Schlagwort: Huhn

Festliches Hauptgericht: Filets vom Huhn in Karibik – Würzmarinade

Meine Vorweihnachtszeit war heuer aus diversen Gründen nicht sehr genussvoll, ruhig und beschaulich kann sie sowieso nicht sein, wenn man im Handel beschäftigt ist. Ich fühle mich kraftlos und ausgelaugt, habe oft Migräne und nicht mal viel Freude am Kochen, was bei mir wirklich Grund zur Sorge ist.
So ist es auch dieses Jahr bei drei Sorten Keksen geblieben, zum Glück habe ich mein fleißiges Mamilein, der Keksteller wird also trotzdem bestens gefüllt sein. Keksrezepte gibt es 2017 keine bei mir, aber ich habe einen „Last Minute“ Vorschlag für ein festliches Hauptgericht für Dich, es ist leicht, gesund und in einem einzigen Topf zubereitet (mein Topf ist natürlich von IKEA …), vielleicht versuchst Du es ja an einem der folgenden Feiertage. (Die ich heiß herbeisehne!)

Karibikhuhn
Ich habe dieses Gericht auch schon für eine unserer IKEA Hauszeitungen gekocht, und ich glaube es ist gut angekommen. Die karibisch angehauchte Würzmarinade machen wir natürlich selber, da wird nix fertig gekauft!

Wichtig für die Zubereitung ist ein großer Schmortopf oder Bräter mit Deckel, bevorzugt aus Email oder Gußeisen, auch ein Römertopf funktioniert gut.

Du benötigst für das Gericht, für 4 Portionen:

4 Hühnerfilets (Es ist nachhaltiger, günstiger und vernünftiger, ganze Bio – Hühner zu kaufen, die Brust auszulösen und den Rest zu Suppe, Gulasch, Eintopf oder Wokgerichten zu verarbeiten!)
etwa 15 dag Bauchspeck, dünn aufgeschnitten

Zutaten für die Würzmarinade:

3 große Knoblauchzehen
2 frische Chilischoten
ein kleines Stück frische Ingwerwurzel
Saft einer Limette
ein Teelöffel Thymian
1 TL Pfefferkörner
3 EL Pflanzenöl (Erdnussöl ist toll!)
1 TL Kräutersalz

Für das Gemüsebett:

4 große Kartoffeln
4 große Karotten
2 große weisse Zwiebeln,
ca. 50 ml Olivenöl, Salz, 2 EL Balsamicoessig
150 ml Weisswein
einen Zweig frisches Rosmarin

Alle Zutaten für die Marinade in einen Blitzhacker geben und zu einer groben Paste pürrieren. Die Filets damit einreiben und etwa 3 Stunden ( oder über Nacht) in der Würze ziehen  lassen.

Karibikhuhn

Inzwischen das Gemüsebett vorbereiten:
Kartoffeln schälen, Karotten waschen, beides in etwa 2/2 cm große Würfel schneiden. Diese in eine Kasserole geben, mit Wasser bedecken, etwas Salz zugeben, aufkochen und etwa 8 Minuten köcheln lassen. Abseihen und in eine Schüssel geben. Zwiebel schälen, ebenfalls in Würfel schneiden und zum Gemüse geben. Ev. noch etwas salzen, Olivenöl und Balsamicoessig dazugeben und gut durchmischen. Die Gemüsemischung nun auf dem Boden eines Bräters verteilen.

Karibikhuhn

Backrohr vorheizen auf 150 Grad Heißluft. Filets in Speck einwickeln, auf das Gemüse legen, Weisswein dazugießen, den Rosmarinzweig darauf geben, Deckel auflegen und etwa 45 Minuten braten.

Karibikhuhn Karibikhuhn

Deckel abnehmen, Grillschlange dazuschalten und Temperatur auf 200 Grad steigern, nochmal ca. 10  Minuten bräunen.

Karibikhuhn

Unser Bräter serviert uns nun ein saftiges Stück Fleisch mit knusprigem Speck, herrlich würziges Gemüse und tollen Saft! Schön anrichten, bei mir gabs noch Knoblauchtoast dazu … und natürlich ein Glas guten, gekühlten Weisswein (z. B. Morillon, Sämling, nicht zu herb, eher lieblich).

Karibikhuhn

Dieses Hauptgericht verträgt ein sündiges, üppiges Dessert, begleitet von einigen Keksen. Damit die Kalorien nicht zu kurz kommen.

Ich wünsche Dir ein wunderschönes Weihnachtsfest, mit vielen lieben Menschen, versammelt um viel gutes Essen, und schau auch nächstes Jahr wieder ab und zu bei mir vorbei!

 

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Reste – Pie

Am 29. Mai war Feiertag – Christi Himmelfahrt – und das bedeutet…Feiertagsessen! Und diesmal gab es  – manchmal bin ich ja doch traditionell – Brathuhn mit im Rohr gebratenen Kartoffeln und Gemüsesauce (aus Karfiol und Karotten).

Und was ist unausweichlich mit so einem Festmahl verbunden?…Ja, genau, ein Berg voller Essensreste!

Ich gehöre ja zu den Menschen, die Reste lieben, vieles ist aufgewärmt nochmal besser und vieles lässt sich toll zu neuen Gerichten verarbeiten…sowie auch diesmal meine Hendl-Kartoffel-Gemüsereste! Was meine Mitbewohner betrifft, so habe ich festgestellt, dass Reste besonders dann ohne Murren gegessen werden, wenn sie nicht mehr als solche erkennbar sind….sich also in eine neue Kreation verwandelt haben, und glaub mir, man wird da ungemein erfinderisch! Ich finde es nämlich ganz wichtig, alles zu verwerten und sowenig wie möglich dem Biomüll zu spenden…selbst wenn dieser wieder bei mir im Gemüsebeet landet…

So habe ich mich heute für ein Gericht entschieden, dass man ohne weiteres jedem Gast auftragen könnte, er würde es sicher nicht als „Restlessen“ erkennen – ich mache einen guten traditionellen englischen Chicken Pie.

