Kategorie: KOCHEN UND KÜCHE Beiträge

Die Aroniabeere, Superfood und Wunderbeere mit indianischen „Vorfahren“

Nach dem deftigen Frühstück vom letzten Post wird es wieder Zeit für etwas Gesundes, Superfood ist angesagt! (Oje, ich gewöhne mich noch an dieses „Unwort“).

Cover September 2018Mein Artikel für KOCHEN UND KÜCHE im September widmet sich voll und ganz dieser beachtlichen Beere, die von der Natur ( oder von den indianischen Göttern?) wahrlich mit wertvollen Inhaltstoffen gesegnet wurde.
Das lustige ist, ich besitze meinen Aroniastrauch jetzt seit 15 Jahren, ohne Anfangs zu ahnen, was für einen Schatz ich da eingepflanzt habe. Meine Mama hat den Strauch geschenkt bekommen und hatte definitiv keinen Platz mehr dafür. Also ab zur Nachbarin (also zu mir) damit, ich musste also zwangsbeglückt ein Loch graben und sehen, wie ich den Busch zum Wachsen bringe.
Und er ist gewachsen, und wie! Und Beeren hatte der drauf, unglaublich, und wie sich die Vögel gefreut haben, 10 Jahre lang, bis ich dann irgendwie erfahren habe, daß diese Früchtchen eine Wucht sind, nicht nur für die Vögel!
Also blieb uns nichts übrig, wir mussten mit Eimern anrücken und ernten. Und entsaften. Und dann war dieser Saft eine Katastrophe! Es zog einem beim ersten Schluck alles zusammen, ein pelziger Belag bedeckte Zunge und Gaumen, und ich schwor mir: nie wieder, Vögel ihr könnt alles haben.
Zum Glück gebe ich nie so schnell auf, und so habe ich viel gelesen und recherchiert, jedes Jahr Neues probiert und nun einen Punkt erreicht, wo ich den gefiederten Freunden jede Beere zu neidig bin (naja, es bleiben immer welche drauf!)

Unser Grundfehler im ersten Jahr war eine viel zu frühe Ernte! Und die Beeren zum Entsaften sollten zuvor tiefgefroren werden Doch, lass mich von Vorne beginnen, ich sage Dir alles, was bei Aroniabeeren wichtig ist.

Aroniabeeren

Aroniabeeren am Strauch

Zur Geschichte:
Im 19. Jhd. fand ein bis dahin unbekannter Strauch seinen Weg aus dem Osten Nordamerikas nach Russland. Der Botaniker Iwan Mitschurin hatte die Pflanze für sich entdeckt, brachte sie in seine Heimat und veredelte sie soweit, dass sie dem kalten Klima Russlands gewachsen war.
Erst Mitte des 20. Jhd. gelangte der Strauch nach Europa, große Plantagen entstanden z.B. auch im kommunistischen Ostdeutschland.
Die zarten weißen Blüten des Strauches entwickeln sich im Spätsommer zu unscheinbaren, dunklen Beeren mit ledriger Haut und herbem Geschmack.
Die Ureinwohner Nordamerikas nutzten seit Generationen die Heilkraft dieser „Wunderbeere“, unsere Mütter und Großmütter kennen die Frucht deshalb auch unter dem Namen „Indianerbeere“.

Unter anderem bereiteten die Indianerfrauen eine Kraftnahrung mit den getrockneten Beeren zu, die unseren heutigen Energieriegeln sehr nahe kommt, aus den zu Mehl zerstoßenen Trockenfrüchten wurden Küchlein gebacken, und aus den Blättern wurde Tee zubereitet.

Solltest Du also noch ein freies Plätzchen im Garten haben, so ist dieser Strauch eine tolle Wahl. Er ist genügsam und unkompliziert und wächst auf fast jedem Boden. Pflanze ihn an einen sonnigen Platz, dann hast Du viele Blüten und süßere Früchte.

Aroniabeeren
Die „Wunderbeere ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, aber am beachtlichsten ist ihr Gehalt an Antioxidantien (mehr darüber findest Du in meinem Artikel: https://www.kochenundkueche.com/news/aroniabeere)

Nun zur Ernte und dem Haltbarmachen:
Wichtig ist, diese Beere auf gar keinen Fall zu früh zu ernten! Auch wenn sie außen schon wunderschön dunkel sind, kann es noch bei weitem zu früh sein. Die Erntezeit beginnt Anfang September und hängt natürlich vom vorangegangenen Sommer ab. Für Unsichere: Die Beere kann ohne Probleme auch ausgereift noch einige Zeit am Strauch hängen bleiben, am besten bis sie anfängt, ganz leicht runzlig zu werden. Schneidet man eine Beere durch, so muss ihr Inneres fast gleich dunkel sein wie die Haut, ist es noch hell violett, so ist es zu früh!

Aroniabeeren

Erntesegen

Aroniabeeren

Ist die Farbe nicht hübsch?

Die Beeren sollten dann alle zugleich geerntet werden und lassen sich super einfrieren, was auch den Vorteil bietet, dass sie dadurch etwas von ihrem sehr herben Aroma verlieren.
Die zweite tolle Methode, die Früchte haltbar zu machen, ist das Dörren. Bei großen Beerenmengen ist ein Dörrgerät hier sehr hilfreich, weil es eine gleichmäßige, recht schnelle Trocknung gewährleistet und so möglichst wenige wertvolle Inhaltstoffe verloren gehen. Möchte man die gedörrten Beeren zu Pulver vermahlen, so müssen sie ganz austrocknen, sollen die ganzen Beeren für Müsli oder Eintöpfe verwendet werden, so kann der Dörrprozess beendet werden, wenn sie noch etwas auf Druck nachgeben. Das Dörrgut luftdicht und lichtgeschützt lagern, so hält es bis zu einem Jahr.

Dafür kannst Du die Beeren verwenden:
Getrocknete Beeren: Müsli, Teemischungen, als Beigabe zum Kuchen-und Cookieteig, in Eintöpfen und Ragouts, in Schokolade getunkt als gesunder Snack.
Beerenpulver: Smoothies, Müsli, Porridge, Kuchenteig
Frische und gefrorene Früchte: Sirup, Fruchtaufstrich und Gelee, Likör, für den Rumtopf, zum Ansetzen von Essig (siehe Rezepttipp beim Sirup!)

Ich zeige Dir nun hier am Blog, wie ich den Sirup herstelle, und ich verrate Dir ein Rezept für superleckere Powerriegel mit getrockneten Aroniabeeren.

