Kategorie: KOCHEN UND KÜCHE Beiträge

Muskatkürbis und Butternusskürbis, Tips und Rezepte für KOCHEN UND KÜCHE Oktober

Muskatkürbis und Butternusskürbis,

Der Herbst ist da, die Blätter fallen, der Gemüsegarten lichtet sich, am Morgen ist es kalt und neblig, und die Tage werden kürzer. Obwohl ich – vom Klima her – ein Sommermensch bin, gibt es sooo viel, was ich an dieser Jahreszeit liebe: Sturm und Kastanien, reife Äpfel vom Baum, Nüsse klauben (heuer nicht, die mussten ja alle erfrieren!), die schönen Farben der Natur, das erste Feuer im Kamin, und natürlich KÜRBISSE!!

Kürbisse sind einfach ein Gesamtkunstwerk der Schöpfung, die tollen Formen und Schattierungen, der Geschmack und die unglaubliche Vielseitigkeit in der Küche, ach, ich liebe sie einfach.
Mein Beitrag für die Oktober-Ausgabe von KOCHEN UND KÜCHE beschäftigt sich mit dem Muskat – und dem Butternusskürbis. Im allgemeinen Teil findest Du geschichtiliche, botanische und gesundheitliche Infos zum Kürbis sowie Tips zur Verwendung in der Küche, der Link dazu:

Die Familie der Moschata-Kürbisse

Und es gibt wieder drei Rezepte, zwei davon poste ich hier auf meinem Blog für Dich, und zwar eine Kürbis-Apfel-Marmelade mit Kardamom und eine Kürbisfocaccia mit Rosinen und Fenchel.
Diese Marmelade war auch für mich eine Premiere, aber die ist sowas von lecker geworden, dass ich sie nun bestimmt jedes Jahr zubereiten werde. Und sie schmeckt himmlisch auf der Kürbis-Focaccia!

Also, lass uns mit der Marmelade beginnen, damit wir dann etwas auf das Brot streichen können!

Muskatkürbis und Butternusskürbis

Kürbis-Apfel-Marmelade mit Kardamom (Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Oktober 2017)

Zutaten, für etwa 6 Gläser zu je 200 ml

600 g Muskatkürbis, geschält, entkernt, gewürfelt
400 g Äpfel, geschält, entkernt, gewürfelt (säuerlich-würzige Sorten wie Rubinette, Boskop oder Cox Orange)
Saft einer Zitrone
50 ml Weißwein
400 g 2:1 Gelierzucker
1 EL Vanillezucker
1 TL Kardamomsamen (Gewürzfachhandel)

Zubereitung (30 Min. mit Kochzeiten)

Das Fruchtfleisch von Äpfeln und Kürbis mit dem Zitronensaft und dem Wein in einen Topf geben und bei sehr sanfter Hitze langsam weich köcheln, öfter umrühren.
Die Masse in einer Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab zu feinem Mus pürieren.
Zurück in den Topf füllen, dabei nochmal wiegen, es sollte ein Kilo Püree sein!
Den Gelierzucker gut mit der Creme verrühren.
Die Kardamomsamen im Mörser zerstoßen und ebenso in die Kürbismasse mischen.
Auf kleiner Flamme unter Rühren aufkochen, 4 Minuten unter Rühren köcheln lassen und noch heiß in sterile Gläschen füllen.

Eine weitere leckere Kombination sind 500 g Kürbispüree, 500 ml Orangensaft und etwas Zimt, hier 500 g Gelierzucker verwenden, da die Masse flüssiger ist.

Muskatkürbis und Butternusskürbis

Kürbis-Apfel-Marmelade mit Kardamom

Anmerkung: kaufe Kardamomsamen nie gemahlen, denn dann hat dieses traumhafte Gewürz schon viel Aroma verloren. Du kannst die Samen in eine Gewürzmühle füllen und hast so immer frisch gemahlenen Kardamom. Ich kaufe am liebsten die Samen noch in ihren Kapseln, öffne diese dann und löse die Samen heraus (jeder Inder hätte eine Freude mit mir!).

