Schlagwort: Mangold

Buchvorstellung „Brot, Gebäck und Brotaufstriche“, mit Rezept „Haferbrot mit Mangoldaufstrich“

Meine Kochbuchsammlung hat wieder mal Zuwachs bekommen! Nachdem ich ein paar Einrichtungsgegenstände umplatziert habe, konnte eine weitere Buchablage Stellung beziehen, die „Neuen“ müssen also nicht wochenlang heimatlos am Esstisch herumkugeln.
Ich habe zwei Neuerscheinungen vom Leopold-Stocker-Verlag erhalten,daraus werde ich wieder einiges nachkochen und Dir beide Bücher vorstellen.
Im heutigen Post geht es um eines meiner Lieblingsthemen, nämlich Brot und Gebäck … und tolle Aufstriche. Das Kochbuch, um das es heute geht, heißt:
Brot, Gebäck und Brotaufstriche„, und ist eine Zusammenfassung der 106 besten Rezepte aus der Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE der letzten Jahre. Und ich nehme es gleich vorweg, ich bin begeistert! Ich backe ja leidenschaftlich gerne Brot und Weckerln, und das schon bald 30 Jahre lang, und man denkt immer, da kann es doch nichts Neues mehr geben. Aber das Buch ist voll mit ausgefallenem Brot und Gebäck, tollen Weckerlideen, deftigen Muffins und ungewöhnlichen Brotaufstrichen (von mir ist auch ein Rezept mit Foto dabei, FREU!)
Der Einleitungsteil bietet viele hilfreiche Informationen vor allem für Brotback-Einsteiger, aber auch für „alte“ Brotbäcker ist so eine Praxis-Auffrischung toll, denn durch die Gewohnheit und Routine vergisst man oft entscheidende Grundregeln. Wisenswertes über Mehl und die verschiedenen Sorten, gefolgt von Tips zur Teigzubereitung, zur Hefe und zum Sauerteig sind hier kurz und effizient zusammengefasst, lassen sich immer wieder schnell nachschlagen, so dass auch Dein erster Laib Brot ein Erfolg werden kann. Ganz wichtig ist die Info zur Flüssigkeitsmenge, und man kann es nicht oft genug sagen: jedes Mehl benötigt eine andere Menge Flüssigkeit, es gibt kein Rezept, das hier eine 100 % richtige Angabe machen kann, es gehört viel Erfahrung dazu, zu erkennen, wann ein Brotteig passt, und Erfahrung kommt nur durch das „machen“, also nicht aufgeben! Und nie die ganze Flüssigkeit zu Beginn zugeben, immer nach und nach. Es folgen 4 Kapitel voller leckerer Ideen:
Brote
Pikantes Gebäck
Süsses Brot und Gebäck
Aufstriche pikant und süss

Meine Versuchsbrote waren das Haferbrot von Seite 17, das Bauernmischbrot mit Kernen von Seite 21, das Faltbrot von Seite 31, und der Mangoldaufstrich von Seite 115. Alles ist supergut geworden, ich zeige Dir heute das

Haferbrot mit dem Mangoldaufstrich.

Beim Brot haben sich bei mir einige Änderungen ergeben, statt des im Rezept angegebenen Weizenmehls habe ich glattes Dinkelmehl verwendet (ich versuche Weizenmehl soweit wie möglich zu vermeiden …), und ich habe etwas weniger Wasser verwendet als im Buch, da mir die Menge als sehr großzügig vorkam. Trotzdem ist mir mein Teig zu weich geworden, denn ich muste ja Fehler Nummer 1 machen: gleich das ganze Wasser dazuschütten. Naja, man lernt nie aus! Auf jeden Fall habe ich beschlossen, kein Mehl mehr zuzufügen, sondern das Brot im heissen gußeisernen Topf zu backen, so konnte es nicht auseinanderfließen. Das Ergebnis war hinreißend. (ist dieses Adjektiv zu geschwollen für einen Laib Brot?…) Auf gehts, ich zeig Dir die Topfmethode (die ich im Buch übrigens vermisst habe, denn das Brot wird auf diese Weise fast so wie ein Brot aus dem Holzofen. Das ist aber auch schon das Einzige, was ich an dem Buch zu meckern hätte!).

