Tag: Kochbücher

Die Georgische Küche

Die Georgische Küche
Die Georgische Küche

Die Georgische Küche

Nachdem meine Kochbuchbibliothek mittlerweile auf etwa 400 Stück angewachsen ist, und ich dadurch wirklich viele Kochbücher kenne und benutze (auch in englischer Sprache), würde es sich doch anbieten, dass ich Dir hin und wieder eines der Bücher vorstelle und es rezensiere.
Und da ich ja nun monatlich für eine Zeitschrift aus dem Leopold Stocker Verlag schreibe, und dieser Verlag natürlich auch Kochbücher (juchuuuhh!), Handarbeits – Deko- sowie Gartenbücher herausbringt, werde ich da immer wieder mal einen Band auswählen und Dir den Inhalt vorstellen. Ich finde, soviel Patriotismus muss sein, dass ich mich da für einen traditionellen, alteingesessenen Grazer Verlag entscheide, der noch dazu sehr viele Bücher zum Thema „Leben mit der Natur“ im Programm hat (Bücher über Garten, Kräuter, Jagd, Selbstversorger …)
Und so habe ich auch gleich eine Ausrede, wenn daheim wieder mal ein neues Buch herumliegt.

Wenn man 400 Kochbücher besitzt, geht es bei jedem Neuzugang in erster Linie darum, doch noch etwas zu finden, was einen überrascht. Ein völlig neues Thema, etwas, das wieder andere (Koch) Welten eröffnet, und das mir die Erkenntnis liefert, dass es Gott sei Dank nie langweilig werden wird, in Buchläden zu stöbern.

Kurz gesagt, die Entscheidung war leicht, über „Die Georgische Küche“ habe ich wirklich noch gar nichts gewußt! Jetzt, ein Buch über georgische Küche und etliche You Tube Videos später, forme ich „Chinkali“ (georgische Teigtaschen, Dumplings) wie eine alte georgische Hausfrau!
Das Land besteht aus kulinarisch besessenen Ureinwohnern, Essen ist unglaublich wichtig, und feiern können die, da biegen sich die Tische! Herrlich!

Du bekommst jetzt 2 Rezepte von Gerichten von mir, die ich aus dem Buch nachgekocht habe. Eines ist „Adschapsandali“, ein georgischer Gemüseeintopf ähnllich dem Ratatouille, der köstlich geschmeckt hat. Und das zweite Rezept sind eben jene  „Chinkali“, mit Faschiertem gefüllte georgische Teigsäckchen.  Die waren so umwerfend, dass mein Sohn gleich sechs Stück verdrückt hat! (vorgeschlagen werden 3 pro Person …)

Doch zuerst möchte ich Dir kurz meinen Eindruck von dem Buch schildern:
Es gibt zu jedem Gericht ein schönes Foto, die Gerichte sind gut beschrieben, allerdings nicht ausführlich genug für einen völligen Kochneuling.
Nach meinen Recherchen sind die Gerichte auch nicht auf den kochenden Touristen zugeschnitten, sondern sie sind wirklich authentisch, und so auch dementsprechend anders und ausgefallen, was ich toll finde!
Die Zutaten sind vorteilhafter Weise bei weitem nicht so exotisch wie in der thailändischen oder indischen Küche, wir haben das selbe Gemüse im Garten, die selben Gewürze im Schrank.
Das Buch hat mich dazu angeregt, mehr über dieses Land und seine Menschen zu erfahren, es hat mich inspiriert und mir ein Volk nähergebracht, von dem ich bisher nicht viel wusste. Das war sicher auch das Ziel des Autors Schota Dwalischwili, und das hat er gut gemacht.
Allerdings, lieber Schota, das nächste Mal hätte ich gerne mehr Süßspeisen!!!

Das lustige ist nun, dass das erste Gericht, welches ich für meinen Beitrag ausgewählt habe, von den Mengen her nicht funktioniert. Der Teig für die Chinkali wäre höchstens als Fugenmasse geeignet gewesen, wenn es You Tube nicht gäbe! Trotzdem werde ich bei diesem Rezept bleiben, Dir die richtige Menge verraten und damit aussagen: das Buch hat mir gefallen, wir sind alle nur Menschen, und so ein Irrtum kann passieren!

