Schlagwort: Apfel

Das beste Apfelmus … und ein Apfelmuskuchen

Ich bin stolz auf die Tatsache, dass ein Großteil des Gemüses, das wir essen, aus eigenem Anbau stammt. Auch im Winter, wenn der Garten Pause hat, bemühe ich mich, regional einzukaufen, Kartoffeln, Kürbis, Rohnen und Kraut aus der Gegend.
Aber, wenn es ans Obst geht – vor allem im Winter – da gehe ich fremd. Es tut mir leid. Ich stürze mich auf Bananen, Mangos, Papayas, Orangen, Ananas, Lychees … all diese importierten Früchtchen schmecken besser als die heimischen Äpfel, die man im Supermarkt bekommt. Zu 99 % schmecken die alle gleich, nämlich nach fast gar nichts.
Schön sind sie, ja, da kann man wirklich nichts sagen. Die kannst Du in eine Schale dekorieren, und nach 4 Wochen sehen die immer noch gleich aus. Jede Banane, Ananas oder Mango wäre da schon längst der Fäulnis verfallen, aber nicht unsere Äpfel. Aber genauso unverwüstlich wie ihr äußeres ist, so unverwüstlich ist auch die Geschmacklosigkeit, mit der sich diese hochgezüchteten Designerstücke auszeichnen.
Ich verstehe nicht, wieso es heute nicht mehr möglich ist, einen guten alten Obstgartenapfel anzubieten, mit Schrunden, Nebelflecken. verschiedenen Größen und vielleicht mal einem Würmlein, der aber einfach göttlich schmeckt.
Ich habe es noch erlebt, in einen Cox Orange, Ananasapfel, Krummstiel oder eine Schafnase zu beißen, das ist ein Erlebnis! Und wenn meine Eltern nicht Gott sei Dank noch einen Schafnasenbaum, Krummstiel und Kronprinz Rudolf  im Garten hätten, würde ich wahrscheinlich keine Äpfel mehr essen.

Apfelmus

Unsere nicht EU-genormten Äpfel mit dafür hervorragenden inneren Werten: Geschmack!

Ich finde es echt furchtbar, dass dieses weit her geschipperte Obst besser schmeckt als unser heimisches … zumindest das welches im Supermarkt geboten wird.
Gehen wir heute wirklich nur mehr auf die Optik? Müsste es uns nicht seltsam vorkommen, wenn Obst in der Schale wochenlang nicht verdirbt, ja oft nicht mal runzlig wird?

Ich liebe jedenfalls unsere eigenen Äpfel, sie sind keine Augenweide, aber sie tun das was sie tun sollen: sie schmecken!
Jedes Jahr mache ich Apfelmus, um die angeschlagenen oder wurmigen Exemplare aufzuarbeiten, und das schmeckt noch wie das von meiner Oma. Wenn sie, so wie heuer, besonders starke Nebelflecken haben, schäle ich sie, sonst wird die Farbe nicht schön. Und ich backe sie im Rohr, mit etwas Butter …aber das erkläre ich Dir jetzt von Anfang an.

Apfelmus

Äpfel mit Nebelflecken sollte man schälen, wegen der Farbe

Du brauchst also gute, naturbelassene Äpfel, bevorzugt alte Sorten vom Bauernmarkt, oder vielleicht hat ja der Nachbar welche, die er jedes Jahr unterm Baum verfaulen lässt. Weiters benötigst Du ein paar Scheiben Butter und braunen Rohrzucker.

Apfelmus
Schäle die Äpfel wenn nötig, entferne das Kerngehäuse und schneide sie in Stücke. Gib sie in eine Auflaufform, bestreue sie mit Rohrzucker (für eine ca.22/30 cm Form brauchst Du etwa 6 EL Zucker, wenn sie voll ist mit Äpfeln) und belege sie mit einigen Scheiben Butter. Gib nun einen Schuss Wasser in die Form, gerade eben so viel, dass nichts anbrennt. Beim Backen rinnt die Butter über den Zucker, und alles karamellisiert unter der Hitze und das Mus wird nachher wunderbar cremig und karamellig. Oje, zwei Mal Karamell …aber wie soll ich es sonst beschreiben? Es schmeckt himmlisch.

Apfelmus

Die karamellisierten Apfelstücke fürchten sich davor, nicht als Mus, sondern gleich im Magen zu enden …

Backe die bestreuten bebutterten Äpfel im auf 180 ° C vorgeheizten Backofen für etwa 40 Minuten, bis die Äpfel ganz weich und gebräunt sind. Lasse sie etwas abkühlen und püriere sie dann im Blender.
Das Püree kannst Du nun sofort aufessen, ein Dessert daraus machen, es im Kühlschrank etwa eine Woche aufheben, einrexen, einfrieren, oder – einen Kuchen damit backen.