Und nun brauchen wir natürlich für diese besondere Marmelade auch ein besonderes Brot. Meine Kürbisfocaccia schmeckt zu herzhaften Gerichten  oder einer Käseplatte ebenso gut wie zum Nachmittagskaffee, mit Butter und Marmelade. Wenn Du zu Ostern das Osterbrot mit den Rosinen, mit dem Schinken belegt, magst, dann wirst Du auch dieses Brot lieben.

Kürbisfocaccia mit Rosinen und Fenchel (Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Oktober 2017)

Zutaten für eine Focaccia mit 1 Kilogramm

500 g Muskatkürbisfleisch ohne Kerne und Schale
Olivenöl für die Auflaufform
75  ml Wasser
2 EL Olivenöl
2 EL Rohrzucker
80 g Rosinen
50 ml Wasser
2 EL Mehl
10 g frische Hefe
600 g glattes Mehl (Weizen oder Dinkel)
1 TL Salz
2 EL griechisches Naturjoghurt
1 Eiweiß + etwas Wasser zum Bestreichen
2 EL Fenchelsamen

Zubereitung (60 Min. ohne Stehzeit und Backzeit)

Backofen vorheizen auf 180 ° C Umluft. Kürbisfleisch in 2/2 cm große Würfel schneiden, in eine geölte Auflaufform legen und im Ofen etwa 45 Minuten backen, bis das Fleisch weich ist. Etwas abkühlen lassen, dann im Blitzhacker oder Blender mit dem Wasser, Zucker und Öl zu Püree verarbeiten, 400 g davon für den Teig abwiegen.
Die Rosinen in warmem Wasser einweichen.
Für den Vorteig 50 ml Wasser mit den 2 EL Mehl und der frischen Hefe verrühren und stehen lassen bis sich Bläschen zeigen.
Mehl,  Kürbispüree, Salz, Joghurt und Vorteig mit der Küchenmaschine zu einem weichen Teig kneten (sollte noch Flüssigkeit benötigt werden, ev. noch einen EL Joghurt zugeben), zuletzt die Rosinen aus dem Wasser auf ein Küchentuch geben, etwas abtrocknen und unterkneten. Den Teig in eine geölte Schüssel geben, zu einer Kugel formen, mit Frischhaltefolie abdecken und gehen lassen, bis sich die Masse verdoppelt hat. Das dauert je nach Raumtemperatur ca. 2 Stunden.
Eine flache, rechteckige Auflaufform mit etwa 25/35 cm mit Backpapier auslegen. Teig auf der Arbeitsfläche nur mehr kurz zu einem Rechteck zusammenfalten, in die Form legen und sanft auf die Größe der Form zurecht drücken. Mit dem bemehlten Ende eines hölzernen Kochlöffelstieles gitterförmig Löcher in den Teig drücken, nochmal ca. 40 Minuten gehen lassen.
Backofen vorheizen auf 200 ° C, ein flaches Gefäß mit Wasser auf den Ofenboden stellen.
Eiweiß mit ca. 2 EL Wasser verquirlen, nach der Gehzeit die Oberfläche der Focaccia damit bestreichen, mit Fenchelsamen bestreuen und in mittlerer Höhe in den heißen Backofen stellen. Etwa 30 Minuten backen.

Tagliatelle vom Butternusskürbis mit Pesto aus Karottengrün und Estragon

Kürbis Focaccia mit Rosinen und Fenchel

Mein Tip: bereite gleich die doppelte Menge Kürbispüree zu, dann kannst Du die nicht benötigte Hälfte als Vorrat einfrieren! Die Focaccia passt herrlich zu einer herbstlichen Käseplatte mit Weintrauben, schmeckt aber auch toll zum Frühstück mit der Kürbis-Apfelmarmelade (siehe Rezept).

Nun verlinke ich Dir noch das 3. Rezept, und das sind Tagliatelle vom Butternusskürbis mit Pesto aus Karottengrün und Estragon. Nudeln aus Gemüse zu machen ist ja zur Zeit sehr trendig, und das ist ausnahmsweise mal ein Trend, der es Wert ist, mitzumachen. Vom Butternusskürbis lassen sich ganz toll Bandnudeln runterhobeln, und das Gericht schmeckt echt gut und ist mal etwas ganz Anderes aus Kürbis.

