Kategorie: Backe Backe Kuchen…

Tarte Variationen: Tartelettes mit Schoko-Nuss-Füllung und Buttermilchfüllung

Was tun bei so einem Wetter? Genau, man versaut seine Küche und bäckt Mini Tartelettes mit zweierlei Füllungen, ich zumindest.
So ein Back-Regentag ist einfach nur gemütlich, die Katze hat sich auf der Arbeitsfläche zwischen den Mörsern eingeringelt, es riecht nach Schokolade und Gewürzen, die Tropfen fallen mit einem einlullenden Ploppton auf mein Panorama-Dachfenster, und ich freue mich auf die ersten Törtchen, die duftend aus dem Ofen kommen. Das ist Glück!

Tartelettes mit zwei Füllungen, tatort-kueche.at

Vielleicht hast Du Zeit und Lust, gleich mitzubacken? Wir legen gleich mal los mit dem Mürbteig, der sollte dann nämlich rasten.

Du benötigst kleine Tarteförmchen, die gibt es einzeln oder als 12er Backform. Ich habe meine 12er Tarteletteform vor kurzem bei IKEA erworben und die ist wirklich super (Ja, ich war leider wieder mal in der Geschirrabteilung …). Für die Buttermilchtörtchen habe ich dann einzelne, etwas größere Formen verwendet. So kann ich Dir also schwer sagen, wie viele Tartelettes Du aus der Masse erhältst.

Gezuckerter Mürbteig, für etwa 15 bis 18 Tartelettes (je nach Formgröße) :
180 g Butter, weich, aber nicht zu warm
80 g Staubzucker
1 kleines Ei
250 g glattes Mehl, ich verwende Dinkelmehl 630

Verrühre Butter und Zucker, bis alles cremig verbunden ist, am besten mit der Küchenmaschine. gib das Ei dazu und rühre wieder, bis sich das Ei mit der Masse verbunden hat. Füge nun das Mehl hinzu und verknete den Teig, bis er schön glatt ist. Sollte es nötig sein, füge einen EL kaltes Wasser hinzu. Drücke ihn zu einer flachen, etwa 4 cm dicken Scheibe aus, hülle ihn in Folie und lege ihn für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank.

Für die Schokoladen-Haselnuss Füllung brauchst Du:
100 g Zartbitter Kuvertüre, grob gehackt
80 g Haselnüsse, geröstet
60 g Staubzucker
ein großes Eiklar

ein Glas Ribiselmarmelade


Gib die Kuvertüre und die Nüsse in einen Blitzhacker und mahle sie, bis die Stückchen wie feine Streusel aussehen. Nicht zu fein zermahlen, sonst hast Du eine Creme.
Füge nun Zucker und Eiklar hinzu und vermische alles. Die Marmelade kommt später zum Einsatz!

Tartelettes mit zwei Füllungen, tatort-kueche.at
Tartelettes mit Schoko-Haselnuss-Fülle

Für die Buttermilch Füllung brauchst Du:
100 g Staubzucker
1 EL Stärkemehl
2 Eier
125 ml Buttermilch
2 EL geschmolzene Butter
Saft und Schalenabrieb einer Zitrone

Anmerkung: Diese Buttermilch Füllung stammt aus den amerikanischen Südstaaten und ist dort traditionell unter der Bezeichnung „Sweet Buttermilk Pie“ seit Generationen bekannt und beliebt.
Mische Zucker und Stärke in einer Schüssel, rühre mit einem Schneebesen die Eier unter, und zwar eines nach dem anderen, dabei das Erste mit dem Zucker glatt rühren, dann das nächste dazu.
Füge Buttermilch. geschmolzene Butter und Zitrone hinzu und mische gut durch.

Tartelettes mit zwei Füllungen, tatort-kueche.at
Tartelettes mit Buttermilch Füllung

Nun kannst Du den Teig ausrollen, am besten geht das auf einer Antihaft – Backmatte, die Du noch etwas bemehlst. Ich belege den Teig zum Ausrollen mit Frischhaltefolie, so klebt der Nudelwalker nicht an der Oberfläche.
Die Teigplatte sollte etwa 3 mm dick sein, nimm nun einen Kreisausstecher, der etwas größer ist als der obere Rand der Tarteform, stich Kreise aus und drücke sie vorsichtig in die gefettete Tarteletteform. (Zum befetten nehme ich Back-Ölspray, bevorzugt das von WIBERG). Die fertig mit Teig ausgelegten Förmchen sollten nun nochmal für 30 Minuten in den Kühlschrank, das verhindert das Zusammenziehen des Teiges beim Backen!
Heize den Backofen vor auf 170 ° C.
Befülle einen Teil der Tartelettes mit der Schokofülle, dabei gibst Du auf jeden Törtchenboden einen Teelöffel Ribiselmarmelade und deckst diese mit der Schokofülle zu.
Den anderen Teil fülle mit der Buttermilchcreme.
Nochmal zur Menge: Ich habe die 12er Tarteletteform mit der Schokofülle befüllt, und dann noch 5 größere einzelne Tarteförmchen mit der Buttermilchcreme.
Backe die Törtchen für ca. 30 Minuten, achte darauf dass sie nicht zu braun werden, je nach Größe der Formen brauchen sie ev. etwas weniger lang oder länger!

