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Bio Weideschwein vom Handlhof – Allerheiligen

Handlhof

Die Eigenschaft, dass wir Menschen Fleisch essen, ist ja bekannter Weise keine Entwicklung unserer Zeit, sondern so ungefähr 2 Millionen Jahre alt. Dass wir allerdings so enorm viel Fleisch essen, leider oft auch von fragwürdiger Qualität, das ist definitiv ein Übel der Neuzeit, ein sehr großes Übel sogar. Durch diese unfassbare Menge, die da pro Kopf verschlungen wird, ist die Art und Weise, wie die verspeisten Tiere gehalten und geschlachtet werden, auf ein Niveau gesunken, das uns eigentlich alle vor Scham in den Erdboden versinken lassen müsste, denn wir, die Konsumenten, sind daran schuld!

Rinder, Schweine, Hühner, Schafe, natürlich sind das sogenannte Nutztiere, aber das gibt uns nicht das Recht, sie zu schinden und zu quälen, im Gegenteil, früher einmal wurden diese Tiere besonders gut und mit Achtung behandelt, denn sie sollten ja gutes Fleisch liefern, und dazu mussten sie vorher ein gutes Leben haben!

Was können wir tun? Nun, alle Vegetarier und Veganer der Welt werden es nicht schaffen, den Fleischkonsum abzustellen, aber jeder Fleischkonsument hat die Macht, an der grauenvollen Massentierhaltung etwas zu ändern, nämlich ganz einfach dadurch, dass er kein Fleisch aus Massentierhaltung mehr kauft.

Kaufe kein Billigfleisch beim Diskonter, greife im Supermarkt zu den Bioprodukten, oder – noch viel besser – suche Dir einen Biobauern Deines Vertrauens, der ab Hof verkauft. Zahle etwas mehr für ein hochwertiges Stück Fleisch, iss dafür weniger davon, und vor allem NICHT SO OFT!

Ich habe eine kleine Bäuerin in Heiligenkreuz, die mir Hühner liefert (ganze Hendln, nicht nur die Brust!), Hochlandrinder beziehe ich aus kleiner privater Zucht kaum fünf Kilometer von mir, ich habe eine Quelle für Ziegenfleisch und ich habe den

BIOBAUERNHOF HANDL

für mein Bio – Schweinefleisch. Und diese Möglichkeit, sich das so zusammenzusuchen, hat heute jeder, auch wenn man in der Stadt lebt!

Handlhof

Foto von Fam. Handl, Bio Schwein vom Grill

 

Handlhof

Der Biohof Handl wird betrieben von Bettina und Franz Handl, einem sehr engagierten jungen Paar, gemeinsam mit den Eltern von Franz. Den Handlhof gibt es schon an die 200 Jahre, die Urgroßeltern und Großeltern hatten noch „von allem etwas“, wie es früher üblich war: Kühe für die Milch, Schweine für das Fleisch, Hühner für Fleisch und Eier, und natürlich einen großen Obst-und Gemüsegarten. Die Oma von Franz ist auch noch mit ihren Hendln auf den Markt gefahren.
Der Fortbestand ist bereits gesichert, Bettina und Franz haben drei Söhne, von klein bis mittelgroß, die zur Zeit noch viel Arbeit machen, in Zukunft aber sicher auch mit anpacken werden.
Die Haltung von Kühen hat der Junglandwirt aus Zeitgründen aufgelassen, alles andere ist geblieben. In dem schönen Hofladen, der sich in den letzten 10 Jahren immer weiter entwickelt hat,  bekommst Du alles, was am Hof gezüchtet, angebaut und verarbeitet wird, und das Angebot ist unglaublich groß: (wie schaffen sie das nur?)

Dinkelprodukte, Kürbiskernöl, Säfte, Essig, Essiggurkerln, Kartoffeln, Aufstriche, Schmalz, Knabberkerne, Brot, Eier und natürlich Bio-Schweinefleisch, Wurstwaren, Geselchtes, und Speck. Mein Gott, der Speck nach Lardo-Art schmeckt besser als der in Italien, der ist unglaublich! (aber es ist alles lecker!) Bedient und beraten wird man meist von Junglandwirtin Bettina selber, und es ist immer eine Freude, neben dem Einkauf auch einen netten Plausch zu halten und viele Tips zu bekommen.
Mein Sohn liebt besonders die Hartwürstel und den Paprikaspeck, und er ist sehr kritisch!

