Schlagwort: Koriandergrün

Huhn Tschachochbili – Huhn auf georgische Art, eine Kochbuchrezension

Georgien fasziniert mich, und das, obwohl ich noch nie dort war. Ich hoffe das kommt noch irgendwann einmal, in der Zwischenzeit lese und koche ich mich begeistert durch georgische Kochbücher und schaue mir jede Georgien-Doku auf You Tube an.
Die Georgier lieben es, Feste zu feiern, die ganze Familie um einen Tisch zu versammeln und so aufzukochen, dass sich fast die Tischplatte verbiegt unter der Last der Speisen. Dieses Volk isst nicht, um zu leben, nein sie leben, um zu essen … so scheint es jedenfalls. In so ein Land muss ich mich ja wohl verlieben!
Meine erste kulinarische Georgien-Reise findest Du hier:
Die Georgische Küche

Ich möchte Dir heute ein weiteres Georgien Kochbuch aus dem Leopold Stocker Verlag vorstellen:

Lieblingsrezepte von international bekannten Georgiern, Anekdoten von berühmten Künstlern sowie kulinarische Vorlieben historisch bedeutender georgischer Persönlichkeiten, untermalt von wahrlich außergewöhnlichen Fotos, dieses Buch hebt sich von der Masse ab, sowohl im Layout als auch inhaltlich.

Die englische Originalausgabe ist 2013 in der georgischen Hauptstadt Tiflis veröffentlicht worden, die deutsche Erstausgabe ist 2018 im Stocker Verlag erschienen.
Das Buch ist wunderschön gestaltet, viele der Seiten glänzen in tiefem Schwarz, was die Leuchtkraft der ungewöhnlichen Fotos noch unterstreicht. Die Foodfotos sind puristisch, auf das Wesentliche beschränkt und wirklich kleine Kunstwerke.
Du darfst Dir hier kein Kochbuch im herkömmlichen Sinn erwarten, die Rezepte führen den Leser durch die Geschichten der porträtierten Menschen und geben Einblicke in georgische Traditionen. Das Buch wäre z.B. auch ein perfektes Gastgeschenk für all jene, die Freude an ungewöhnlichen Dingen haben. Solltest Du also solch eine Person sein, so schenke es Dir einfach selber!

Das Buch enthält zahlreiche traditionelle georgische Rezepte, wie Paska (eine Süßspeise aus Topfen), Kulitsch (süßes Osterbrot aus Hefeteig), Chatschapuri (eine Art Käsepizza) oder Satsiwi (Huhn in Walnusssauce), für meine Buchrezension habe ich mir zum Nachkochen das „Huhn Tschachochbili“ ausgesucht. Die Hühnerteile schmoren in einer Sauce aus viiiiiieeel Butter, Sherry und Tomatensauce, ich habe das Gericht mit zwei Grundzutaten der georgischen Küche verfeinert: Walnüsse und frischer Koriander. Viel Koriander!
Diese beiden gehören zu meinen absoluten Favoriten in der Küche … vielleicht bin ich deshalb so vernarrt in die Aromen dieses Landes.

Koriandergrün wird in der georgischen Küche häufig verwendet


Und nun, auf nach Georgien, oder – ran an den Herd!

An Zutaten brauchst Du, für 3-4 Portionen:
4 Hühnerschenkel (Ober-und Unterkeulen)
120 g Butter (ja!!!)
1 große rote Zwiebel, gehackt
1 TL Paprika
1 TL Salz
Pfeffer
80 ml Sherry
120 ml Tomatensaft
200 ml Wasser
viel frischen Koriander (nur im Notfall durch Petersilie ersetzen!)
eine gute Handvoll gehackte Walnüsse

Verwende für dieses Rezept am besten einen gußeisernen Bräter.
Heize den Backofen vor auf 160 Grad Heißluft.
Gib die Butter in den Bräter und erhitze sie langsam. Gib die Hühnerteile hinein und brate sie langsam in der Butter an. Das geschieht bei mittlerer Hitze, wirklich ganz vorsichtig, die Butter soll bräunen, darf aber nicht verbrennen. Das Anbraten dauert etwa 15 Minuten, dabei wendest Du die Teile ein Mal.