Tartelettes mit zwei Füllungen, tatort-kueche.at
Tartelettes mit zwei Füllungen, tatort-kueche.at

Ein wenig Staubzucker auf die abgekühlten Kunstwerke reicht hier als Garnitur, die kleinen süßen Dinger sind einfach herzig. Viel Spaß beim Nachbacken, genieße den Regentag!

Tartelettes mit zwei Füllungen, Kati, tatort-kueche.at
Unsere Kati liebt es, wenn ich neben ihr backe und koche!

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Erdnussbutter – Kekse mit Cranberries

Mit Erdnussbutter ist das ja so eine Sache, entweder man kann sie nicht riechen oder – man ist süchtig danach. Bei mir ist leider zweiteres der Fall. Ich mag den Geschmack von Erdnüssen sowieso total gerne, und wenn sie dann auch noch in cremiger Form daher kommen … eine Katastrophe. Ist bei einem Gericht Erdnussbutter im Spiel, so kann man sich immer auf einen ganz typischen, besonderen Geschmack gefasst machen. Mixt man sie ins Salatdressing, so bekommt der Salat sofort eine asiatische Note. Auch Dips und Saucen mit Erdnussbutter sind immer ganz speziell, reichhaltig und mit diesem besonderen Aroma (oje, ich komme ins schwärmen, wie Jamie Oliver!).

Auch Brotteig oder Cheesecakemasse kannst Du mit der Nusscreme verfeinern, und selbst gebackenes Brot mit Erdnussbutter im Teig ist wirklich mal etwas anderes. Und dann kommen wir zu meinen Erdnussbutterkeksen. Für Peanutbutter-Junkies einfach der Himmel! Wenn Du es ganz amerikanisch-authentisch magst, kannst Du die Kekse beim Essen noch in Ribiselmarmelade tunken, der amerikanische Peanutbutter Toast mit Ribiselgelee ist ja legendär, und nur etwas für starke Nerven! Aber ich muss sagen, es hat schon was …

Ich kaufe meine Erdnussbutter für diese Kekse gerne im Bioladen, denn für meinen Geschmack sind die original amerikanischen Marken oft übertrieben gesalzen, und das macht auch die Kekse etwas würziger, aber auch so sind sie lecker. Wenn ich amerikanische und Bioladen – Erdnussbutter daheim habe, mische ich beide zu gleichen Teilen, das liefert das Top – Ergebnis. Ja ich weiss, man kann es auch übertreiben. Ich sage Dir jetzt nur noch, dass es auch Erdnussbutter mit Stückchen gibt, ja auch die kannst Du gerne verwenden, dann haben die Kekse noch mehr Crunch.

Erdnussbutterkekse Tatort-kueche.at

Du brauchst für etwa 20-22 Kekse:

120 g Butter, zimmerwarm
100 g Rohrzucker
50 g Staubzucker
180 g Erdnussbutter/ Peanutbutter (siehe Tipps oben!)
1 großes Ei
160 g Mehl
1 TL Backpulver
80 g getrocknete Cranberries
einige ganze Pekannusshälften zum Dekorieren

Rühre Butter und beide Zuckersorten mit dem Mixer oder der Küchenmaschine cremig, rühre nun das Ei ein, bis es gut eingebunden ist, und füge nun noch die Erdnussbutter hinzu. Rühre noch einmal kräftig, bis Du eine schön cremige Masse hast (sie ist jetzt schon so lecker, dass ich dauernd mit dem Finger probiert habe …).

Mische Mehl und Backpulver, gib es in die Rührschüssel, hebe kurz unter und füge noch die Cranberries hinzu. Rühre nun nur mehr so lange, bis alles gut vermischt ist! Stelle den Teig etwa eine Stunde in den Kühlschrank.