Die Georgische Küche

CHINKALI, georgische Teigsäckchen

Teig für die Chinkali (Georgische Teigsäckchen), mein erprobtes Rezept, für etwa 14 Stück:

500 g glattes Mehl
230 ml Wasser
1 TL Salz

(Im Buch wurden für 1 kg Mehl 200 ml Wasser vorgeschlagen, das funktioniert nicht!)

Wasser mit Salz aufkochen, heiß zum Mehl geben und zu einem glatten, recht festen Teig kneten. 10 Minuten kräftig durcharbeiten, 15 Minuten in Folie ruhen lassen, dann nochmal kräftig kneten, bis er ganz glatt ist. In die Frischhaltefolie wickeln und 1 Stunde ruhen lassen. (Kein Wasser mehr zugeben, der Teig muss recht fest sein!)

Fülle:

1/2 kg Rind faschiert
100 g Zwiebel, sehr fein gehackt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
3 EL frisches Korianderkraut, gehackt (Ersatzweise Petersilie, ist aber nicht original!)
30 ml kaltes Wasser
1 Tl Salz, Pfeffer

Alles gut vermischen, kalt stellen.

So, nun wird es ernst, die hübschen Säckchen müssen ja geformt werden. Da empfehele ich Dir wärmstens: nutze You Tube, sieh Dir in einem Video an, wie es gemacht wird, z.B.:

Chinkali Zubereitung

Teig 2 mm dünn ausrollen, Kreise mit einem Durchmesser von etwa 8 cm ausstechen und nochmal etwas größer ausrollen. (auf etwa 10 – 12 cm)
Auf jeden Kreis einen guten EL Fülle geben und die Kreise zum Sack schließen, indem man den Rand in Falten legt. Diese Falten oben fest zusammendrücken und den Teigüberschuss mit einer Schere abschneiden.

Die Georgische Küche

Mein Mann bewacht die fertig geformten Chinkali .. und sein Bier!

Die Georgische Küche
In einem 5 Liter Topf Wasser mit etwas Salz aufkochen und die Teigtaschen einlegen, immer nur etwa 6 Stück auf einmal. 10 Minuten kochen, dann mit einer Schaumkelle herausheben. Heiß mit Gemüse oder z.B. als Suppeneinlage anrichten.

Die Georgische Küche
Wir haben die leckeren Säckchen mit Georgischem Gemüseeintopf, Adschapsandali, gegessen. Das Gemüse habe ich frisch aus meinem Garten geholt (nein, ist geschwindelt, die Melanzani waren aus Mamas Garten), das könnte ich jetzt im Sommer jeden Tag essen.

Adschapsandali, georgischer Gemüseeintopf

Zutaten, für 3-4 Personen:

1 Zwiebel
2 Melanzani (Auberginen)
2 große Paradeiser, sehr reif
1/2 kg Kartoffeln, geschält
1 mittlerer Zucchini
3 Knoblauchzehen, gehackt
2 EL frisches gehacktes Basilikum
1 EL frisches gehacktes Koriandergrün
100 ml Olivenöl (oh ja wirklich, und nicht weniger!)

Zwiebel schälen, würfeln. Melanzani, Kartoffeln, Zucchini und Tomaten würfeln. Zwiebel in dem Öl anbraten, Melanzani, Knoblauch und Kartoffeln zugeben und bei niedriger Hitze zugedeckt in dem Öl fast gar schmoren. Tomaten und Zucchini zugeben, salzen, alles durchmischen und weiterschmoren, bis die Zucchini durch sind, aber noch etwas Biss haben. Das Schmoren dauert insgesamt etwa 25 Minuten.

Die Georgische Küche

Georgischer Gemüseeintopf Adschapsandali

Abschmecken, Kräuter unterheben und etwas abkühlen lassen, dann anrichten.

