Kategorie: Aktivitäten

Ausflugstip Kürbisdorf Diepersdorf in der Südsteiermark

Kürbisdorf, Straden

Nach meinen Kürbisrezepten hast Du vielleicht Lust auf Kürbis bekommen, vielleicht auch Lust auf einen Herbstausflug mit all den schönen Farben, und da habe ich nun einen Tip für Dich: Du kannst beides verbinden!
Das kleine Diepersdorf liegt auf dem Weg nach Radkersburg (Südsteiermark), und die Straße durch den Ort ist gesäumt von Kürbisbauern und ihrer Ernte, die Du dort natürlich auch kaufen kannst. Die Höfe haben ihre Einfahrten, Scheunen und Vorplätze mit ihren wunderschönen Kürbissen liebevoll dekoriert, die vielen Sorten sind eine Augenweide, und natürlich ist mein Kofferraum nach jedem Besuch voll mit Herbstdeko in Kürbisform, sowie vielen essbaren Arten, die sich locker bis Jänner halten.
Ich kaufe gerne im schönen Hofladen der Familie Trettan ein, dort bekommt man neben Kürbis auch selbstgemachte Würstl, Selchfleisch, Aufstriche, Leberkäse und Bauernbrot. Im Laden werden zudem auch viele Delikatessen von anderen Höfen verkauft, Säfte, Wein usw.
Den Hof der Familie Trettan findest Du direkt an der Hauptstrasse, in Diepersdorf 17, 8480 Mureck.

Kürbisdorf, Straden

Der Hof der Familie Trettan in Diepersdorf 17

Kürbisdorf, Straden Kürbisdorf, Straden

 

Wir haben diesmal zum Abschluss unseres Ausfluges – ich war mit meinen Eltern und meiner Hundedame unterwegs – den hübschen Ort Straden besucht. Er liegt wunderschön auf einer Anhöhe inmitten von sanften Weinbergen, Wäldern und Wiesen, hat eine schöne alte Kirche und – ein Delikatessengeschäft, das De Merin.

Kürbisdorf, Straden

Delikatessen De Merin, Straden

Kürbisdorf, Straden
Auch dort kannst Du köstliches aus der Umgebung kaufen, aber auch Kuchen, Kaffe oder ein Glas Sekt und ein Rohschinkenbrot genießen, bei Sonnenschein natürlich draussen am Dorfplatz.

Kürbisdorf, Straden

Gemütliche Jause Am Dorfplatz bei De Merin

Schöne Landschaft. gutes Essen, fette Beute … kann ich nur empfehlen!

Kürbisdorf, Straden

Landschaft bei Straden

Kürbisdorf, Straden

Straden

 

 

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Die Parasol-Katastrophe

Die Parasol-Katastrophe

Meine Küche bietet seit einigen Tagen das gleiche verwüstete Bild: überall stehen Backbleche und große Servierplatten herum, der Boden ist übersät mit Fichtennadeln und Moosstückchen, die Arbeitsfläche ist bekleckert mit Semmelbröseln, Mehlstaub und Eitropfen, und neben der Spüle krabbelt mir munter ein Tausendfüssler entgegen. (Er wird natürlich unbeschadet nach Draussen getragen!)
Ach ja, ich vergaß: auf den Backblechen und Platten türmen sich – Parasole, Parasole … in allen Größen.

Die Parasol-Katastrophe

Die Parasol-Katastrophe

Die Küchen-Katastrophe

Meinen Sohn und mich darf man einfach nicht in den Wald lassen. Seit wir Anfang letzter Woche den ersten gefunden haben, sind wir nicht mehr zu bremsen. Sonntag unternahmen mein Mann, Stefan und ich einen harmlosen Ausflug ins verregnete Weinland, und heimgekehrt sind wir, ja, völlig durchnässt, mit gatschigen Schuhen, einem pudelnassen Hund, und 2 Körben voll, ja, Du errätst es: Parasolen. Die Schönsten habe ich vom Auto aus gesehen, mein Mann musste sofort stehenbleiben (Ich kann da nicht einfach stehenbleiben, in der unübersichtlichen Kurve! Wer weiss was Du da wirklich gesehen hast…), wir sind den steilen Wald hinuntergestürmt und konnten es nicht glauben: Vier Riesen mit 25 cm Kappen, und 10 ganz frische, junge, mit diesen festen kugeligen Kappen, ich komm jetzt noch ins schwärmen! In diesem Moment denkt man zum Glück nicht daran, wieviel Arbeit die Pilze daheim machen.