Gib nun die Hühnerteile auf eine Platte und brate die Zwiebel in der Butter an, bis sie bräunen.

Würze mit Paprika, Salz und Pfeffer, gieße mit dem Sherry, Tomatensaft und Wasser auf, lasse alles aufkochen. Lege die Fleischteile nun wieder in die Sauce, gib den Deckel auf den Topf und stelle ihn in den Backofen.

Lasse alles 90 Minuten schmoren, schau aber dazwischen einmal nach, ob nicht zu viel Flüssigkeit verdampft, ansonsten kannst Du etwas Wasser oder Tomatensaft ergänzen.
Nach den 90 Minuten sollte das Fleisch sehr weich sein und sich leicht vom Knochen lösen. Bestreue das Gericht mit den Nüssen und dem gehackten Koriandergrün und stelle es im Topf auf den Tisch, sodass sich jeder selbst bedienen kann.

Frisches Fladenbrot oder Knoblauchbaguette wären hier ideal als Begleitung, wenn es ganz authentisch sein soll, dann serviere die berühmte georgische Koriandersauce dazu, auch dieses Rezept findet sich im Buch!
Für mich gibt es hier definitiv eine Kaufempfehlung, erwerben kannst Du das Buch in einer Buchhandlung oder online direkt beim Leopold Stocker Verlag:

GEORGIEN – Eine kulinarische Liebeserklärung

Schließen möchte ich meinen Beitrag nun mit einem Zitat aus dem Buch, es stammt von dem berühmten amerikanischen Schriftsteller John Steinbeck, welcher auf seiner Russlandreise auch Georgien besuchte.

Ein magischer Ort, dieses Georgien, und sobald man es verlassen hat, kommt einem dieses Land wie ein Traum vor.Und die Menschen sind außergewöhnlich. Sie bewohnen in der Tat eines der reichsten und schönsten Länder der Welt, und sie machen ihm Ehre. Und wir verstanden nun völlig, warum die Russen stets zu uns sagten: Ehe Sie nicht Georgien gesehen haben, haben sie nichts gesehen!“
(John Steinbeck, Die russische Reise)

Viel Spaß beim Lesen!

Übrigens, mein schöner neuer gusseiserner Schmortopf ist von IKEA (natürlich), eine limitierte Stückzahl, da musste ich schnell sein!


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Kohlrüben – Kartoffelcremesuppe mit asiatischem Touch

Es regnet, und regnet, und die Nacktschnecken tanzen in meinem Gemüsegarten einen Freudentanz. Ich bin wirklich tierlieb und trage jede Spinne aus dem Haus, lebend natürlich, aber bei Nacktschnecken enden meine positiven Gefühle. Da habe ich nur mehr Gefühle für meine armen Gemüsepflänzchen. Kaum eingesetzt, werden sie schon angeknabbert. Aber zum Glück konnten einige Kohlrübenpflanzen dem schleimigen Kriechtier trotzen und haben überlebt, also gibt es heute ein Rezept mit Kohlrübe.
Auch meine im Herbst bei der Ernte abgefallenen Koriandersamen sind wieder super aufgegangen, und das Koriandergrün wuchert bei dem feuchten Wetter ganz toll.

Gartenschätze: links Grünkohlblätter, mittig mein geliebter Koriander, rechts die Blüten der Grünkohlpflanzen


Meine Suppe wird also geschmacklich ins asiatische tendieren, denn mein geliebtes Koriandergrün muss ich einfach einbauen.

Dünne Cremesüppchen sind nicht mein Ding, ich mag Cremesuppen, wenn sie so sind, wie sie heißen, nämlich CREMIG und dick. Als Garnitur mache ich ein knuspriges Erdnusstopping, so etwas wie salzige Nussstreusel mit Gewürzen, oder eine Art würziges Granola, und dieses Topping sollte natürlich beim Anrichten auch dekorativ auf der Suppe liegen bleiben, daher muss diese eine dicke Konsistenz haben. Die Erdnüsse würden in einem dünnen Safterl ja ersaufen! (nobler: untergehen).