Es wird keine Flüssigkeit zugegeben, sondern alles nur in dem Öl geschmort. Der Saft entsteht vor allem durch die Tomaten, der Gemüsegeschmack ist total intensiv. Soooo gut!
Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall eine Bereicherung, den Härtetest durch meine beiden Männer hat die georgische Küche jedenfalls schon bestanden.

Für mehr Infos zu diesem Buch, oder wenn Du es bestellen möchtest, hier der Link:

http://www.stocker-verlag.com/buecher/neuerscheinungen/neuerscheinung-detail/article/die-georgische-kueche/

 

 

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Mein Shopping – Wien

Naschmarkt

Heute gibts mal kein Rezept von mir, dennoch entferne ich mich nicht weit vom Thema kochen…essen…genießen. Und – halt! – eine Art Rezept gibt es eigentlich doch, ein Einkaufs – Bummel – Rezept für Wien! Ich möchte Dich mitnehmen auf eine kleine Rundreise zu meinen liebsten Anlaufstellen für Nahrungsaufnahme, Kochbuchstöbern, Teetrinken, in Deko und Kitsch wühlen, ausgefallenes Geschirr finden..(das ich noch nicht habe! Wird immer schwieriger!), vielleicht ist ja auch für Deinen nächsten Wienbesuch etwas dabei!

Ein paar Mal im Jahr gönnen wir uns so einen Tag „Auszeit“ vom Alltag, in meinem Post “ Ein Tag in Wien“ habe ich Dir ja schon vor einigen Monaten von dieser Gewohnheit erzählt.
Wien bietet wirklich unglaublich viel, ob nun Kultur, Kulinarik, Shopping, Parks und Schlösser oder ein Tiergarten, es ist für jeden etwas dabei. Wir versuchen auch, uns immer wieder etwas Neues anzusehen, aber dennoch gibt es Orte, die man immer wieder besucht und von denen man einfach nicht genug bekommt. Und diese meine  „Wiederholungstatorte“ möchte ich Dir heute offenbaren.

Mit Abstand mein Aller-Aller-Lieblingsplatz und durch nichts zu schlagen ist der Wiener Naschmarkt. Multikulturell, bunt, schrill, lebhaft, von Gerüchen durchströmt, gemütlich, urig, ausgefallen, voll mit Obst, Gemüse, Fischen, Gewürzen, Oliven, Trockenfrüchten, Fleisch, Käse, Broten, Wein, sämtlichen Sorten Reis und Hülsenfrüchten, indischen und türkischen Läden, Salzgurken und und…ich kann gar nicht aufhören.

Naschmarkt

Türkischer Obststand

 

Der Naschmarkt befindet sich im 6. Wiener Bezirk und liegt zwischen der linken und rechten Wienzeile. Er erstreckt sich in Längsrichtung von der Secession (Getreidemarkt) bis zur U-Bahn Station Kettenbrückengasse. Er gliedert sich in 2 Zeilen: eine mit den Lebensmittelständen, die andere beherbergt die diversen gastronomischen Betriebe. Kurz gesagt, in die Länge gezogene Herrlichkeit auf Erden.
An Samstagen benötigt man schnell mal eine Stunde vom ersten Stand bis zum Letzten, denn da schiebt es sich entlang der schmalen Marktgasse! Wiener, Inder, Türken, Griechen, Geschäftsleute, Touristen, Köche, Genießer..hier ist jeder willkommen. Es herrscht eine friedlich-fröhliche Atmosphäre, weil uns hier alle eines verbindet: die Liebe zur Kulinarik!

Der Naschmarkt ist absolute Notwendigkeit bei jedem unserer Wienbesuche, der Tag wäre sonst einfach irgendwie..unvollkommen (verstehst Du das?) Vor kurzem mussten mein Mann und ich unseren Sohn nach Schwechat zum Flughafen bringen, an einem Montag morgen. So kam es , dass wir unseren geliebten Markt zum ersten Mal um 7 Uhr Früh betreten haben! Es war eine Offenbarung: nur hie und da einige einsame Besucher, die „Standler“ räumen ihre Waren ein, alles ist sauber und aufgeräumt, die Gasherde in den meist offenen Küchen werden fürs Frühstück angeworfen, und man kann stressfrei fotografieren!