Tagliatelle vom Butternusskürbis mit Pesto aus Karottengrün und Estragon

Muskatkürbis und Butternusskürbis

Tagliatelle vom Butternusskürbis mit Pesto aus Karottengrün und Estragon

 

Also schnell ein paar hübsche Kürbisse kaufen, und dann viel Spass in der Küche!

 

 

 

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Chilischoten, mein September-Beitrag für KOCHEN UND KÜCHE

Chilischoten

In der September Ausgabe der Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE dreht sich bei meinem Artikel alles um die Chilischoten, die ich ja so liebe. Und wie versprochen bekommst Du hier am Blog das Rezept für selbstgemachte Tacos mit Chilirohkost und faschiertem Rindfleisch.
Weiters findest Du in der Zeitschrift Rezepte für

Harissa mit frischen Chilischoten

Chili-Ananas-Gelee (ein absoluter Klassiker in meiner Küche, mache ich jedes Jahr)

Chilischoten

Und es gibt wieder viele Infos und Tips:

Allgemeines über die Chilischote

Das Chili-Ananas-Gelee habe ich ja schon einmal vorgestellt, und ein Rezept für Harissa habe ich auch schon einmal gepostet, allerdings mit getrockneten Schoten. Das frische ist zwar nicht so lange haltbar, aber es schmeckt umwerfend!
Naja, ein Jahr ohne Chilirezepte wirds bei mir wohl nicht geben!

Chilischoten

Tacos mit Chilirohkost und faschiertem Rindfleisch (Rezept für KOCHEN UND KÜCHE September)

Es ist sehr spannend, Tacoschalen selbst zu machen, wenn es aber einmal schnell gehen muss, schmeckt das Gericht mit gekauften Fladen auch lecker! Du solltest es aber auf jeden Fall mal versuchen.

Zutaten für die Rohkost
300 g in feine Streifen geschnittenes Kraut

150 g geriebene Karotten
1 TL Salz
150 g frische, gewürfelte Ananas
eine scharfe Chilischote ohne Samen und Stiel
125 ml Creme Fraiche
1 EL Dijonsenf
Saft einer Limette

Zutaten für den Teig, für 10 Tacoschalen
240 g glattes Mehl

95 g feines Maismehl
1 TL Salz
200 ml Wasser
25 ml Olivenöl+ 5 ml für die Pfanne
1 TL Chiliflocken

Zutaten für die Fleischfülle
¾ kg Rind faschiert

3 EL Chili-Erdnussöl (siehe Link: Chili Erdnuss Öl)
Salz, Pfeffer
150 g Gaudakäse gerieben
Ein Gläschen Chili-Ananas-Gelee (siehe Link : Chili Ananas Gelee)
eine mittelscharfe Chilischote, in Ringe geschnitten

Zubereitung (60 Min. ohne Stehzeiten)
Kraut und Karotten in eine Schüssel geben, salzen und etwas zusammenfallen lassen (30 Min.) . Ananas zugeben, Chilischote fein hacken und ebenso untermischen. Creme Fraiche, Dijonsenf und Limettensaft verrühren und die Rohkost damit abmachen. Kühl stellen.
Zutaten für den Tacoteig zu einem geschmeidigen Teig kneten (ähnlich Strudelteig), in Frischhaltefolie 15 Minuten rasten lassen.
Für das Faschierte das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und das Fleisch darin unter Wenden so lange rösten, bis alle Flüssigkeit verdampft ist und es knusprig wird, etwa 15 Minuten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Teig in 10 Teile teilen, zu Kugeln formen, diese nacheinander auf bemehlter Fläche zu 2 mm dicken, 15 cm großen  Kreisen ausrollen. Eine beschichtete Grillpfanne hoch erhitzen, mit Öl bepinseln und den ersten Fladen hineinlegen, auf jeder Seite 1 bis 2 Minuten braten, auf eine Platte legen, mit einem feuchten Geschirrtuch bedecken und im Backofen bei 70 ° C warmhalten. Auf diese Weise nacheinander 10 Tacoschalen ausrollen und backen.
Zum Anrichten das Faschierte nochmal kurz rösten, bis es heiß ist. Die Tacoschalen auf ein Brett legen, einen großen Löffel voll Rohkost in die Mitte geben, eine Portion heißes Faschiertes darauf verteilen, mit 2 EL Gaudakäse bestreuen und mit Chiliringen belegen. Mit etwas Petersilie garnieren und das Chiligelee dazu reichen. Den Taco in der Hand zusammenklappen, einen Klecks Gelee darauf geben und  genießen!