Die Parasol-Katastrophe Die Parasol-Katastrophe

Die Parasol-Katastrophe
Wenn Du vom Wald kommst, sind die Pilze oft feucht. Löse die Stiele durch leichtes Drehen aus der Kappe (Tip zu den Steilen weiter unten!!!), belege Backbleche mit Geschirrtüchern oder Küchenrolle, lege die Kappen mit den Lamellen nach unten darauf und lasse sie so trocknen, dann saugen sie beim Panieren nicht so viel Mehr auf! Wir haben diesmal auch bei Regenwetter „geerntet“ und ich habe sie so über Nacht liegen lassen, sie waren dann in der Früh herrlich trocken und ich konnte sie weiterverarbeiten.
Sollte der Fund mehr als eine Mahlzeit abdecken: fertig panieren, auf eine mit Backpapier belegte Platte legen und sofort tiefkühlen, gefroren in Sackerln legen. Beim Zubereiten legst Du sie dann gefroren ins heiße Fett, schmecken wie frisch! (Langsam ausbacken, da sie ja erst noch auftauen müssen, sonst werden sie aussen braun und sind innen noch kalt!)
Ich möchte Dich heute nicht mit Rezepten vollstopfen, denn da gibt es eigentlich auch nicht viele. So sehr ich es sonst vermeide, etwas in Fett herauszubacken, so muss man einfach zugeben: am besten schmeckt der Parasol, wenn man ihn paniert wie ein Schnitzel!

Das wird aber nach der dritten erfolgreichen Jagd langweilig, und so habe ich diesmal etwas mit dem Geschmack gespielt und eine Kräuterpanier mit Kreuzkümmel gemacht.
Du brauchst dazu frische Kräuter:

Thymia,
Majoran
Salbei
Minze
einen TL Kreuzkümmelsamen, im Mörser zerstossen.

Die Kräuter hackst Du ganz fein und gibst sie mit dem Kreuzkümmel in die Schüssel mit dem verschlagenen Ei. Warum nicht in die Brösel? Nun, wenn die Kräuter zu den Bröseln kommen, kleben sie aussen am Pilz und verbrennen im Fett. So kleben sie am Ei und werden von den Bröseln überzogen.
Es ist wirklich lecker, wenn man dann beim Kauen mal Salbei, mal Thymian so leicht durch schmeckt, und der Kreuzkümmel gibt einen orientalischen Touch. Du kannst natürlich mit den Kräutern spielen, auch mal etwas Parmesan zu den Bröseln geben, dann hat man Parasol al Italia.

Die Parasol-Katastrophe

Parasol in Kräuterpanier….mmmhhhh lecker

Zu den Stielen: sie werden beim Parasol nicht mitgegessen, aber nicht weil sie etwa ungenießbar sind, nein, sie sind nur sehr grobfasrig. Aber bitte, bloß nicht wegwerfen! Man kann sie toll trocknen, denn sie haben diesen umwerfenden intensiven Pilzgeschmack. Schneide sie einmal längs durch und trockne sie vorsichtig im Backofen oder am Dörrapparat. Brich sie dann in kleine Stücke und hebe sie in einem luftdichten Glas auf. Schmecken super mitgekocht in Suppen, Risotto, Nudelsaucen etc.

Die Parasol-Katastrophe

Die Stiele des Parasol lassen sich super trocknen

Die Parasol-Katastrophe

Stiele nach dem trocknen in kleine Stücke brechen …

Die Parasol-Katastrophe

… und luftdicht aufbewahren

Also, sobald der Regen nachläßt, ab in den Wald, heuer ist genug für alle da!