Naschmarkt

der Naschmarkt um 7.15 Uhr am Morgen

 

Gott sei Dank gibt es hier auch zu dieser frühen Stunde schon ein herrliches Frühstück : im „DELI“ , Naschmarkt Stand 421–436, Linke Wienzeile. Warm, gemütlich, alles frisch zubereitet und ab 7 Uhr geöffnet! Lecker…

(klick die kleinen Bilder an, so kommst Du zur Galerie mit den großen Ansichten)

Essen kannst Du hier am Naschmarkt immer sehr gut, die Lokale sitzen ja auch an der Quelle, und es ist einfach lustig, nebenbei das bunte Markttreiben zu beobachten. Ich habe für Dich ein paar Impressionen gesammelt, klick Dich durch die Galerie, vielleicht bekommst Du so auch Lust auf den Naschmarkt, der definitiv zu den Wiener Sehenswürdigkeiten zählt.

Mein nächster Fixstern jedes Wienbesuchs ist das Kochbucheldorado “ Babette’s „. Es gibt zwei Filialen, eine befindet sich gleich ums Eck neben dem Naschmarkt, in der „SCHLEIFMÜHLGASSE  17″, die andere logiert in einem wunderschönen barocken Gewölbe “ AM HOF 13″ . Beide Geschäfte sind voll mit Kochbüchern und Gewürzen, man kann eine Kleinigkeit essen, schmökern, und in der Naschmarkt-Filiale werden auch Kochkurse angeboten.  Näheres erfährst Du unter:  Babettes’s – Spice and Books for Cooks

Man findet hier auch seltenere Kochbücher, ältere Ausgaben und auch Bände aus England und Frankreich in den Originalsprachen! Ein unverzichtbares Geschäft für Sammler wie mich! Wir haben uns angewöhnt, Babette’s immer erst gegen Ende unseres Wientages heimzusuchen, damit mein Mann nicht so lange die schweren Bücher herumschleppen muss…unter 2 Stück bin ich noch nie rausgekommen!

Babette's

Babette’sFiliale Am Hof, ich schmökere!

Folgend noch ein paar Blicke in dieses schöne barocke Geschäftslokal, Bilder von der Naschmarkt-Filiale findest Du auf der Webseite. (Babette’s)

Ich liebe es natürlich auch, mein Heim zu dekorieren, je nach Jahreszeit Tischdeko, Fensterbänke und Kerzenarrangements zu ändern, meine Küche durch ein paar neue Schüsselchen zu ergänzen, einfach schöne Dinge zu entdecken, die man nicht braucht, aber unbedingt haben muss. Da bin ich sicher nicht alleine, oder?

Für solche Anfälle empfehle ich Dir die folgenden Adressen, unbedingt reinschauen!:

Das neue Lifestyle-Haus „KOKON“ im Palais Schönborn, Renngasse 4/3, bietet eine tolle Auswahl an Dekoration, Wohnen, Antiques, Asiatika, Bookshop u.v.a.m. , vom Polster bis zum Kaviarlöffel, von der ausgefallensten Serviette bis zum Retro-Türschild findest Du hier alles, was süchtig macht! Und man kann in Ruhe schauen, angreifen, kombinieren, lesen…himmlisch.
Das Geschäft liegt am Ende der Freyung, zu Fuß ein paar Minuten vom Wiener Graben entfernt, also sehr zentral und leicht zu finden!

 

Kokon

„KOKON“, Lifestylehaus mit Suchtgefahr

 

 

 

Englische Accessoires, Textilien  und Geschirr in romantischer Atmosphäre gibts im Innenhof der Weihburggasse 16 im Laden: „DIE VERMISCHTE WARENHANDLUNG

 

Die vermischte Warenhandlung

Die vermischte Warenhandlung

Stimmungsvolle Fotos vom Geschäft findest Du hier: http://dievermischtewarenhandlung.tumblr.com/ABOUTTHESHOP

Der wunderschöne Innenhof liegt 5 Gehminuten entfernt vom Steffl, in der Umgebung gibt es einige traditionelle Wiener Beisln, dort bitte die Männer inzwischen parken! Ein unglaublicher Fundus an Geschirr, Tabletts, Tieraccessoires, Badutensilien, Kleinregalen, Kerzen, Backformen…und am Eck vor dem Hof liegt ein dazugehöriges, sehr individuelles  Buchgeschäft!

