Schlagwort: Pesto

Pfannenpizza aus Topfenteig mit Faschiertem und Bärlauchpesto

Kennst Du das? Manchmal muss man beim Kochen aus irgendwelchen Gründen zu Notlösungen greifen, und oft entstehen daraus die besten Rezepte und die leckersten Gerichte.

Ich hatte gestern noch Rindsfaschiertes, das musste aufgebraucht werden. Aber ich hatte keine Lust auf faschierten Braten oder die 1000endste Variante von Fleischbällchen, also kam die Idee: Pfannenpizza mit Faschiertem und Spiegelei, darunter irgendeine Kräuterpaste. Sehr gut, so konnte ich auch gleich meine neuen gusseisernen Portionspfännchen von TK MAXX einweihen (man gönnt sich ja sonst nichts …)

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at



Voller Begeisterung über meine Idee begann ich also, alle Zutaten herzurichten, da schneit meine Tochter auf einen Überraschungsbesuch herein. Aktion also kurz abgebrochen, Kaffee aufgebrüht und getratscht … und getratscht …und, ja genau, getratscht. Irgendwie habe ich es geschafft, nebenbei mal die Fülle zu rösten und mein Bärlauchpesto aus dem Keller zu holen, aber der Pizzateig, der blieb auf der Strecke. Nix mit Hefeteig, nix mit gehen lassen, nix mit Pizza. Es war 18.00 Uhr, diese Pizza hätten wir als Betthupferl genossen!

Naja, sagt mein Mädchen, ist ja egal, machst halt einen Topfenteig! Erst war ich skeptisch, aber sie hat gemeint, sie hätte das auch vor kurzem so gemacht, und es sei sehr gut gewesen. Und meine Tochter kann kochen! Also los, sie sagt mir die Zutaten an (!!!!!), ich werfe alles in den Food Prozessor, schalte kurz ein und habe den fertigen Teig. Eine Stunde in den Kühlschrank, noch ein wenig weitergetratscht (jetzt übers Essen), und schon kann der Teig ausgerollt und in die kleinen Pfannen gedrückt werden.

Und das Ergebnis war sooooo überzeugend gut, der knusprige, leicht säuerliche Teig, die cremige Bärlauchpaste, darauf das knusprige Faschierte und der geschmolzene Käse, zuletzt noch die Spiegeleier und etwas Schnittlauch, und es hat so hübsch ausgesehen in den kleinen Pfannen. Übrigens kann ich dir hier eine gusseiserne Pfanne sehr empfehlen, denn da wird der Boden extra knusprig!

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Also legen wir los, Du brauchst eine ofenfeste Pfanne, oder mehrere kleine, und vielleicht jemanden zum Tratschen?

Für den Belag brauchst Du:
3 Karotten, gewaschen
2 mittelgroße Zwiebeln, geschält
Olivenöl
400 g Rindsfaschiertes, bevorzugt Bio Qualität
Salz, Pfeffer, Oregano
60 g Parmesan, frisch gerieben
60 g Ziegenkäse, frisch gerieben
Schnittlauch
2 (oder mehr) Eier

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Schneide die Karotten in kleine Würfelchen und hacke die Zwiebel fein. Nimm eine große Pfanne, gib etwas Olivenöl hinein und röste Zwiebel und Karotten an, bis sie schön gebräunt sind. Fülle sie in eine Schüssel um.
Gib wieder etwas Olivenöl in die Pfanne und röste nun das Faschierte gut durch, bis es knusprig ist. Dabei musst Du erst mal warten, bis der ganze austretende Saft verdunstet ist und das Fleisch in der Pfanne zu knistern und zischeln beginnt, erst nun setzt der Röstprozess ein. Lasse es schön bräunen, füge dann die Zwiebelmischung hinzu, würze mit Salz, Pfeffer und Oregano, mische gut durch und fülle alles wieder in die Schüssel. Lasse das Faschierte ganz auskühlen. Käse und Schnittlauch brauchen wir erst zum Schluss!