Handlhof

Foto von Fam. Handl

Der Franz hält zwei Arten von Bioschweinen: das „normale“ Bioschwein, das nach wie vor im Stall (aber in einem schönen, mit Freibereich), gehalten wird, und das Weideschwein. Auch er hat sich aus ethischen Gründen dafür entschieden, diesen Weg zu gehen. Franz ist der Meinung, dass die Tiere ein artgerechtes Leben führen müssen, um wirklich gutes Fleisch zu liefern, und so ist es auch sein Ziel, irgendwann all seine Schweine auf der Weide zu halten. Ein Schwein braucht viel Platz, muss in der Erde graben und sich im Schlamm suhlen können, dann ist es glücklich.
Natürlich ist diese Art der Haltung arbeitsaufwendiger und kostet mehr, daraus resultierend ist auch das Fleisch etwas hochpreisiger. Deshalb bietet er parallel auch noch das im Stall gehaltene Bioschwein an, um den Kunden langsam an den Biogedanken heranzuführen. Aber ganz ehrlich, ich muss nicht drei Mal im Jahr auf Urlaub fahren, aber bei dem, was ich in mich hineinstopfe, spare ich nicht!

Handlhof

Das „normale“ Bioschwein hat einen Luxusstall

Das Handel’sche Weideschwein ist  aus der Schwäbisch-Hällischen Rasse, Franz kreuzt es  mit dem Duroc Schwein. Das Gemüt dieser Tiere ist sehr ruhig und friedlich und sie haben beste Muttereigenschaften.

Handlhof

Schwäbisch-Hällisches Schwein

Handlhof

Duroc-Schwein

Auf der Weide gibt es einen geräumigen, trockenen Unterstand, Schattenbereiche und ein öffentliches Freibad. Mit dem Gülleanhänger liefert Franz Wasser auf die Weide, da wird dann täglich mal die Schlammmulde gefüllt und fertig ist das Gedränge! Das gibt die schönste Schweinerei, und ich könnte Stundenlang zusehen bei dem Schlammbad!

Handlhof

Im Freibad

Handlhof
Und Schweine sind ja ziemlich klug! Am Anfang haben sie beobachtet, wie der Franz bei dem Gülleanhänger das Wasser aufdreht. Eines Tages kommt er also auf die Weide und findet … einen kleinen See! Die Schweine wollten wohl nicht so lange auf ihr Bad warten und haben den Wasserhahn selbst aufgedreht!

Handlhof

Handlhof

Hitze macht durstig!

Regentage sind sehr beliebt, allerdings liegen Schweine gerne auf trockener Erde, und nach dem Regen ist natürlich oberhalb alles gatschig! Also was tun? Die Schweine schieben gemeinsam die nasse Erde zur Seite und bauen einen Wall aus dem Schlamm, und in der Mitte bleibt dann eine trockene Mulde zurück, in der sie dann kuscheln.

Handlhof

Ab in den Schatten!

Handlhof

Handlhof

Ein Gehege wie im Bilderbuch!

Was soll die Zukunft bringen? Franz und Bettina wollen sich ganz auf das Weideschwein verlegen, sie wollen auf Hausschlachtung umsteigen (geschlachtet wird zur Zeit noch in einem kleinen Schlachthof ganz in der Nähe), und – was ich ganz toll finde – es soll ein Onlinehandel mit Kühlversand aufgebaut werden!

Auch wenn Du vielleicht weiter fahren musst als ich, ich kann Dir nur sagen, unsere Umwelt und die Tiere sind die Mühe und den Mehraufwand wert, und Du selber solltest es Dir auch wert sein!

Biohof Handl
Franz und Bettina Handl
Allerheiligen 46
8412 Allerheiligen bei Wildon
Hofladen geöffnet Donnerstag, Freitag, Samstag

Hier der Link zur Facebookseite vom BIOHOF HANDL, hier findest Du alle wichtigen Termine, Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Fotos. Du kannst Dich auch per SMS benachrichtigen lassen, wenn es Frischfleisch gibt, Gustostücke unbedingt vorbestellen.
A guate Jausn und a Kernöl gibts oba imma, jeden Donnerstag, Freitag und Samstag, also, worauf woatest no?

