Monat: August 2017

Chili-Erdnussöl und Chili-Gewürzmischung

Chili-Erdnussöl und Chili-Gewürzmischung

Ach wie schön, es ist wieder mal Chili-Erntezeit, und in meiner Küche geht es sehr scharf zu! (keine falschen Schlüsse bitte!)
Einige wunderschöne Sorten sind heuer wieder dabei, ich muss mich immer überwinden, die reifen Schoten zu ernten, denn sie sind einfach sooo hübsch auf ihrem Strauch. (Obwohl, rosarote gibt es noch nicht…sollte ich mal zu züchten versuchen)

Chili-Erdnussöl und Chili-Gewürzmischung
Ich habe dieses Jahr einige Pflanzen bei Hofer gekauft, es waren überall in den Töpfen kleine Schildchen mit der zu erwartenden Sorte drin, die stecke ich dann beim Einpflanzen immer daneben mit in die Erde. Als die Früchtchen sich zu entwickeln begannen, kam es mir dann teilweise schon seltsam vor, sie haben alle irgendwie anders ausgesehen. Bei einem Strauch wurden die Schoten immer größer, und ich dachte, oh Gott, meine Chilis mutieren! Das ist meine herrliche Komposterde! Bis ich dann erstaunt erkennen musste: das wird eine Paprika und keine Chili.
Jawohl, die Schildchen waren fast alle falsch, aber letztlich sind die Früchte toll geworden, auch die Paprika, und ich habe es geschafft, die Sorten mithilfe meines Chilibuches einzuordnen. Nur das Verkosten ist halt sehr gefährlich, denn die Schärfegrade sind ja auch hinfällig, und ich merke erst was los ist, wenn ich hineinbeisse. Na bravo!

Chili-Erdnussöl und Chili-Gewürzmischung Chili-Erdnussöl und Chili-Gewürzmischung
Bis jetzt habe ich überlebt, und nun beginne ich wie jedes Jahr, die Ernteflut zu verwerten und für den Winter haltbar zu machen. Heute habe ich für Dich ein Chiliöl mit Erdnüssen und eine Gewürzmischung mit getrockneten Chilis, toll für Grillmarinaden, Asia-Gerichte und für Gewürznüsse!
Chiliöl bereite ich eigentlich immer zu, sobald es mir knapp wird, die Herstellung gelingt ja mit frischen sowie mit getrockneten Früchten (botanisch richtig sind es Beeren!), ein Rezept dafür hatte ich schon einmal auf meinen Blog gestellt: Beitrag „Knoblauch-und Chiliöl„. Dieses Jahr habe ich es in Kombination mit Erdnüssen versucht, ist toll geworden!

Chili-Erdnussöl

Zutaten, für 300 ml Öl
3 Knoblauchzehen, geschält

1 scharfe Chilischote (z.B. Habanero)
1 mittelscharfe Chilischote (z.B. Jalapeno)
300 ml Erdnussöl (Reformhaus)
3 EL rohe, ungesalzene Erdnüsse
½ TL Salz

Zubereitung (10 Min.)
Knoblauchzehen im Mörser etwas zerquetschen, Chilischoten einmal durchschneiden, Stiele und Samen entfernen.
In eine kleine Kasserolle so viel von dem Erdnussöl geben, dass der Boden bedeckt ist, Öl erhitzen und die Erdnüsse darin anrösten, bis sie bräunen (Achtung, das geht sehr schnell!)
Sofort mit dem restlichen Öl ablöschen, Knoblauch, Chilischoten und Salz zugeben, nochmal vorsichtig erhitzen, alles heiß in ein steriles Rexglas füllen, verschließen. 10 Tage durchziehen lassen, dann durch ein Sieb gießen und in eine Flasche geben. 4 Monate haltbar, kühl und dunkel lagern.
Wenn Du magst, kannst Du in das abgegossene Öl wieder eine getrocknete Schote hineingeben, dann wird es noch schärfer.

Das Öl passt zu allen asiatischen und mexikanischen Gerichten sowie zu ausgefallenen Salaten. Die Erdnüsse kannst Du für orientalische Eintopfgerichte verwendet werden!

