Schlagwort: Gänseblümchen

KOCHEN UND KÜCHE im Mai – Das Gänseblümchen

In meinem Mai-Beitrag in der Kochzeitschrift KOCHEN UND KÜCHE habe ich mich auf das Gänseblümchen gestürzt. Dieses allgemein bekannte zarte Blümchen ist nicht nur hübsch, man kann es auch essen! Und nachdem ja essbare Blüten in der Gastronomie zur Zeit einen Höhenflug erleben, war es für mich eine tolle Erfahrung, mit Gänseblümchenköpfchen (was für ein Wort) zu experimentieren.
Nähere allgemeine Infos zum Gänseblümchen, welches ja die „HEILPFLANZE DES JAHRES 2017“ ist, findest Du in der Zeitschrift und hier:

http://www.kochenundkueche.com/news/was-waechst-denn-da-was-mach-ich-draus-das-gaensebluemchen

Gänseblümchen

 

Ich habe Gänseblümchen für Pesto, Suppe und Bowle verwendet, man kann Gänseblümchenessig machen oder die Köpfchen wie Kapern einlegen, von mir bekommst Du jetzt das Rezept für deftige Germteigschnecken, die ich mit dem Gänseblümchenpesto gefüllt habe. Für alle, denen Gänseblümchen im Pesto doch zu exotisch sind: Man kann sie natürlich auch mit jedem anderen Pesto füllen!

 

Deftige Germteigschnecken mit Gänseblümchenpesto (Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Mai)

Zutaten für das Gänseblümchenpesto: (für 2-3 kleine Gläser )

40 Gramm junge Sauerampferblätter
40 Gramm Gänseblümchenblüten
70 Gramm rohe, ungesalzene Erdnüsse (Reformhaus)
60 Gramm Parmesan
½ TL Salz
ca. 80 bis 100 ml Erdnussöl  (Supermarkt, Asia-Abteilung)

Zubereitung:

Gänseblümchen

Gänseblümchenpesto

Erdnüsse auf ein Blech geben und bei 150 Grad etwa 10 bis 15 Minuten im Backrohr  sanft rösten, bis sie zu duften beginnen. Parmesan in Würfel schneiden und mit den erkalteten Erdnüssen im Blender reiben, bis grobe Brösel entstehen.  Nun die Blüten, den Sauerampfer, das Salz sowie 80 ml Öl zugeben und fein pürrieren. Wer das Pesto flüssiger  möchte, kann noch etwas Öl zugeben.
Das fertige Pesto in gut schließende, sterile Gläser füllen, mit Öl bedecken und im Kühlschrank aufbewahren. Sollte innerhalb von 2 Monaten verbraucht werden, angebrochene Gläser wieder mit Öl bedecken.

 

 

 

 

 

Zutaten für den Germteig (für etwa 12 Schnecken)

600 Gramm glattes Mehl
2 gestrichene TL Salz
300 ml Milch
50 Gramm Butter
15 Gramm frische Germ
50 ml lauwarmes Wasser

Zutaten für  die Fülle:

Ein Glas von unserem Sauerampfer-Gänseblümchenpesto (etwa 150  ml), siehe Rezept
etwas Olivenöl
150 Gramm geriebenen milden Gauda
eine Packung aufgeschnittenen Schinken ( ca. 130 Gramm)
etwas Eiklar

Zubereitung:

Germ in dem Wasser  auflösen, mit einem EL von dem Mehl verrühren und etwa 15 Minuten gehen lassen. Milch mit Butter leicht erwärmen, bis die Butter schmilzt. Salz und Mehl mischen, Germwasser und Milchmischung zugeben und etwa 10 Minuten kneten (Küchenmaschine oder Hand), bis ein glatter, geschmeidiger Teig  entstanden ist. Den Teig zu einer Kugel formen und in eine geölte Schüssel  legen, mit Frischhaltefolie abdecken und gehen lassen, bis der Teig etwa das doppelte Volumen hat. Da der Teig Fett enthält, sollten dafür schon etwa 3 Stunden eingerechnet werden, je langsamer er aufgehen „darf“, desto mehr Geschmack kann er entwickeln.
Dann löst man ihn mit einer Teigspachtel aus der Schüssel, legt ihn auf die Arbeitsfläche ( nicht mehr kneten!) und walkt ihn zu einer rechteckigen, etwa 2 cm dicken Platte in Größe eines Backbleches aus.  Das Pesto wird mit etwas Olivenöl verrührt, sodass es sich ohne Druck gut auf der Teigplatte verstreichen lässt. Der Schinken wird in feine Streifen geschnitten und über dem Pesto verteilt, zuletzt bestreut man die Platte mit dem geriebenen Käse. Nun wird die oben liegende Längsseite mit Eiklar bestrichen und der Teig von der unteren Längsseite her aufgerollt (wie Biskuitroulade) .
2 Backbleche mit Backpapier belegen, die Roulade quer in 3 cm breite Schnecken schneiden und diese vorsichtig auf die Bleche legen. Mit Geschirrtüchern bedecken und nochmal ca. 30 Minuten gehen lassen.
Backrohr vorheizen auf 210 Grad, die Schnecken mit etwas Wasser besprühen und etwa 20 bis 25  Minuten backen, dabei nach 10 Minuten die Hitze auf 190 Grad reduzieren.
Tip: Schmecken lauwarm ganz toll, lassen sich am nächsten Tag wunderbar wieder kurz aufbacken!

Gänseblümchen

Gänseblümchen

 

cover_05_17Ein Rezept für Frühlingskräutersuppe mit Gänseblümchen gehört auch noch zum Beitrag, das findest Du hier:

http://www.kochenundkueche.com/rezepte/gemischte-fruehlings-kraeutersuppe-mit-gaensebluemchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Please follow and like us:

Ein Wildkräuter – Spaziergang

Das erste gesunde Gemüse im Jahr ernten wir nicht im Gemüsegarten, das dauert noch etwas, nein, wir finden es gratis in Wald und Wiese. Ich stürze mich jedes Jahr begeistert auf die ersten Brennnesseln und den Bärlauch, aber da gibt es noch so viele andere Wildkräuter, die Du in Deinen Speiseplan einbauen kannst! Irgendwie hätte ich das vor einigen Jahren noch nicht so zugegeben, dass ich im Frühjahr mit einem Korb und 4 Tupperdosen ausrücke (mit Fotoapparat und Hund, und ohne Handy), um wie so ein schrulliges Kräuterweibl mit der Nase am Boden über die Wiesen zu ziehen. Aber irgendwie scheint das Kräutersammeln wieder in Mode zu kommen, wir sind wohl übersättigt mit den diversen Nahrungsergänzungspillen und Kraftelixieren, und besinnen uns zurück auf das unschlagbare Angebot der Natur, meist verfügbar direkt vor unserer Nase. Ich laufe also nicht Gefahr, am Scheiterhaufen zu landen.

Ich nehme Dich heute mit auf meinen Sammelpfad und zeige Dir, was ich da so alles ernte, um etwas Leckeres daraus zu machen oder es für den Winter zu trocknen. Die meisten dieser Wildpflanzen kennst Du sicher, so wie Sauerampfer, Brennnessel oder Spitzwegerich. Man kann sie ohne Angst ernten, denn da gibt es kaum Verwechslungen. Tolle Pflanzen sind auch Vogelmiere, Giersch oder Gundelrebe, auch wenn sie uns als hartnäckiges „Unkraut“ im Garten oft ärgern. Also, ernten, nicht ausreissen!

Wenn Dich die Materie interessiert, kann ich Dir nur raten, kaufe Dir ein Pflanzenbestimmungsbuch und gehe damit in die Natur, Du wirst einen Garten voller Wunder vorfinden.

Heute gibt es erst mal nur ein paar Fotos, in den nächsten Tagen zeige ich Dir mein Wildkräuterpesto. Es ist das beste Pesto, das ich je hatte!