Chilischoten

Dazu gehört natürlich unbedingt Tequila mit Salz und Zitrone, ..oder zumindest ein gut gekühltes Corona!

cover-september

In der aktuellen Ausgabe sind viele leckere Herbstrezepte!

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KOCHEN UND KÜCHE im August: Der Liebstöckel

Liebstöckel

cover_augustMein Beitrag in der August-Ausgabe von KOCHEN UND KÜCHE beschäftigt sich mit Liebstöckel, es gibt wieder viele allgemeine Tips und drei Rezepte, eines davon habe ich für Dich jetzt hier auf meinem Blog:

Hausgemachtes Suppengewürz aus gedörrtem Gemüse und getrocknetem Liebstöckel

In der Zeitschrift findest Du weiters:

Hühnereintopf mit Liebstöckel und Kräuter-Würzöl

Liebstöckel-Gemüsefond mit Liebstöckelschöberl

Allgemeines über den Liebstöckel

Wenn Du einen Gemüsegarten hast, oder vielleicht die Mama oder die Oma, dann kennst Du Liebstöckel bestimmt. Er wächst in großen Büschen, mit üppigen grünen fransigen Blättern, und riecht sehr intensiv wenn man ihn reibt.
Er riecht nach Suppe, sagen viele, naja klar, weil man ihn meist dazu gibt, wenn man einen Fond kocht, und deshalb riecht Liebstöckel wie Suppe … oder Suppe nach Liebstöckel … na egal.

 

Liebstöckel

Das Kraut hat jedenfalls ein unverwechselbares, intensiv würziges, sellerieartiges Aroma und ist ein wichtiger Geschmackgeber für Fonds, Suppen und Eintöpfe. Die jungen Blätter kannst Du zu Salat oder Gemüsegerichten geben, die Samen können Brotteig anreichern oder über Salate und Bratkartoffeln gestreut werden. Auch die jungen, dünnen Stiele kannst Du kleingeschnitten in Schmorgerichten verwenden.
Auch Rührei mit kleingehacktem Liebstöckel ist etwas ganz Besonderes!
Liebstöckelblätter können im Ganzen oder gehackt eingefroren werden, man kann sie zu Liebstöckelbutter verarbeiten und damit fertigen Gerichten noch etwas Raffinesse hinzufügen.
Das Kraut lässt sich hervorragend trocknen, der Geschmack wird dann fast noch intensiver.

Liebstöckel

Liebstöckelblüte

Nun zeige ich Dir, was man alles mit Liebstöckel machen kann!

Selbstgemachtes Suppengewürz aus gedörrtem Gemüse und Liebstöckel (Rezept für KOCHEN UND KÜCHE August)

Viel besser und gesünder als alles was Du kaufen kannst, und wirklich einfach herzustellen.

Zutaten (optional, kann nach Belieben kombiniert werden)
ergibt ca. ein mittelgroßes Marmeladeglas gemahlenes Gewürz

4 große Karotten
4 Petersilienwurzeln
2 mittelgroße, feste Zucchini
eine Sellerieknolle
2 Pastinaken
2 Fenchelknollen
2 Stangen Lauch
ein großer Bund frische Liebstöckelzweige

Zubereitung (30 Minuten, ohne Dörrzeit)

Gemüse nach Bedarf waschen bzw. putzen und quer zur Längsrichtung in etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden, Sellerie zuvor halbieren.
Die Scheiben auf die Gitter eines Dörrgerätes oder auf mit Backpapier belegte Backbleche legen.