für das Haferbrot brauchst Du:

130 g kernige Haferflocken
375 ml Wasser
15 g Hefe
1 TL Rohrzucker
270 ml Wasser
125 ml Milch
500 g glattes Dinkelmehl
1 TL Salz

Gib Haferflocken und die 375 ml Wasser in einen Topf und erhitze alles, bis die Flocken das Wasser aufgesaugt haben.
Löse Hefe und Zucker in der Milch auf. Mische das Mehl und die abgekühlten Haferflocken, Salz, die Hefemilch und die Hälfte des Wassers. Beginne zu kneten, füge bei Bedarf das restliche Wasser hinzu. Bei der Topfmethode kann der Teig ruhig sehr weich sein, sodass man ihn eigentlich gar nicht mehr mit der Hand, sondern nur mehr mit der Küchenmaschine (oder Mixer) kneten kann. Bestreiche die Oberfläche mit etwas Öl und lasse den Teig gehen, bei mir waren es etwa 2 Stunden. Im Originalrezept werden 30 g Hefe verwendet, das verkürzt natürlich die Gehzeit. Ich arbeite jedoch lieber mit weniger Hefe und längeren Gehzeiten, das gibt einen noch besseren Geschmack!
Heize den Backofen vor auf 230 ° C und stelle einen gußeisernen Bräter hinein, mit Deckel! Der Topf muss sehr heiß werden.
Schneide ein quadratisches Stück Backpapier zu, zerknülle es zu einem Ball, streiche es wieder aus und lege es in eine Mixerschüssel, die in etwa die Größe des Bräters hat. Knete den Teig nun mit der Maschine nur mehr ganz kurz zusammen und befördere ihn dann in die Schüssel, auf das Papier. Versuche, mit geölten Händen einen schönen Ball aus der Oberfläche zu formen, und lasse den Teig nochmal gehen, etwa 40 Minuten.

Haferbrot

2. Aufgehen im Backpapier

Öffne nun Herd und Topf, lege den Teigball vorsichtig in den heißen Topf, indem Du an den Ecken des Papiers angreifst, und gib sofort wieder den Deckel drauf. Backe das Brot 25 Minuten bei 230 ° C, entferne dann den Deckel, reduziere die Hitze auf 200 ° C und backe das Brot so noch etwa 20 Minuten fertig. Nimm den Laib mit dem Backpapier aus dem Topf und lasse ihn auf einem Gitter abkühlen.

Haferbrot

Das fertige Haferbrot … das kann man doch fast riechen, oder?

Haferbrot

Haferbrot

Mangoldaufstrich

Für unser tolles Brot brauchen wir nun auch einen Aufstrich, mal was anderes, und da ich noch Mangold im Garten habe, kommt mir die Idee zu einem Mangoldaufstrich gerade recht.

Du brauchst:
250 g Mangoldblätter
1 Zwiebel, geschält
1 Knoblauchzehe, geschält
5 ELOlivenöl
2 EL Butter
60 g Cashewnüsse
Salz, Pfeffer, Limettensaft

Im Originalrezept werden Reismehl und Erdmandelflocken zum Binden verwendet, ich nehme lieber Cashewkerne. Weiche die Cashewnüsse in warmem Wasser ein und lasse sie so etwa eine Stunde stehen.
Wasche den Mangold und schneide ihn klein. Hacke Zwiebel und Knoblauchzehe fein und brate beides im Olivenöl an. Gib den Mangold dazu und dünste ihn, bis er zusammenfällt. Füge die Butter dazu, lasse sie schmelzen, und würze die Masse mit Salz, Pfeffer und Limettensaft.

Haferbrot

Mangold anrösten

Gieße das Wasser von den Nüssen ab und gib sie mit der Mangoldmischung in einen Blender, püriere alles fein, fülle es in ein hübsches Schüsselchen und lasse den Aufstrich im Kühlschrank erkalten. Er wird so cremig und streichfähig.