 

Die Fotos vom gegrillten Schweinefleisch, den Geschenkkörben und dem Portrait der Beiden habe ich von Familie Handl bekommen, die restlichen Fotos durfte ich bei einer sehr netten, unterhaltsamen und informativen Hofführung selber schießen. Danke für den schönen Vormittag, liebe Bettina und Franz!

 

Handlhof

Bettina und Franz Handl inmitten ihrer „Schweinerei“

 

 

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Omas Teekanne

Omas Teekanne

Magst Du Vintage lifestyle? Magst Du Möbel und Accessoires aus Omas Zeiten, altes Geschirr und liebevoll nostalgisch dekorierte Räume? Findest Du die „English Tea Time“, sprich den Genuß einer guten Tasse Tee, begleitet von Scones und Törtchen, auch so genial wie ich?  Dann bist Du hier richtig – in OMAS TEEKANNE, am Nikolaiplatz 1 in 8020 Graz!

Zwei junge Frauen haben sich hier den Traum von nostalgischen Flair, begleitet von hausgemachten Köstlichkeiten, erfüllt und leben ihre Kreativität beim Backen und beim Einrichten aus.
Ich habe die nette Atmosphäre bereits mit meiner lieben Arbeitskollegin Verena ( auch verrückt nach Scones und England) genossen, unter anderem bei einem traditionellen „Afternoon Tea“: für jeden eine ganze Etagere voller Köstlichkeiten, begleitet von Tee soviel wir wollten!

Omas Teekanne Omas Teekanne Omas Teekanne

 

In den Sommermonaten gibt es statt Afternoon Tea nun den Sommerbrunch, Termine, Infos und schöne Fotos findest Du hier:

Sommerbrunch in Omas Teekanne

Für die Events sollte man sich auf jeden Fall anmelden, um wirklich ein Plätzchen zu bekommen! Das liebevolle kleine Lokal ist wirklich mal etwas anderes, also auf zu einer gemütlichen Tasse aus Omas Teegeschirr!

 

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Ein Wildkräuter – Spaziergang

Waldmeister

Das erste gesunde Gemüse im Jahr ernten wir nicht im Gemüsegarten, das dauert noch etwas, nein, wir finden es gratis in Wald und Wiese. Ich stürze mich jedes Jahr begeistert auf die ersten Brennnesseln und den Bärlauch, aber da gibt es noch so viele andere Wildkräuter, die Du in Deinen Speiseplan einbauen kannst! Irgendwie hätte ich das vor einigen Jahren noch nicht so zugegeben, dass ich im Frühjahr mit einem Korb und 4 Tupperdosen ausrücke (mit Fotoapparat und Hund, und ohne Handy), um wie so ein schrulliges Kräuterweibl mit der Nase am Boden über die Wiesen zu ziehen. Aber irgendwie scheint das Kräutersammeln wieder in Mode zu kommen, wir sind wohl übersättigt mit den diversen Nahrungsergänzungspillen und Kraftelixieren, und besinnen uns zurück auf das unschlagbare Angebot der Natur, meist verfügbar direkt vor unserer Nase. Ich laufe also nicht Gefahr, am Scheiterhaufen zu landen.

Ich nehme Dich heute mit auf meinen Sammelpfad und zeige Dir, was ich da so alles ernte, um etwas Leckeres daraus zu machen oder es für den Winter zu trocknen. Die meisten dieser Wildpflanzen kennst Du sicher, so wie Sauerampfer, Brennnessel oder Spitzwegerich. Man kann sie ohne Angst ernten, denn da gibt es kaum Verwechslungen. Tolle Pflanzen sind auch Vogelmiere, Giersch oder Gundelrebe, auch wenn sie uns als hartnäckiges „Unkraut“ im Garten oft ärgern. Also, ernten, nicht ausreissen!

Wenn Dich die Materie interessiert, kann ich Dir nur raten, kaufe Dir ein Pflanzenbestimmungsbuch und gehe damit in die Natur, Du wirst einen Garten voller Wunder vorfinden.

Heute gibt es erst mal nur ein paar Fotos, in den nächsten Tagen zeige ich Dir mein Wildkräuterpesto. Es ist das beste Pesto, das ich je hatte!