Aroniabeerensirup

Anmerkung: Wie schon gesagt, nach meiner eigenen Erfahrung wird der Saft wesentlich weniger herb, wenn er aus Beeren gewonnen wird, welche zuvor einige Wochen tiefgefroren waren. Die Kälte scheint die in den Früchten enthaltene Gerbsäure zu mildern, der Saft schmeckt süßer und lieblicher.

Zutaten, für 6-7 kleine Flaschen, ca. 1700 ml Saft
2 kg tiefgefrorene Aroniabeeren

1 Liter Wasser

Pro 1 Liter Saft 600 g Feinkristallzucker sowie 1 EL Zitronensäure
eine Zimtstange, einige Gewürznelken oder Sternanis (optional)

Zubereitung (ca. 60 Minuten, ohne Stehzeiten)
Die gefrorenen Beeren in einen großen Topf geben, das Wasser dazu gießen und erhitzen.

Aroniabeeren

gefrorene Beeren

Einmal aufkochen, von der Herdplatte ziehen und mit dem Pürierstab einige Male durch die Masse fahren, sodass die Beeren geöffnet werden. Vorsichtig arbeiten, es darf kein Püree entstehen, 4-5 Mal aufmixen reicht aus!
Nun nochmal aufkochen, die Platte ausschalten, den Topf zudecken und die Beerenmasse völlig abkühlen lassen. So haben die Früchte ausreichend Zeit, ihren Saft abzugeben.

Ein großes Sieb mit einem Durchseihtuch auskleiden und über einen großen Topf hängen. Die Beerenmasse in das Tuch schöpfen (auf 2-3 Partien), Saft durchrinnen lassen, dann das Tuch hochheben, zusammendrehen und die Beeren gut auspressen (Der verbleibende Fruchtabfall kann als Dünger zur Gartenerde gemischt werden).

Aroniabeeren

Die Saftgewinnung

Den gewonnenen Saft abmessen, wieder in den Topf geben, die entsprechende Menge Zucker und Zitronensäure sowie nach Belieben Gewürze hinzufügen, die Flüssigkeit nochmal aufkochen und noch sehr heiß in sterile Flaschen füllen. Kühl lagern, innerhalb von 4 Monaten verbrauchen.

Aroniabeeren

Auf ähnliche Weise kannst Du auch einen herrlichen Aronia-Balsamico-Essig herstellen:
500 g gefrorene Beeren mit 500 ml Rotwein-Balsamico-Essig aufkochen, die Beeren mit dem Pürierstab aufbrechen, über Nacht ziehen lassen.
Am nächsten Tag durch ein Tuch seihen, mit 100 g Rohrzucker aufkochen und heiß in sterile Flaschen füllen.

Powerriegel mit getrockneten Aroniabeeren

Zutaten für eine 20/28 cm Kastenform, ca. 16 Riegel
60 g getrocknete Aroniabeeren

80 g feinblättrige Haferflocken
30 g gepufftes Quinoa
60 g gehackte Walnüsse
60 g getrocknete Cranberries
60 g getrocknete Mango, kleingeschnitten
1 EL Kokosmehl
Saft einer halben Orange
3 EL Kokosnussöl
100 g weiße vegane Schokolade (Bio-Fachgeschäft))
2 EL Agavendicksaft
4 EL Nussmus (Mandelmus, Walnussmus …)

Aroniabeeren

getrocknete Aroniabeeren

Zubereitung (20 Minuten ohne Stehzeit)
Die Aroniabeeren in einem Blitzhacker in grobe Stücke schroten.
Haferflocken, Quinoa, Nüsse, Trockenfrüchte, Kokosmehl und geschrotete Aroniabeeren in einer Schüssel gut vermischen, mit dem Orangensaft übergießen.
Kokosnussöl und weiße Schokolade sehr vorsichtig über einem Wasserbad schmelzen, Agavendicksaft und Nussmus verrühren und leicht erwärmen, damit die Masse etwas flüssiger wird. Nun beide Mischungen unter die Müslimasse rühren.
Eine Rechteckform mit etwa 20/28 cm Größe mit Backpapier auskleiden, die Masse einfüllen, gleichmäßig verteilen und sehr gut festdrücken, am besten funktioniert das mit einem befeuchteten Löffelrücken.
Mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen.
Mit einem großen, scharfen Messer in Riegel schneiden, in einer Vorratsdose im Kühlschrank aufbewahren, innerhalb einer Woche verbrauchen.

Aroniabeeren

Aroniabeeren-Powerriegel

Dieser gesunde, nahrhafte Snack ist ein idealer Proviant für Deine nächste Wanderung, oder eine gesunde Jause am Arbeitsplatz (nimm ja genug mit, alle wollen kosten, so gut sehen die aus!) Die Trockenfrüchte kannst Du nach Lust und Laune variieren!

Aroniabeeren Also auf zur Gärtnerei, Aroniastrauch anpflanzen, und – nicht 10 Jahre warten, bis Du was daraus machst!! Viel Spaß!

 

 

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Waldmeister – Tipps und Rezepte

Der Schock nach unserer Hochwasserkatatrophe ist abgeklungen, der schlimmste Schmutz beseitigt, ich habe wieder eine Waschmaschine!! und mein Vorratskeller ist jetzt viel schöner als zuvor. Ja, es hatte auch positive Auswirkungen. Und wir haben ausgemistet, und zwar gründlich. Sogar das letzte Babyflascherl, das ich bis jetzt aufgehoben hatte, fiel der Säuberung zum Opfer, irgendwann muss man einfach loslassen, oder?

Die täglichen Abläufe normalisieren sich wieder, und – ach ja – ich habe ja einen Blog! Und meine Kolumne in KOCHEN UND KÜCHE! Und da gibts im Mai wieder einen Beitrag von mir, und zwar über den
Waldmeister!

Waldmeister

Blühender Waldmeister

Waldmeister

Waldmeister vor der Blüte

Auch wenn ich den Großteil meiner letzten Wochen im Keller verbracht habe, auch meinen Urlaub (mal was anderes …), zum Kräutersammeln musste Zeit sein. Und ein Kräutlein stelle ich Dir heute vor.