Heize den Backofen vor auf 180 ° C, belege zwei Bleche mit Backpapier. Forme aus dem Teig nun Kugeln von ca. 4 cm Durchmesser, super geht das mit einem Eiskugel-Portionierer, mit den Händen ist es eine kleine Sauerei, aber feuchte die Handflächen einfach immer ein wenig an.

Lege die Kugeln mit etwas Abstand auf die Bleche, drücke in jede Kugel eine Pekannusshälfte und backe die Kekse etwa 12 Minuten, sie sind noch ein wenig weich wenn sie aus dem Ofen kommen. Lasse sie vor dem Verzieren ganz auskühlen.

Erdnussbutterkekse Tatort-kueche.at

Für die gespritzte Zuckerglasur (auch bekannt unter Royal Icing) habe ich einfach etwa 120 g feinen Staubzucker mit etwa einem halben Eiklar und ein paar Tropfen Zitronensaft gut schaumig geschlagen, die Masse sollte spritzfähig sein und nicht verlaufen. Fülle sie in einen Spritzsack mit ganz kleiner Tülle, oder vielleicht besitzt Du ja auch einen von diesen speziellen Dekorier-Stiften für feine Arbeiten, die sind wirklich toll zum Spritzen von Mustern und Linien oder Schriften.

Erdnussbutterkekse Tatort-kueche.at

Verziere nun Deine Kekse, indem Du ein feines Gitter aufspritzt, ich mag es am liebsten chaotisch, aber man kann natürlich auch grafisch exakt arbeiten, je nach Laune. Die Glasur trocknet schnell, und schon kannst Du losknabbern. Viel Spaß beim Peanut Butter Kekse backen!

Erdnussbutterkekse Tatort-kueche.at



Weitere Cookie-Rezepte findest Du hier:

Kühlschrank-Chocolate-Chip-Cookies

Karamellcookies mit getrockneten Beeren

Ach ja, und meine fröhlichen neuen Keksdosen habe ich von IKEA, aus der neuen Sommerserie! So schön bunt!

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Walnuss-Honigschnitten, ein Powersnack

Merkst Du es auch schon? Die Winterdepression geht langsam über in die Frühjahrsmüdigkeit! Dabei war es ja heuer – zumindest hier bei uns in der Südsteiermark – eher eine „Nicht-Winter“ Depression, und ich hoffe sehr, diese führt nicht in eine „Nicht-Frühjahrs“-Müdigkeit. Ich wünsche mir bitte einen Frühling ohne Schnee, ohne Frost und vor allem ohne HOCHWASSER. Aber ich glaube da bin ich nicht die einzige …

Dennoch, an diesen ersten warmen Nachmittagen kommt schon gerne so ein richtiger Faulheitseinbruch, oder? Ich unterbreche meine ersten Gartenarbeiten, falle auf die nächste Bank, blinzle träge in die Sonne und frage mich, wann der Butler den Kaffee serviert. Und bitte mit irgendeinem süßen Snack, der mich wieder von der Bank hochbringt. So wie meine Walnussschnitten. Für die stehe ich sogar selber auf und hol sie mir, wer braucht schon einen Butler?

Walnussschnitten


Der Ursprung des Rezeptes stammt aus einem älteren australischen Backbuch, ich habe es etwas verändert und angepasst, die Australier verwenden, wie die Amerikaner, viel zu viel Zucker. Inzwischen ist die Rezeptur perfekt und ich liebe diese Energiepakete in Kuchenform!

Du brauchst für etwa 12 Riegel:

150 g Mehl
1 TL Backpulver
80 g Haferflocken
200 g Staubzucker
80 g Kokosraspel
80 g gehackte Walnüsse
2 Eier, verschlagen
125 g geschmolzene Butter
2 EL Honig

Für die Honigglasur:

160 g Staubzucker
45 g geschmolzene, warme Butter
1 EL flüssigen Honig
1 EL heißes Wasser

Heize den Backofen vor auf 160 ° C Heißluft, lege eine rechteckige Backform von etwa 20/28 cm mit Backpapier aus.
Mische in einer Schüssel Mehl, Backpulver, Haferflocken, Zucker, Kokosraspel und Walnüsse. Verschlage die Eier ein wenig und gib sie mit der geschmolzenen Butter und dem flüssigen Honig zu den trockenen Zutaten. Vermische alles gut, verteile die Masse auf dem Boden der vorbereiteten Form und drücke sie an, am besten geht das mit der Rückseite eines Suppenlöffels, den Du immer wieder anfeuchtest!

Backe den Kuchen etwa 20 bis 22 Minuten, die Oberfläche sollte noch weich sein, wenn Du ihn hinausnimmst. Backe nicht zu lange, sonst werden die Schnitten zu trocken!