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Gänseblümchen

Die ersten Frühlingsblümchen begrüßt man immer besonders begeistert, aber die wenigsten wissen, dass man viele der Blüten auch essen kann! Das hübsche Gänseblümchen zum Beispiel garniert Salate, Getränke oder einfach ein Butterbrot, die Blüten lassen sich wie Kapern einlegen, man kann sie trocknen für Tee und zum Pestomachen verwenden. Essbar sind auch Löwenzahnblüten, Veilchen, Taubnesselblüten und Fliederblüten.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Brennnessel

Die Brennnessel ist mein besonderer Liebling, sie hat einen ausgeprägten, frisch-würzigen Eigengeschmack und ist super vielseitig. (Spinat, Sauce, zum Nudelteig, Suppe etc.) Sie eignet sich auch besonders gut zum Trocknen, für Teemischungen oder zermahlen als Streuwürze über verschiedene Gerichte (Nudeln, Reis, Gemüsegerichte). Geerntet werden die obersten Spitzen, die kann man bis in den Hochsommer genießen.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Sauerampfer

Sauerampfer schmeckt frisch-säuerlich und schmeckt roh am besten. Er verliert auch in einem warmen Gericht sofort seine schöne grüne Farbe und wird bräunlich, geht aber natürlich trotzdem für die Frühlingskräutersuppe! Ich verarbeite ihn gerne zu Pesto, das wird unvergleichlich. Die kleinen Blättchen sind in den ersten Frühjahrswochen verwendbar. Meist kommt eine 2. Ernte im Spätsommer, wenn die Wiese dazwischen einmal gemäht wurde.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Klebriges Labkraut

Es hat eine sehr typische, unverwechselbare Erscheinung und klebt an der kKleidung. Schmeckt auch am leckersten roh, z.B. in Buttermischungen.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Waldmeister und Giersch

Hier ernte ich zwei tolle Waldkräuter auf einen Schlag. Den hübsch hellgrünen Waldmeister mit den rund um den Stengel angeordneten Blattrosetten, und den wertvollen Giersch mit den 3-teiligen Blätterbündeln. Waldmeister muss man etwas antrocknen lassen vor der Verwendung, erst dann entwickelt sich sein typisches Aroma. Getrocknet hält er sich ein Jahr.
Giersch ist supergesund und schmeckt roh im Pesto oder dem Smoothie ebenso wie als gedünstetes Blattgemüse oder Suppe. Geerntet werden die frischen kleinen Blätter, die findet man bis in den Spätherbst. Läßt sich auch gut trocknen und gibt mit getrockneter Brennnessel ein tolles Wildkräutersalz.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Vogelmiere

Die Vogelmiere kennen fast alle, die einen Gemüsegarten haben, als nerviges Unkraut. Dabei ist die Pflanze hübsch und zierlich und schmeckt erfrischend. Sie hat sehr mürbe, zarte Blättchen und eignet sich super für Salate.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Taubnessel

Die wunderschöne Taubnesselblüte haben wir wohl alle als Kinder ausgelutscht, der leichte Honiggeschmack passt toll zu Obstsalat und sieht entzückend aus, die Blüten können auch kandiert werden.

Ein Wildkräuter-Spaziergang

Löwenzahn

Ja, der Löwenzahn ist wohl allgemein bekannt, auch wegen seiner wunderschönen dottergelben essbaren Blüten. Er ist bitter, was sich mit seinem Alter steigert. Die Blätter sollte man also gleich im Frühjahr nutzen, da sind sie noch milder. Die Bitterstoffe sind jedoch sehr gesund und helfen gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Sehr lecker ist Löwenzahn im gemischten Blattsalat oder traditionell mit lauwarmen Kartoffeln und gebratenem Speck … mmhhhhh!
Ein weiteres super Wildgemüse ist der Spitzwegerich, den habe ich vergessen zu fotografieren. Ich war einfach überfordert. Spitzwegerich ist würzig und läßt sich auch sehr gut trocknen. Auch hier sind die Blütenstände essbar, man kann sie mit anderem Gemüse mitdünsten, sie schmecken etwas pilzartig.

Also, raus in die Natur, Korb mit leckerem Grün füllen und ab in die Küche!