Apfelmus

Ein einfaches, aber herrliches Dessert: frisches Apfelmus mit Marmelade

Das machen wir nun, wir backen Apfelmuskuchen. Es ist ein unglaublich saftiger, fast etwas speckiger Kuchen, da er durch das schwere Apfelmus nicht so stark aufgeht, aber er schmeckt soooo gut, auch noch nach zwei Tagen (wenn er das überlebt!).

Du brauchst für die Masse, für eine Rehrücken-oder Kastenform:

130 g weiche Butter
130 g Staubzucker
2 große Eier
300 g Apfelmus
3 EL Joghurt
200 g Dinkelmehl
1 TL Backpulver
1/2 TL Zimt
100 g weiße Schokolade, gerieben

Heize den Backofen vor auf 170 °C Heißluft, befette und bemehle eine Rehrücken-oder Kastenform.

Rühre die Butter mit dem Zucker sehr schaumig, gib nacheinander die Eier dazu und verrühre jedes eine Minute lang mit der Masse. Gib nun Apfelmus und Joghurt hinzu und vermixe alles. Mische das Mehl mit dem Backpulver und dem Zimt und hebe es abwechselnd mit der Schokolade unter die Buttermasse. Bearbeite die Masse nur so lange bis alles gut untergehoben ist.
Fülle den Teig in die Backform und backe den Kuchen 45-50 Minuten lange. Der Kuchen sollte sich am Rand von der Form lösen und in der Mitte noch leicht auf Druck nachgeben, aber nicht mehr flüssig wirken.
Lasse ihn 10 Minuten auskühlen und stürze ihn dann auf eine Platte, lasse die Form jedoch beim völligen Abkühlen über den Kuchen gestülpt, so trocknet er nicht aus.

Für die Milchglasur verschlage 100 g Staubzucker mit ca. 2-3 EL Milch, die Glasur soll noch leicht flüssig sein, sodass sie dekorativ am Kuchen hinunterrinnen kann. Wenn allerdings nichts am Kuchen oben bleibt, dann hast Du sie zu dünn erwischt. Einfach noch etwas Staubzucker dazu … Du kannst dann noch bunte Streuseln darüberstreuen, wenn Du magst.

Apfelmus

Mein saftiger Apfelmuskuchen

Apfelmus

Auf kleineren Bauernmärkten findest Du bestimmt noch solche „verhutzelten“, aber sooo guten Äpfel, dann musst Du mein Apfelmus probieren! Viel Spaß!

 

 

 

 

 

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Apfelmus mit Cranberriehaube

Heute habe ich unsere eigenen Cranberries geerntet!! Die Ernte hat zwar noch keine nordamerikanischen Ausmaße- siehe hier: http://www.cranberries-usa.eu/at/AbisZ_ernte.php –
aber sie sind aus unserem Garten!

Apfelmus mit Cranberriehaube

Meine Cranberrieernte

Doch so hübsch die Früchtchen auch sind, roh schmecken sie nach Mostapfel…oder schlimmer! Aber gekocht als Sauce, Marmelade oder Chutney…nicht zu schlagen! Eine süß-herbe Geschmacksbombe – und das inspiriert mich heute zu meinem Herbstdessert: Apfelmus mit einer Haube aus Cranberrie-Orangensauce.

Apfelmus mit Cranberriehaube

Meine Cranberrieernte

Ich starte jedoch nicht mit meinen hübschen roten Beeren, sondern mit der Zubereitung vom Apfelmus. Dieses Mus lieben wir alle, besonders meine Tochter Julia. Sie gibt es über ihr Müsli, oder sie löffelt es am Abend vorm Fernseher direkt aus der großen Rührschüssel…Apfelmus statt Kartoffelchips, na das ist doch mal was!

Es gibt ja diverse Möglichkeiten, Äpfel zu Mus zu verarbeiten, meine Methode ist es, die Äpfel im Rohr weichzubraten:

Ich schneide die Äpfel in Viertelspalten, entferne das Kerngehäuse und gebe sie in einen Bräter. Nicht schälen, die Schalen geben Farbe und Geschmack!!! Die Spalten bestreue ich mit Rohrzucker, gebe ca. 1 cm hoch Wasser -oder Weißwein –  ins Bratgeschirr und stelle es bei 170 Grad Heißluft ins Backrohr. Es dauert ca. 50 Minuten, bis sie weich sind und zerfallen.
Nimm eher säuerliche, herbe Sorten, also eher alte Bauernsorten! Wir haben noch einen Schafnasenbaum im Garten, eine selten gewordene alte Art mit rosa-roter gestreifter Schale und festem Fleisch, sie schmecken toll als Mus und es wird wunderschön rosa.
Gut sind auch Coxorangen, Boskop oder Ananasäpfel….auf jeden Fall eher die einfachen, nicht hochgezüchteten Äpfel. Auch solche Sorten werden zum Glück wieder häufiger auf Bauernmärkten angeboten.