Während der Kuchen auskühlt, bereitest Du die Glasur zu: Verrühre alle Zutaten miteinander, das Wasser sollte wirklich recht heiß sein, sonst ist die Glasurmasse zu fest und Du kannst sie nicht verstreichen. Sollte das trotzdem der Fall sein, so kannst Du sie ganz kurz in der Mikrowelle erwärmen.

Verteile die Honigglasur auf dem erkalteten Kuchen, bestreue nach belieben mit essbarer! Deko und lasse sie fest werden. Nun kannst Du ihn mithilfe des Backpapiers bequem aus der Form heben und in Schnitten teilen.

Walnussschnitten
Walnussschnitten

Sie schmecken gleich sehr lecker, aber ich finde sie noch besser, wenn sie über Nacht durchziehen können, natürlich in einer Keksdose, wo sie vor dem Austrocknen geschützt sind. Und vor aufdringlichen Naschkatzen …

Walnussschnitten

Viel Spaß beim Nachbacken, und falls Du ein Stück zu viel vernascht hast, denk daran, es sind viele gesunde Sachen drin!


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„Biancas Backbuch“ Rezension sowie Rezepte für Briochekuchen und Zitronentörtchen

Der LEOPOLD STOCKER VERLAG, für dessen Kochzeitschrift KOCHEN UND KÜCHE ich regelmäßig Beiträge schreibe, hat wieder ein Backbuch veröffentlicht, und das möchte ich Dir heute gerne vorstellen.

Das Buch heißt: BIANCAS BACKBUCH – VON KINDERLEICHT BIS BACKSHOWREIF

Die Autorin ist Bianca Wohlgemuth, sie hat 2017 als Erste bei der großen deutschen Backshow „Das große Backen“ teilgenommen und den tollen zweiten Platz erbacken! Bianca ist Steirerin wie ich und kommt aus der Nähe von Graz, ein Grund mehr, dass ich genau ihr Buch vorstelle! Das ist so etwas wie Bundeslandpatriotismus …

Vielleicht stehst Du ja gerade im Buchladen und weißt nicht, ob Du das Buch nun nehmen sollst oder nicht, und vielleicht findest Du ja meine Buchbeschreibung und hast keine Zeit, den Monsterbeitrag durchzulesen, deshalb gleich vorweg: mir gefällt das Buch sehr gut, die Rezepte sind super und funktionieren, und wenn Du gerne bäckst, wirst Du viel Freude damit haben.
Mit 128 Seiten ist es nicht sehr dick, aber es ist wirklich für jeden Kuchengeschmack etwas dabei, von einfachen Heidelbeermuffins, Polsterzipfeln und Bananenschnitten über kunstvolle Macarons und Eclairs bis zur aufwendigen Motivtorte und Hochzeitstorte. Und natürlich gibt es für jedes süße Kunstwerk ein tolles Foto von Träumerherz Fotografie.

Wie bewertet man ein Back-oder Kochbuch? Nun, es ist auf jeden Fall immer eine subjektive Angelegenheit, denn was mir gefällt, kann Dir eventuell gar nicht zusagen. Aber, wenn Du Dich im Imternet ein wenig über die Autorin informierst, vielleicht ein paar Folgen der Show ansiehst, so wirst Du eine sehr sympatische junge Frau antreffen, die viel Herz und Liebe in ihr Buch eingebracht hat. Und ob die Rezepte funktionieren, nun, das habe ich für Dich getestet, an einigen Beispielen. Ich beginne da am liebsten immer im Kapitel „Grundrezepte – Basics“, denn an den Grundbausteinen eines Rezeptes erkennt man, ob alles Weitere ein Erfolg wird. Und es wurde einer! (bzw. mehrere)
Ich habe mich auf den Briocheteig gestürzt und ihn in ein von mir zusammengestelltes „Kuchenprojekt“ eingebaut, dieses Rezept gebe ich gerne hier weiter, zudem habe ich die Zitronenkuchenmasse gebacken, auch diese fluffige Köstlichkeit findest Du im heutigen Beitrag.

Ich starte also meine kleine Testreihe mit dem Briocheteig, der wirklich wunderbar gelungen ist, verarbeitet habe ich den Teig zu einem

Briocheteigkuchen mit Pistazien-weisser Schokoladen-Creme

Briochekuchen

Ich habe bereits Briocheteige gebacken mit unmengen an Butter und sechs Eiern, die waren teilweise sehr schwer und üppig. Dieser Briocheteig wurde luftig, leicht und feinporig, war also ein voller Erfolg. Ich habe zu Biancas Rezept noch einen Eidotter hinzugefügt, wegen der Farbe!