Auch das Topping ist natürlich mit asiatischen Aromen gewürzt.

für das Erdnusstopping brauchst Du:
80 g rohe, ungesalzene Erdnüsse
1 EL Erdnussöl
30 g Sesam, schön ist heller und dunkler gemischt
1 TL Koriandersamen
1 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL rosa Pfefferbeeren
1 TL grobes Salz

Die Zutaten für mein Erdnuss Knuspertopping

Mische die Erdnüsse mit dem Erdnussöl in einer kleinen Auflaufform und röste sie im 160 Grad heißen Ofen ca. 10 Minuten.
Auch den Sesam röstest Du kurz an, am besten in einer kleinen Pfanne am Herd, ohne Öl. Achtung, nicht verbrennen lassen, das geht sehr schnell! Gib den fertigen Sesam dann sofort aus der Pfanne in ein kleines Schüsserl.
Zuletzt kommen die Koriandersamen, Pfeffer und Kreuzkümmel in die kleine Pfanne und werden ebenso kurz geröstet, bis sie duften. Diese Gewürze füllst Du dann in einen Mörser um.
Hacke die Erdnüsse ganz grob, mörsere die Gewürze zu groben Krümeln und mische nun die Gewürze, die rosa Pfefferbeeren und das Salz unter die Erdnüsse.
Hebe dieses unglaublich duftende Topping in einem Schraubglas lichtgeschützt auf, so hält es etwa zwei Wochen.

Das fertige Erdnuss Knuspertopping

Für die Suppe brauchst Du:
eine mittelgroße Zwiebel, gehackt
5 EL Erdnussöl
300 ml Kokosnussmilch, ungesüßt
200 ml Wasser
eine Stange Zitronengras
eine große Kohlrübe, geschält, gewürfelt
2 große Kartoffeln, geschält, gewürfelt
1 TL Salz
einige Blätter Grünkohl oder frischen Spinat
eine Handvoll frische Korianderzweige (hier geht natürlich auch Petersilie oder ähnliches, aber es schmeckt dann halt weniger asiatisch).
3 EL Sesamöl
1/8 l Schlagobers
Salz, Pfeffer zum Abschmecken

Röste die Zwiebel in dem Öl an und lösche mit Kokosnussmilch und Wasser ab. Füge den Stängel Zitronengras, Kohlrübe und Kartoffeln hinzu, salze und lasse alles etwa 20 Minuten köcheln.
Anmerkung: wenn Du den Zitronengrasstängel zuvor mit einem Fleischhammer etwas zerquetschst, ist das Aroma noch intensiver!
Gib am Ende der Kochzeit die gehackten Grünkohlblätter oder Spinatblätter sowie die Korianderblätter hinzu, rühre kurz durch und lasse alles etwas abkühlen.

Die Suppe vor dem Pürieren


Fülle den Topfinhalt in einen Blender, füge Sesamöl und Schlagobers hinzu und püriere die Suppe, bis sie ganz fein und samtig ist. Schmecke nun nochmal ab und würze ev. nach, dann kannst Du die Suppe wieder in den Topf gießen und erhitzen. (Sollte Dir die Suppe zu dick sein, kannst Du nun noch etwas Kokosmilch oder Wasser hinzufügen, aber, ich habe Dich gewarnt, das Topping geht unter, und es schmeckt nicht mehr so voll!)
Garniere die angerichtete Suppe mit dem crunchy Erdnuss Topping und vielleicht ein paar essbaren Blüten, bei mir blühen meine Grünkohlstöcke gerade, die zarten gelben Blütchen schmecken soooo gut!

Die Komponenten Kokosnussmilch, Zitronengras, Koriandergrün und Sesamöl sind entscheidend für diesen zarten, asiatischen Geschmack. Die Zutaten klingen ausgefallen, sind aber in einem asiatischen oder türkischen Lebensmittelgeschäft meist erhältlich.
Ersetze sonst die Kokosnussmilch durch Weisswein, koche statt dem Zitronengras einen frischen Estragonzweig mit und verwende statt dem Koriandergrün Petersilie, statt Sesamöl z.B. Rapsöl … uns schon hast Du eine Suppe mit französischem Aroma. Auch toll! Als Toppung passen hier Knoblauchcroutons.
Aber egal für welchen Kontinent Du dich entscheidest, viel Spaß und gutes Gelingen!