Für die Pizzapaste verrührst Du 4 EL Creme Fraiche mit 2 EL Bärlauchpesto, am besten frisch und selbst gemacht … (jedes andere Pesto ist natürlich auch ok).

Für den „Pizzateig“ brauchst Du:
250 g Mehl
250 g kalter Topfen (bitte kein Magertopfen!)
250 g kalte Butter
1 TL Salz

Gib das Mehl und Salz in eine große Schüssel, füge den Topfen und die kleinwürfelig geschnittene Butter hinzu und verknete alles rasch zu einem Teig. Es dürfen ruhig kleine Buttertröpfchen dazwischen sichtbar bleiben, so geht der Teig fast blätterteigartig auf. Das geht natürlich auch mit einer Küchenmaschine!
Wickle den Teig in Frischhaltefolie und lasse ihn etwa eine Stunde im Kühlschrank rasten.

Nun geht’s an das Ausrollen. Ich habe zwei Pfannen mit 18 cm DM verwendet, habe den Teig gedrittelt, und ein Drittel ist mir also übrig geblieben. Wenn Du z.B. zwei größere Pfannen hast, teilst Du den Teig einfach in zwei Teile, oder Du kannst auch eine große Pizza machen, wenn Du eine Pfanne mit 30 cm hast.

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Heize den Backofen vor auf 210 Grad C. Forme die Teigstücke zu Kugeln und rolle sie rund aus, etwa 5 mm dick und etwas größer als der Pfannenboden. Fette den Boden etwas ein und lege den Teig hinein, die Ränder sollen ca. 2 cm nach oben stehen.

Bestreiche den Boden mit der Pestocreme und verteile das Faschierte darüber. Mische die zwei geriebenen Käsesorten, bestreue die Oberfläche dick damit und stelle die Pfanne(n) in den heißen Ofen. Backe die Pfannenpizza ca. 25 Minuten, eventuell solltest Du im letzten Drittel die Temperatur reduzieren, dass der Teig nicht zu braun wird.
Während unsere Prunkstücke backen, bereitest Du Spiegeleier zu, ich habe für jede Pfanne eines gemacht. Vor dem servieren kommt auf jede Pizza ein Spiegelei und wir bestreuen sie mit frischem Schnittlauch. Direkt in der Pfanne serviert ist das wirklich ein Hingucker! Ich wünsche Dir viel Spass beim Nachkochen, uns hat das Experiment überzeugt, in Zukunft kann es auch Pizza geben, wenn es schnell gehen muss.

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at
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Happy Birthday, mein Foodblog! Geburtstags – Pancakes …

Am 17. Februar 2014 habe ich meinen ersten Post auf Tatort Küche online gestellt, mit dem Titel Kräutersalz – Trilogie. Fünf Jahre ist das nun her, ich kann es gar nicht glauben, dass ich so lange durchgehalten habe und meinen „Tatort“ immer noch regelmäßig mit Rezepten und Ideen füttere. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich am Anfang die ganze Familie erheitert habe: „Oje, die Mama fotografiert schon wieder unser Essen, ob wir das heute noch kriegen? Dann ist wieder alles kalt!“

Es hat bestimmt lustig ausgesehen, wenn ich wieder mal den Barhocker erklommen habe, um die richtige Perspektive für ein Foto zu erreichen, oder wenn eine der Katzen mitten in mein Foto-Setup gesprungen ist und auf mein gekreische hin panisch die Flucht ergriffen hat.