 

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Bio Weideschwein vom Handlhof – Allerheiligen

Handlhof

Die Eigenschaft, dass wir Menschen Fleisch essen, ist ja bekannter Weise keine Entwicklung unserer Zeit, sondern so ungefähr 2 Millionen Jahre alt. Dass wir allerdings so enorm viel Fleisch essen, leider oft auch von fragwürdiger Qualität, das ist definitiv ein Übel der Neuzeit, ein sehr großes Übel sogar. Durch diese unfassbare Menge, die da pro Kopf verschlungen wird, ist die Art und Weise, wie die verspeisten Tiere gehalten und geschlachtet werden, auf ein Niveau gesunken, das uns eigentlich alle vor Scham in den Erdboden versinken lassen müsste, denn wir, die Konsumenten, sind daran schuld!

Rinder, Schweine, Hühner, Schafe, natürlich sind das sogenannte Nutztiere, aber das gibt uns nicht das Recht, sie zu schinden und zu quälen, im Gegenteil, früher einmal wurden diese Tiere besonders gut und mit Achtung behandelt, denn sie sollten ja gutes Fleisch liefern, und dazu mussten sie vorher ein gutes Leben haben!

Was können wir tun? Nun, alle Vegetarier und Veganer der Welt werden es nicht schaffen, den Fleischkonsum abzustellen, aber jeder Fleischkonsument hat die Macht, an der grauenvollen Massentierhaltung etwas zu ändern, nämlich ganz einfach dadurch, dass er kein Fleisch aus Massentierhaltung mehr kauft.

Kaufe kein Billigfleisch beim Diskonter, greife im Supermarkt zu den Bioprodukten, oder – noch viel besser – suche Dir einen Biobauern Deines Vertrauens, der ab Hof verkauft. Zahle etwas mehr für ein hochwertiges Stück Fleisch, iss dafür weniger davon, und vor allem NICHT SO OFT!

Ich habe eine kleine Bäuerin in Heiligenkreuz, die mir Hühner liefert (ganze Hendln, nicht nur die Brust!), Hochlandrinder beziehe ich aus kleiner privater Zucht kaum fünf Kilometer von mir, ich habe eine Quelle für Ziegenfleisch und ich habe den

BIOBAUERNHOF HANDL

für mein Bio – Schweinefleisch. Und diese Möglichkeit, sich das so zusammenzusuchen, hat heute jeder, auch wenn man in der Stadt lebt!

Handlhof

Foto von Fam. Handl, Bio Schwein vom Grill

 

Handlhof

Der Biohof Handl wird betrieben von Bettina und Franz Handl, einem sehr engagierten jungen Paar, gemeinsam mit den Eltern von Franz. Den Handlhof gibt es schon an die 200 Jahre, die Urgroßeltern und Großeltern hatten noch „von allem etwas“, wie es früher üblich war: Kühe für die Milch, Schweine für das Fleisch, Hühner für Fleisch und Eier, und natürlich einen großen Obst-und Gemüsegarten. Die Oma von Franz ist auch noch mit ihren Hendln auf den Markt gefahren.
Der Fortbestand ist bereits gesichert, Bettina und Franz haben drei Söhne, von klein bis mittelgroß, die zur Zeit noch viel Arbeit machen, in Zukunft aber sicher auch mit anpacken werden.
Die Haltung von Kühen hat der Junglandwirt aus Zeitgründen aufgelassen, alles andere ist geblieben. In dem schönen Hofladen, der sich in den letzten 10 Jahren immer weiter entwickelt hat,  bekommst Du alles, was am Hof gezüchtet, angebaut und verarbeitet wird, und das Angebot ist unglaublich groß: (wie schaffen sie das nur?)

Dinkelprodukte, Kürbiskernöl, Säfte, Essig, Essiggurkerln, Kartoffeln, Aufstriche, Schmalz, Knabberkerne, Brot, Eier und natürlich Bio-Schweinefleisch, Wurstwaren, Geselchtes, und Speck. Mein Gott, der Speck nach Lardo-Art schmeckt besser als der in Italien, der ist unglaublich! (aber es ist alles lecker!) Bedient und beraten wird man meist von Junglandwirtin Bettina selber, und es ist immer eine Freude, neben dem Einkauf auch einen netten Plausch zu halten und viele Tips zu bekommen.
Mein Sohn liebt besonders die Hartwürstel und den Paprikaspeck, und er ist sehr kritisch!