Der Waldmeister war also der Star meines letzten Artikels für die Kochzeitschrift KOCHEN UND KÜCHE.
Es ist ein wunderhübsches Kraut mit einzigartigem Aroma, aus dem Sirup, den ich jedes Jahr mache, kannst Du herrliche Desserts und Getränke zaubern, und man findet ihn zur Zeit in fast allen Wäldern. (z.B. am Buchkogel bei Wildon und im südsteirischen Weinland).
Mach Dich auf die Suche, verbringe einen mystischen Tag im Wald, träume Dich ins Land von Elfen und Kobolden, und genieße daheim den typischen Duft von Waldmeisterzweigen.
Hier nun wissenswertes und Verarbeitungstipps zum Waldmeister, Du findest sie auch hier:

https://www.kochenundkueche.com/news/waldmeister


Waldmeister in der Küche
Geerntet wird der Waldmeister hauptsächlich im April und Mai, vor der Blüte, danach wird er etwas bitterer im Geschmack, kann aber immer noch verwendet werden. Man pflückt die ganze Pflanze, dabei sollte man den Stiel vorsichtig über dem Waldboden mit dem Daumennagel abknicken, um die Wurzel nicht auszureissen.
Wichtig: Das Cumarin, welches ja für den unverwechselbaren Duft des Kräutleins verantwortlich ist, entwickelt sein Aroma erst, wenn die Pflanze leicht zu trocknen beginnt, man bindet den Waldmeister also zu kleinen Sträußen zusammen und hängt sie an einem luftigen Ort für ein paar Stunden auf, bis sie welk geworden sind. Will man die Zweige für den Winter konservieren, lässt man sie ganz trocken werden und hebt sie lichtgeschützt und luftdicht verpackt auf, so halten sie bis zu einem Jahr.

Waldmeister

Waldmeistersträußchen hängen zum Trocknen an der Luft

Achtung beim Trocknen: verfärben sich die Zweige schwarz, hat das Cumarin zu gären begonnen und das Kraut darf nicht mehr verwendet werden (giftig). Am besten im Freien an einem trockenen, sonnigen Tag aufhängen!
Verwendet wird der Waldmeister unter Anderem für die berühmte Maibowle, welche schon den Germanen im 9. Jhd. bekannt war, und man kann leckeren Waldmeistersirup herstellen, der sich lange hält und zur Aromatisierung für viele Süßspeisen dient.

Getrockneter Waldmeister ist zudem die beste Waffe gegen Kleidermotten! Einfach ein paar Zweige in den Schrank hängen, oder mit Lavendel und Salbei mischen und hübsche selbstgenähte Duftkissen damit befüllen!

Waldmeistersirup
mit Ingwer und Zitronengras

Zutaten, für ca. 700 ml Sirup

etwa 20 Zweiglein frischen Waldmeister
250 g Kristallzucker
500 ml Wasser
1 Stiel Zitronengras
1 Stück Ingwer, etwa 2/2 cm
Saft 1/2 Orange, etwa 70 ml

Zubereitung (20 Minuten ohne Stehzeiten)

Den Waldmeister zu 3 kleinen Büscheln zusammenbinden, an einem luftigen Ort aufhängen und am besten über Nacht antrocknen lassen. Erst in diesem Stadium entfaltet er sein typisches Aroma.

Zucker und Wasser in einem Topf verrühren.  Zitronengrasstiele mit einem Fleischhammer etwas quetschen, Ingwer schälen und  in 4 Stücke teilen, die halbe Orange auspressen und alles in das Zuckerwasser geben. Aufkochen und etwa 5 Minuten  auf kleiner Hitze köcheln lassen.

Die angetrockneten Waldmeistersträußchen mit den Köpfen nach unten in die Flüssigkeit hängen, dazu am besten einen Kochlöffel über den Topf legen und den Bindfaden der Büschel daran befestigen. Die Stiele enthalten Bitterstoffe und sollten nicht mit eintauchen!

https://www.kochenundkueche.com/news/waldmeister

Die Waldmeisterbündel hängen zum Durchziehen im Sirup

Den Sirup mit den Zweigen nun einige Stunden ziehen lassen, je nach gewünschter Intensität etwa drei bis sechs Stunden, eventuell dazwischen kosten.
Den Waldmeister vor dem Entfernen gut ausdrücken und den Sirup durch ein feines Sieb oder Durchseihtuch gießen.
Nochmal kurz aufkochen und heiß in sterile Flaschen füllen. Der Sirup hält sich kühl und dunkel gelagert etwa 6 Monate.

Waldmeister

Waldmeistersirup schmeckt herrlich als Aperitif mit Sekt aufgegossen, gibt der weißen Mischung eine besondere Note, und eignet sich zum aromatisieren von Dessertcremes, Eis, Obstsalat oder Kuchenteig.

Für das nun folgende erfrischende Waldmeister-Sorbet ist es Voraussetzung, dass Du bereits einen Waldmeistersirup hergestellt hast, den benötigen wir hier nämlich! Das Sorbet funktioniert als Grundrezept aber natürlich auch mit Lavendelsirup, Rosensirup oder Erdbeersirup, die findest Du alle auf meinem Blog! Nein, ich füge keine Links ein, so kannst Du ein bißchen in meinen Rezepten herumsuchen!

Waldmeister-Sorbet mit Champagner
und zarten Keksen

Zutaten für ca. 500 ml Sorbet

200 ml Waldmeistersirup
Saft von ½ Limette + Schalenabrieb
250 ml Weißwein
1 – 2 EL Agavendicksaft (je nach erwünschter Süße)
1 Eiweiß
1 EL Staubzucker

Zubereitung (45 Minuten inkl. Gefrieren in der Eismaschine)

Waldmeistersirup, Limettensaft und Abrieb der Schale, Agavendicksaft  sowie Weißwein mischen, in den Behälter einer Eismaschine füllen und unter Rühren gefrieren lassen.
Nach etwa einer halben Stunde ist das Sorbet cremig und milchig weiß.
Nun das Eiweiß mit dem Staubzucker zu steifem Schnee schlagen und löffelweise zur Masse in die Eismaschine füllen.
Noch 5 Minuten weiterrühren lassen, bis das Eiweiß gut untergezogen ist, dann in eine sterilisierte Gefrierdose geben und tiefkühlen.
Nach 3 Stunden ist das Sorbet fest und servierfertig.
Zum Anrichten je eine Kugel Sorbet in eine Sektschale legen, mit Champagner aufgießen und nach Wunsch mit Waldmeisterblüten (oder anderen essbaren Blüten) dekorieren.
Das Sorbet sollte innerhalb von 3 Tagen verwendet  werden.
Alternativ die Zubereitung ohne Eismaschine:
Die Flüssigkeit  in eine flache Auflaufform füllen. Die Form in den Gefrierschrank stellen, nach ca. einer Stunde – die Masse sollte gut angefroren, aber noch nicht ganz fest sein – alles in ein hohes Mixgefäß füllen und mit dem Pürierstab zerkleinern.
Wieder in die Auflaufform geben und erneut gefrieren. Dieser Vorgang sollte 3 Mal im Abstand von je einer Stunde wiederholt werden, nur so wird das Sorbet  schön fein und zart schmelzend, ansonsten bilden sich große Eisklumpen, die sehr unangenehm im Mund sind.
Zuletzt den Eischnee unterziehen und erneut für einige Stunden gefrieren. (ev. auch hier nochmal durchrühren).