Geburtstagsfrühstück
Im Sommer, in meinem geliebten Gemüsegarten


Ja, ich wurde ein bißchen belächelt und nicht wirklich ernst genommen, das hat mich geärgert, aber auch angestachelt. Heute bin ich es, die lächelt, denn es gibt ja nun auch, Dich miteinbezogen, ein paar Menschen, die meinen Blog lesen und sich vielleicht über meine Rezepte freuen, ich habe viel gelernt und schreibe seit zwei Jahren immer wieder Beiträge für die Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE, deren Chefredakteurin Irmtraud Weishaupt-Orthofer auch über meinen Blog auf mich aufmerksam wurde. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle nochmal bei Irmtraud bedanken, es hat mir ermöglicht, mich durch gezielte Anregungen und Kritik weiter zu entwickeln und meine Leidenschaft nicht aufzugeben.

Und, nachdem ich (oder mein Blog) ja heute das Geburtstagskind bin, habe ich doch einen Wunsch frei, oder? Ich beglücke Dich seit fünf Jahren mit gartis Rezepten, Tipps und Fotos, und so ein Blogbeitrag ist sehr viel Arbeit, meist dauert es einige Stunden, bis alles gekocht, fotografiert, getestet und aufgeschrieben ist. Ich würde mich echt freuen, wenn Du mir dafür mal etwas in meine Kommentare schreibst, denn das ist der einzige und schönste Lohn für einen Hobbyblogger!

Wie feiere ich nun diesen Tag? Natürlich mit einem würdigen Frühstück! Ich habe ja schon einige Frühstücksorgien auf meiner Seite dokumentiert, was zeigt, dass ich diese erste Mahlzeit des Tages liebe … wenn ich frei habe und in Ruhe genießen kann! (von lästigen Haustieren mal abgesehen). So gibt es dann bei mir zum Beispiel:

Heavy Metal Frühstück

Sonntags-Frühstücks-Paprikatoast

Kraftfrühstück: Chiajoghurt und toskanische Olivenölkeks

Nach fünf kochreichen Jahren gönne ich mir heute pikante Pancakes mit Grünkohlpesto, getoppt mit einem knusprigen Spiegelei, dazu gibt es frittierte Chili-Shrimps und ein Glas Sekt mit Granatapfelkernen. Und nach dem ewigen Stress mit den Fotos und den Katzen – ja der Sekt hätte es fast nicht überlebt – setze ich mich hin und genieße. Und bitte, wenn Du jemanden mit einem romantischen Frühstück überraschen möchtest – mach genau DAS! Es war sooooo gut!

Geburtstagsfrühstück

Für die Pancakemasse brauchst Du, für 3-4 kleine Pancakes:
120 g glattes Mehl
1 TL Backpulver
1/2 TL Natron
eine Prise geräuchertes Paprikapulver
1/2 TL Salz
1 großes Ei
150 ml Buttermilch
Kokosfett zum Ausbacken

weiters sind unverzichtbar:
Grünkohlpesto (oder jedes andere Pesto …)
1 Ei pro Pancake (für das Spiegelei)
zwei Handvoll geschälte, gekochte Shrimps ich habe immer die tiefgekühlten von IKEA im Haus (ein bißchen Werbung für meinen Arbeitgeber ist ok!), aufgetaut, plus 1 EL Kokosfett plus etwas Chilisalz
Sekt
Granatapfelkerne

Geburtstagsfrühstück

Gib Mehl, Backpulver, Natron und Paprikapulver in eine Schüssel und mische alles gut. Verschlage Ei, Buttermilch und Salz, gib die Flüßigkeit zu den trockenen Zutaten in die Schüssel und mische die Masse mit einer Teigspachtel, bis alles gerade so vermengt ist, nicht zu lange rühren! Lass die Masse nicht stehen sondern verarbeite sie sofort, sonst verliert das Natron seine Wirkung und die Cakes werden nicht so schön hoch. Erhitze pro Pancake 1 EL Kokosfett in einer kleinen Pfanne, gieße einen Schöpfer Teig hinein, brate von der ersten Seite bei mittlerer (nicht hoher!) Hitze etwa eine Minute, wende vorsichtig und brate von der anderen Seite ca. 2 Minuten. Pancakes sollen dick und fluffig werden, nicht so dünn wie Palatschinken, und sollten einen Durchmesser von ca. 10 cm haben. Die Pfanne sollte also wirklich klein sein! Backe alle Pancakes fertig und halte sie dazwischen im 80 Grad vorgeheizten Backofen warm.

