray … leider!

Verziere und glasiere Deinen Kuchen nach Herzenslust, Bianca hat wunderschöne kandierte Zitronenscheiben gefertigt, aber da haben meine Gäste schon gierig gelauert, also keine Chance. Bin froh dass ich die Fotos geschafft habe.

Zitronenkuchen

Wenn Du also gerne wieder einmal ein neues Backbuch hättest, um mal etwas anderes für die Kaffeejause zu haben, so bleibe patriotisch, unterstütze einen steirischen Verlag und eine steirische Star-Bäckerin, Du wirst viele tolle Rezepte zum Nachbacken finden.
Ach ja, unter www.kochenundkueche.com/videos findest Du zu einigen der Rezepte Anleitungs-Videos mit Bianca, so zum Beispiel wurde auch die Herstellung des Briocheteiges verfilmt:

Biancas Briocheteig Grundrezept

Viel Spass beim Nachbacken!


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Perfekte Baisers mit Rosenwasser und Pistazien

Baisers, Meringue, Schneegebäck, Windgebäck, Pavlova … entweder man liebt das Zeug oder man hasst es. Du ahnst schon zu welcher Seite ich gehöre, oder? Ich könnte das Zeug ja schon aus der Schüssel futtern, bevor es überhaupt gebacken ist.
Baisers sind eigentlich sehr einfach herzustellen, aber es gibt ein paar Kniffe, die man beachten muss, damit sie gelingen. Auch ich habe einige Anläufe gebraucht, aber seit ich öfter Meringuemasse backe, haben sie ihren Schrecken verloren. Und so wie ich sie mag, innen weich und soft, aussen knusprig, getoppt mit Nüssen und verstzt mit Aromen wie Zimt, Kardamom, Rosenwasser etc., so bekomme ich die nirgends zu kaufen. Also, es hilft nix, selber machen!

Perfekte Baisers mit Rosenwasser und Pistazien

Für eine Masse für 12 große Baisers brauchst Du:

150 g Eiklar (von ca. 5 Eiern), unbedingt abwiegen
1/2 TL Weinstein (Apotheke) oder ein spritzer Zitronensaft + eine Prise Salz
300 g Staubzucker
1 EL Rosenwasser (optional, aber furchtbar gut!)
Gel-Lebensmittelfarbe in Grün
eine Handvoll Pistazien

Anmerkungen:

♥ Die Eiklar sollten mindestens 3 Tage alt sein, am besten geeignet sind sie, wenn Du sie über einen längeren Zeitraum zusammen sammelst – immer wenn Du nur das Eigelb brauchst – und in einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank aufhebst.
♥ Bevor Du die Baisermasse aufschlägst, sollten die Eiklar Raumtemperatur annehmen können!
♥ Sollte der Staubzucker Klumpen haben, unbedingt sieben oder ein mal im Blender durchmixen.
♥ Weinstein stabilisiert die Baisermasse und verhindert dass sie bricht, wenn man sie zu lange schlägt. In Amerika ist Weinstein unter der Bezeichnung „Cream of Tartar“ sehr bekannt und wird häufig beim Backen eingesetzt. Weinstein kannst Du Dir in der Apotheke besorgen.  Ganz einfach kannst Du Weinsteinpulver durch Zitrone und Salz ersetzen.
♥ Unbedingt Gel-Farben verwenden, flüssige Farbe könnte die Konsistenz der Masse verändern.
♥ Verwende zum Aufschlagen von Baisermasse immer eine Metallschüssel und reibe sie mit etwas Essig aus. Plastikschüsseln können immer Fettreste aufweisen, und dann wird Dein Eiklar nie steif.

Ein letzter Tip zu den Backblechen: ich habe mir zwei gelochte Bleche aus Aluminium gekauft, sie sind etwas kleiner als normale Backbleche und werden auf den Backofenrost gestellt. Zudem habe ich 2 Dauerbackfolien erworben, sie sind bis zu 1000 Mal verwendbar, leicht abzuwischen und Du kannst sie genau auf Dein Backblech zuschneiden. Beides sind tolle Produkte, denn die Lochbleche lassen die Hitze auch an die Unterseite Deiner Backwerke und behindern nicht das Zirkulieren der heißen Luft im Ofen, und die Folien sind praktisch und umweltschonend, denn mein Verbrauch an Backpapierrollen war bisher beängstigend.
Ich habe meine beiden neuen „Küchenstars“ bei Interspar gekauft, dort führen sie nämlich zur Zeit die hochwertigen Produkte der bekannten You-Tuberin Saliha Özcan, alias „Sally“. Auf ihrem You Tube Kanal bäckt und kocht sie seit 5 Jahren auf hohem Niveau, und ihre erste eigene Produktlinie sowie ihr Buch über ihre „Türkische Küche“ haben mich überzeugt.
Hier der Link zu ihrem Kanal: „Sallys Welt“
(Ich zeige Dir diese Produkte, weil ich sie wirklich gut finde, ich bekomme dafür gar nichts …)