Waldmeister

Zarte Vanille – Zungen

Zutaten für ca. 12 Stück
30 g zimmerwarme Butter
45 g Staubzucker
10 g echter Vanillezucker
ein Eiweiß
35 g glattes Mehl

Zubereitung (20  Min. ohne Kühlzeit)
Butter und Zucker cremig rühren.
Eiweiß leicht verschlagen und mit dem Mehl zur Buttermischung geben, vermixen.
Masse in einen Spritzbeutel füllen und ca. 6 cm lange, 2 cm breite Streifen auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen, je 4 cm Abstand lassen!
30 Minuten in den Kühlschrank stellen, Backofen vorheizen auf 180 ° C.
Zungen etwa 6 – 7 Minuten backen, sie rinnen stark auseinander und werden flach.  Die Ränder sollen nur zart gebräunt sein!
Am Blech abkühlen lassen und zum Sorbet servieren.

Waldmeister

Auch die berühmte Maibowle kannst Du mit dem Sirup ganz einfach herstellen: mische einen Liter guten Weisswein mit 200 ml Waldmeistersirup, gib einige Naturzitronenscheiben hinzu und – auch sehr lecker – einige reife Erdbeeren, und lasse alles im Kühlschrank gut durchziehen. Du kannst natürlich auch noch zusätzlich einige Zweige angetrockneten Waldmeister ins Gefäß hängen!
Gieße mit Sekt auf, garniere mit ein paar frischen Waldmeisterzweigen und serviere es Deinen staunenden Gästen. Zum Wohl!

 

 

 

 

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Und wieder ist Bärlauchzeit! Mein „KOCHEN UND KÜCHE“ Beitrag im März

Der Frühling ist da! Zumindest laut Kalender … zu einer Zeit wo ich sonst schon den Auwald stürme und hinter den ersten Bärlauchblättchen und Brennnesseln herjage, muss ich nun morgens am Auto eiskratzen, und die Schneeglöckchen aus dem Schnee ausbuddeln.

Dabei habe ich mir vor zwei Wochen wieder ein neues Wildkräuterbuch zugelegt (das fünfte), und schon voller Feuereifer den Jagdplan 2018 ausgearbeitet. Soll bedeuten, ich habe mal notiert was ich alles sammeln möchte, wann die beste Zeit dafür ist und was man da alles Neues ausprobieren könnte.
Nun, im Moment bin ich zerknirscht zu Süßkartoffeln und Tiefkühlgemüse zurückgekehrt (ich liebe Süßkartoffeln, aber hallo, jetzt ist doch schon Bärlauchzeit!).

Zum Glück habe ich für die Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE schon im letzten Frühjahr Bärlauchrezepte kreiert und fotografiert, und die bekommst Du jetzt auch hier am Blog. Außerdem zeige ich Dir, wie Du Bärlauch haltbar machen kannst, und was man alles verwenden kann.

Bärlauch, dazwischen Brennnesseln und Giersch! Wird alles geerntet!

Los gehts mit ein bißchen Geschichte:

Die Bärlauchpflanze hat ihren Ursprung in Europa und ist heute bis weit nach Nordasien anzutreffen.
Eine Legende erklärt den Ursprung der Bezeichnung „Bärlauch“: Das Kraut wächst zur selben Zeit aus der Erde, zu welcher früher die Bären ihren Winterschlaf beendeten und die Höhlen verließen. Voller Gier haben sich die Tiere auf diese erste frische Nahrung gestürzt, um wieder zu Kräften zu kommen.
Bereits zur Zeit der  Kelten und Germanen war die reinigende Kraft des Bärlauchs bekannt. Bären galten bei diesen frühen Völkern als Urwesen  mit Urgewalt, man verehrte sie und glaubte, dass man sich durch den Verzehr der gleichen Nahrung (Bärlauch) die Stärke des Tieres aneignen könnte.
Im späteren Mittelalter verlor der Bärlauch sowohl als Heilkraut als auch als Küchenkraut etwas  an Bedeutung. Diese Entwicklung ging sehr stark von den damals mächtigen Klöstern und ihren Lehren aus.
Bärlauch galt als Fruchtbarkeitsfördernd und sollte sinnliche Gedanken und Gefühle anregen, (also, meine lieben Kräuterhexen, viel Bärlauch kochen für den Liebsten!), deshalb wurde er aus den Klostergärten und Küchen verbannt. Der Geruch von Bärlauch sowie Knoblauch galten als unrein und wurden oft mit dem Teufel in Zusammenhang gebracht. Eine Bestätigung für die „Böse“ Wirkung fand man in der Tatsache, dass die Milch von Kühen, welche mit Bärlauch gefüttert wurden, nicht zu genießen war – sie schmeckte nach Knoblauch (was eigentlich einleuchtet!).

Bis zu Beginn des 20. Jhd. findet man den Bärlauch eher selten in einem Kräuterbuch. Erst in den letzten Jahrzehnten hat ein regelrechter Kräuterboom den Bärlauch wieder entdeckt und so steht er im Frühling ganz oben am Beliebtheits-Podest der Gourmet-Küche.

Auch die Bärlauchblüte ist essbar und macht sich sehr dekorativ auf Salaten.

Meine liebste Methode, den Bärlauch zu konservieren, ist es, die kleingeschnittenen Blätter in Öl einzulegen. Ich habe vor kurzem das letzte Glas geöffnet, er hat also ein Jahr gehalten, das Aroma war unverändert und er war immer noch schön grün! Ich ziehe diese Methode dem Einfrieren auf jeden Fall vor, ich finde der Bärlauch wird zäh und hart, wenn man ihn tiefkühlt.

Bärlauchblätter in Öl

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE März 2018)

Einmal mit Olivenöl, einmal mit Erdnussöl und frischer Chilischote
Benötigt werden 2 sterile Marmeladegläser oder Rexgläser zu je ca. 250 ml

Zutaten
Ca. 4 Bund Bärlauch, frisch geerntet (ein Bund ist etwa die Menge, die man als Strauß in die Hand pflückt, so wird der Bärlauch auch am Markt oft angeboten.)