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Gänseblümchen

Die ersten Frühlingsblümchen begrüßt man immer besonders begeistert, aber die wenigsten wissen, dass man viele der Blüten auch essen kann! Das hübsche Gänseblümchen zum Beispiel garniert Salate, Getränke oder einfach ein Butterbrot, die Blüten lassen sich wie Kapern einlegen, man kann sie trocknen für Tee und zum Pestomachen verwenden. Essbar sind auch Löwenzahnblüten, Veilchen, Taubnesselblüten und Fliederblüten.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Brennnessel

Die Brennnessel ist mein besonderer Liebling, sie hat einen ausgeprägten, frisch-würzigen Eigengeschmack und ist super vielseitig. (Spinat, Sauce, zum Nudelteig, Suppe etc.) Sie eignet sich auch besonders gut zum Trocknen, für Teemischungen oder zermahlen als Streuwürze über verschiedene Gerichte (Nudeln, Reis, Gemüsegerichte). Geerntet werden die obersten Spitzen, die kann man bis in den Hochsommer genießen.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Sauerampfer

Sauerampfer schmeckt frisch-säuerlich und schmeckt roh am besten. Er verliert auch in einem warmen Gericht sofort seine schöne grüne Farbe und wird bräunlich, geht aber natürlich trotzdem für die Frühlingskräutersuppe! Ich verarbeite ihn gerne zu Pesto, das wird unvergleichlich. Die kleinen Blättchen sind in den ersten Frühjahrswochen verwendbar. Meist kommt eine 2. Ernte im Spätsommer, wenn die Wiese dazwischen einmal gemäht wurde.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Klebriges Labkraut

Es hat eine sehr typische, unverwechselbare Erscheinung und klebt an der kKleidung. Schmeckt auch am leckersten roh, z.B. in Buttermischungen.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Waldmeister und Giersch

Hier ernte ich zwei tolle Waldkräuter auf einen Schlag. Den hübsch hellgrünen Waldmeister mit den rund um den Stengel angeordneten Blattrosetten, und den wertvollen Giersch mit den 3-teiligen Blätterbündeln. Waldmeister muss man etwas antrocknen lassen vor der Verwendung, erst dann entwickelt sich sein typisches Aroma. Getrocknet hält er sich ein Jahr.
Giersch ist supergesund und schmeckt roh im Pesto oder dem Smoothie ebenso wie als gedünstetes Blattgemüse oder Suppe. Geerntet werden die frischen kleinen Blätter, die findet man bis in den Spätherbst. Läßt sich auch gut trocknen und gibt mit getrockneter Brennnessel ein tolles Wildkräutersalz.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Vogelmiere

Die Vogelmiere kennen fast alle, die einen Gemüsegarten haben, als nerviges Unkraut. Dabei ist die Pflanze hübsch und zierlich und schmeckt erfrischend. Sie hat sehr mürbe, zarte Blättchen und eignet sich super für Salate.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Taubnessel

Die wunderschöne Taubnesselblüte haben wir wohl alle als Kinder ausgelutscht, der leichte Honiggeschmack passt toll zu Obstsalat und sieht entzückend aus, die Blüten können auch kandiert werden.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Löwenzahn

Ja, der Löwenzahn ist wohl allgemein bekannt, auch wegen seiner wunderschönen dottergelben essbaren Blüten. Er ist bitter, was sich mit seinem Alter steigert. Die Blätter sollte man also gleich im Frühjahr nutzen, da sind sie noch milder. Die Bitterstoffe sind jedoch sehr gesund und helfen gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Sehr lecker ist Löwenzahn im gemischten Blattsalat oder traditionell mit lauwarmen Kartoffeln und gebratenem Speck … mmhhhhh!
Ein weiteres super Wildgemüse ist der Spitzwegerich, den habe ich vergessen zu fotografieren. Ich war einfach überfordert. Spitzwegerich ist würzig und läßt sich auch sehr gut trocknen. Auch hier sind die Blütenstände essbar, man kann sie mit anderem Gemüse mitdünsten, sie schmecken etwas pilzartig.

Also, raus in die Natur, Korb mit leckerem Grün füllen und ab in die Küche!

 

 

Please follow and like us:

Enjoy this blog? Please spread the word :)