Uff, für heute genug gesehen..jetzt brauch ich eine gute Tasse Tee, Du auch? Also zum Abschluß auf zum Teehaus HAAS & HAAS hinterm Steffl, dieses tollste aller Teehäuser habe ich ja schon auf diesem Post präsentiert: Ein Tag in Wien
Hier erweitere ich unser bisheriges Sackerlsortiment (mein armer Herbert! Danke!) um ein letztes papierenes Tragetäschchen: hier kauft man Tee, Orangenmarmelade, Lemon Curd, Konfekt, Teegeschirr, Kandiszucker, Kaffee und Kakao, und genießt in der Teestube den besten Afternoon Tea in Wien! Hier kann man übrigens auch ganz erstklassig Mittagessen, ganz tolle Küche!! (unbedingt reservieren)
Webseite: http://www.haas-haas.at/

Haas & Haas

Haas & Haas, DAS Teehaus in Wien!

So, ich denke für den nächsten Wienbesuch sollte es reichen, ich hoffe meine Tips haben Dich zu einem Ausflug inspiriert…wenn Du ebenfalls einen Einkaufstip für mich hast…bitte her damit! Wir Blogger sind eigentlich ein Segen für die Geschäfte, lauter Gratis Werbung!

Also, gönn Dir einen Tag Urlaub, GO TO VIENNA!

Wien

Steffl vor blauem Himmel und ohne Gerüst!

 

Weitere Tips:

Möbelhaus KARE, Innenstadt Mariahilferstraße 5, bei der SCS Autoallee 7, KARE DESIGN

Palais Ferstl Passage, ein entzückender Shop nach dem Anderen! PALAIS FERSTL

Cuisinarum- Feines für Tisch und Küche, Singerstraße 14, hinter Teehaus Haas, CUISINARUM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Meine Kochbücher

Kochbücher…eine meiner großen Leidenschaften, und das seit 30 Jahren!

Seit ich mich nun in der Welt der Food-Blogs bewege und selber an einem arbeite,  habe ich mit großer Freude erkannt, dass ich mit meiner „Sucht“ nicht alleine bin im Universum, und so habe ich einige Posts zu diesem Thema  auch gleich meinem Mann gezeigt…aber er hat es inzwischen ohnehin aufgegeben zu verzweifeln, wenn ich im Rahmen unserer seltenen Innenstadttrips oder Wienbesuche wieder mal stundenlang in den Buchhandlungen herumschmökere.

Und Amazon-Pakete werden schon lange ignoriert!

Ottolenghi – Das Kochbuch

KOCHBÜCHER…laß mich mal ein wenig darüber philosophieren..

Kochbücher sind ja in gewisser Weise wichtiges Kulturgut, die den Wandel der Gesellschaft im Laufe der Geschichte widerspiegeln.

Dadurch, dass ich bereits 30 Jahre Kochbücher sammle und auch etliche ältere Stücke aus der Zeit meiner Mutter und Oma habe, offenbart sich in diesen Werken recht gut der sich entwickelnde und verändernde Stellenwert des Kochens – und auch des Kochenden!

Früher, zur Zeit meiner Oma und auch noch in der Jugend meiner Mutter, war es traditionell die Frau, die für ihre Familie kochte. Das war ganz normal und so wurden die Mädchen auch erzogen. Das hatte nichts romantisches, nichts zeremoniell kreatives und es war auch kein Hobby, es war einfach praktische Hausarbeit, um die Familienmitglieder mit Nahrung zu versorgen.

So waren auch die Kochbücher früher vielmehr praktisch handwerkliche, sachliche Anleitungen; ohne dass stilvolle Fotos oder Geschichten darin eingebaut waren.