Haferbrot

Was für eine gesunde Jause, selbstgebackenes Haferbrot mit würzigem Mangoldaufstrich!

Auch das Bauernmischbrot mit Kernen ist sooo gut geworden, ich habe es heute gebacken, und am Abend war nur mehr ein kleines Stück da …

Haferbrot

Bauernmischbrot mit Kernen

Das gefüllte Faltbrot war auch ein großer Erfolg, ich habe keine Kräuterbutter – wie im Rezept angegeben – gemacht, sondern die Teiglagen mit meinem selbstgemachten Pesto gefüllt. Wir haben genascht und genascht, und der Fotoapparat hat nicht gerufen, ich habe einfach vergessen es festzuhalten. Aber vielleicht hast Du ja Lust auf das Brotbuch bekommen, und aufs Backen von Gebäck, dann siehst Du auf Seite 31, wie das Faltbrot aussieht … genau so hat es nämlich auch bei mir ausgesehen, vor der Vernichtung. Wirklich ein gelungenes Werk zum Thema Brot, und Du unterstützt einen heimischen Verlag, keinen chinesischen!

 

 

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Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle

Erbarmungslos brennt die Sonne seit Tagen auf meinen Gemüsegarten (natürlich auch auf alle anderen Gemüsegärten …), und zu Mittag sehen die Pflanzen aus, als würden sie schon ewig im Regal eines Supermarktes herumgammeln, schlaff und welk. Aber am Abend bekommen sie eine kräftige Dusche aus dem Gartenschlauch, und schon stehen sie wieder stramm, frisch und grün da.
Ach Du herrliche Hitze, auch wenn Du mich in ein schweisstriefendes, schnaufendes Häufchen Elend verwandelst, mein Gemüse treibst Du zu Höhenflügen an, es wächst und wächst und wächst … direkt in den Kochtopf! Fast! Zuerst wird natürlich mal geerntet!
Kochen im Sommer ist herrlich unkompliziert. Ich gehe in der Früh in meinen Gemüsegarten, lasse den Blick langsam über die Beete wandern und schwupp – schon ist das Abendessen auf meinem geistigen Teller. Es gibt keine bessere Inspiration als frisches, knackiges Gemüse, das kennst Du sicher auch vom Bauernmarkt: man hüpft begeistert von einem Stand zum Nächsten und würde am liebsten alles mitnehmen, weil es so lecker aussieht (oder geht es nur mir so?). Ich hüpfe eben von Beet zu Beet und entscheide mich dann für das Gemüse, das am dringendsten geerntet werden muss.
Diesmal stürze ich mich auf den Mangold, denn die äusseren Blätter sind schon so groß wie Schneeschuhe und belästigen die benachbarten Kohlrüben.

Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle
Mangold inspiriert mich immer ein wenig orientalisch-türkisch-arabisch (ja wie soll ich es sonst beschreiben …), weil in diesen Ländern gerne mit Spinat bzw. Mangold gekocht wird, bei uns ist das Gemüse oft der Auslöser für Nasenrümpfen. (unbegreiflich!). Und sind die Blätter nicht einfach wunderschön?!

Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle
Ich mache gefüllte Brötchen, denn gefüllte Teigtaschen und Brötchen sind sehr orientalisch-türkisch-arabisch und werden dort oft und gerne als Straßensnack angeboten (ja ich weiss, „Streetfood“).
Ich werde mich mit meinen gefüllten Brötchen allerdings nicht auf die Strasse stellen, sondern sie auf der Terrasse servieren. Zumindest meinem Mann, denn für meinen Sohn mache ich noch schnell Pizza, denn der Mangold sieht ihm zu gefährlich aus. Zucchini würde ja noch gehen, aber die hat alle meine Tochter weggeschnappt.