 

 

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Urlaub mit Suchtfaktor: Toscana

Toscana 2016

Ich melde mich zurück, nach einer Sommerpause und einem Kulturschock, der mich nach meinem Toscanaurlaub nicht mehr loslassen will. Alles, wofür die Italiener so berühmt sind, findet man dort in so vollendeter Form, dass sogar das Klischee übertroffen wird:
Unglaublich gutes Essen, herzliche Gastfreundschaft, Landschaften zum Träumen, Märkte voll mit Gemüse, Ramsch und lauten Gesprächen, malerische Sonnenuntergänge bei Kaffee und Vin Santo … und natürlich das selige „Dolce far Niente“, dieses süße Nichtstun, das Körper und Seele regeneriert.

Linus, der Hund unserer Wirtin, beim Dolce far Niente

Linus, der Hund unserer Wirtin, beim Dolce far Niente

Dort im Herzen von Italien wird mir bewusst, wieviel Lebensfreude wir hier in Mitteleuropa eingebüßt haben, mit unserem ewigen Perfektionismus und ständigem Streben nach mehr … wofür? Dass wir dann aus Zeitmangel Fertigfutter in uns hineinstopfen und uns abends lieber vor den Glotzer setzen als ein gutes Gespräch mit dem Partner zu suchen?!
Die Toscaner leben mit den Jahreszeiten und sind sehr naturverbunden. Im Sommer gibt es Berge von Obst und Gemüse, im Winter viel Bohnen, Linsen, alles was im Sommer eingekocht wurde, und Wildfleisch. Es gibt Supermärkte, ja, aber bei weitem nicht so viele wie hier, dafür haben sie  diese kleinen Geschäftchen, wo man vom frischen Brot über Wildschweinsalami bis zu Rexgläsern und Küchenuhren alles kaufen kann, ein gutes Tratscherl natürlich inklusive.
Ich habe viel mitgenommen aus diesem Urlaub, nicht nur Berge von Delikatessen ( war ja klar ), sondern auch Gedanken, Gefühle und Erkenntnisse, die mir hoffentlich in düsteren Momenten helfen werden. Ich kanns nur immer wieder sagen: das wichtigste, was wir Menschen haben, ist die Natur, in der wir leben, und unsere Familie. Punkt. Und dazu braucht es keinen großen Reichtum!

Nach diesem sehr philosophischen Start wende ich mich nun sogleich den leiblichen Genüssen zu. Ich nehme Dich erst mal mit nach Volterra, wo wir die ersten Stunden des Urlaubs damit verbracht haben, Delikatessengeschäfte zu plündern (für die Abendjause im Quartier!), einen Olivenholz-Nudelwalker zu kaufen (meinen vierten … ), ewig bei Rotwein und Pizza an einem winzigen Tisch sitzenzubleiben und uns restlos in diesen Ort zu verlieben.

Toscana 2016 Toscana 2016

Volterra liegt in der toskanischen Provinz Pisa, ca. 50 km vom Meer entfernt.Der Ort stammt bereits aus Etruskischer Zeit, etwa im 4. Jhd. v.Chr. wurden mehrere kleinere Siedlungen zusammengelegt und von den Etruskern mit einer 7 Kilometer langen Ringmauer umbaut.Von dieser etruskischen Stadtmauer ist als einziges Tor die Porta all’Arco gut erhalten. Eine weitere Sehenswürdigkeit aus der Antike ist das Teatro Romano, erbaut zur Zeit des Kaisers Augustus.
Berühmt ist Volterra heute wegen seiner wunderschönen Lage, dem bestens erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern und für seine Alabaster – Werkstätten.

Nach diesen ersten mittelalterlichen Eindrücken fahren wir endlich unserem Quartier entgegen. Wir wohnen auf einem Hügel neben dem entzückenden mittelalterlichen (auch wieder!) Städtchen Suvereto, ca. 15 km vom  Tyrrhenischen Meer entfernt. Das Quartier ist ein Agriturismo Betrieb – also so etwas wie Urlaub am Bauernhof, mit eigenem Olivenöl und Weinanbau (Agriturismo LE FORESTE) . Die reifen Feigen hängen uns fast in den Mund hinein, es gibt Orangen – und Pomeranzenbäume, Olivenhaine, Rosmarin – und Lorbeerbüsche, und viele Hunde und Katzen.Wir haben natürlich Urlaub mit Hund gebucht, und ich habe wohl kaum in einem Urlaub soviel Tierliebe und Freundlichkeit unserem Hund gegnüber erlebt wie in der Toscana. Wir waren überall willkommen, in Volterra wurde er von der Besitzerin eines schönen Delikatessenladens sogar ins Geschäft geholt und mit Trüffelkäse gefüttert! ( Sie war begeistert dass es Mascha geschmeckt hat!)