Heute entwickelt sich das Kochbuch immer mehr hin zum kleinen „Gesamtkunstwerk“, beinhaltet Gebiete wie Literatur, Fotografie, Geschichte, Karikatur etc., die Bücher sind Augenschmaus,Unterhaltung, kreative Anleitung, sie widerspiegeln Selbstverwirklichung und Individualismus.

Früher sind die Frauen nunmal einen großteil des Tages am Herd gestanden, das war eben so… heute sind Mann oder Frau, die mit Leidenschaft kochen, etwas Besonderes und werden dafür bewundert und geschätzt.

DIESE ENTWICKLUNG IST DOCH TOLL, ODER?

Nur schade, dass trotzdem, auf die Masse der Menschen hin betrachtet, viel weniger gekocht und selbst gemacht wird als früher.

Hauptregale in der Küche

Hauptregale in der Küche

Aber nun zu meinen Büchern:

Meine Sammlung beläuft sich im Moment auf ca. 350 Stück „richtige“ Kochbücher, die kleineren Heftchen habe ich hier nicht mitgezählt, und natürlich einige Körbe voll Zeitschriften.

Das ist nicht so viel, aber ich wähle auch beim Kauf sehr genau aus, ich behalte auch bei den Amazon-Bestellungen nur die Werke, die eine echte Bereicherung sind. Es geht mir also nicht um die Größe der Sammlung, sondern dass für mich jedes Stück etwas Besonderes ist.

So habe ich auch bei der Küchenplanung eigens Plätze und Regale eingeplant,die der schönen Präsentation meiner Bücher dienen…das hat sich dann mit der Zeit auf das Wohnzimmer ausgeweitet.

Eine Ordnung ist eigentlich nur für mich selbst erkennbar, ich habe lediglich die Backbücher, also die Süße Küche, auf einem extra Bord.

Und hier noch – wie gesagt -die Occupation des Wohnzimmers….

Regal im Wohnzimmer

Regal im Wohnzimmer

Was zeichnet nun für mich ein besonders gelungenes Werk aus? Worauf achte ich besonders, wenn ich einen neuen Titel kaufe?

Das mag jetzt etwas seltsam klingen, aber für mich muss ein Kochbuch eine Art Seele haben, dass es mich berührt und zum Kauf anregt.

Das heisst, man sollte irgendwie spüren und erfahren, wer das Buch geschrieben hat…und warum…, man muss erlebte Erfahrung darin entdecken, Leidenschaft und Hingebung. Ich liebe Kochbücher, die von Autodidakten geschrieben wurden, wie Annik Wecker, Nigella Lawson, Katie Quinn Davies und die vielen Blogger, die jetzt Bücher veröffentlichen, sie stecken so voller Leben und Enthusiasmus, und viele machen ja auch ihre Fotos selbst, was eine unglaublich starke persönliche Note gibt.

Und natürlich Bücher von Thomas Keller, Jamie Oliver, Ferran Adria..Profis die einen mit ihrer Begeisterung fürs Kochen und Essen total anstecken.

Außerdem mag ich Kochbücher aus fremden Ländern…immer wenn einer meiner Bekannten eine Reise macht, bitte ich ihn mir ein Kochbuch mitzubringen. Einige sind aus Finnland, Schottland, Russland, den Philippinen, Frankreich und Griechenland.

So gibt es in meiner Sammlung bereits  sehr viele Kochbücher auf Englisch, einige auf Französisch, (Englisch kann ich ganz gut, französisch geht halbwegs), und eines auf russisch!

Ich mag jedes einzelne meiner Bücher, manche nehme ich sehr oft zur Hand, andere seltener, aussortiert habe ich in den letzten 30 Jahren nicht viele…und ja, natürlich gibt es Lieblingstitel, da möchte ich Dir jetzt 3 zeigen:

An erster Stelle:

„ad hoc at home“

von Thomas Keller, ein tolles Buch das jedes meiner Kriterien erfüllt: es enthält die große Seele von Thomas Keller -ein sehr sympathischer Mensch, alleine schon wie er über seine Eltern schreibt – ,

jeder Satz der geschrieben wurde, ist wichtig und sinnvoll, der Text ist toll formuliert, die Fotos wunderschön, und es ist so voll mit Grundwissen, dass selbst kocherfahrene Menschen noch viel dazulernen können.