Also, auf gehts, wir beginnen mit dem Teig, der  Shortcrust Pastry für Pies:

Du brauchst für eine ca. 28 cm Pieform:

150 Gramm Kamut- Vollkornmehl
200 Gramm glattes Mehl
1/2 Teelöffel Salz
1 Ei
200 Gramm kalte Butter
ca. 5 EL kaltes Wasser

Kamut ist ein uralter Verwandter des heutigen Hartweizens und stammt ursprünglich aus dem alten Ägypten, wo er schon vor Jahrtausenden angebaut wurde. Kamutvollmehl ist ein bißchen wie feiner Grieß, dadurch wird der Teig herrlich knusprig.
Aus den Zutaten knetest Du einen Mürbteig, das Wasser kommt während des Knetens nach Bedarf dazu und soll schön kalt sein. Die fertige Teigkugel teilst Du in ein etwas größeres ( 2/3) und ein etwas kleineres Stück (1/3).
Die Pieform wird eingefettet und das größere Teigstück rollst Du zu einem Kreis aus, der etwa 3 cm größer ist als die Form. ( Anmerkung: ich lasse Mürbteig eigentlich nie rasten, ich finde wenn er fest und kalt wird bekommt er beim Auswalken Risse, wird er gleich verarbeitet ist er elastisch und leicht zu formen…ich wüsste nicht wozu das Rasten gut sein soll..)
Rolle den Kreis vorsichtig auf den Nudelwalker und lasse ihn so in die Form gleiten, schön andrücken und etwas gleichschneiden, der Rand soll aber etwas überstehen, denn da müssen wir ja nachher den Deckel draufkleben!

Die Pieform mit dem Teigkreis auskleiden

Die Pieform mit dem Teigkreis auskleiden

Die Form wandert nun in den Kühlschrank, und wir wandern weiter zur Füllung. Nun, sehn wir uns mal meine Reste an:

Meine Reste vom Feiertagsbraten

Meine Reste vom Feiertagsbraten

Da gibt es also ausgelöstes Brathuhnfleisch, Bratkartoffeln, und Gemüsestampf…natürlich lässt sich all das ersetzen durchdie Reste, welche Du vielleicht daheim hast…gebratene Ente, Broccoli, Schinkenreste, auch gebratenes Schweinefleisch oder Lamm sind natürlich möglich, was in Pies immer gut schmeckt ist Lauch, und den hab ich hier dazugekauft. Für die Fülle kann ich wirklich keine genauen Mengenangaben machen, man sieht ja ungefähr, wieviel in der Form Platz hat. Was Du noch vorrichten kannst sind:

25 Gramm Butter
2 EL Mehl
1/8 Liter Weisswein
1/8 Liter Sahne
2 Eier
und für meine Restemischung:
ein Bund frischer Estragon (zum Huhn ein Muss!!)
eine rote frische Chili

Chili, Estragon und Lauch

Chili, Estragon und Lauch

Den Lauch putzt Du und schneidest ihn in 3 mm dicke Ringe. In einer beschichteten Kasserole erhitzt Du die Butter und röstest den Lauch darin an, ca. 5 Minuten, er soll nicht zu weich werden. Dann gibst Du den gehackten Estragon und die gehackte Chili dazu.

Lauch in Butter andünsten

Lauch in Butter andünsten

Nun wird alles mit dem Mehl gestaubt, kurz angeröstet und dann mit dem Wein und der Sahne abgelöscht. Immer schön rühren, bis es eindickt, und nun nimmst Du den Topf vom Herd.
So, und jetzt haben endlich meine Reste ihren großen Auftritt, sie kommen jetzt – klein geschnitten – zum Lauch in den Topf, sowie auch die Eier, würze alles  mit Salz und Pfeffer, aber immer gut abschmecken denn die Reste sind ja schon gewürzt!!!

Eier zur Masse geben

Eier zur Masse geben

Mische die Masse gut durch, dann kannst Du die Pieform aus dem Kühlschrank befreien und mit ihrer herrlichen Fülle „anstopfen“.
Das Backrohr kannst Du nun auf 190 Grad Heißluft vorheizen.
Die übrige kleinere Teigkugel wird nun auch zum Kreis ausgerollt, so groß dass er genau oben auf die Form passt…und da kommt er dann auch hin. Die Teigränder der Pieform zuvor mit Eiklar anpinseln!
Und wenn Du magst, kannst Du jetzt noch kreativ werden. Die Ränder sollte man schön mit dem Messer abschneiden und etwas andrücken. In die Mitte des Teigdeckels mit dem Messer ein Loch schneiden, dass der Dampf entweichen kann, die abgeschnittenen Teigreste kann man zur Verzierung verwerten, und als großes Finale wird der Pie noch mit einem verquirlten Ei bestrichen.

Ab in den Ofen mit dem Paradestück, für ca. 45 Minuten, bis er goldgelb und knusprig ist und auf sein Ende wartet! Und so sieht das Restl-Essen fertig aus:

Very British, isn't it?

Very British, isn’t it?

Pie-Design

Pie-Design

Der Estragon schmeckt wirklich edel!

Der Estragon schmeckt wirklich edel!

Er schwindet...

Er schwindet…

Und das herrliche ist…der Pie schmeckt auch aufgewärmt noch gut!!!!

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