Pomelo

Es schneit! Wie romantisch! Und es ist nicht mal Ostern, sondern wirklich vor Weihnachten! Da gibt es für mich nichts schöneres als in der Küche werkeln, ein paar Kerzen anzünden, durch das große Fenster in den verschneiten Garten schauen und ein Dessert für Weihnachten ausprobieren.
Untermalt wird die Szene von – nein, keine Weihnachtslieder, die hab ich bei Ikea – von einer alten Scheibe von Uriah Heep, die ich auf Spotify gefunden habe. („Your turn to remember“, toll!)

Ich habe ja in meinem vorherigen Post bereits bekannt, dass ich Südfrüchte und exotische Früchte liebe, und sie unseren hochgezüchteten Äpfeln – leider – vorziehe. Eine besondere Leidenschaft hege ich dabei für jede Art von Zitrusfrüchten. Ich liebe sie alle, Orangen, Zitronen, Limetten, Mandarinen, Grapefruit, nicht zu vergessen die riesige Pomelo.

Pomelo

Ist sie nicht riesig, die Pomelo?

Das erste Mal sah ich diese beeindruckende Frucht vor 30 Jahren (oje), ich kam ins Fitnessstudio, und unsere Trainerin saß an der Theke und aß eine sonderbare Frucht, die ich noch nie gesehen hatte. Ich bekam eine ausführliche Einschulung, und seit damals hat mich dieses gelbe Obstmonster nie mehr losgelassen.
Alleine die Zeremonie, diese Frucht aus ihrer dicken Schale zu bekommen, sodann jedes Filet sorgsam aus der dünneren Haut zu lösen, und dann – endlich – der erste Bissen! Das ist für mich das unglaubliche an Zitrusfrüchten, sie schmecken alle total verschieden. In so ein kompaktes, fleischiges Stück Pomelo zu beissen, das musst Du einfach selbst versuchen, das kann man nicht beschreiben.

Pomelso sind etwas Besonderes, es gibt immer noch viele Menschen, die sie noch nie probiert haben, oder gar nicht kennen, und deshalb dachte ich, warum nicht für Weihnachten mal ein Dessert aus der Frucht zaubern? Naja, gezaubert habe ich leider nicht, aber hat man das gute Stück mal geschält und filetiert, geht es ganz schnell.

Die Pomelo ist eine Kreuzung zwischen Grapefruit und Pampelmuse und wurde erstmalig in Israel gezüchtet. Sie hat wenig Kalorien, viel Vitamin C und Mineralstoffe, und ihre Bitterstoffe regen die Verdauung an … also ideal zu Weihnachten, oder?

Pomelo

Also, ran an den Feind, Du brauchst erst mal – eine Pomelo. Schneide mit einem großen, scharfen Messer die Schale an der Ober-und Unterseite der Frucht ab, setze dabei etwa 1 cm innerhalb des äusseren Randes an. Dann schneidest Du die Schale um die Frucht längs in 12 Spalten, dringe dabei etwa 5 mm in die Schale ein, meist bist Du dann ziemlich genau am Fruchtfleisch. Schäle dann die Spalten entlang der Schnittstellen ab.

Pomelo

Achtung, nicht wegwerfen, die brauchen wir noch, die werden wir kandieren!

Nun ist die Frucht nackt, teile sie in 8 Spalten, schneide das Innere der Spalten schmal weg, denn da sitzen meist kleine Kerne, und nun löst Du die einzelnen Filets aus der Haut.

Pomelo

Die Filets musst Du auslösen, da führt kein Weg vorbei!

Für unser Dessert werden die Filets nun auch noch mit den Fingern in kleine Teilchen zerzupft. Du kannst sie auch klein schnippeln, aber ich finde das zerrupfte stilvoller.
Ich habe übrigens nur etwa 2/3 der Frucht gebraucht, um 4 Gläschen zu füllen, der Rest wurde gleich vernichtet.

Nimm nun vier schöne Dessertschalen aus Glas und fülle sie mit den Pomelostückchen. Bitte keinen Gupf drauf machen, lass etwa 5 mm frei! Es sieht auch sehr hübsch aus, wenn Du kleine Rexgläschen verwendest, Du kannst das Dessert dann mit dem Glasdeckel servieren und einen Keks darauflegen.

Pomelo

Nun benötigst Du:

500 ml frisch gepressten Orangensaft
4 Blatt Gelatine
50 g Staubzucker

Lege die Gelatineblätter locker in ein schmales hohes Gefäß, übergieße sie mit kaltem Wasser und weiche sie einige Minuten ein, bis sie weich sind. Verrühre 200 ml von dem Saft mit dem Zucker und erhitze ihn, so etwa auf 80° C. Gib nun nacheinander immer ein Blatt der weichen Gelatine in den heißen Saft und verrühre jedes gut.
Nun gibst Du den nicht erhitzten Saft dazu, aber langsam und vorsichtig hineingießen und immer wieder umrühren, denn wenn die Gelatinelösung zu schnell abkühlt, können Klumpen entstehen.

Gieße nun die Saft-Gelatinemischung über die Pomelostückchen in den Gläschen und stelle diese in den Kühlschrank. Nach etwa 3 Stunden sollte das Gelee fest sein, und das Dessert kann serviert werden.
Nach einem üppigen Festessen ist es erfrischend und fruchtig, es sieht dekorativ aus und ist auch noch gesund. So viele Bonuspunkte …

Pomelo

Pomelo

Serviere das Dessert doch mal im Rexgläschen und lege einen Keks oben drauf!

Nun verarbeiten wir aber noch unsere Pomeloschalen, denn alles von dieser himmlischen Frucht soll verwertet werden!

Pomelo

Die kommen nicht in den Biomüll, die werden kandiert.

Du brauchst nun die Schalenspalten, 250 g Wasser und 250 g Zucker.
Schneide das dicke weisse Innere der Spalten so gut es geht weg, lege die Spalten in eine kleine Stielkasserolle, übergieße sie mit Wasser und koche es auf. Schütte dieses Wasser sodann weg, wiederhole diesen Vorgang drei Mal. Das mindert den bitteren Geschmack!
Koche nun das Wasser mit dem Zucker auf, lege die abgetropften Spalten hinein und lasse alles etwa eine Stunde sanft köcheln.
Belege ein Blech mit Backpapier und bestreue es mit Kristallzucker. Fische die heißen Spalten aus der Zuckerlösung, lasse sie abtropfen und lege sie auf das Zuckerbett. Hast Du alle hinausgefischt und aufgelegt, bestreue auch die Oberseite mit Zucker und lasse sie trocknen.
Du willst wirklich Eindruck schinden? Überziehe sie mit dunkler Kuvertüre und serviere die kandierten Spalten zum Dessert!

Pomelo

Pomelo

Die kandierten Schalensticks in Schoko tunken und zum Dessert reichen!

Ich hoffe ich konnte Dich mit meiner Begeisterung für diese Frucht mitreissen, für Pomelo-Einsteiger ist das jedenfalls ein tolles Dessert! Ach, und übrigens, den schönen gelben Sirup, der nach dem Kochen der Schalen übrigbleibt, kannst Du toll zum Cocktail mixen verwerten, schmeckt zum Beispiel super mit kaltem Vodka auf vielen Eiswürfeln! Enjoy and have fun! (Im Hintergrund spielt noch Uriah Heep, Gott was hat der für eine Stimme, dieser Ken Hensley, mindestens so einzigartig wie mein Dessert …)

 

 

 

 

 

 

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