Briocheteig:
130 g Milch
100 g Butter
90 g Staubzucker
35 g frische Hefe
500 g glattes Mehl
etwas abgeriebene Zitronenschale
2 EL Rum
2 Eier plus ein Dotter

Erwärme Milch, Butter und einen EL vom Zucker leicht, bis die Butter schmilzt, rühre die Hefe ein und lasse sie 10 Minuten gehen.

Mische Mehl und Zucker in einer großen Rührschüssel. Gib die Milchmischung und die restlichen Zutaten zum Mehl und verknete alles zu einem geschmeidigen Teig, etwa 10 Minuten. Decke die Schüssel ab und lasse den Teig aufgehen, bis das Volumen verdoppelt ist.

Nun, hier steht in Biancas Rezept: „20 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen“, das funktioniert nicht! Es dauert auf jeden Fall etwa 2-3 Stunden, bis dieser schwere, mit Butter und Eiern angereicherte Hefeteig aufgeht.

Während der Gehzeit machen wir meine Fülle:

100 g geschälte, ungesalzene Pistazien
50 g weisse Schokolade
50 g Staubzucker
20 g weiche Butter
30 ml Sahne

Röste die Pistazien ein paar Minuten im 180°C heißen Backofen, lasse sie abkühlen, gib sie mit der gewürfelten Schokolade in einen Blitzhacker und hacke alles zu groben Stückchen, etwa wie Streusel.

Vermische die Nussmasse mit Zucker, Butter und Sahne und stelle sie beiseite.

Kleide eine hohe, etwa 15/20 cm große Auflaufform mit Backpapier aus. Lege den Teig auf die Arbeitsfläche und rolle ihn zu einem 45/30 cm großen Rechteck aus, die Längsseite sollte zu Dir zeigen. Bestreiche die unteren 3/4 des Teiges mit der Fülle und rolle ihn von der Längsseite her auf.

Briochekuchen

Schneide die Roulade in der Mitte durch und lege beide Rollen nebeneinander. Nun schneidest Du die Rollen längs in der Mitte durch und verdrehst die beiden Stränge. Nun hast Du zwei gedrehte Zöpfe, diese legst Du nebeneinander in die vorbereitete Backform und läßt sie erneut für ca. 30-40 Minuten gehen.

Briochekuchen
Briochekuchen
Briochekuchen



Heize den Backofen vor auf 170°C, backe den Briochekuchen ca. 40-50 Minuten, er sollte schön gebräunt und auf Druck noch etwas elastisch in der Mitte sein.

Briochekuchen


Der Kuchen war kaum abgekühlt, haben wir uns darauf gestürzt, ich hätte locker die Hälfte noch warm verdrücken können …soooo gut!

Zitronenkuchen

Für einen weiteren Test habe ich das erste Rezept im Buch, nämlich den Zitronenkuchen, gewählt. Ich liebe jede Art von Zitronenkuchen, und ich habe schon unzählige Rezepte ausprobiert, aber dieser ist einer der fluffigsten und saftigsten Varianten, die ich je gebacken habe. Bianca verwendet eine Kastenform, ich habe die Masse in hübsch strukturierten kleineren Formen gebacken, und zum Glasieren bin ich nicht mehr gekommen … meine Sonntagsgäste (die Kinder) haben alles vernichtet! Aber ein Wenig Staubzucker und grober Zitronenzucker haben durchaus genügt, um die kleinen Törtchen erstrahlen zu lassen!

Zitronenkuchen

Für die Masse brauchst Du

6 Eier
180 g Staubzucker
1 EL echten Vanillezucker
Prise Salz
200 g Mehl
2 TL Backpulver
200 g flüssige Butter
Saft und Abrieb einer Bio-Zitrone

4 EL Marillenmarmelade plus 2 EL Zitronensaft zum Aprikotieren

Schlage die Eier mit Zucker und Salz sehr schaumig, mische Mehl mit Backpulver und siebe es über die Eimasse, hebe vorsichtig mit einem Schneebesen unter. Rühre dann die flüssige, nicht mehr heisse Butter und den Zitronenabrieb ein und zuletzt fügst Du tropfenweise den Zitronensaft hinzu und hebst wieder gut, aber vorsichtig unter. Fülle die Masse in eine vorbereitete Form nach Wahl, oder – so wie ich – in mehrere kleine Formen, und backe den Kuchen goldbraun, meine kleinen Formen haben 20 Minuten gebraucht, eine Kastenform etwa 30 Minuten.
Lasse die Kuchen abgedeckt etwa 10 Minuten abkühlen, stürze sie dann vorsichtig und bestreiche sie noch heiß mit dem Marillenmarmelade-Zitronensaft-Gemisch.