Liebstöckel

Die Menge füllt etwa 3 Gitter bzw. 2 Bleche. Die Liebstöckelzweige locker darüber verteilen.
Die Gitter auf dem Dörrapparat anordnen und das Gemüse dörren, bis es wirklich ganz trocken und hart ist. Die Anordnung der Lagen dabei zwei Mal ändern.
Zum Dörren im Backofen vorheizen auf 50 ° C Heißluft, Bleche einschieben, mit einem Kochlöffelstiel die Türe einen Spalt offen halten.
Der Vorgang dauert etwa 6 bis 8 Stunden, je nach Feuchtigkeitsgehalt des Gemüses, am besten immer wieder nachsehen.
Das gedörrte Suppengemüse kann nun in einem luftdichten Vorratsglas aufbewahrt und direkt vor Gebrauch gemahlen werden, oder man gibt es sogleich in einen Blender oder Blitzhacker, zermahlt  es zur gewünschten Feinheit, mischt nach Belieben einen EL Meersalz dazu und bewahrt es Luft – und Lichtgeschützt auf.
Das Suppengewürz kommt bei der Herstellung jeder Art von Fond zum Einsatz, schmeckt aber auch toll in Nudelsaucen, würzt Risotto und Reisgerichte sowie Eintöpfe und gemischtes Gemüse (Ratatouille). Es wird immer mitgekocht, kommt also zu Beginn der Kochzeit in den Topf.

Liebstöckel

Lasse beim Mahlen das Gewürz eher grobkörnig , so bleibt es beim Durchseihen des Fonds im Sieb, und andererseits sieht man bei einem Gericht wie z.B. Risotto die hübschen Gemüsepunkte  noch in der fertigen Speise.

Liebstöckel

Und damit die Lust auf Liebstöckel so richtig groß wird, hier noch die Fotos und nochmal der Link zu den weiteren Rezepten:

Hühnereintopf mit Liebstöckel und Kräuter-Würzöl

Liebstöckel

Liebstöckel-Gemüsefond mit Liebstöckelschöberl

Liebstöckel

Versuche es einfach mal mit Liebstöckel, er macht vieles ein bißchen würziger! (aber nicht in den Schokokuchen tun, das geht nur mit Chili!)

 

 

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Ein Hauch von Lavendel – mein Juli Beitrag für KOCHEN UND KÜCHE

Lavendel

Lavendel

 

vorschau_juliLavendel ist neben der königlichen Rose wohl einer der romantischsten Sommerboten. Die silbrig grünen Stengel wiegen sich elegant bei jedem Lufthauch, und das Flimmern der Mittagshitze bringt die zarten violetten Blütenähren so richtig zum Leuchten. Der Duft ist intensiv und versetzt mich sofort in ein kleines Dorf in der Provence, wo im Juli endlose Lavendelfelder die Landschaft verzaubern.
Und was erwartet Dich nun nach so einer nostalgischen, verträumten Einleitung?
Nun, wie könnte es bei mir wohl anders sein … ich erzähle Dir dass Lavendel nicht nur gut riecht, hübsch aussieht und eine tolle Deko abgiebt, nein, man kann damit auch kochen! Und keine Angst, es schmeckt nicht gleich so, als würdest Du Deine Seife essen!
Ich verwende Lavendelblüten schon viele Jahre in der Küche, und für die Juli-Ausgabe der Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE durfte ich nun einige Rezepte damit entwickeln, und zwei davon zeige ich Dir auf meinem Blog:
Kekse mit Lavendelblüten und einen Lavendelsirup.

Der echte Lavendel ist ein hervorragendes Küchenkraut, das sowohl für Fleischgerichte und Gemüse,  als auch in der süßen Küche verwendet werden kann.
Hauptsächlich kommen die Blüten, frisch oder getrocknet, zum Einsatz, aber auch die Blätter kann man fein hacken und damit z. B. Ziegenkäse einhüllen oder sie zu Kräutermischungen dazugeben. Grundsätzlich solltest Du Lavendel sparsam dosieren, der typische Duft und das Aroma sollen gerade eben schmeckbar sein und eine besondere Note verleihen, dann ist dieses Gewürz einfach umwerfend.
In der Küche wird bevorzugt der echte Lavendel verwendet, da er mit Abstand das feinste Aroma hat!

Blüten ernten und trocknen: meist werden die Stiele zu einem Strauß gebunden, verkehrt aufgehängt und so getrocknet, dann erst werden die Blüten abgerebelt. Ich finde diese Methode aber nicht gut. Erstens werden die Sträuße beim Hängen staubig, und zweitens werden die dünnen Stiele beim Trocknen sehr brüchig und fallen beim Abrebeln mit in die Schüssel.
Es ist wirklich die Mühe wert, die kleinen blauen Blütchen noch frisch vorsichtig von der Dolde zu zupfen, das macht zwar mehr Arbeit, aber das Ergebnis ist wesentlich  hochwertiger. Man hat wirklich reine Blüten, diese werden zum Trocknen ausgebreitet und nach ein paar Tagen in ein luftdichtes, dunkles Glasgefäß geschüttet. Sie müssen völlig trocken sein, sonst können sie schimmeln!