Perfekte Baisers mit Rosenwasser und Pistazien

gelochtes Aluminiumblech für perfekte Zirkulation der heißen Luft im Ofen

Perfekte Baisers mit Rosenwasser und Pistazien

Dauerbackfolie statt Backpapier

Röste die Pistazien im 160 Grad heißen Backofen für 10 Minuten und hacke sie fein.
Belege 2 Backbleche mit Backpapier und reduziere die Temperatur im Backofen auf 120 Grad.
Gib die Eiklar in die Rührschüssel einer Küchenmaschine (oder arbeite mit dem Handmixer) und schlage sie auf mittlerer Stufe etwa 2 Minuten, bis sie etwas frostig aussehen. Gib nun die Prise Salz und den Spritzer Zitronensaft hinzu (oder den Weinstein) und rühre weiter, nun auf höchster Stufe, bis die Masse recht steif und weiss ist.
Mixe auf niedriger Stufe weiter und gib löffelweise den Zucker dazu, zuletzt das Rosenwasser, und nun lass die Maschine laufen, bis die Baisermasse fest und glänzend ist, etwa 7 Minuten.
Gib zuletzt die Farbe dazu, ich verwende die Spitze eines Zahnstochers, tauche sie in das Gel und danach in den Schnee, meist reicht das schon, ansonsten nimm noch einen Zahnstocher voll. (Die Farbe wird unter Hitzeeinwirkung heller, aber im Inneren bleibt der Ton erhalten, das Grün soll also nicht zu grell sein.)
Mixe die Farbe kurz unter, und schon sind wir fertig!

Perfekte Baisers mit Rosenwasser und Pistazien

Die Baisermasse ist glänzend und fest

Du könntest die Masse nun in einen Spritzsack füllen und Türmchen oder Nester aufdressieren, ich habe die fluffigen Wölkchen aber am liebsten in rustikaler freier Form, wir schnappen uns also 2 Eßlöffel und setzen nun ca. 6 cm große Häufchen auf die Folie. Es dürfen auch ruhig ein paar Spitzen und Krater bleiben, das sieht sehr hübsch aus. Bestreue die Baisers nun mit den Pistazien und schiebe sie in das Backrohr.

Perfekte Baisers mit Rosenwasser und Pistazien

Mit 2 Löffeln Häufchen auf die Folie setzen

Perfekte Baisers mit Rosenwasser und Pistazien
Die Backzeit ist nun recht stark vom gewünschten Ergebnis abhängig. Ich liebe diese großen Baisers, wenn die Kruste fest und knackig ist, beim Backen etwas aufbricht und das Innere durchguckt, das meiner Meinung nach weich und saftig  bleiben soll, wie Marshmallows. Bei 120 Grad waren sie bei mir 75 Minuten im Ofen, den ich dann ausgeschaltet und geöffnet habe, und im offenen Ofen hatten die Törtchen nun Zeit, langsam abzukühlen. So haben sie keinen Kälteschock und fallen womöglich zusammen!
Wenn Du sie lieber durchgehend fest magst, musst Du einfach die Backzeit verlängern.

Besonders gut schmecken die Baisers direkt nach dem Abkühlen, sie halten aber bis zu 4 Tage, luftdicht verschlossen. Feuchtigkeit mögen die Kleinen gar nicht, da verwandeln sie sich in einen Badeschwamm. Also, schnell vernichten … und bitte unbedingt auf einem Teller essen, sie Bröseln ziemlich, und so fallen die Zuckerkrustenbrösel auf den Teller und man kann ihn nachher genüßlich abschlecken, damit kein Krümel verloren geht.

Perfekte Baisers mit Rosenwasser und Pistazien

Aussen knackig, innen weich und fluffig …

Perfekte Baisers mit Rosenwasser und Pistazien

… wie Marshmallows

Perfekte Baisers mit Rosenwasser und Pistazien

Bis zum letzten Krümel ein Genuß

Ich verlinke Dir hier noch eine weitere Methode, schöne Baisers herzustellen, dieses Rezept habe ich 2015 gepostet. Sie sind auch immer gut geworden, aber ich musste sie länger backen, da sie aussen nicht so schnell knusprig geworden sind, und durch die längere Backzeit sind sie innen nicht so schön weich geblieben. Irgendwann habe ich erkannt, dass die Zuckermenge dafür einfach ein bißchen zu wenig war. Als Faustregel gilt: etwa 50 g Zucker pro Eiklar.

Weisses Schokoladeneis mit Zimtbaisers

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