Zitronenkuchen
Zitronenkuchen

Zum Vorbereiten der Formen: Kastenformen kleide ich immer mit Backpapier aus, so gibt es nie eine „Hilfe der Kuchen bleibt in der Form kleben!„-Katastrophe. Und kleine, strukturierte Förmchen musst Du wirklich sehr genau mit Butter ausstreichen, dann für 10 Minuten in den Kühlschrank stellen und zuletzt mit Mehl bestauben. Für Backformen mit feinen Reliefmustern ist diese Methode viel sicherer als Backtrennspray … leider!

Verziere und glasiere Deinen Kuchen nach Herzenslust, Bianca hat wunderschöne kandierte Zitronenscheiben gefertigt, aber da haben meine Gäste schon gierig gelauert, also keine Chance. Bin froh dass ich die Fotos geschafft habe.

Zitronenkuchen

Wenn Du also gerne wieder einmal ein neues Backbuch hättest, um mal etwas anderes für die Kaffeejause zu haben, so bleibe patriotisch, unterstütze einen steirischen Verlag und eine steirische Star-Bäckerin, Du wirst viele tolle Rezepte zum Nachbacken finden.
Ach ja, unter www.kochenundkueche.com/videos findest Du zu einigen der Rezepte Anleitungs-Videos mit Bianca, so zum Beispiel wurde auch die Herstellung des Briocheteiges verfilmt:

Biancas Briocheteig Grundrezept

Viel Spass beim Nachbacken!


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Wachtelbohnen-Rezepte für Baked Beans, Hummus und Brownies

Es gibt endlich wieder einen Beitrag von mir in der neuen Ausgabe der österreichischen Traditions – Kochzeitschrift KOCHEN UND KÜCHE! Über die Wachtelbohne, mit allgemeinen Infos, drei Rezepten und ganzseitigen Fotos! Es ist sooo schön geworden und ich freue mich riesig!

Nachdem meine Kolumne im November und Dezember eine Winterpause hatte, startet die Zeitschrift in völlig neuem, modernem Design ins neue Jahr. Die Seiten sind großzügiger gestaltet, es gibt viele wunderschöne ganzseitige Food-Fotos, und eine tolle Kooperation mit Österreichs Bäuerinnen.

Die Zeitschrift ist hochwertiger gebunden, mit mattem Cover, und erscheint nun alle zwei Monate. Ich freue mich jedenfalls sehr, 2019 wieder dabei zu sein! Und gleich mit so einem tollen Thema!
Ich liebe Bohnen und Hülsenfrüchte, sie sind vielseitig, preisgünstig, gesund und zudem sind besonders Wachtelbohnen im Garten recht pflegeleicht.

Wachtelbohnen

Die Kultivierung dieser Stangenbohne kam in Mitteleuropa im 16. und 17. Jhd.  auf, wobei das hübsche rankende Gewächs vorerst oftmals als Zierpflanze eingesetzt wurde.
Die Urform der Wachtelbohne stammt wohl aus Süd-und Mittelamerika, wo sie schon um 6000 v.Chr. kultiviert wurde. Dieser älteste Nachweis ihrer Existenz stammt von Höhlenforschungen aus Peru.

In der Antike galt die Bohne als Aphrodisiakum, im alten Ägypten wurde sie als Grabbeigabe zu den Toten gelegt, wohl um diese im Jenseits zu ernähren.
Im vorchristlichen Griechenland der Philosophen und Gelehrten wurden Bohnen sogar als eine Art Orakel verwendet: war ein höheres Amt ausgeschrieben, so gab man eine weiße und mehrere dunkle Bohnen in ein Gefäß, wer die weiße Bohne zog, war des Amtes würdig. Man nahm an, dass die Seelen der Verstorbenen in den Bohnenkernen lebten, und diese würden den geeigneten Kandidaten auswählen.

Die älteste Abbildung unserer heutigen Wachtelbohne stammt aus Deutschland, aus dem Kräuterbuch von Leonhart Fuchs, 1543, wo er sie als „Welsch Bonen“ bezeichnet.

Wachtelbohnen

Wachtelbohnen in der Küche
Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen, so sagt uns eine alte Redewendung. Verantwortlich für die Blähungen sind schwer verdauliche Kohlenhydrate, bei deren Zersetzung im Darm Gase entstehen. Um dem vorzubeugen, sollte man trockene Bohnen vor dem Kochen 12 bis 24 Stunden in Wasser einweichen und das Wasser dann wegschütten. Gezielter Einsatz von Gewürzen beugt der Gasbildung vor, empfehlenswert sind Fenchel, Kümmel, Anis, Koriandersamen oder der aus dem orientalischen bekannte Kreuzkümmel, welcher besonders gut zu Bohnengerichten passt und sie einmal „etwas anders“ schmecken lässt!