Apfelmus mit Cranberriehaube

Die geviertelten entkernten Schafnasen kommen in einen Bräter….

Apfelmus mit Cranberriehaube

und werden mit Rohrzucker bestreut.

Die weichgebratenen Äpfel dürfen auskühlen und kommen dann mit dem Saft der sich gebildet hat und noch einem EL Vanillezucker in einen Blender. Mein VITA MIX Blender pürriert sie so cremig fein, daß mein Apfelmus damit schon fertig ist. Früher habe ich es noch durch die Flotte Lotte passiert…wegen der Schalenstücke, aber dieser Blender schafft das locker. Und durch das Mitpürrieren der Schalen bekommt das Mus seine tolle Farbe!

Apfelmus mit Cranberriehaube

Das fertige Apfelmus im Blender

Diese fluffige, samtige Mus kannst Du nun natürlich auch gleich so vernichten…ohne viel Schnickschnack….Apfel pur! Aber ich möchte es für mein Dessert nun noch etwas stylen. Ich mische das Mus mit etwa 250 ml griechischem Naturjoghurt mit 10 % Fett…unbedingt dieses, sonst wird das Ganze zu flüssig. Du kannst auch gerne Mascarpone nehmen, dann lass einfach den Hauptgang davor weg…
Dann verteile ich es auf 4 Dessertschalen – ich nehme hier gerne etwas rustikalere Keramikschalen, ist ja auch ein rustikales Dessert – und stelle diese in den Kühlschrank.

Aber nun, meine lieben kleinen roten Beerchen, kommt ihr aufs Feuer! Für die Cranberrie-Haube brauchst Du:

ein Schälchen Cranberries
2 Orangen
2 EL Rohrzucker
1 EL Vanillezucker
1 EL Speisestärke

Die Orangen presst Du aus, der Saft einer Orange kommt mit den Beeren in eine Kasserole, der Saft der zweiten kommt in ein Glas und damit rührst Du die Speisestärke an.

Die Mischung in der Kasserole wird aufgekocht, bitte Deckel drauf! Die recht großen Kugeln platzen durch die Hitze auf und das spritzt und ploppt! Koche etwa 5 Minuten, bis die Beeren alle zerplatzt sind, dann rühst Du die Stärkemischung ein, kurz aufkochen bis die Masse stockt und vom Herd nehmen. Abkühlen lassen.
Koste die Sauce nochmal, eventuell mußt Du nachsüßen, man kann auch etwas Honig dazugeben.

Apfelmus mit Cranberriehaube

Die fertige Cranberrie-Orangensauce

Ich hole nun meine Schalen wieder aus dem Kühlschrank und richte an: ein großer Klecks Cranberriesauce in die Mitte, daneben noch etwas Apfelmus ohne Joghurt, darüber etwas in Späne geschnittene Milchschokolade, ein Streihen Arancini. So, nun nochmal ab in den Kühlschrank…hallo, wieso hab ich nur mehr 3 Schalen? Aha, meine Tochter ist mit ihrer schon abgerauscht…“ich mags eh nicht so kalt!“

Apfelmus mit Cranberriehaube

Ein Dessert in Herbstfarben..

Apfelmus mit Cranberriehaube

Äpfel, Cranberries, Orangen und Schokolade perfekt vereint

Die Cranberriesauce passt auch toll zu Wild oder Ente, dann keinen Vanillezucker verwenden Und Übrigens: Apfelmus läßt sich bestens einfrieren, ist also auch super geeignet, um Äpfel zu verwerten.
Anmerkung zur Milchschokolade: Ich habe immer einen 1000 Gramm Block Peruanische Bio-Vollmilchkuvertüre in meinem Vorratskeller, das ist die beste Milchschokolade, die ich je gegessen habe! Ich bestelle all meine Schokoladen – auch diese – über Amazon bei der Firma PATI-VERSAND, ein Patisserieversand aus Deutschland mit tollen Produkten.
Kann ich nur empfehlen!!!!