Olivenöl, ca. 200 ml
Erdnussöl, ca. 200 ml
frische rote Chilis
Salz

Zubereitung (15 Min. ohne Stehzeit)
Den Bärlauch in etwa 5 mm breite Streifen schneiden, in eine Schüssel geben und mit etwa einem gehäuften TL  Salz vermengen, 30 Min. ziehen lassen.
Den Bärlauch dann auf 2 Marmeladegläser verteilen und nur leicht hineindrücken, nicht anpressen!
Ein Glas mit Olivenöl füllen, in das Andere ein paar Ringe von der Chilischote dazugeben und mit Erdnussöl füllen. Fest verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Ungeöffnet  hält sich der Bärlauch auf diese Weise fast ein Jahr und behält auch seine schöne grüne Farbe sowie  den Geschmack. Geöffnete Gläser sind innerhalb einiger Wochen zu verbrauchen, ev. wieder mit etwas Öl abdecken.
Überall dort, wo frischer gehackter Bärlauch verwendet wird, kann auch der Eingelegte Verwendung finden. (Rührei, Brotteig, Aufstrich, in Suppen und Nudelsaucen etc.)

Bärlauchblätter in Öl

Ein weiterer Favorit in meiner Frühlingsküche sind die eingelegten Knospen der Bärlauchblüten.  Die Ernte der Knospen beginnt meist etwa Anfang April, ( in diesem Jahr wohl später), die Knospen sind am besten, solange sie noch fest und geschlossen sind. Die Knospen solltest Du vorsichtig mit dem Daumennagel abzwicken, um die Pflanze nicht auszureißen. Verarbeite sie am Besten noch am Tag der Ernte! Sie lassen sich in Essig (Kapern) und Öl konservieren.

Eingelegte Bärlauchknospen

Pro Variante benötigt man drei kleine Marmelade-oder Rexgläser zu je 150 ml Fassungsvermögen.

Bärlauchknospen in Essig
150 ml Wasser

100 ml Weißweinessig
1 TL Salz
1 TL Zucker

Alle Zutaten aufkochen,  ca. 180 g Bärlauchknospen auf kleine Gläser verteilen (ca. 3 Stück zu je 150 ml), heiße Essiglösung darüber gießen, sofort verschließen.

Balsamicoknospen:
100 ml Wasser

100 ml Balsamicoessig
1 TL Salz
1 TL Oregano
ca. 50 ml Olivenöl

Alle Zutaten aufkochen,  Knospen auf 3 kleine Gläser  verteilen, mit der heißen Lösung übergießen. Oberfläche mit etwas  Olivenöl abschließen.

Bärlauchknospen in Olivenöl
Ca. 180 g Knospen mit  1 TL Salz bestreuen, gut mischen und eine Stunde stehen lassen. Knospen nun auf 3 Gläschen verteilen und mit gutem Olivenöl  (nicht erhitzt) übergießen, fest verschließen. Die Gläser am besten umgedreht im Kühlschrank lagern.

Alle 3 Varianten vor dem Verzehr ca. 3 Wochen ziehen lassen, die Haltbarkeit der nicht geöffneten Gläser beträgt ca. 6 Monate.

Die Knospen kannst Du über Salate streuen oder als Snack zum Aperitif reichen, sie passen wie Kapern gut in Fleischsaucen und sind sehr lecker und dekorativ auf Kartoffelpüree!

eingelegte Bärlauchknospen

Eingelegte Samenkugeln

Nach der Blüte bilden sich die Samenkugeln auf den Blütenzweigen aus, auch diese grünen Kugeln kannst Du auf dieselbe Art einlegen. Sie schmecken ebenso sehr lecker nach Knoblauch und geben Salaten einen knackigen Biss. Du kannst sie beim Einlegen mit rosa Pfefferbeeren mischen, so erhältst Du etwas ganz Besonderes!  

Bärlauch-Samenkugeln, gemischt mit rosa Pfefferbeeren

Es folgt nun mein absolutes Lieblingsrezept vom Vorjahr, wenn Du Fladenbrot magst, wirst Du dieses lieben! Es ist sooooo gut und überlebt frisch gebacken keine halbe Stunde!

Bärlauch – Fladenbrot mit Ziegenkäse

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE März 2018)

Zutaten für 6 Fladenbrote
Ein Bund  Bärlauchblätter

5 EL Olivenöl
Prise Salz
450 g glattes Mehl
50 g Hartweizengrieß
1 TL Salz
250  ml Wasser
10 g frische Hefe
2 EL Zitronensaft

Fülle:
Ein Bund  Bärlauchblätter, in feine Streifen gehackt

200 g Ziegen-Schnittkäse, gerieben

Zubereitung (45 Minuten ohne Gehzeiten)
Bärlauch in feine Streifen schneiden, mit dem Öl und dem Salz mischen und etwa 15 Minuten stehen lassen.
Mehl, Hartweizengrieß und Salz mischen, die Hefe  in 50 ml von dem Wasser auflösen und mit dem restlichen Wasser sowie Zitronensaft zum Mehl geben. Alles kurz vermengen, Öl-Bärlauch-Gemisch hinzufügen  und 10 Minuten mit den Händen oder der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig kneten, bei Bedarf ev. noch etwas Flüssigkeit zugeben.
Den Teig zu einer Kugel formen, in eine Schüssel legen, die Oberfläche einölen  und etwa 2 Stunden zugedeckt gehen lassen.
Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
Nach dem Aufgehen den Teig nochmal kurz durchkneten und in 6 Teile teilen.
Für die Fülle den geriebenen Käse mit dem gehackten Bärlauch mischen.
Jedes Teigstück auf bemehlter Arbeitsfläche zu einem Rechteck von ca. 10/30 cm ausrollen, die Hälfte mit der Bärlauch-Käsemischung bestreuen und die  2. Hälfte darüber klappen. Nochmal vorsichtig ausrollen, um die Fülle mit den Teighälften zu verbinden, und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen (Pro Blech haben drei  Fladenbrote Platz).
Wenn alle Fladenbrote fertig  sind, erneut eine Stunde gehen lassen.
Backofen auf 210 ° C vorheizen.
Die Fladenbrote mit etwas Wasser besprenkeln, in den Ofen schieben und etwa 10 bis 12 Minuten backen. Lauwarm servieren.

Tipp: Wenn Du statt Ziegenkäse einen Käseersatz verwendest, sind die Fladenbrote vegan. Der Käse kann ebenso durch geriebenen Räuchertofu ersetzt werden.