Bereite nun die Spiegeleier zu (das brauche ich nicht erklären, oder? Ich habe Spiegeleiringe verwendet, so werden sie schön rund), und brate die Shrimps ganz kurz im Kokosfett an, würze mit dem Chilisalz.

Bestreiche nun die Pancakes mit dem Pesto, platziere das Spiegelei mittig darauf, gib die Shrimps in ein hübsches Schüsselchen, gieße den Sekt ein – die Granatapfelkerne nicht vergessen – und genieße den Morgen. Das hast Du Dir verdient, auch wenn Du kein Foodblog-Jubiläum zu feiern hast.

Geburtstagsfrühstück
Geburtstagsfrühstück

Ach ja, vielleicht hast Du Dich bei den Zutaten gefragt „Wieso kommt die Frau gerade auf Grünkohlpesto?“ Weil ich das gerade gemacht habe, mit Grünkohl frisch aus dem Garten. Dieses Wundergemüse wird mit jedem Frost besser, und es ist einfach toll, im Winter frisches Grün von draussen zu holen und zu verarbeiten. Dieses Jahr muss ich noch mehr davon anpflanzen …

Geburtstagsfrühstück
Mein Grünkohl im Februar!

Ich wünsche Dir einen wunderschönen Morgen und freue mich auf die nächsten fünf Jahre, hoffentlich gemeinsam! Danke dass Du an meinem Leben Teil hast!

Geburtstagsfrühstück
Zum Wohl, auf die nächsten fünf Jahre!
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KOCHEN UND KÜCHE im Mai – Das Gänseblümchen

In meinem Mai-Beitrag in der Kochzeitschrift KOCHEN UND KÜCHE habe ich mich auf das Gänseblümchen gestürzt. Dieses allgemein bekannte zarte Blümchen ist nicht nur hübsch, man kann es auch essen! Und nachdem ja essbare Blüten in der Gastronomie zur Zeit einen Höhenflug erleben, war es für mich eine tolle Erfahrung, mit Gänseblümchenköpfchen (was für ein Wort) zu experimentieren.
Nähere allgemeine Infos zum Gänseblümchen, welches ja die „HEILPFLANZE DES JAHRES 2017“ ist, findest Du in der Zeitschrift und hier:

http://www.kochenundkueche.com/news/was-waechst-denn-da-was-mach-ich-draus-das-gaensebluemchen

Gänseblümchen

 

Ich habe Gänseblümchen für Pesto, Suppe und Bowle verwendet, man kann Gänseblümchenessig machen oder die Köpfchen wie Kapern einlegen, von mir bekommst Du jetzt das Rezept für deftige Germteigschnecken, die ich mit dem Gänseblümchenpesto gefüllt habe. Für alle, denen Gänseblümchen im Pesto doch zu exotisch sind: Man kann sie natürlich auch mit jedem anderen Pesto füllen!

 

Deftige Germteigschnecken mit Gänseblümchenpesto (Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Mai)

Zutaten für das Gänseblümchenpesto: (für 2-3 kleine Gläser )

40 Gramm junge Sauerampferblätter
40 Gramm Gänseblümchenblüten
70 Gramm rohe, ungesalzene Erdnüsse (Reformhaus)
60 Gramm Parmesan
½ TL Salz
ca. 80 bis 100 ml Erdnussöl  (Supermarkt, Asia-Abteilung)

Zubereitung:

Gänseblümchen

Gänseblümchenpesto

Erdnüsse auf ein Blech geben und bei 150 Grad etwa 10 bis 15 Minuten im Backrohr  sanft rösten, bis sie zu duften beginnen. Parmesan in Würfel schneiden und mit den erkalteten Erdnüssen im Blender reiben, bis grobe Brösel entstehen.  Nun die Blüten, den Sauerampfer, das Salz sowie 80 ml Öl zugeben und fein pürrieren. Wer das Pesto flüssiger  möchte, kann noch etwas Öl zugeben.
Das fertige Pesto in gut schließende, sterile Gläser füllen, mit Öl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren. Sollte innerhalb von 2 Monaten verbraucht werden, angebrochene Gläser wieder mit Öl bedecken.