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Mascarpone-Apfel-Karamell-Schichtcreme

Meine Eltern haben zwei schöne alte Apfelbäume im Garten, die auch jedes Jahr ordentlich voll mit Früchten sind. Alles kann man natürlich nicht aufbrauchen, aber dafür haben wir ein Wirtschaftsgebäude, welches auch im Winter kühl ist, dort lassen sich die Äpfel herrlich lagern.
Wir haben die Sorte „Kronprinz Rudolf“ und die selten gewordene alte Sorte „Schafnase“. Letztere ist wunderbar für Apfelmus, denn es wird richtig schön rosarot, wenn man die Schalen mitkocht.
Ende März sind unsere Äpfel natürlich keine Schönheiten mehr, schrumpelig und welk liegen sie da, aber immer noch gut für Desserts und Kuchen. Also los gehts…alles wird verwertet!

Meine Nachspeise besteht aus 3 Komponenten: der Apfelsauce, der Karamellsauce, und der Mascarponecreme. Mach dieses Dessert an einem geruhsamen Sonntag Vormittag, wo Du Zeit hast zu kochen, es ist kein Ruck-Zuck-Rezept, aber es schmeckt astronomisch gut und sieht auch so aus!

Mascarpone-Apfel-Karamel-Schichtcreme

Mascarpone-Apfel-Karamel-Schichtcreme

Für die Apfelsauce brauchst Du:

4 Große Äpfel, geschält, Kerngehäuse entfernt, in 1 cm große Würfel geschnitten
Saft einer Zitrone + 100 ml Wasser
3 Eßlöffel Demerara Zucker (brauner Kristall-Rohrzucker)
1/8 Liter Weißwein oder Apfelsaft
1 Eßlöffel Maizena

Zubereitung der Apfelsauce:

Äpfelwürfel mit Zitronensaft, Wasser und Zucker aufkochen, langsam köcheln bis die Äpfel weich sind, aber nicht zerfallen…je nach Apfelsorte 5-10 Minuten. Maizena im kalten Wein oder Saft glatt rühren, in die kochende Apfelmasse einrühren, kurz aufkochen. Abkühlen lassen, dabei immer wieder umrühren. Kosten ob es süß genug ist…jede Apfelsorte schmeckt ein wenig anders!

Für die Karamellsauce brauchst Du:

4 gehäufte Eßlöffel Kristallzucker
eine Scheibe Butter, ca. 2 mm dick
ca. 125 ml Schlagobers

Zubereitung der Karamellsauce:

Den Kristallzucker in eine beschichtete Pfanne geben, auf mittlerer Hitze schmelzen lassen. Nicht rühren, höchstens die Pfanne ein wenig schwenken. Wenn der Zucker geschmolzen ist, leicht bräunen lassen, dann die Pfanne sofort von der Hitze wegziehen!

Erst die Butter, dann den Schlagobers einrühren…(ja, jetzt darf man). Das Ganze sollte eine sämige, hellbraune Creme werden, bei Bedarf noch etwas Butter zugeben.

Ich habe das Ganze gleich 2 Mal machen dürfen, weil mir der Zucker beim ersten Versuch zu dunkel und dadurch bitter geworden ist…kann passieren!

Die Karamellcreme

Die Karamellcreme

Die Karamellcreme

Die Karamellcreme

Für die Mascarponecreme brauchst Du:

250 ml Schlagobers
1 Päckchen Sahnesteif
250 Gramm Mascarpone
2 Eidotter
80 Gramm Staubzucker
1 Teelöffel echten Vanillezucker

Zubereitung der Mascarponecreme:

Schlagrahm mit Sahnesteif schlagen, in einer etwas größeren Rührschüssel die 2 Eidotter mit dem Staubzucker schlagen, bis die Masse hellgelb schaumig ist, dann mit dem Mixer auf langsamer Stufe den Mascarpone unterrühren.

Nun den Schlagrahm vorsichtig mit einem Schneebesen mit der Mascarponemasse mischen.

Wenn Du alle drei Komponenten fertig hast, brauchst Du die Herrlichkeiten nur mehr übereinander schichten. Die Menge reicht wie gesagt für 4 Gläser.

Am besten ein Eiskaffeeglas nehmen, Du beginnst  mit einer Schicht Mascarponecreme, darauf kommt dann die Apfelsauce, übergoßen mit etwas Karamell. Dann wieder Mascarpone, Apfelsauce und oben den restlichen Karamell verteilen.

Herrlich, der Karamellduft!

Herrlich, der Karamellduft!

Ich werde nun im Frühjahr das selbe Rezept mit Rhabarber versuchen, müsste eigentlich auch sehr gut passen….

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