Wir bereiten zuerst den Hefeteig zu, und während er aufgeht, hast Du Zeit für die Mangold – Käsefüllung. Ich möchte nun hier anmerken, dass ich bei Hefeteig ein absoluter Verfechter der „kalten“ Methode bin. Entgegen der weitläufigen Meinung schadet Kälte der Hefe nicht, nur wenn sie zu heiss bekommt, ist sie tot! Den Teig mit kalten Zutaten anzusetzen bewirkt, dass die Hefe viel länger braucht, um ihre Wirkung zu entfalten, wodurch der Teig wiederum viel länger braucht, um aufzugehen, und das gibt ihm Zeit, einen richtig tollen Geschmack zu entwickeln. Man benötigt bei dieser langsamen Methode der Teigführung auch weniger Hefe, und das Gebäck bleibt länger frisch. Du kannst also beim folgenden Rezept ruhig Joghurt und Eier aus dem Kühlschrank und kaltes Wasser verwenden!

Für den Teig benötigst Du, für 8 Brötchen:

40 g Butter geschmolzen
125 g Joghurt
2 Eier
1/3 Würfel frische Hefe
30 ml Wasser
500 g Mehl glatt
1 TL Salz
Prise Zucker
zusätzlich nochmal ca. 50 – 70 ml Wasser

Verquirle Joghurt und Eier, löse die Hefe in 30 ml Wasser auf und mische nun alle Zutaten (bis auf das zusätzliche Wasser) mit dem Mehl. Verknete alles mit der Küchenmaschine oder den Händen und füge soviel von dem Wasser hinzu, dass ein geschmeidiger Hefeteig entsteht, der sich vom Schüsselrand löst  (Bei mir waren es ca. 60 ml, das hängt aber stark vom Mehl ab!). Knetzeit etwa 10 Minuten.
Forme den Teig zu einer Kugel, reibe ihn mit etwas Olivenöl ein und lasse ihn in der Schüssel in einem kühlen Raum aufgehen, bis er doppelt so groß ist. (Mit Frischhaltefolie abdecken). Das soll und kann ruhig etwa 3-4 Stunden dauern!
In der Zwischenzeit widmen wir uns dem Mangold.

Für die Mangoldfülle brauchst Du:

Eine große Zwiebel, gehackt
4 Knoblauchzehen, im Mörser zerstossen
eine große Schüssel (etwa 4 Liter Inhalt) Mangoldblätter, in Streifen geschnitten
etwa 30 ml Olivenöl
Salz, Pfeffer
150 g Feta Käse
100 g Gauda gerieben
als Topping:
ein verschlagenes Ei
Schwarzkümmel
etwas Zatar (tolle orientalisch-türkisch-arabische Würzmischung, gibts z.B, bei Interspar. Ein Traum!)

Erhitze das Olivenöl in einem großen Wok und brate die Zwiebel und den Knoblauch darin an. Sobald alles etwas gebräunt ist, gibst Du den Mangold dazu und röstest das Ganze unter ständigem Rühren, bis der Mangold zusammengefallen ist. Das dauert etwa 10 Minuten. Gib den Mangold nun in eine Schüssel und lasse ihn völlig auskühlen. Schneide den Feta in kleine Würfel und mische ihn mit dem Gauda unter die Mangoldmasse. Schmecke alles mit Salz und Pfeffer ab.
Heize den Backofen vor auf 210 ° C Heißluft.
Wenn der Teig nun eine schöne straffe Wölbung nach oben hat – wie ein Fußball – ist er „reif“. Schlage ihn zusammen, gib ihn auf eine leicht geölte Arbeitsfläche und teile ihn in 8 gleiche Stücke. Rolle nun jedes Teil zu einer Kugel und lasse diese 10 Minuten ruhen. Forme mit einer Teigrolle jede Kugel zu einem Kreis mit ca. 20 cm Dm, gib eine Portion Fülle in die Mitte (teile die Fülle in 8 Portionen!) und schließe den Teig oben um die Fülle, sodaß ein Ball entsteht.

Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle

Der Teigkreis wird mit der Fülle belegt

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Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle

Der Teig wird zusammengenommen und …

Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle

… und zur Kugel geschlossen

Lege die Brötchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech, mit der Naht nach unten, und drücke sie sanft etwas flach. Lasse sie nochmal etwa 20 Minuten aufgehen, bestreiche sie mit verquirltem Ei und bestreue sie mit Schwarzkümmel oder Sesam und dem Zatar.

Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle

Vor dem Backen!

Backzeit 20-25 Minuten, bis sie schön gebräunt sind, und wenn Du von unten auf ein Brötchen draufklopfst, soll es hohl klingen.

Und fertig ist unser Straßensnack, lasse die Brötchen etwas abkühlen, am besten schmecken sie lauwarm, mit einer Schüssel Gurkensalat (den kann man natürlich nicht aus der Hand essen …) und einem kühlen Bier, vielleicht mal ein ausgefallenes Importbier aus dem Asiamarkt???

Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle

Anmerkung: Du kannst den Teig auch über Nacht im Kühlschrank gehen lassen und sie für einen Brunch am Morgen frisch zubereiten, die rohen, gefüllten Kugeln lassen sich auch toll einfrieren, nimm sie dann ein paar Stunden vor dem Backen aus dem Tiefkühler und lasse sie zugedeckt auftauen, dann backen.

Du kannst  nach diesem Rezept auch eine Art orientalische Pizza zubereiten. Belege die ausgerollten Teigkreise einfach gleichmäßig mit der Fülle, mache also keine Kugel daraus, sondern einen belegten Fladen! Gib zusätzlich Speckwürfel und noch etwas geriebenen Käse oben drauf, so kannst Du den Mangold auch an Spinatverächter verkaufen!
Und wirf die Mangoldstiele bloß nicht weg, man kann sie kurz weichdünsten und dann in Sahne-Gorgonzolasauce schwenken, oder einfach in Butter anbraten und mit Sesam oder Pinienkernen bestreuen …und…oje der Beitrag wird zu lang! Kurz gesagt, mach einfach was draus!

Kleine Brötchen mit Mangold-Käse-Fülle

Mangoldstiele ergeben ein herrliches Gemüsegericht!

Mein Mann musste diesmal für ein paar Bilder als Fotograf herhalten. Ich wollte ja, dass er die Kugeln füllt und formt und ich die Fotos vom Tathergang schieße, aber das war ihm zuviel. Er isst lieber, hat er gemeint! Und hat die Fotos sehr gut gemacht! Jetzt habe ich einen Assistenten.
Ich wünsch Dir viel Spass und viele Ideen mit dem genialen Mangold!

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Mangold-Lauch-Braunschweiger-Gröstl auf Roggentoast

Juchuuu, das erste essbare Grün sprießt in meinem Gemüsegarten! Die 2 Zeilen Mangold sind nach der letzten Ernte stehengeblieben – ich war einfach zu faul das feuchte Beet im Oktober noch umzugraben – und so haben die Pflanzen beschlossen, wieder neu auszutreiben. um mir eine Freude zu machen!
Ob mein Sohn noch im Herbst umgestochen hätte, wenn er den frühen Gemüsesegen geahnt hätte?
Aber ich werde die gesunden Blätter einfach richtig “ verpacken“, dann werden sie auch von allen gerne gegessen. Und was eignet sich da besser als …ein Toast!?
Jawohl, Du weisst es ja schon, meine Familie und ich sind „Toast-Fetischisten“. Wir lieben Toast, und was ich auf Toast gebe und mit Käse überbacke, wird im Allgemeinen auch gerne gegessen. (Bis auf Fenchel, der geht – leider – unter keinen Umständen, soviel Käse kann ich gar nicht drübertun!)

Du bekommst heute wieder mal ein Rezept, wo es nicht so sehr auf Mengenangaben ankommt als auf die Idee, die Du nach Lust und Laune und je nach vorhandenem Gemüse abwandeln kannst. Ausserdem ist dies glaube ich auch ein tolles Gericht für Kinder, die sonst vielleicht eher skeptisch an Gemüse herangehen, sie können dann ja auch selber ihren Toast “ zusammenbauen“.