Alles was gezeigt wird kann man 1:1 nachkochen, das Buch hat mir die Entenbrust meines Lebens beschert!

Ad Hoc At Home - Thomas Keller

Ad Hoc At Home – Thomas Keller

An zweiter Stelle:

„Mastering the Art of French cooking“

Julia Childs umfassendes Werk, in englischer Sprache.

Da ist alles drin, was man wissen muss…als Kochfreak. Genial, einzigartig, hier braucht man keine Fotos. Es ist das Lebenswerk von Menschen, die ihre Begeisterung und Liebe zum Essen und Kochen bis ins letzte Detail perfektioniert haben. Toll!

Julia Child - 2 Bände

Julia Child – 2 Bände

 

An dritter Stelle:

„Die Vorratskammer“ von Ingrid Pernkopf und dem bekannten steirischen Koch Willi Haider

Da ich ja durch meinen Gemüse-und Kräutergarten besonders viel Liebe zum Konservieren und Einkochen, zum Herstellen von Kräutersalzen und Ölen und zum Selbermachen von Wurst, Säften und Brot habe, dieses umfangreiche Werk aus der Steiermark! Ich habe etliche Bücher über Vorratshaltung und Selbstgemachtes für die Speisekammer, aber dieses Werk ist einfach das Beste!

Die Vorratskammer - Willi Haider, Ingrid Pernkopf

Die Vorratskammer – Willi Haider, Ingrid Pernkopf

Meine Kochbücher bereiten mir viele schöne Stunden, ich schmökere am Abend viel lieber eines meiner Werke durch als in den Fernseher zu gucken, überlege mir was ich am nächsten Tag koche, welchen Kuchen ich ausprobieren sollte, und wenn ich dann vom Bilderschauen wieder Hunger bekomme, mach ich mir noch schnell eine Kleinigkeit zurecht…(meist kommt dann auch mein Sohn aus seinem Zimmer gekrochen!)

Zum Abschluss möchte ich Dir noch 3 Bücher zeigen, die für mich einen ganz besonderen Stellenwert haben:

La Passion des Tartes - Martha Stewart

La Passion des Tartes – Martha Stewart

Martha Stewart…wer gerne Kochbücher liest kennt sie meist… eine „der amerikanische Traum“- Frau, eine Self-Made Unternehmerin in Sachen Kochen und Haushalt. Sie ist in Amerika teils geliebt, teils umstritten, aber zweifellos mit viel Erfahrung, Ehrgeiz und Freude am Werk.Ich habe einige Bücher von ihr, alle super zum Nachkochen, und ich habe eines ihrer ersten, ganz frühen Bücher, das ich 1988 in der Bretagne gekauft habe , in französisch. Mit Traumfotos…auch heute noch!

Die Süddeutsche Küche - Katharina Prato

Die Süddeutsche Küche – Katharina Prato

Heuer zu Weihnachten hat mir meine Mama einen wahren Schatz vererbt, sie hat das Buch von einer Jugendfreundin bekommen:

„Die süddeutsche Küche“ von Katharina Prato aus dem Jahr 1901! Eine Antiquität, aber mit sehr praktischem und brauchbarem Inhalt, es birgt viel Wissen welches heute schon fast vergessen ist. Herrliches Rezept für Sachertorte!!!!

Russisches Kochbuch

Russisches Kochbuch

Dann wäre da noch mein Kochbuch in russischer Schrift und Sprache…ich kann es zwar leider nicht lesen, aber so etwas zu besitzen ist schon toll, ein Bekannter meiner Eltern hat 3 Jahre in Moskau gearbeitet und hat mir dieses besondere Geschenk gemacht.

Bücher sind etwas wunderbares, und sosehr ich auch meinen Laptop und mein I-Pad liebe…nie werden sie das Gefühl ersetzen können, so einen Band in der Hand zu halten! Ich hoffe es werden noch viel schöne Werke dazukommen….

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