Handlhof

Foto von Fam. Handl

Der Franz hält zwei Arten von Bioschweinen: das „normale“ Bioschwein, das nach wie vor im Stall (aber in einem schönen, mit Freibereich), gehalten wird, und das Weideschwein. Auch er hat sich aus ethischen Gründen dafür entschieden, diesen Weg zu gehen. Franz ist der Meinung, dass die Tiere ein artgerechtes Leben führen müssen, um wirklich gutes Fleisch zu liefern, und so ist es auch sein Ziel, irgendwann all seine Schweine auf der Weide zu halten. Ein Schwein braucht viel Platz, muss in der Erde graben und sich im Schlamm suhlen können, dann ist es glücklich.
Natürlich ist diese Art der Haltung arbeitsaufwendiger und kostet mehr, daraus resultierend ist auch das Fleisch etwas hochpreisiger. Deshalb bietet er parallel auch noch das im Stall gehaltene Bioschwein an, um den Kunden langsam an den Biogedanken heranzuführen. Aber ganz ehrlich, ich muss nicht drei Mal im Jahr auf Urlaub fahren, aber bei dem, was ich in mich hineinstopfe, spare ich nicht!

Handlhof

Das „normale“ Bioschwein hat einen Luxusstall

Das Handel’sche Weideschwein ist  aus der Schwäbisch-Hällischen Rasse, Franz kreuzt es  mit dem Duroc Schwein. Das Gemüt dieser Tiere ist sehr ruhig und friedlich und sie haben beste Muttereigenschaften.

Handlhof

Schwäbisch-Hällisches Schwein

Handlhof

Duroc-Schwein

Auf der Weide gibt es einen geräumigen, trockenen Unterstand, Schattenbereiche und ein öffentliches Freibad. Mit dem Gülleanhänger liefert Franz Wasser auf die Weide, da wird dann täglich mal die Schlammmulde gefüllt und fertig ist das Gedränge! Das gibt die schönste Schweinerei, und ich könnte Stundenlang zusehen bei dem Schlammbad!

Handlhof

Im Freibad

Handlhof
Und Schweine sind ja ziemlich klug! Am Anfang haben sie beobachtet, wie der Franz bei dem Gülleanhänger das Wasser aufdreht. Eines Tages kommt er also auf die Weide und findet … einen kleinen See! Die Schweine wollten wohl nicht so lange auf ihr Bad warten und haben den Wasserhahn selbst aufgedreht!

Handlhof

Handlhof

Hitze macht durstig!

Regentage sind sehr beliebt, allerdings liegen Schweine gerne auf trockener Erde, und nach dem Regen ist natürlich oberhalb alles gatschig! Also was tun? Die Schweine schieben gemeinsam die nasse Erde zur Seite und bauen einen Wall aus dem Schlamm, und in der Mitte bleibt dann eine trockene Mulde zurück, in der sie dann kuscheln.

Handlhof

Ab in den Schatten!

Handlhof

Handlhof

Ein Gehege wie im Bilderbuch!

Was soll die Zukunft bringen? Franz und Bettina wollen sich ganz auf das Weideschwein verlegen, sie wollen auf Hausschlachtung umsteigen (geschlachtet wird zur Zeit noch in einem kleinen Schlachthof ganz in der Nähe), und – was ich ganz toll finde – es soll ein Onlinehandel mit Kühlversand aufgebaut werden!

Auch wenn Du vielleicht weiter fahren musst als ich, ich kann Dir nur sagen, unsere Umwelt und die Tiere sind die Mühe und den Mehraufwand wert, und Du selber solltest es Dir auch wert sein!

Biohof Handl
Franz und Bettina Handl
Allerheiligen 46
8412 Allerheiligen bei Wildon
Hofladen geöffnet Donnerstag, Freitag, Samstag

Hier der Link zur Facebookseite vom BIOHOF HANDL, hier findest Du alle wichtigen Termine, Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Fotos. Du kannst Dich auch per SMS benachrichtigen lassen, wenn es Frischfleisch gibt, Gustostücke unbedingt vorbestellen.
A guate Jausn und a Kernöl gibts oba imma, jeden Donnerstag, Freitag und Samstag, also, worauf woatest no?