 

 

 

 

 

Zutaten für den Germteig (für etwa 12 Schnecken)

600 Gramm glattes Mehl
2 gestrichene TL Salz
300 ml Milch
50 Gramm Butter
15 Gramm frische Germ
50 ml lauwarmes Wasser

Zutaten für  die Fülle:

Ein Glas von unserem Sauerampfer-Gänseblümchenpesto (etwa 150  ml), siehe Rezept
etwas Olivenöl
150 Gramm geriebenen milden Gauda
eine Packung aufgeschnittenen Schinken ( ca. 130 Gramm)
etwas Eiklar

Zubereitung:

Germ in dem Wasser  auflösen, mit einem EL von dem Mehl verrühren und etwa 15 Minuten gehen lassen. Milch mit Butter leicht erwärmen, bis die Butter schmilzt. Salz und Mehl mischen, Germwasser und Milchmischung zugeben und etwa 10 Minuten kneten (Küchenmaschine oder Hand), bis ein glatter, geschmeidiger Teig  entstanden ist. Den Teig zu einer Kugel formen und in eine geölte Schüssel  legen, mit Frischhaltefolie abdecken und gehen lassen, bis der Teig etwa das doppelte Volumen hat. Da der Teig Fett enthält, sollten dafür schon etwa 3 Stunden eingerechnet werden, je langsamer er aufgehen „darf“, desto mehr Geschmack kann er entwickeln.
Dann löst man ihn mit einer Teigspachtel aus der Schüssel, legt ihn auf die Arbeitsfläche ( nicht mehr kneten!) und walkt ihn zu einer rechteckigen, etwa 2 cm dicken Platte in Größe eines Backbleches aus.  Das Pesto wird mit etwas Olivenöl verrührt, sodass es sich ohne Druck gut auf der Teigplatte verstreichen lässt. Der Schinken wird in feine Streifen geschnitten und über dem Pesto verteilt, zuletzt bestreut man die Platte mit dem geriebenen Käse. Nun wird die oben liegende Längsseite mit Eiklar bestrichen und der Teig von der unteren Längsseite her aufgerollt (wie Biskuitroulade) .
2 Backbleche mit Backpapier belegen, die Roulade quer in 3 cm breite Schnecken schneiden und diese vorsichtig auf die Bleche legen. Mit Geschirrtüchern bedecken und nochmal ca. 30 Minuten gehen lassen.
Backrohr vorheizen auf 210 Grad, die Schnecken mit etwas Wasser besprühen und etwa 20 bis 25  Minuten backen, dabei nach 10 Minuten die Hitze auf 190 Grad reduzieren.
Tip: Schmecken lauwarm ganz toll, lassen sich am nächsten Tag wunderbar wieder kurz aufbacken!

Gänseblümchen

Gänseblümchen

 

cover_05_17Ein Rezept für Frühlingskräutersuppe mit Gänseblümchen gehört auch noch zum Beitrag, das findest Du hier:

http://www.kochenundkueche.com/rezepte/gemischte-fruehlings-kraeutersuppe-mit-gaensebluemchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wildkräuter-Pesto mit Erdnüssen und Erdnussöl

Heute gibt es endlich das versprochene Wildkräuterpesto bei mir. Die Sammelzeit ist am Höhepunkt, man findet nun wirklich alles schon im Überfluss, und die Kräuter sind noch jung und frisch. Ich habe Dir ja vor kurzem meine liebsten Wildpflanzen vorgestellt, bei meinem Kräuterspaziergang – Post: Ein Wildkräuter – Spaziergang