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Mediterran-asiatischer Tomatensalat

Heute Nachmittag stehe ich verzückt in meinem Gemüsegarten vor meiner „Korianderwiese“ – ja wirklich, ein Quadratmeter frischestes, schönstes Koriandergrün – und plötzlich trifft mich die Eingebung: ich versuche einen mediterran-asiatischen Fusionssalat, quasi eine Verbindung südeuropäischer Komponenten mit asiatischen!

Mediterran-asiatischer Tomatensalat

Meine Korinaderwiese

Tomaten und Oliven, gemischt mit Koriandergrün und und jungen Spinatblättern, dazu ein Dressing mit Erdnussöl und Sojasauce. Nein ich habe keinen Sonnenstich, ein bißchen Fernweh … vielleicht. Aber schließlich kann man auch zerfetzte Jeans zu schwarzem Blazer und Stöckelschuhen tragen, warum also nicht Tomaten mit Koriander?
Das Vorhaben wird sofort in die Tat umgesetzt, ich ernte Korianderblättchen, vorsichtig, um die Pflänzchen nicht auszureissen, dann noch schnell in Mamas Garten, um ein Schüsselchen voll junger Spinatblätter zu mopsen.

Mediterran-asiatischer Tomatensalat

Frisches Koriandergrün

Voll Ungeduld schnipple ich in meiner Küche drauf los, bis meine Salatkreation fertig ist. Die erste Verkostung befriedigt mich sehr, aber das sagt nichts, bei mir könnte man frischen Koriander ins Schokomousse tun und ich wäre noch immer begeistert.
Testperson ist also mein Ehemann am Abend. Der kommt bei der Türe herein und fragt mich, ob wir am nächsten Abend Buschenschank gehen! Ich frage entsetzt : „Bist Du von mir so schlecht bekocht worden gestern, dass Du jetzt lieber auswärts essen willst? Na warte erst mal was es heute gibt!“
Er – total fasziniert über die absurden Gedankengänge einer Frau – sagt :“ Nein was Du gleich denkst, ich wollte Dir nur für einen Abend die Arbeit ersparen!“
Na, wie auch immer, die Fusions – Salatschüssel war so schnell leer, dass sich die Frage, ob es gut war, nicht mehr gestellt hat. Sehr lecker der Salat, hat er gemeint, und wir bräuchten wohl morgen nicht Buschenschank gehen. (Kein Mitleid bitte, es gab nicht nur Salat, sondern auch Brathuhn und Bärlauchmuffins.)

Für experimentierfreudige mit aufgeschlossenem Gaumen hier nun mein neuester Frühlings-Tomatensalat-Favorit:

4 große Tomaten
2 Schalotten
eine Tasse kleine, grüne, entsteinte Oliven
eine Tasse frisches Koriandergrün (schmeckt sicher auch mit Petersilie)
2 Tassen kleine frische Spinatblätter

Dressing:
25 ml Erdnussöl (oder Olivenöl)
Saft 1/2 Zitrone
1 EL Sojasauce
1 TL Salz
1/2 TL Zucker

Die Tomaten schneidest Du in recht kleine Würfel, 1/1 cm, die Schalotten viertelst Du und schneidest sie in feine Streifen. Gib alle Zutaten für den Salat in eine schöne Schüssel. Mische die Zutaten für das Dressing und verrühre sie, bis sich Zucker und Salz aufgelöst haben. Gib das Dressing über den Salat und mische gut durch, decke den Salat mit Folie ab und lasse ihn durchziehen, am besten für ca. 2 Stunden.
Unser Brathuhn hat perfekt dazugepasst, aber auch mit frischem Baguette oder Fladenbrot ist er herrlich!

Mediterran-asiatischer Tomatensalat

Mediterran-asiatischer Fusionssalat

Solltest Du zu jenen gehören, die bei Koriandergrün den Kopf schütteln: nimm statt dessen frische Petersilie, und zwar viel, nicht nur so ein bißchen … und das Dressing schmeckt auch mit Olivenöl toll.

Mediterran-asiatischer Tomatensalat

 

Das Salat  – Thema finde ich einfach toll, weil man soviel damit anstellen kann. Also sei ruhig ein bißchen mutig, das Leben ist zu kurz um langweilig zu sein! Viel Spaß!

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