Wachtelbohnen
Meine Mama – unser Gartenprofi – begutachtet die Ernte

Wachtelbohnen behalten beim Kochen ihre Form und nehmen besonders gut den Geschmack von Gewürzen auf. Sie sind unglaublich vielseitig verwendbar, für Suppen, Eintöpfe, Salate, püriert können sie zu Aufstrichen, Püree und Saucen verarbeitet oder zum Kuchen backen verwendet werden.
Seit immer mehr Menschen Probleme mit glutenhaltigem Mehl haben, erscheint auch das in früheren Zeiten oft verwendete Bohnenmehl wieder in den Regalen der Reformhäuser.
Getrocknete Wachtelbohnen halten sich, richtig gelagert, einige Jahre, und wir können so auch im Winter, wo der Garten ruht, auf selbst angebautes Gemüse zugreifen.

Wachtelbohnen
Zum frischen Verzehr oder tiefkühlen sind die Bohnen jetzt ernetreif, zum Trocknen müssen die Schoten noch hängen bleiben!

So, ich denke unser Wissen sollte nun ausreichen, um aus den Böhnchen etwas Leckeres zuzubereiten! Wir starten mit einem meiner absoluten Lieblingsgerichte, welches natürlich aus Großbritannien kommt (ja, wieder einmal …) und sowas von gut schmeckt, und riecht. Der Duft, der durch die Küche zieht, wenn es in der Früh BAKED BEANS gibt, lockt selbst den eingefleischtesten Langschläfer aus den Decken, glaub mir! Und ja, das ist kein Scherz, die Engländer essen das zum Frühstück, meist mit Bratwürsten und gebackenen Tomaten (Zitat: „die spinnen die Briten“). Nach einer anstrengenden, folgenschweren Partynacht kann ich Dir so ein English Breakfast durchaus empfehlen, vielleicht mit einer Bloody Mary?

Baked Beans, gebackene Bohnen mit Spiegelei

Wachtelbohnen


Zutaten, für 4 Portionen
Eine große rote Zwiebel, gehackt
3 Knoblauchzehen, geschält, gehackt
Olivenöl
1 EL brauner Rohrzucker
1 TL Räucherpaprika
eine Prise Chiliflocken
4 EL Ketchup
2 EL Tomatenmark (Tube)
1 EL Mehl
ein Spritzer Balsamicoessig
50 ml Rotwein
eine 400g – Dose ganze Tomaten
400 g weich gekochte Wachtelbohnen
Salz, Pfeffer, getrockneter Majoran
4 Eier
eine Packung  aufgeschnittener Bauchspeck
etwas gehackte Petersilie zum Garnieren

Zubereitung (ca. 30 Min. ohne Backzeit)
Den Boden einer Kasserolle mit Olivenöl bedecken, die Zwiebel darin 5 Minuten rösten, Knoblauch und Zucker zugeben und auf kleiner Flamme weiterrösten, bis die Mischung karamellisiert und die Zwiebel weich ist.
Ketchup, Paprika, und Chili unterrühren, mit dem Mehl stauben, kurz rösten und mit Balsamico und Rotwein ablöschen.
Die Tomaten aus der Dose hacken und mit der Flüssigkeit in den Topf geben.
Nun noch die gekochten Bohnen hinzufügen, alles gut durchrühren, mit Salz, Pfeffer und Majoran abschmecken und etwa 5 Minuten zugedeckt auf kleiner Flamme dünsten.
Die Bohnenmischung in eine flache Auflaufform umfüllen und im Backofen bei 180 ° C für 20 Minuten überbacken (falls möglich Heißluft mit Grill).
Währenddessen 4 Spiegeleier braten und den Speck in der Pfanne ohne Fett knusprig rösten, beides auf den fertigen Baked Beans anrichten und mit gehackter Petersilie bestreuen.

Wachtelbohnen

Mein nächstes Bohnenrezept verbindet nun die steirische „Welt“ mit der arabischen, es gibt nämlich

Steirer Hummus mit Wachtelbohnen und Sonnenblumenkernen

Kichererbsen baue ich leider in meinem Garten noch nicht an, also wieso nicht den Hummus aus Bohnen zubereiten? (Es handelt sich dabei um einen berühmten Aufstrich bzw. Dip aus den arabischen Ländern, nicht um die Hummus-Erde!)