Als Abschluss dieses Bärlauch – Marathons backe ich noch Bärlauch-Haferflocken-Muffins, die kannst Du auch mal zum Frühstück machen, als gesunden Start in den Tag.

Bärlauch-Haferflocken-Muffins

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE März 2018)

Zutaten, für 12 Muffins
120 g feine Haferflocken

180 ml Buttermilch
80 g weiche Butter
1 großes Ei
1 TL Rohrzucker
1 TL Salz
120 g glattes Mehl
1 ½ TL Backpulver
1 TL Natron
100 g Schafkäse, gerieben
3 EL in Öl eingelegten Bärlauch (siehe Rezept)

Zubereitung (20 Minuten ohne Backzeit)
Backofen vorheizen auf 180 ° C Heißluft, ein Muffinblech einfetten oder mit Papierformen auslegen.
Haferflocken in eine Schüssel geben, mit der Buttermilch mischen und 10 Minuten quellen lassen.
Verquirltes Ei, Butter, Zucker und Salz in die Haferflockenmasse einrühren, am besten mit den Knethaken eines Handmixers.
Mehl, Natron und Backpulver vermengen und über die Haferflockenmasse sieben.
Bärlauch und Käse zugeben und alles auf niedriger Stufe verrühren, nur so lange bis alles gleichmäßig  vermischt ist.
Den Teig mithilfe eines kleinen Schöpfers oder Eisportionierers auf die Muffinformen verteilen, immer nur zu 2/3 voll machen.
Bei 180 ° C ca. 20 – 22 Minuten backen.

Tipp: Für eine sehr leckere Variante kannst Du 100 g kleingeschnittenen Räucherlachs zum Teig geben.

 

Jetzt können wir nur hoffen, dass sich der Winter doch noch verzieht, ich habe schon beim Schreiben wieder Hunger bekommen auf den Bärlauch, und ich hoffe, Du probierst eines meiner Rezepte aus!

Weitere Info über den Bärlauch findest Du in meinem Artikel in der Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE, unter diesem Link: Bärlauch allgemein

 

 

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Sauerkraut, Weisskraut, Blaukraut … es lebe der Krautkopf! Teil 2

Auch wenn mir sehr wohl bewußt ist, dass ich mit jedem Naked Cake mehr Begeisterung auslösen würde … ich bleibe vorerst noch beim Krautkopf! Kraut ist vielleicht  nicht so „hip“ wie Cake Pops oder Pulled Pork ( naja ausser der Coleslaw = Krautsalat dazu, der ist schon hip), trotzdem möchte ich Dir im zweiten Teil meines Kraut-Lobgesanges zeigen, dass sich damit echt coole Gerichte zaubern lassen.
So wie z.B. meine Blaukraut-Apfel-Cremesuppe mit ihrer absolut sensationellen Farbe, oder meine Weisskraut-Ananas-Rohkost mit pochiertem Lachs.

Kraut 2

 

Bevor ich mit den Rezepten starte, möchte ich Dir hier nochmal etwas über den gesundheitlichen Wert dieses Gemüses erzählen:


Kraut, besonders Weißkraut, ist  seit der Antike auch als Heilmittel bekannt. Seine Spezialität ist der Magen-Darm-Trakt, es wirkt Wunder bei Darmträgheit und Verstopfung und wird auch bei Gewächsen im Darmbereich empfohlen.
Es ist reich an Senföl, das den typischen Kohlgeschmack verursacht, den Vitaminen A, B, und C und enthält viele Mineralstoffe. Kraut senkt zudem den Cholesterinspiegel, wirkt entzündungshemmend und ist reich an Antioxidantien. Auch bei der Bekämpfung von Krebs kann rohes Kraut sehr hilfreich sein (Inhaltsstoffe Senfölglykoside).
In den Wintermonaten sollte man mehrmals wöchentlich Krautsaft oder Sauerkrautsaft (Reformhaus) trinken, um den Stoffwechsel anzukurbeln.
Sauerkraut ist vor allem auch für vegan lebende Menschen wichtig, weil das sonst nur in tierischen Produkten vorkommende Vitamin B 12 sich während der Lagerung durch die Gärungsfermentation entwickelt.
Schlecht heilende Wunden wurden bereits im Mittelalter mit Krautblättern behandelt: dazu 2-3 große Blätter von der dicken Mittelrippe befreien, mit einem Nudelholz weich walken, auf die Wunde  legen und mit Mull verbinden.

So, nun aber losgekocht, erst mal Suppe:

Blaukraut-Apfel-Cremesuppe

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Jänner/Februar 2018)

Zutaten für 4 Portionen
Ein halber Kopf Blaukraut (ca. 500 g)

ein großer Apfel (ca. 220 g)
eine große rote Zwiebel, gehackt (ca. 150 g)
2 EL Olivenöl
20 g Butter
1 EL Rohrzucker
1/8 l Rotwein
¾  l Gemüsebrühe
Salz
150 ml Sahne
8 Scheiben  Schinkenspeck

Zubereitung  (20 Minuten ohne Kochzeit)
Die äußeren Blätter vom Kraut entfernen, den Strunk herausschneiden und den halben Kopf nochmal halbieren, in feine Streifen schneiden (man hat nun eine Masse von etwa 400 g).

Kraut 2
Den Apfel waschen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in Würfel schneiden.
Öl und Butter in einem großen Topf erhitzen, die Zwiebel und den Zucker hinzufügen und rösten, bis alles karamellisiert.
Das Kraut und den Apfel zugeben, kurz mitrösten, mit Rotwein ablöschen und mit der Brühe aufgießen. Etwas salzen und zugedeckt ca. 30 Minuten sanft dünsten lassen.
Die Suppe abkühlen lassen und mit 150 ml Sahne im Blender pürieren.
Den Schinkenspeck unter der Grillschlange oder in einer heißen Grillpfanne knusprig braten, auf Küchenrolle kurz abtropfen lassen, in Streifen schneiden.
Die Suppe in Schalen anrichten, einen kleinen Klecks Sauerrahm darauf geben und den gebratenen Speck darüber verteilen.

Kraut 2 Kraut 2

Am liebsten mag ich Weisskraut als Rohkostsalat, und die folgende Kombination ist besonders lecker!