Mangold-Lauch-Braunschweiger-Gröstl auf Roggentoast

Mangold-Lauch-Braunschweiger-Gröstl auf Roggentoast

Du brauchst für etwa 6 Toasts:

eine große Stange Lauch, in feine Scheiben geschnitten
eine große Zwiebel, gehackt
eine Schüssel voll Mangold oder Spinat, in 1 cm Streifen geschnitten
eine rote oder gelbe Paprika, gewürfelt
ein ca. 15 cm langes Stück Braunschweiger Wurst (toll auch Leberkäse oder einfach Extrawurst am Stück), gewürfelt in 1/1 cm Stücke
ein Vollkorn Kastenbrot, am besten ein dunkles aus Roggenmehl
etwa 200 Gramm geriebenen Käse (Gauda, Ziegenschnittkäse, Cheddar….)
Pesto zum Bestreichen der Brote
Olivenöl und Butter
Salz, Pfeffer

Ich nehme hier zum schnellen Anbraten von Gemüse am liebsten einen großen Wok, gebe etwas Olivenöl und etwas Butter hinein und erhitze ihn. Dann wird zuerst die gehackte Zwiebel angebraten, nun kommen Lauch und Paprika dazu. Etwa 5 Minuten rösten, dann Mangold dazugeben, nochmal ein paar Minuten braten bis der Mangold weich, aber noch schön grün ist.
Anmerkung: wenn Du große Mangoldblätter mit dicken Stielen hast, schneide die Stiele heraus.

Mangold-Lauch-Braunschweiger-Gröstl auf Roggentoast

Das Gemüse rasch im Wok anbraten…

Zuletzt kannst Du nun die Wurstwürfel unterrühren und ausschalten. Schmecke jetzt mit Salz und Pfeffer ab, durch die Wurst ist die Mischung schon würzig, also nicht zuviel nehmen, lieber kosten.

Mangold-Lauch-Braunschweiger-Gröstl auf Roggentoast

zuletzt die Wurst dazu…oder auch nicht (Vegetarische Variante..)

 

Die Gemüsemischung sollte etwas auskühlen, in der Zeit kannst Du das Brot vorbereiten und Käse reiben. Schneide nicht zu dünne Scheiben, sonst schmeckt man nur den Belag!
Ich habe mein Roggen-Kastenbrot selber gebacken, Brot backen ist einfach befriedigend! kmTipps und Rezepte rund um Brot findest Du auf den 2 tollen Blogs:
Plötzblog -selbst gutes Brot backen
Hefe und mehr
Bestreiche die Scheiben dünn mit Pesto, Kräuterbutter oder Knoblauchbutter gehen auch. Wenn Du eine Art Pizzageschmack erzielen möchtest, kannst Du auch Tomatenmark aus der Tube nehmen.

Der Rest ist einfach: Backrohr vorheizen auf Grillstufe 220 Grad, Backblech mit Backpapier belegen, Brote aufs Blech legen, Brote mit Gemüsemischung bedecken, Gemüsemischung mit Käse zudecken…so sieht es nicht zuuu „grün“ aus!

Mangold-Lauch-Braunschweiger-Gröstl auf Roggentoast

Gemüse aufs Brot, Käse aufs Gemüse, fertig!

Gib den Leckerbissen  nun etwa 10 – 15 Minuten Zeit, dass die Wurst schön knusprig wird und der Käse ins Gemüse schmilzt (mmhhhhh…), da bleibt noch Zeit für eine schnelle Petersilie-Krensauce:

Reibe frischen Kren ganz fein, bis Du eine gute Handvoll hast. Hacke die gleiche Menge Petersilie und – wenn verfügbar – etwas Schnittlauch. Verrühre einen Becher Sauerrahm mit etwas Joghurt und gib Kren, Petersilie und Schnittlauch dazu. Mit Salz abschmecken, gut durchrühren, fertig!