 

Die Fotos vom gegrillten Schweinefleisch, den Geschenkkörben und dem Portrait der Beiden habe ich von Familie Handl bekommen, die restlichen Fotos durfte ich bei einer sehr netten, unterhaltsamen und informativen Hofführung selber schießen. Danke für den schönen Vormittag, liebe Bettina und Franz!

 

Handlhof

Bettina und Franz Handl inmitten ihrer „Schweinerei“

 

 

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Omas Teekanne

Omas Teekanne

Magst Du Vintage lifestyle? Magst Du Möbel und Accessoires aus Omas Zeiten, altes Geschirr und liebevoll nostalgisch dekorierte Räume? Findest Du die „English Tea Time“, sprich den Genuß einer guten Tasse Tee, begleitet von Scones und Törtchen, auch so genial wie ich?  Dann bist Du hier richtig – in OMAS TEEKANNE, am Nikolaiplatz 1 in 8020 Graz!

Zwei junge Frauen haben sich hier den Traum von nostalgischen Flair, begleitet von hausgemachten Köstlichkeiten, erfüllt und leben ihre Kreativität beim Backen und beim Einrichten aus.
Ich habe die nette Atmosphäre bereits mit meiner lieben Arbeitskollegin Verena ( auch verrückt nach Scones und England) genossen, unter anderem bei einem traditionellen „Afternoon Tea“: für jeden eine ganze Etagere voller Köstlichkeiten, begleitet von Tee soviel wir wollten!

Omas Teekanne Omas Teekanne Omas Teekanne

 

In den Sommermonaten gibt es statt Afternoon Tea nun den Sommerbrunch, Termine, Infos und schöne Fotos findest Du hier:

Sommerbrunch in Omas Teekanne

Für die Events sollte man sich auf jeden Fall anmelden, um wirklich ein Plätzchen zu bekommen! Das liebevolle kleine Lokal ist wirklich mal etwas anderes, also auf zu einer gemütlichen Tasse aus Omas Teegeschirr!

 

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Ein Wildkräuter – Spaziergang

Das erste gesunde Gemüse im Jahr ernten wir nicht im Gemüsegarten, das dauert noch etwas, nein, wir finden es gratis in Wald und Wiese. Ich stürze mich jedes Jahr begeistert auf die ersten Brennnesseln und den Bärlauch, aber da gibt es noch so viele andere Wildkräuter, die Du in Deinen Speiseplan einbauen kannst! Irgendwie hätte ich das vor einigen Jahren noch nicht so zugegeben, dass ich im Frühjahr mit einem Korb und 4 Tupperdosen ausrücke (mit Fotoapparat und Hund, und ohne Handy), um wie so ein schrulliges Kräuterweibl mit der Nase am Boden über die Wiesen zu ziehen. Aber irgendwie scheint das Kräutersammeln wieder in Mode zu kommen, wir sind wohl übersättigt mit den diversen Nahrungsergänzungspillen und Kraftelixieren, und besinnen uns zurück auf das unschlagbare Angebot der Natur, meist verfügbar direkt vor unserer Nase. Ich laufe also nicht Gefahr, am Scheiterhaufen zu landen.

Ich nehme Dich heute mit auf meinen Sammelpfad und zeige Dir, was ich da so alles ernte, um etwas Leckeres daraus zu machen oder es für den Winter zu trocknen. Die meisten dieser Wildpflanzen kennst Du sicher, so wie Sauerampfer, Brennnessel oder Spitzwegerich. Man kann sie ohne Angst ernten, denn da gibt es kaum Verwechslungen. Tolle Pflanzen sind auch Vogelmiere, Giersch oder Gundelrebe, auch wenn sie uns als hartnäckiges „Unkraut“ im Garten oft ärgern. Also, ernten, nicht ausreissen!

Wenn Dich die Materie interessiert, kann ich Dir nur raten, kaufe Dir ein Pflanzenbestimmungsbuch und gehe damit in die Natur, Du wirst einen Garten voller Wunder vorfinden.

Heute gibt es erst mal nur ein paar Fotos, in den nächsten Tagen zeige ich Dir mein Wildkräuterpesto. Es ist das beste Pesto, das ich je hatte!