Weißkraut-Ananas-Sellerie-Rohkost
mit pochiertem Lachs

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Jänner/Februar 2018)

Zutaten, für 4 Portionen
500 g Weißkraut, bevorzugt von der oberen Kopfhälfte

150 g Sellerieknolle, geschält
Saft ½ Zitrone
1 TL Salz
eine halbe frische Ananas
4 Lachsfilets zu je 120 g, enthäutet (z.B. von IKEA FOOD)

Dressing
80 ml Buttermilch

40 ml kalt gepresstes Rapsöl
2 EL Apfelessig
1 gehäufter TL Curry-Gewürzmischung
1 EL Schnittlauch, gehackt
½ TL  Salz
eine gehackte rote Chilischote zum Garnieren (optional)

Fond zum Pochieren
200 ml Wasser

200 ml Fischfond (Interspar)
200 ml Weißwein
Saft ½ Zitrone
eine kleine Zwiebel, geschält und geviertelt
1 TL Salz

Zubereitung (40 Minuten ohne Stehzeit)
Das Kraut fein hobeln und in eine große Schüssel geben. Den Sellerie fein reiben, sofort mit dem Saft der Zitrone benetzen und mit dem Kraut mischen. Beides mit dem Salz bestreuen, kurz vermengen und etwa eine Stunde durchziehen lassen.
Alle Zutaten für das Dressing in ein Schraubglas füllen, Glas verschließen und gut durchschütteln.
Die Ananashälfte vierteln, den Mittelstrunk entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden.
Die Ananas zum Kraut geben, das Dressing darüber gießen und gut unterheben.
Alle Zutaten für den Fond in eine Kasserolle geben, aufkochen und 5 Minuten köcheln lassen. Hitze reduzieren, die Lachsfilets einlegen und zugedeckt ca. 6 Minuten ziehen lassen.
Die Rohkost in Schalen anrichten, je ein Lachsfilet darauflegen, mit 2 EL von dem  Pochiersud begießen  und  mit Chili und Schnittlauch garnieren. Sofort servieren.
KARINS EXTRA-TIPP
Die Kombination Kraut und Lachs klingt vielleicht ungewohnt, passt aber hervorragend zusammen.

Kraut 2 Kraut 2
Für Vegetarier: die Rohkost schmeckt auch sehr gut mit gebratenem Räuchertofu!

Ich kaufe Lachsfilet gerne bei IKEA, nicht nur weil ich dort arbeite, sondern weil es wirklich sehr gut ist und weil IKEA die nachhaltige Fischerei unterstützt.

So , das wars auch schon mit dem Kraut, vielleicht kochst Du ja eines meiner Rezepte nach und verstehst dann auch meine Begeisterung! Aber keine Sorge, es gibt keinen Teil 3, meine Vorhänge riechen auch schon nach Kraut, ich glaub ich bekomme als Nächstes einen Schokoladeanfall … oder so …

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Sauerkraut, Weisskraut, Blaukraut … es lebe der Krautkopf! Teil 1

Wie jedes Jahr um diese Zeit fängt der Mangel an frischem Gemüse an, mir auf das Gemüt zu drücken, und ich sehne mich wieder nach meinem Gemüsegarten (wie kann man sich nur nach so viel Arbeit sehnen?).

Aber zum Glück gibt es ja einige wenige Sorten, die man den ganzen Winter über am Bauernmarkt in toller Qualität bekommt, frisch aus dem Keller und immer noch voller wertvoller Inhaltstoffe, und dazu gehört das Kraut.

Kraut

Kraut in meinem Garten

Mein Beitrag für KOCHEN UND KÜCHE für die zusammengelegte Ausgabe im Jänner / Februar beschäftigt sich also mit Kraut. Weisskraut, Blaukraut und selbstgemachtes Sauerkraut, für all das gibt es Tipps und Rezepte.

Ich habe im letzten Herbst zum ersten Mal selber Sauerkraut vergoren, natürlich mit Krautköpfen aus dem eigenen Garten, die waren letztes Jahr so groß wie Halloweenkürbisse und wir hätten diese Menge niemals frisch aufessen können. Dann habe ich einen Tipp bekommen, wie man Sauerkraut in großen Gläsern ganz leicht in Haushaltsmengen selber machen kann, und das hat so toll funktioniert, ich muss diese Erfahrung einfach weitergeben.
Natürlich habe ich mein Sauerkraut auch gleich zu einem leckeren, deftigen Wintergericht verarbeitet, einem mit Kartoffelpüree überbackenen Sauerkrautauflauf, dieses Rezept zeige ich Dir auch in diesem Beitrag. Dieses Gericht wurde übrigens von meiner Schwiegermama bereits nachgekocht und es hat meinen Schwiegereltern sehr gut geschmeckt … und mein Schwiegerpapa ist wirklich recht heiklich beim Essen!

Nach der Tomate sind die verschiedenen Sorten von Kohlgemüse die am meisten kultivierten Gemüse rund um den Erdball. Jahrhunderte lang hatten  Kraut & Co als „Arme Leute Essen“ die wichtige Aufgabe, die ärmsten Bevölkerungsschichten in Notzeiten wie strengen Wintern oder Kriegen mit Nahrung und Vitaminen zu versorgen. Aufgrund der Tatsache, dass Kraut bis weit in den Winter im Garten belassen werden kann, und dank  seiner guten Lagerfähigkeit (besonders auch als Sauerkraut), war es seit dem Mittelalter wichtiger Bestandteil jedes Gemüsegartens.
Unser heutiges Kraut stammt vom Wildkohl ab, der heute noch vereinzelt an den Küsten Südenglands, Irlands und besonders in Helgoland zu finden ist, leider vom Aussterben bedroht. Aus diesem Wildkohl entwickelten sich heute bekannte Arten wie eben Weiß-und Blaukraut, Kohlsprossen, Grünkohl, Kopfkohl oder Brokkoli. Bereits in der Antike waren die Wildsorten bekannt und geschätzt wegen ihres gesundheitlichen Wertes. Im Mittelalter wurden erstmals Krautköpfe gezüchtet, und sie erlangten schnell  europaweite Beliebtheit.
Ich erinnere mich noch , dass ich als Kind Kraut nicht besonders mochte. Meist wurde das eigentlich knackige Gemüse  von unseren Großmüttern zu Tode gekocht , bis es matschig und farblos als recht unattraktives Gericht am Teller landete, und es dauerte es eine Weile, bis das vielseitige Kraut  wiederentdeckt und auf moderne Weise schonend zubereitet in unseren Küchen wieder willkommen war. Auch ich habe mein Kindheitstrauma überwunden und esse heute gerne Kraut, ganz besonders wenn es frisch geerntet als Rohkost auf den Teller kommt…aber das dauert noch etwas!