 

Lavendel

Lavendel

Getrocknete Lavendelblüten

So, nun wird aber gekocht, oder besser gesagt erst mal gebacken, mein erstes Rezept:

Gespritzte Lavendelkekse (Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Juli)

Sie sehen soo hübsch aus und zergehen im Mund, so zart ist die Masse. Wenn Du Lavendel nicht magst oder keinen auftreiben kannst, mit der geriebener Zitronenschale alleine sind die Kekse auch sehr lecker (nimm dann aber 2 EL) … aber eben nicht so außergewöhnlich!

Zutaten für ca. 18 Stück

110 g Butter, zimmerwarm
70 g Staubzucker
1 EL Vanillezucker
1 EL Lavendelblüten, getrocknet oder frisch geerntet
1 kleines Ei
1 EL geriebene Zitronenschale
1 TL Sahne
175 g glattes Mehl
½ TL Backpulver
einige Lavendelblüten zum Garnieren

Zubereitung (ca. 25 Minuten ohne Backzeit)

Backofen vorheizen auf 180° C Heißluft, ein Backblech mit Backpapier belegen. Einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle vorbereiten. (Der Teig ist sehr weich und mürbe, ausrollen und ausstechen wäre nicht möglich!)
Butter und Zucker mit dem Mixer sehr flaumig rühren, etwa 5 Minuten. Nun die Blüten, Ei, Zitronenschale und Sahne einrühren, bis die Masse glatt ist.
Mehl und Backpulver mischen und zur Buttermasse geben, vorsichtig mit dem Mixer verrühren, bis alles gut vermischt ist.
Masse in den Spritzsack füllen und Rosetten mit 5 cm Durchmesser auf das Blech dressieren, dabei am besten außen beginnen. Das benötigt  ein wenig Kraft, aber wenn der Teig weicher wäre, würde die Spritzkontur beim Backen zerrinnen!
Auf jedem Keks einige Lavendelblüten verteilen, dann sofort in den Backofen schieben.
Backzeit ca. 14 Minuten, die Kekse sollen am Rand leicht gebräunt sein, ansonsten eher hell bleiben.
Besonders schön und gleichmäßig werden die Lavendel – Spritzkekse, wenn man sie auf den gefetteten Boden der Muffinmulden eines beschichteten Muffinbleches dressiert. Nach dem Backen 5 Minuten abkühlen lassen, dann vorsichtig vom Boden lösen.

Lavendel

Gespritzte Lavendelkekse

Lavendel

Gespritzte Lavendelkekse

Ale zweites Rezept verrate ich, wie ich Lavendelsirup zubereite. Dieses Rezept habe ich zwar auch für die Zeitschrift ausgearbeitet, aber es hatte leider keinen Platz mehr. Du bekommst es ja aber jetzt hier auf meinem Blog!

Lavendelsirup

Zutaten (für ca. 800 ml Sirup)

250 g Kristallzucker
4 EL Lavendelblüten (frisch oder getrocknet)
600 ml Wasser
1 TL Zitronensäure

Zubereitung (15 Min. ohne Stehzeiten)

Ein gut schließendes Marmeladeglas mit einem Fassungsvermögen von ca. 350 bis 400 ml bereitstellen. Eine 1 cm dicke Zuckerschicht in das Glas schütten, darauf einen EL Lavendelblüten verteilen, nun wieder eine Zuckerschicht und erneut Lavendel, bis alles verbraucht ist. Die oberste Lage soll wieder Zucker sein.
Das Glas verschließen und für ein paar Tage durchziehen lassen, am besten an einem warmen, sonnigen Platz.