Mangold-Lauch-Braunschweiger-Gröstl auf Roggentoast

Petersilie, Kren und Schnittlauch

Richte die fertigen Toasts nun mit der Sauce und  einer großen Schüssel grünem Salat an. (ich sollte irgendwann ein Toast-Kochbuch schreiben, was bei mir schon alles zwischen Brot und Käse unterm Grill gelandet ist, würde schon für einige Seiten reichen…).

Diese Woche war das allerdings mein letztes Toastrezept für Dich, was keine Kunst ist, denn – heute ist Sonntag! Also, bis zum nächsten – Toast! Mahlzeit!

Mangold-Lauch-Braunschweiger-Gröstl auf Roggentoast

Beim Anschneiden leuchtet der Mangold noch herrlich grün!

 

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Pikanter Schichtkuchen aus Sesampfannkuchen und Mangoldgemüse

Mein armer Gemüsegarten…er wäre heuer wohl eher für den Reisanbau geeignet gewesen als für die Aufzucht von Gemüse! Heute habe ich mich überwunden und mich in den „Gatsch“ (Schlamm auf steirisch) geworfen, um die Dinge zu ernten, die jetzt unbedingt aus ihrem Wasserbad befreit werden müssen. Zwiebeln, Karotten, Mangold, noch eine letzte Aubergine…und da heute nur mein Mann und ich zuhause essen, werde ich hiervon gleich einiges verwerten und vegetarisch kochen. Mein Mann ist der Einzige in der Familie, der nie über mein Essen sempert (mault auf steirisch…).Das soll aber nicht heißen, daß er nicht kritisch ist, er ist nur nicht heiklich!
Irgendwie komme ich auf einen Schichtauflauf aus Pfannkuchen und Gemüse….Pfannkuchen oder Palatschinken, wie es bei uns heißt, liebe ich in jeder Form, ob süß oder deftig!

Zuerst mache ich mich ans Gemüse für die saftige Schicht meines „Pfannkuchen-Auflaufs“:

Ich verarbeite dafür:

Eine große Zwiebel, fein gewürfelt
Eine mittelgroße Aubergine, fein gewürfelt
Etwa eine Rührschüssel voll Mangold oder Spinat, in feine Streifen geschnippelt
eine kleine Chili, fein gehackt (nach belieben…wir belieben scharf!!)
Olivenöl
2 Knoblauchzehen, Salz, Pfeffer
etwas Sahne

Pikanter Schichtkuchen

Mangold, Aubergine, Zwiebel, eine kleine Chili

Ich erhitze das Olivenöl in einer Kasserole, röste Zwiebel an, nach einigen Minuten kommt der im Mörser zerstoßene Knoblauch dazu, dann die Aubergine, und wird einige Minuten mitgeröstet, zuletzt noch der Mangold und die Chili ,… sollte die Aubergine das ganze Öl aufgesaugt haben, kannst Du nun noch etwas Öl nachgießen und eventuell etwas Sahne, damit nichts anbrennt. Ich dünste die Mischung unter Rühren ca. 10 Minuten, salze und pfeffere nach Geschmack, dann wird die Pfanne zum Abkühlen auf die Seite gestellt.

Anmerkung: Sieh dieses Rezept auch ein wenig als Resteverwertung, Du kannst statt Auberginen auch andere Gemüsereste verwenden, die Du aufbrauchen möchtest…Karotten, Karfiol, Stangensellerie…alles was sich in kleine Würfel schnippeln läßt und zu Mangold paßt.

Nun kommen wir zur „Teiglage“ meines Schichtkuchens, dazu bereite ich einen Pfannkuchenteig:

60 Gramm Vollkornmehl
60 Gramm glattes Mehl
4 Eier
1/4 Liter Milch
Salz
3 EL Sesam (auch gehackte Kürbiskerne sind toll!)

Gib einfach alle Zutaten in eine Rührschüssel und verschlage alles mit dem Mixer zu einem dünnflüßigen Teig. Diesen lassen wir dann 15 Minuten stehen.