Die Steinhäuser links sind unser Agriturismo

Die Steinhäuser links sind unser Agriturismo

Unsere Mascha

Unsere Mascha

Wir verbringen unsere Tage sehr geruhsam. Tagsüber gehts mal mit Mascha ans Meer, es gibt eigene Hundestrände (mit Hundedusche und Hundepavillion) oder relativ einsame Buchten. Oder wir schlendern durch die Olivenhaine über die Hügel und sammeln Wildkräuter. Abends koche ich (frische Muscheln oder Kalmar!) oder wir gehen nach Suvereto essen und genießen diese typisch italienischen Kleinstadtszenen. (Männer diskutieren im Cafe, Frauen sitzen am Dorfplatz vor der Kirche und tratschen, Vespas und Miniautos machen die engen Gassen unsicher, und Wäscheleinen, überall Wäscheleinen, ich kann gar nicht genug davon bekommen!)

Der letzte Morgen – er musste ja kommen, ich verabschiede mich tieftraurig von „unserem“ Hügel und unserer sooo herzlichen Wirtin! Das Auto ist voll mit Olivenöl, Rotwein, Zwiebeln, Knoblauch, Feigen, Kräutern und schönen Erinnerungen. Ich heule echt selten, fahre sonst immer gerne wieder heim, aber diesmal ist es anders. Irgend etwas hat sich in meine Seele geschlichen und läßt mich nicht mehr los. Die Menschen und die Landschaft prägen sich ein, und ich denke wenn man sie liebt, dann ist es für immer.

Die sehr karge, aber unglaublich schöne, friedliche Landschaft um Volterra

Die sehr karge, aber unglaublich schöne, friedliche Landschaft um Volterra

Der Link zu unserem wunderschönen Quartier:

Agriturismo LE FORESTE

Weltklasse Olivenöl, herrlicher roter Landwein, die Hausherrin Edith ist Deutsch-Schweizerin, es gibt also keinerlei Sprachprobleme, dafür viele Tips und nette Gespräche!
Die Lage ist umwerfend!

 

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Oster-Nachruf und Restlverwertung

Osterfleich-Ravioli

Eine Woche ist es nun her, das schöne Osterfest, und ich habe es nicht geschafft, einen „Osterpost“ online zu bringen! Oh Schande! Zu wenig Zeit? Wohl eher nicht, die Zeit die uns zur Verfügung steht bleibt ja immer gleich, aber ich glaube man wird ja doch mit steigendem Alter etwas langsamer (Betonung auf „Etwas“). Soll heissen, wenn ich früher drei Dinge in einer Stunde erledigt habe, sind es jetzt nur noch zwei.
Praktisches Beispiel: Ich habe es geschafft, die Osterjause herzurichten und zu essen, aber das Fotografieren ist sich beim Besten Willen nimmer ausgegangen! Und dann war die Jause weg, und Ostern auch. Nur der Osterschinken nicht, und um diesen dreht es sich heute.
Fast jeder von uns kennt es und hat es tagelang nach Ostern im Kühlschrank herumkullern, oder wochenlang im Tiefkühler : das obligatorische übriggebliebene Stück vom Osterschinken. Huch, schon wieder zuviel besorgt, jedes Jahr die gleiche Angst, es könnte zu wenig sein. Einziger Ausweg: eine Schinkenfleckerlparty!

Jedoch, Ostern ist schon traditionell genug, ich habe heuer mit der Schinkenfleckerl – Tradition gebrochen und den Schinken in Nudeltascherl – Fülle verwandelt, einfach lecker!
Beim durchforsten meines eigenen Blogs bin ich auf meinen älteren Post über Nudeltaschen gestolpert, damals gefüllt mit Resten vom Grillen, und schon war der Schinkenrest gedanklich faschiert.
Link zum Nudeltascherlpost:  Herzerl Ravioli

Osterfleich-Ravioli

Osterfleich für die Fülle

Du bekommst also von mir heute kein richtiges Rezept, sondern einen Tip, eine Idee. Mengenangaben vergessen wir also gleich, ich beschreibe einfach den Tathergang.