Wildkräuter-Pesto

Gemischte Wildkräuter

Ich weiss, meine Beiträge sind im Moment sehr GRÜN, aber Kräuter sind halt nicht rosa, der Frühling definiert sich über Grüntöne, und das färbt eben auch auf die Frühlingsküche ab. Keine Sorge, der Farbwechsel kommt bestimmt. Sollte die Arktis uns wieder in höhere Temperaturen entlassen, dann gibt es ja bald Erdbeeren und Rhabarber.

Zutaten für 3 Gläschen Pesto:

ca. 130 Gramm Parmesan, gewürfelt
130 Gramm ungesalzene, ungeröstete Erdnüsse
ca. 140-150 Gramm gemischte Wildkräuter(Brennnessel, Sauerampfer, Spitzwegerich, Giersch, Vogelmiere)
1/2 TL Salz
200 bis 250 ml kalt gepresstes Erdnussöl (Reformhaus), je nachdem wie weich das Pesto sein soll

Wildkräuter-Pesto

Sauerampfer, Spitzwegerich, Brennnessel …

Bei Pesto mit zarten Kräutern gebe ich keinen Knoblauch dazu, er wäre zu stark im Geschmack und würde dem Pesto eine gewisse Schärfe geben, die ich hier nicht haben möchte. Dieses Pesto ist mild und cremig.

Gib die Erdnüsse auf ein Backblech und röste sie im Backofen bei 160 Grad etwa 15 Minuten, bis sie duften. Lasse sie abkühlen. Fülle sie in einen Blender oder einen Blitzhacker, gib den Parmesan dazu und zerhacke alles grob. Nun kommen die Wildkräuter, das Salz und das Öl in das Gefäß und alles wird fein püriert. Wenn Du das Pesto dünnflüssiger möchtest, gib einfach noch etwas Öl dazu.

Wildkräuter-Pesto

Das fertige Pesto

Fülle das Psto in sterile kleine Gläschen, dichte die Oberfläche mit einer Schicht Öl ab und lagere es im Kühlschrank. Ungeöffnet hält es sich so mehrere Monate, aber meist lebt es nicht so lange.

Wildkräuter-Pesto

In Gläschen abfüllen und eine Schicht Öl darübergießen

Ganz toll ist auch eine „asiatische“ Variante dieses Pestos, ja warum denn nicht?  Es spricht nichts dagegen, arabische Couscousgerichte oder chinesische Nudelpfannen sowie Wokgerichte mit der vielseitigen grünen Paste zu krönen.
Den asiatischen Einschlag bekommst Du ganz einfach durch Sesam. Besorge Dir im Reformhaus kaltgepresstes Öl aus gerösteten Sesamsamen (das ist ein recht dunkles Öl) und Sesamkörner. Ersetze nun im Rezept die Hälfte des Erdnussöles durch das Sesamöl, nimm nur 100 Gramm Erdnüsse und füge 3 EL Sesamsamen hinzu. Sehr lecker ist es auch, wenn Du zu den Wildkräutern einige Stengel frisches Korianderkraut gibst, das bekommt man meist beim Türken oder Inder, es ist auch ganz leicht selbst anzubauen und wächst schnell, einfach Samen kaufen, einen tiefen großen Topf mit Erde füllen und aussähen.