Chili-Erdnussöl und Chili-Gewürzmischung

Nun zeige ich Dir noch eine

Gewürzmischung mit getrockneten Chilischoten

Zutaten für ca. 40 g Gewürz
20 g getrocknete, mittelscharfe Chilischoten, ohne Stiele und Kerne

5 g Kümmel, ganz
5 g Fenchelsamen, ganz
5 g Senfkörner, ganz
5 g Majoran, getrocknet
½ TL Salz

Zubereitung (10 Min.)
Die Chilischoten müssen so trocken sein, dass sie krachen! Alle Zutaten bis auf den Majoran und das Salz in eine elektrische Gewürzmühle oder einen Blitzhacker  geben und fein mahlen. Majoran und Salz zugeben, nochmal kurz einschalten, bis alles vermengt ist.
In einer dunklen, luftdichten Gewürzdose aufbewahren, innerhalb von 3 Monaten verbrauchen.
Für Chili Con Carne und andere Eintöpfe, Erdäpfelgulasch, scharfe Bratkartoffeln etc.

Chili-Erdnussöl und Chili-Gewürzmischung

Für eine schnelle Fleischmarinade verrührst Du 1 EL Chili-Gewürzmischung mit 100 ml Buttermilch und  3 EL  Olivenöl, gieße dies über die Fleischstücke (z.B. Rind, Schwein, Pute oder Huhn) und lasse alles zugedeckt einige Stunden ziehen .

Ich habe ja schon einmal in einem Beitrag gezeigt, wie Du diese leckeren gewürzten Nüsse machen kannst, die man in Spanien oder Italien serviert bekommt, wenn man in einer Bar etwas zu Trinken bestellt.
(Beitrag: Gewürznüsse).
Dieses Gewürz eignet sich besonders gut dafür!

Pikante Chiligewürz-Nüsse

Zutaten für 200 g
200 g gemischte Nüsse (Walnüsse, Pekannüsse, Mandeln …)

3 EL Eiweiß
1 schwacher EL Chili-Gewürzmischung
¼ TL Salz

Zubereitung (10 Min.)
Backofen vorheizen auf 160 ° C Heißluft. Eiweiß leicht verschlagen, Gewürzmischung und Salz unterrühren, Nüsse in einer Schüssel mit dem gewürzten Eiweiß gut vermengen, auf einem geölten Backblech verteilen und etwa 15 bis 20 Minuten backen, die Nüsse dabei einige Male wenden. Abkühlen und in einer Snackschale zum Aperitif reichen.

Chili-Erdnussöl und Chili-Gewürzmischung

Diese Rezepte habe ich eigentlich für die aktuelle September-Ausgabe von KOCHEN UND KÜCHE ausgearbeitet, aber soviel Chili hatte einfach nicht Platz! Das Öl und die Würzmischung sind aber so gut geworden, dass ich sie immer wieder machen werde und deshalb wollte ich sie Dir nicht vorenthalten. In kurzer Zeit gibt es dann wieder ein Rezept aus der Zeitschrift hier am Blog: Selbstgemachte Tacos mit Chilirohkost und faschiertem knusprigem Rindfleisch! Also bis bald …

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KOCHEN UND KÜCHE im August: Der Liebstöckel

Liebstöckel

cover_augustMein Beitrag in der August-Ausgabe von KOCHEN UND KÜCHE beschäftigt sich mit Liebstöckel, es gibt wieder viele allgemeine Tips und drei Rezepte, eines davon habe ich für Dich jetzt hier auf meinem Blog:

Hausgemachtes Suppengewürz aus gedörrtem Gemüse und getrocknetem Liebstöckel

In der Zeitschrift findest Du weiters:

Hühnereintopf mit Liebstöckel und Kräuter-Würzöl

Liebstöckel-Gemüsefond mit Liebstöckelschöberl

Allgemeines über den Liebstöckel

Wenn Du einen Gemüsegarten hast, oder vielleicht die Mama oder die Oma, dann kennst Du Liebstöckel bestimmt. Er wächst in großen Büschen, mit üppigen grünen fransigen Blättern, und riecht sehr intensiv wenn man ihn reibt.
Er riecht nach Suppe, sagen viele, naja klar, weil man ihn meist dazu gibt, wenn man einen Fond kocht, und deshalb riecht Liebstöckel wie Suppe … oder Suppe nach Liebstöckel … na egal.