Dieses Pfannkuchen-bzw. Palatschinkenrezept mit Sesam mache ich gerne, wenn ich sie salzig fülle, die Sesamsamen geben dem Teig etwas knackiges, pikantes. Schmeckt auch fein mit Pilzfülle, einfach als Tasche über die Pilze klappen.
Nach der Ruhezeit bäckst Du in einer beschichteten Pfanne die Pfannkuchen, ich verwende dafür als Fett immer Schweineschmalz. Ja ja…ich weiß was jetzt kommt! Aber, es gibt einfach nichts herrlicheres als in Schweineschmalz gebackene Pfannkuchen, und ich lasse mein Schmalz selbst aus. (das zeig ich Dir auch noch mal…)
Dieses do it yourself schmalzauslassen hat zwar absolut keine Auswirkung auf die Kalorien und den dietätischen Wert desselben, aber ! auf den Geschmack! Und einzig darum gehts uns Kochfreaks doch, oder??? ODER???
Na wie auch immer, Du kannst auch Sesamöl (paßt gut wegen der Sesamkörner) oder was anderes nehmen. Meine Pfanne hat 24 cm Durchmesser, so passen die Kuchen genau in meine Pieform, die ich für den Schichtvorgang verwende. Du erhältst ca. 7-8 Stück.

Anmerkung: diese Pfannkuchen sollen ruhig etwas dicker ausfallen, wir machen keine Crepes!

Pikanter Schichtkuchen

Die fertig gebackenen Pfannkuchen…Palatschinken

So, wir nähern uns dem Ziel…oder Schichtkuchen. Wir haben Fülle und Fladen, nun machen wir noch etwas Bechamelsauce aus folgenden Zutaten:

20 Gramm Butter
2 EL Mehl
300 ml Milch
ein Schuß Weißwein
Salz, Pfeffer, etwas Currypulver

Butter erhitzen, Mehl darin anschwitzen, mit Milch aufgießen, gut rühren bis die Masse köchelt und sämig wird, den Weißwein dazugeben und würzen, das Currypulver bleibt natürlich Dir überlassen, aber es paßt gut zu Mangold und Sesam. (Bechamelsauce im Blitzkurs, eine etwas genauere Anleitung findest Du hier : Bechamelsaucebereitung )
Und nun – endlich – haben wir alles was wir zum Turm bauen brauchen. Los gehts! Backrohr vorheizen auf Heißluft, 220 Grad, und Du brauchst eine runde Auflauf-oder Pieform.

Erst mal kommt etwas Bechamel in die Form, darauf ein Pfannkuchen. Dann folgen eine Lage Gemüse, darauf geriebener Käse , darauf wieder Bechamel, und wir sind wieder beim Pfannkuchen angelangt. Das wiederholst Du nun 4 Mal, oben zuletzt noch ein fünfter Pfannkuchen, bestrichen mit dem Rest Bechamel und bestreut mit dem Rest Käse. Ich dekoriere meinen Schichtkuchen mit einem aufgeschnittenen milden Pfefferoni, den mein Mann mir schnell im Dunkel (es ist 20.00 Uhr) aus dem Garten holt. Natürlich reißt er einen ganzen Zweig ab wo auch noch grüne oben sind…..aber es sei ihm verziehen, rot und grün ist echt schwer zu unterscheiden.(Nein ich bin nicht sarkastisch, ich meine in der Nacht,…)

Pikanter Schichtkuchen

Schichtkuchen ist fertig geschichtet und dekoriert

Ab mit dem Lohn unserer Mühe in den Ofen, für ca. 20-25 Minuten, bis er bruzzelt und schön gebräunt ist, und danach – um 20.45 Uhr – kann mein armer hungriger Mann endlich essen. Und ich kann mein Rezept posten…nachdem er 2 Mal nachgenommen hat!

Pikanter Schichtkuchen

Pfannkuchen Schichttorte, pikant

Pikanter Schichtkuchen

Am Rand knusprig, in der Mitte cremig…mhhhh

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