Der sehr un-asiatische Parmesan ist allerdings unersetzbar, er gibt die Würze und Konsistenz, schmeckt aber nicht vor!
Pesto ist einfach unschlagbar gut zum experimentieren geeignet, also mache ruhig ein paar Varianten und spiele mit verschiedenen Ölen, die Wildkräuterzeit solltest Du aber auf jeden Fall jetzt nutzen, sie sind im Frühling  frisch und voller Kraft.
Mein Tip: Am liebsten sammle ich meine Wildpflanzen in den Murauen, das gilt natürlich auch für jeden anderen Fluß, der von einer Aulandschaft gesäumt wird. (Donau … ). In einer Au findet man vom Bärlauch bis zu Giersch, Brennnessel, Taubnessel usw. alles auf engstem Raum nebeneinander. So ein Tag in einer Au ist wie ein kleiner Urlaub, er gibt Kraft und Ruhe. Natürlich ist meine liebe Mascha immer mit von der Partie, sie hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass das Frauchen stundenlang am Boden hockerlt und Gott weiss was einsammelt (langweilig), aber nachher gehts immer zum Steckerlwerfen an den Fluß, und das ist die lange Stehzeit wert. Ausserdem kann man ja dazwischen ein paar Fliegen fangen …

Masch in den Murauen

In den Murauen bei der Murecker Schiffsmühle

 

Viel Spass bei der Wildkräuterjagd!

 

 

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Mein Basilikum-Pesto 2014

Ja ich weiß….Pesto-Rezepte gibt es soviele wie es Foodblogs gibt…jeder begeisterte „Hobby-Italiener“ hat sein eigenes, und so auch ich…wie könnte es anders sein! Ich muß allerdings zu meiner Verteidigung sagen, daß ich schon mein eigenes Pesto gemacht habe, als es noch gar nicht „in“ war, sein eigenes Pesto zu machen..es ist viele Jahre her. Ich kam darauf, weil mir die Gläschen im Delikatessengeschäft in San Daniele zu teuer wurden ( und das war wirklich das einzige gekaufte Pesto, das ich essen mochte…), außerdem wucherte das Basilikum in Mamas Garten, daß es zum Fürchten war!
Und so wird nun jedes Jahr bei mir Ende August gezupft, gehackt, gestampft, pürriert, abgefüllt und – wenn wieder mal zuviel Pesto geworden ist – die Verwandtschaft beglückt.

Ich habe in diesen Jahren viele Erfahrungen gesammelt und viel experimentiert, manche Kombinationen gingen für uns gar nicht, z.B. Rucola war mir zu scharf, Walnüsse zu bitter, Salbei mochte meine Familie nicht…und so sind einige Varianten übriggeblieben, die wirklich toll sind:

Petersilpesto mit Kürbiskernen und – für Steirer – mit Kürbiskernöl…ein Hit!
Basilikumpesto mit Zitronenzesten und Pinienkernen sowie Zitronen-Olivenöl
Pesto aus getrockneten Tomaten und Petersilie sowie Parmesan, ohne Nüsse……

und heuer mache ich erst mal ein klassisches Basilikumpesto, allerdings versuche ich anstelle der Pinienkerne diesmal die wertvollen Macadamianüsse. Ich glaube daß sich diese milden, cremigen Kugeln sehr gut für Pesto eignen!

aBasilikum-Macadamia-Pesto

Macadamianüsse

Die dummen Nüsse haben mich übrigens wieder mal daran erinnert, daß ich mit den Jahren nicht nur Falten bekomme, sondern auch Gehirnzellen verliere. Ich habe die sündteuren Dinger – 500 Gramm um 38 Euro! – extra für meine Pesto-Aktion gekauft, und als ich daran ging, die erste Portion in Gläschen zu füllen, hat es mich wie der Blitz getroffen: Pesto ist  fertig, nur die Nüsse stehen noch originalverpackt im Keller!!!! Naja, ich hab die ersten 3 Gläser einfach mit „Basilikum-Sauce“ beschriftet….weiß eh nur ich!