Den Nudelteig bereitest Du als Erstes zu, damit er eine Stunde rasten kann, bitte verwende mein Rezept aus eben genanntem Post: Herzerl Ravioli , ich habe dem Teig diesmal allerdings  feingehackten Bärlauch (frisch aus dem Auwald) zugefügt.

Osterfleich-Ravioli

Nudelteig mit gehacktem Bärlauch

Für die Fülle nimmst Du:
den Schinkenrest, kleingeschnitten
2 hartgekochte Eier (ohne Schale, natürlich)
Bärlauch oder Schnittlauch, ein ordentliches Sträußchen, kleingeschnitten
eine nicht zu scharfe Chilischote oder eine rote Paprikaschote
Anmerkung: schmecke die Masse ab, meist ist kein zusätzliches Salz mehr nötig, oder vielleicht nur eine Prise,  durch den würzigen Osterschinken!

Ich habe für die Teigmenge etwa 400 Gramm Fülle benötigt.

Gib alles in den Blitzhacker oder, wie ich es mache, in den Food Processor (sehr praktisches Küchengerät), und hacke es fein, es soll aber noch krümelig sein wie Faschiertes, also nicht zu lange hechseln!

Osterfleich-Ravioli

Die gehackten Osterreste

Fülle fertig, Teig portionsweise mit einer Nudelmaschine zu langen dünnen Bändern ausrollen (oder händisch … stöhn!), mit 5 cm Zwischenraum Walnußgroße Häufchen Fülle auf die Hälfte der Bänder geben, zweite Hälfte des Streifens darüberlegen und Tascherl ausstechen. Dazu gibt es eigene Ausstecher für Nudeltaschen, ein Teigrad geht aber auch.

Osterfleich-Ravioli

Tascherlproduktion wie am Fließband

Osterfleich-Ravioli

Mein genialer Ravioliausstecher

Ist die Tascherlproduktion abgeschlossen, kochst Du in einem 5 Liter Topf Wasser + 1 EL Salz auf, gib die Tascherln hinein und koche sie etwa 8 Minuten. Gieße das Wasser ab und richte die Nudeln auf einem tiefen Teller an, ich habe sie mit etwas erhitztem Tomatensugo und etwas geschmolzener Butter übergossen und mit Parmesan bestreut.

Osterfleich-Ravioli

eine italienisch-steirische Koproduktion….Osterfleischreste für Gourmets!

Meine Osterfleisch- Nudeltaschen sind lecker würzig und deftig, sie würden sich auch sehr gut als Suppeneinlage eignen. Du könntest die Osterfleischfülle natürlich auch in einen Blätterteigstrudel einrollen, geht schnell und ist auch eine tolle Verwertung.

So, nachdem wir nun den Schinken vernichtet haben, gibt es noch einen „Osternachruf“ in Form von ein paar Fotos unseres Osterfeuers, wir hier am Land dürfen dieser schönen Tradition ja noch nachkommen, und ausserdem muss ich Dir die Osterpinzen meiner Mama zeigen! Niemand macht solche Pinzen, sie sind nicht nur wunderschön, sondern auch total lecker, das kann halt nur die Mama! Vielleicht kann ich ihr nächstes Jahr das Rezept abluchsen und zugleich einen Kurs bei ihr machen, dann gibts einen Osterpinzen – Post, versprochen!
(Falls Du es nicht kennst: Osterpinzen ist ein bei uns sehr traditionelles kleines österliches Weissbrötchen, fast wie aus Briocheteig, sehr feinporig und reichhaltig.)

Mamas Osterpinzen

Mamas unvergleichliche Osterpinzen

 

Mamas Osterpinzen

Pinzen – Tutorial folgt nächstes Jahr

 

Osterfeuer

Osterfeuer

 

Osterfeuer

Osterfeuer

Frohe Ostern kann ich Dir ja nun nicht mehr wünschen, aber viel Spass bei der Restlküche!

 

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