Lavendel

Lavendel wird mit Zucker angesetzt für Lavendelsirup

Nun die Zuckermischung mit dem Wasser  in einen Topf geben, aufkochen und etwa 5 Minuten köcheln. Vom Herd nehmen und einige Stunden ziehen lassen.  Den Sirup durch ein feines Sieb abgießen, mit der Zitronensäure erneut kurz aufkochen und sofort in sterile Flaschen füllen.
Die Zitronensäure gibt dem blassblauen Sirup eine schöne Färbung und sorgt für längere Haltbarkeit sowie eine erfrischende Geschmacksnote!
Der Sirup schmeckt herrlich mit Sekt aufgegossen, oder mit Weisswein und Mineralwasser als Lavendelspritzer (sehr angesagt zur Zeit, aber was Du im Restaurant bekommst ist alles chemisch!), toll ist er auch zum Süßen von Obstsalat, besonders im Winter zu tropischen Obstsorten. Du kannst ihn auch bei der Zubereitung von Panna Cotta oder Creme Brulee hinzufügen, schmeckt sehr edel.

Lavendel Lavendel

 

Weiters findest Du in der Zeitschrift sowie auf der KOCHEN UND KÜCHE Webseite  noch:

Lavendelgewürzsalz und Lavendelzucker

Lavendel

Lavendelgewürz und Lavendelzucker

Schweinefilet mit Lavendelgewürz in Backpapierhülle

Lavendel

Schweinefilet mit Lavendelgewürz

Also, beim nächsten Lavendelbeet, an dem Du im Park vorübergehst, wirst Du nicht mehr nur an Seife denken, sondern auch ans Essen! Genieße den Duft und … schnell ein paar Blüten abzupfen!

 

 

 

 

 

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KOCHEN UND KÜCHE im Juni – Rhabarber

Rhabarber

Es folgen nun meine letzten Rhabarberrezepte für dieses Jahr, noch ist er wunderschön und ich kann mir gleich für 2018 neue Rezepte überlegen. Ach wenn er doch den ganzen Sommer über Saison hätte – aber dann wäre der Rhabarber vielleicht nicht so besonders, denn man erntet ihn wirklich nur bis Ende Juni.

Wie immer gibt es in der Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE einen allgemeinen Teil über Rhabarber von mir, sowie 5 Rezepte. Drei der Rezepte verlinke ich Dir unten, die kannst Du Dir aus der Onlineausgabe der Zeitschrift holen, zwei Rezepte folgen gleich im Beitrag!

Rhabarbersirup mit Zitronenmelisse

Rhabarber

Rhabarbersirup

Spargel-Rhabarber-Salat mit Rucola und Wachteleiern

Rhabarber

Spargel – Rhabarbersalat mit Wachteleiern und Rucola

Rhabarber Clafoutis

Rhabarber

Rhabarber – Clafoutis

Die Rezepte für Rhabarbercurd und Rhabarber – Minipizzen bekommst Du jetzt hier am Blog.

Rhabarbercurd (Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Juni)

Ich liebe ja Lemon Curd schon sehr heiß, den mache ich auch jedes Jahr wenn es die schönen Naturzitronen aus Italien gibt (April, Mai).

Das englische Wort „Curd“  bedeutet soviel wie „gerinnen lassen“. Lemon Curd ist eine in England verbreitete Aufstrich – Creme aus Zitronensaft, Eiern, Butter und Zucker. Mittlerweile ist diese Art Fruchtaufstrich europaweit beliebt und wird mit diversen Obstsorten hergestellt, dieses Rezept basiert auf  Rhabarberpüree, und ich finde diese Variante besonders lecker.

Du brauchst für etwa 3 Gläschen  zu je 150 ml:

4 Stangen Rhabarber
Saft einer halben Zitrone
80 g Butter
80 g Gelierzucker 2:1
50 g Staubzucker
2 Eier
2 Eidotter

Ich schäle meinen eigenen Rhabarber nicht, da er ja echt Bio ist und sonst die schöne rote Färbung verloren geht!
Die schönen roten Teile der Stangen in 1 cm große Stücke schneiden, 200 g dieser Stücke in einen kleinen Topf geben, mit dem Zitronensaft aufkochen und auf kleiner Flamme zusammenfallen lassen, das dauert etwa 5 Minuten. Das Mus fein pürieren.
Für das Kochen auf dem Wasserbad vorbereiten: eine Kasserolle halb mit Wasser gefüllt, einen darauf passenden Edelstahl – Schneekessel.
Butter, Zuckersorten und Rhabarberpüree in den  Schneekessel  geben und diesen auf die Kasserolle mit dem Wasser stellen. (Das Wasser darf nur köcheln, der Kessel soll die Wasseroberfläche nicht berühren).
Mit einem Schneebesen rühren, bis die Butter geschmolzen ist. Eier und Dotter kurz verschlagen und in den Schneekessel geben, wieder gut mit dem Schneebesen einschlagen und nun ständig weiterrühren, bis die Masse zu stocken beginnt und wie Pudding aussieht, das dauert etwa 10 Minuten. Die Masse darf nicht kochen, sonst gerinnt das Ei!
Am Ende hat der Curd eine Temperatur von ca. 85 °C, (ev. mit einem Zuckerthermometer messen),  und wird nun heiß in sterile Gläschen gefüllt.
Die etwas festere, cremige Konsistenz bekommt der Rhabarber Curd erst nach dem völligen Erkalten.
Er schmeckt lecker als Brotaufstrich, Palatschinkenfülle, im Naturjoghurt, zu Muffins oder Waffeln und als Sauce für meine süße Pizza (siehe Rezept weiter unten  ..)
Im Kühlschrank ist der Curd ungeöffnet etwa 6 – 8 Wochen haltbar.

Rhabarber

Rhabarbercurd

Rhabarber

Rhabarbercurd

Süße Mini – Pizzen mit Rhabarber und Rhabarbercurd (Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Juni)

Diese kleinen Hefeteilchen sehen so süß aus und schmecken nach Frühling! Pizza muss ja wirklich nicht immer herzhaft sein, da kann man sie dann auch nicht so schön rosarot belegen!

Zutaten für 8 Pizzen

100 ml Milch
½ Würfel frische Germ
450 g glattes Mehl
100 g Butter
2 Eier
1 Dotter
Prise Salz
60 g Staubzucker
Abgeriebene Schale einer Naturzitrone
ca. 1 ½ Gläschen Rhabarbercurd (Rezept S. ..)
1 TL Stärke
2 Stangen Rhabarber, nicht geschält
eine Handvoll gehackte Pistazien
8 TL Vanillezucker
(statt Rhabarbercurd ist  auch Erdbeermarmelade sehr gut geeignet!)

Alle Zutaten sollen Zimmertemperatur haben!
20 ml von der Milch mit 1 EL vom Mehl und der Germ verrühren, diesen Vorteig etwa 15 Minuten gehen lassen.
Die Milch erwärmen, Butter darin schmelzen, Eier in der Mischung verquirlen. Das Mehl in eine große Schüssel geben, Milchmischung, Vorteig, Salz und Zitronenschale zugeben und zu einem geschmeidigen Teig kneten  (geht auch in der Küchenmaschine).
Den Teig mit Folie abdecken und 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen.
Backofen auf 170° C Heißluft vorheizen. Zwei  Backbleche mit Backpapier belegen.
Teig auf die Arbeitsfläche heben, wenn möglich kein zusätzliches Mehl verwenden. In 8 Teile teilen, aus jedem Teil einen Ball formen und auf dem Blech zu einer Minipizza auseinanderdrücken, dabei soll am Rand ein kleiner Wulst entstehen.
Curd mit der Stärke verrühren und in die Mitte der Pizzen verteilen. Rhabarber in 5 mm dicke Scheibchen schneiden, diese auf dem Rhabarbercurd verteilen und mit je einem TL Vanillezucker und Pistazien bestreuen.
Nochmal 20 Minuten gehen lassen, dann ca. 20 – 25 Minuten backen. Falls die Teilchen zu schnell bräunen, auf 160° C herunterschalten.
Mit Staubzucker bestreuen und lauwarm servieren,  am besten mit einem Glas Rhabarbersaft!

Rhabarber

Rhabarber – Minipizzen

Rhabarber

Rhabarber – Minipizzen

cover_juniFür die restlichen Rezepte findest Du zu Beginn die Links, in der nächsten Ausgabe wird es blumig, da gehts um kochen mit Lavendel.

Der Rhabarber darf sich dann ab Juli wieder ausruhen, also schnell noch Vorräte anlegen (Sirup, Marmelade, Curd …), dann ist es vorbei!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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