Bei Pesto versuche ich, jene perfekte italienische „Mamma“ zu imitieren, die den ganzen Tag für ihre Familie in der Küche steht und ihre Zutatenliste im Hirnbereich „Kochrezepte“ gespeichert hat…soll heißen ich mische nach Gefühl und Erfahrung….daher also folgende „ungefähr“Zutatenliste:

Eine große Rührschüssel voll frisch gepflückter Basilikumblätter, möglichst an einem sonnigen Tag zu Mittag ernten, da ist das Aroma am intensivsten! Ich sehe die Blätter beim Pflücken genau durch und nehme nur die schönen, sauberen, ich wasche sie nicht, das Wasser ist nicht gut im Pesto!
ca. 3-4 Knoblauchzehen…nach Vorliebe, geschält
eine Handvoll gewürfelten Parmesan oder Pecorino
2 Handvoll Macadamianüsse
ca. 1/2  Teelöffel Salz
Olivenöl, Topqualität

Aus all diesen leckeren Sachen soll nun ein sämiger, cremiger Brei werden….und ich muß jedem Italiener recht geben, der behauptet: “ Das einzig wahre Pesto entsteht in einem großen Marmormörser!“
Das ist weder versnobt noch altmodisch, es ist einfach so. Ich habe es bei kleinen Mengen versucht, beginnend mit klein gehacktem Knoblauch und Nüssen, dann Parmesan dazu (den reibe ich vorher!), dann die Blättchen (kleingeschnippelt) und letztendlich nach und nach das Öl. Es ist sehr mühsam und dauert sicher mehr als 20 Minuten, aber das Ergebnis ist fast schon mayonnaiseartig samtig. Jedoch kommt diese Methode für große Mengen definitiv nicht in Frage.
Du brauchst eine Küchenmaschine mit Schlagmesser. Mit ein paar Tricks wird es damit fast wie im Mörser:

Ganz wichtig: den Knoblauch zerhacke ich nicht mit der Küchenmaschine und schicke ihn auch nicht durch die Knoblauchpresse, nein, den zerstampfe ich wirklich im Mörser. Ich schneide ihn klein und beginne langsam, bis er zerstoßen ist und Saft austritt, dann kommt ein Schuß Olivenöl dazu und ich stampfe, bis ich eine ganz glatte Creme habe. Diese Creme wird dann ganz am Schluß in der Küchenmaschine in die Masse „eingeschockt“.
Der Knoblauch bleibt bei dieser Methode viel milder und wird viel cremiger!

Basilikum-Macadamia-Pesto

Den Knoblauch im Mörser zerstampfen

Und, auch noch wichtig: beginne in der Küchenmaschine mit den Nüssen und dem Käse, erst wenn diese kleingemahlen sind, kommen die Blätter dazu. Die harten Zutaten müssen viel länger geschlagen werden, also würden die zarten Blätter in der langen Zeit völlig zermantscht werden. Wenn das Basilikum und Salz untergemischt sind, gießt Du in einem Strahl bei laufender Maschine das Öl dazu, bis zur gewünschten Konsistenz. Das Pesto soll etwa wie Rührteig vom Löffel tropfen. Und ganz zuletzt ….der Knoblauch, wie beschrieben.

Basilikum-Macadamia-Pesto

Pesto-Zubereitung

Basilikum-Macadamia-Pesto

Basilikum-Macadamia-Pesto

Fülle das fertige Pesto in kleine, gut schließende Gläschen, immer etwas mit einem Löffel nachdrücken, damit keine Luftblasen eingeschloßen werden, und oben laß etwas Platz, da gießt Du noch mit Olivenöl auf, so ist die Masse luftdicht verschloßen. Ich hebe Pesto immer im Kühlschrank auf – sicher ist sicher. So habe ich schon öfter ein Glas erst nach einem Jahr geöffnet und es war völlig in Ordnung. Angebrochene Gläser immer oben wieder mit Öl versiegeln und schnell verbrauchen.

Und heute wird natürlich mein Pesto 2014 sofort verkostet…es gibt ganz einfache Nudeln mit frischer Tomatensauce und einem Häubchen Basilikumpesto! Italianissimo!

Basilikum-Macadamia-Pesto

Nudeln mit Tomatensauce und – natürlich – meinem frischen Pesto

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