 

Liebstöckel

Das Kraut hat jedenfalls ein unverwechselbares, intensiv würziges, sellerieartiges Aroma und ist ein wichtiger Geschmackgeber für Fonds, Suppen und Eintöpfe. Die jungen Blätter kannst Du zu Salat oder Gemüsegerichten geben, die Samen können Brotteig anreichern oder über Salate und Bratkartoffeln gestreut werden. Auch die jungen, dünnen Stiele kannst Du kleingeschnitten in Schmorgerichten verwenden.
Auch Rührei mit kleingehacktem Liebstöckel ist etwas ganz Besonderes!
Liebstöckelblätter können im Ganzen oder gehackt eingefroren werden, man kann sie zu Liebstöckelbutter verarbeiten und damit fertigen Gerichten noch etwas Raffinesse hinzufügen.
Das Kraut lässt sich hervorragend trocknen, der Geschmack wird dann fast noch intensiver.

Liebstöckel

Liebstöckelblüte

Nun zeige ich Dir, was man alles mit Liebstöckel machen kann!

Selbstgemachtes Suppengewürz aus gedörrtem Gemüse und Liebstöckel (Rezept für KOCHEN UND KÜCHE August)

Viel besser und gesünder als alles was Du kaufen kannst, und wirklich einfach herzustellen.

Zutaten (optional, kann nach Belieben kombiniert werden)
ergibt ca. ein mittelgroßes Marmeladeglas gemahlenes Gewürz

4 große Karotten
4 Petersilienwurzeln
2 mittelgroße, feste Zucchini
eine Sellerieknolle
2 Pastinaken
2 Fenchelknollen
2 Stangen Lauch
ein großer Bund frische Liebstöckelzweige

Zubereitung (30 Minuten, ohne Dörrzeit)

Gemüse nach Bedarf waschen bzw. putzen und quer zur Längsrichtung in etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden, Sellerie zuvor halbieren.
Die Scheiben auf die Gitter eines Dörrgerätes oder auf mit Backpapier belegte Backbleche legen.

Liebstöckel

Die Menge füllt etwa 3 Gitter bzw. 2 Bleche. Die Liebstöckelzweige locker darüber verteilen.
Die Gitter auf dem Dörrapparat anordnen und das Gemüse dörren, bis es wirklich ganz trocken und hart ist. Die Anordnung der Lagen dabei zwei Mal ändern.
Zum Dörren im Backofen vorheizen auf 50 ° C Heißluft, Bleche einschieben, mit einem Kochlöffelstiel die Türe einen Spalt offen halten.
Der Vorgang dauert etwa 6 bis 8 Stunden, je nach Feuchtigkeitsgehalt des Gemüses, am besten immer wieder nachsehen.
Das gedörrte Suppengemüse kann nun in einem luftdichten Vorratsglas aufbewahrt und direkt vor Gebrauch gemahlen werden, oder man gibt es sogleich in einen Blender oder Blitzhacker, zermahlt  es zur gewünschten Feinheit, mischt nach Belieben einen EL Meersalz dazu und bewahrt es Luft – und Lichtgeschützt auf.
Das Suppengewürz kommt bei der Herstellung jeder Art von Fond zum Einsatz, schmeckt aber auch toll in Nudelsaucen, würzt Risotto und Reisgerichte sowie Eintöpfe und gemischtes Gemüse (Ratatouille). Es wird immer mitgekocht, kommt also zu Beginn der Kochzeit in den Topf.

Liebstöckel

Lasse beim Mahlen das Gewürz eher grobkörnig , so bleibt es beim Durchseihen des Fonds im Sieb, und andererseits sieht man bei einem Gericht wie z.B. Risotto die hübschen Gemüsepunkte  noch in der fertigen Speise.

Liebstöckel

Und damit die Lust auf Liebstöckel so richtig groß wird, hier noch die Fotos und nochmal der Link zu den weiteren Rezepten:

Hühnereintopf mit Liebstöckel und Kräuter-Würzöl

Liebstöckel

Liebstöckel-Gemüsefond mit Liebstöckelschöberl

Liebstöckel

Versuche es einfach mal mit Liebstöckel, er macht vieles ein bißchen würziger! (aber nicht in den Schokokuchen tun, das geht nur mit Chili!)

 

 

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