Wachtelbohnen

Zutaten, für ca. 4 Portionen
100 g getrocknete Wachtelbohnen
30 g geröstete Sonnenblumenkerne
Saft einer halben Limette
3 EL kalt gepresstes Rapsöl
30-50 ml Gemüsebrühe
3 EL Sauerrahm oder Creme Fraiche
2 EL Erdnussbutter, ungesüßt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
Salz, Pfeffer
1 EL frischer Thymian
1 TL Chilisalz (optional)

Wenn Du veganen Sauerrahm verwendest, ist der Aufstrich veganertauglich!

Zubereitung (10 Min. ohne Kochzeit)
Die Bohnen am Abend vorher in Wasser einweichen, am nächsten Tag in reichlich kochendem Wasser weichkochen (ca. 50 Minuten). Nicht salzen!
Die abgekühlten Bohnen mit allen anderen Zutaten in eine Moulinette oder einen Blender füllen (ein leistungsstarkes Gerät ist hier von Vorteil), und fein pürieren.
Abschmecken und bei Bedarf noch etwas nachwürzen.
Den Hummus in eine hübsche Schüssel füllen, mit etwas Rapsöl beträufeln, mit Kräutern und Chiliflocken garnieren.
Toll als Brotaufstrich, als Dip für rohe Gemüsesticks, zu Ofenkartoffeln etc…
Genieße den Hummus nicht direkt aus dem Kühlschrank , er hat bei Raumtemperatur das beste Aroma!

Wachtelbohnen

Natürlich bekommst Du auch ein Dessert – Rezept, Bohnen gehen auch süß! Vielleicht hast Du ja das Glück, noch eine Oma zu haben, dann frag sie mal, ob sie Bohnentorte kennt, früher hat sie auch „falsche Mandeltorte“ geheissen. Nach dem Krieg waren Mandeln viel zu teuer und fast nicht zu bekommen, da hat man dann einfach Bohnenpüree genommen. Und das verwenden wir auch, für :

Saftige Bohnen-Brownies mit Walnüssen und Rum

Wachtelbohnen

Zutaten für eine quadratische Backform mit 22/22 cm
250 g hochwertige dunkle Kuvertüre, 70 % Kakaoanteil
250 g sehr weich gekochte Wachtelbohnen
5 Eier
60 g weiche, entkernte Datteln
100 g Staubzucker
2 EL Rum
60 g gehackte Walnüsse
1 TL Backpulver
½ TL Natron
50 g Mandelmehl
Topping
120 g Philadelphia Frischkäse
120 g Sauerrahm
80 g Staubzucker
Mini-Marshmallows zum Garnieren

Zubereitung (20 Minuten)
Die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen.
Backofen vorheizen auf 160 ° C Heißluft, eine 22/22 cm große Backform mit Backpapier auslegen.
Bohnen, Eier und Datteln in einen Blender geben und fein pürieren.
Staubzucker und Rum zugeben und nochmal kurz einschalten, um den Zucker unterzumischen.
Die Masse in eine Schüssel füllen, Walnüsse, das mit Backpulver und Natron vermischte Mehl sowie  die Kuvertüre unterziehen, in die Form füllen und 20 Minuten backen.
Die Form mit Alufolie abdecken (so bleibt die Feuchtigkeit im Kuchen) und völlig abkühlen lassen.
Für das Topping alle drei Zutaten mixen.
Den Kuchen in Quadrate schneiden, mit einem Klecks Topping anrichten und die Mini-Marshmallows darüber streuen.
Anmerkung: Brownies kommen aus Amerika, dieser eher flache Kuchen ist nicht luftig wie unser Biskuitteig, sondern cremig, saftig und kompakt, fast wie ein Nougatriegel. Du solltest die Masse nicht zu lange backen , sie muss innen noch weich, fast speckig sein, sonst wird sie trocken. Durch Zugabe der proteinreichen Bohnenmasse sowie der Walnüsse wird daraus ein recht gesunder Snack.

Wachtelbohnen


Am besten schmecken Brownies noch am selben Tag, noch lauwarm aus dem Backofen, mit dem Frischkäsetopping oder einer Kugel Vanilleeis!

Leider gibt es die Rezepte noch nicht online, ich kann Dich also nicht mit den entsprechenden Seiten der Zeitschrift verlinken, aber vielleicht hast Du ja Lust auf mehr tolle Ideen und schöne Fotos, dann besorge Dir die Jänner/Februar Ausgabe, es sind viele leckere Rezepte drin! Bis dahin hast Du von mir genug zum Ausprobieren und Nachkochen …viel Spaß!


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