Kraut

reiche Ernte

Also beschäftigen wir uns mit der Vorratshaltung. Natürlich kannst Du auch jetzt noch, wenn Du am Markt einen großen schönen Krautkopf entdeckst, Sauerkraut machen, es ist nicht kompliziert und in zwei Wochen essfertig.

Sauerkraut
durch Milchsäuregärung im Glas

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE JÄNNER/FEBRUAR)

Zutaten, für ein  1,5 l  – 1,8 l Glas
Ein großer Kopf Weißkraut (ca. 1,5 kg)

3 EL Salz
Gewürze nach Geschmack:
traditionell: Kümmel, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Pfefferkörner
oder kreativ:  gehackte Chilischoten, geschabten Ingwer, Limettenschale
zudem wird benötigt: ein  1,5 bis 1,8 Liter Schraubglas, sterilisiert (oder 2 kleine Gläser, Honiggläser oder Essiggurkengläser eignen sich auch gut),  Frischhaltefolie

Zubereitung (ca. 30-40 Min. ohne Stehzeiten)
Das Kraut von den äußeren Blättern und vom Strunk befreien und in feine Streifen hobeln (Krauthobel oder Küchenmaschine).
Das gehobelte Kraut in eine große Schüssel schichten, immer wieder Salz dazwischen streuen. Die Schüssel etwa 2 Stunden stehen lassen, sodass das Salz einziehen und das Kraut erweichen kann.
Nun das Kraut mit den Händen fest durchkneten, bis der Krautsaft austritt, das dauert etwa 10 Minuten.
Nochmal eine Stunde stehen lassen, die gewünschten Gewürze zufügen (ausgenommen  Lorbeerblatt, das kommt erst ins Glas!), wieder kurz kneten, jetzt ist das Kraut fertig zum Abfüllen.
Das Kraut dicht in das Glas schichten und immer etwas andrücken, allerdings nicht zu fest, sonst dauert die Gärung länger. Das Glas sollte oben etwa 1 cm Luft haben, die Oberfläche des Krautes noch mit einem zusätzlichen TL Salz bestreuen, mit einem Stück Frischhaltefolie abdecken (diese kann ruhig über den Glasrand überstehen), und mit dem Schraubdeckel verschließen.
Das Glas nun für 7 Tage in einen kühlen Raum auf ein Geschirrtuch stellen, denn in der ersten Zeit könnte durch die Gärung etwas Flüssigkeit austreten.
Den Deckel alle 3 Tage öffnen, Flüssigkeit wegwischen, ev. die Folie erneuern und wieder verschließen. Nach 7 Tagen sollte sich bereits der Sauerkrautgeruch einstellen, das Kraut nun am besten im Keller verschlossen noch 2 bis 3 Wochen ziehen lassen, je länger es zieht, desto saurer und weicher wird es (dazwischen ab und zu  kontrollieren).
Ist der gewünschte Geschmack erreicht, das Glas im Kühlschrank lagern, das Kraut innerhalb von 2 Monaten verzehren.

Anmerkung: Schraubgläser eignen sich am besten, da sie nicht ganz dicht abschließen. Dicht schließende Patentgläser oder Rexgläser mit Gummi würden eventuell die Gärung verhindern! Die Frischhaltefolie verhindert das  Braun werden des Krautes an der Oberfläche.
Als Variante kannst Du einmal ¼ des geriebenen Krautes durch geriebene Karotten ersetzen, ergibt leckeres Karotten-Sauerkraut, das besonders als Rohkost toll schmeckt!

Kraut

Erstes selbstgemachtes Sauerkraut

Und nun werden wir gleich mal aus unserem Sauerkraut eine Mahlzeit zaubern!

Sauerkraut-Auflauf mit Faschiertem und Kartoffelpüree-Haube

Kraut

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE JÄNNER/FEBRUAR)

Zutaten für eine große oder 4 kleine Auflaufformen (4 Portionen)
500 g Sauerkraut

4 EL Pflanzenöl (Rapsöl, Olivenöl)
1 kleine Zwiebel, gehackt
2 EL glattes Mehl
150  ml Weißwein
500 g Faschiertes vom Schwein
2 EL Öl
Salz, Pfeffer, Oregano
5 große Erdäpfel (ca. 600 g)
1 TL Salz
60 g Butter
100 ml Sahne
Salz, Muskatnuss
2 EL Parmesan, frisch gerieben

Zubereitung (45 Min. ohne Kochzeiten)
Zwiebel in 4 EL Öl  anschwitzen, mit dem Mehl stauben, durchrösten, das Kraut zugeben und kurz mitrösten. Mit 150 ml Weißwein aufgießen, zudecken und etwa 35  Minuten sanft dünsten lassen, immer wieder umrühren.  Das gar gedünstete Kraut bei Bedarf nachwürzen (ist meist nicht nötig), und am Boden einer befetteten rechteckigen Auflaufform verteilen.
Faschiertes in 2 EL Öl unter Rühren rösten, bis es knusprig ist (dauert etwa 15 Minuten), mit Salz, Pfeffer und Oregano abschmecken und auf dem Sauerkraut verteilen.
Erdäpfel schälen, in Würfel schneiden, in einem Topf mit Wasser bedecken, salzen und zugedeckt weich kochen.
Das Wasser abgießen, die Erdäpfel kurz ausdampfen lassen und noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Die Butter hinzufügen und flüssig werden lassen. Die Sahne erhitzen und auch zu den Erdäpfeln geben. Alles gut verrühren, bis eine cremige Masse entstanden ist, mit Salz und Muskatnuss abschmecken.
Den Backofen vorheizen auf 200 ° C, wenn vorhanden Grillstufe dazu schalten.
Das Püree in einen Dressiersack füllen und den Inhalt der  Auflaufform mit dressiertem Püree bedecken. Mit geriebenem Parmesan bestreuen und im Ofen etwa 20 Minuten überbacken.

Besonders hübsch sieht es aus, wenn Du den Auflauf in vier kleine Portions-Auflaufformen schichtetst und in der Form anrichtest!

Kraut

Überbackener Sauerkrautauflauf in kleinen Portionsförmchen

Kraut

Leider  gibt es diesmal keine Links zur Zeitschrift, die Webseite wurde neu gestaltet und die neuen Beiträge sind noch nicht hochgeladen. Deshalb bekommst Du diesmal auch die restlichen zwei Rezepte von mir am Blog, in ein paar Tagen. Freue Dich auf eine Blaukraut-Apfelcremesuppe sowie eine Rohkost aus Weisskraut, Ananas und Sellerie mit pochiertem Lachs. Also, wir sehen uns demnächst beim Kraut kochen!

 

 

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