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Gänseblümchen

Die ersten Frühlingsblümchen begrüßt man immer besonders begeistert, aber die wenigsten wissen, dass man viele der Blüten auch essen kann! Das hübsche Gänseblümchen zum Beispiel garniert Salate, Getränke oder einfach ein Butterbrot, die Blüten lassen sich wie Kapern einlegen, man kann sie trocknen für Tee und zum Pestomachen verwenden. Essbar sind auch Löwenzahnblüten, Veilchen, Taubnesselblüten und Fliederblüten.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Brennnessel

Die Brennnessel ist mein besonderer Liebling, sie hat einen ausgeprägten, frisch-würzigen Eigengeschmack und ist super vielseitig. (Spinat, Sauce, zum Nudelteig, Suppe etc.) Sie eignet sich auch besonders gut zum Trocknen, für Teemischungen oder zermahlen als Streuwürze über verschiedene Gerichte (Nudeln, Reis, Gemüsegerichte). Geerntet werden die obersten Spitzen, die kann man bis in den Hochsommer genießen.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Sauerampfer

Sauerampfer schmeckt frisch-säuerlich und schmeckt roh am besten. Er verliert auch in einem warmen Gericht sofort seine schöne grüne Farbe und wird bräunlich, geht aber natürlich trotzdem für die Frühlingskräutersuppe! Ich verarbeite ihn gerne zu Pesto, das wird unvergleichlich. Die kleinen Blättchen sind in den ersten Frühjahrswochen verwendbar. Meist kommt eine 2. Ernte im Spätsommer, wenn die Wiese dazwischen einmal gemäht wurde.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Klebriges Labkraut

Es hat eine sehr typische, unverwechselbare Erscheinung und klebt an der kKleidung. Schmeckt auch am leckersten roh, z.B. in Buttermischungen.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Waldmeister und Giersch

Hier ernte ich zwei tolle Waldkräuter auf einen Schlag. Den hübsch hellgrünen Waldmeister mit den rund um den Stengel angeordneten Blattrosetten, und den wertvollen Giersch mit den 3-teiligen Blätterbündeln. Waldmeister muss man etwas antrocknen lassen vor der Verwendung, erst dann entwickelt sich sein typisches Aroma. Getrocknet hält er sich ein Jahr.
Giersch ist supergesund und schmeckt roh im Pesto oder dem Smoothie ebenso wie als gedünstetes Blattgemüse oder Suppe. Geerntet werden die frischen kleinen Blätter, die findet man bis in den Spätherbst. Läßt sich auch gut trocknen und gibt mit getrockneter Brennnessel ein tolles Wildkräutersalz.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Vogelmiere

Die Vogelmiere kennen fast alle, die einen Gemüsegarten haben, als nerviges Unkraut. Dabei ist die Pflanze hübsch und zierlich und schmeckt erfrischend. Sie hat sehr mürbe, zarte Blättchen und eignet sich super für Salate.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Taubnessel

Die wunderschöne Taubnesselblüte haben wir wohl alle als Kinder ausgelutscht, der leichte Honiggeschmack passt toll zu Obstsalat und sieht entzückend aus, die Blüten können auch kandiert werden.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Löwenzahn

Ja, der Löwenzahn ist wohl allgemein bekannt, auch wegen seiner wunderschönen dottergelben essbaren Blüten. Er ist bitter, was sich mit seinem Alter steigert. Die Blätter sollte man also gleich im Frühjahr nutzen, da sind sie noch milder. Die Bitterstoffe sind jedoch sehr gesund und helfen gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Sehr lecker ist Löwenzahn im gemischten Blattsalat oder traditionell mit lauwarmen Kartoffeln und gebratenem Speck … mmhhhhh!
Ein weiteres super Wildgemüse ist der Spitzwegerich, den habe ich vergessen zu fotografieren. Ich war einfach überfordert. Spitzwegerich ist würzig und läßt sich auch sehr gut trocknen. Auch hier sind die Blütenstände essbar, man kann sie mit anderem Gemüse mitdünsten, sie schmecken etwas pilzartig.

Also, raus in die Natur, Korb mit leckerem Grün füllen und ab in die Küche!

 

 

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