Monat: Februar 2017

Chinakohlrouladen mit Quinoa-Fülle

Chinakohlrouladen

Im Geiste bin ich schon wieder in meinem Gemüsegarten am Werkeln, Hinterteil in der Höhe, es lebe der Rundrücken…bis ich mich irgendwann nicht mehr gerade aufrichten kann. Naja, Hauptsache ich kann als Bucklige noch essen. Aber ich fürchte es werden noch einige grausliche Tage vergehen, bis ich da draussen wieder etwas in die Erde bringe …es ist entweder noch gefroren oder gatschig, auf jeden Fall bin ich von sprießendem Gemüse noch weit entfernt. (Abgesehen von selbstgezogener Kresse auf der Fensterbank). Aber, um die Sehnsucht etwas zu mildern, gibt es heute wieder einmal etwas Vegetarisches mit Wintergemüse und Körndln. Chinakohl kann man ja die ganzen Wintermonate durch in guter Qualität bekommen, wir essen ihn gerne als Salat, natürlich mit Bergen von Kernöl (vor allem wenn mein Sohn das Dressing macht), heute umhüllt er eine leckere Quinoafülle.

Quinoa ist der sehr gesunde Samen der aus Südamerika stammenden Quinoapflanze. Quinoa hat einen sehr hohen Nährstoffgehalt, d.h. einen hohen Anteil an Eiweiss, Vitaminen, Mineralstoffen und  Antioxidantien, und es ist glutenfrei.
Quinoa senkt den Blutzuckerwert, wirkt gegen Übersäuerung (basisches Nahrungsmittel!), hilft bei Migräneattacken und unterstützt beim Abnehmen. Du siehst also, meine tollen Rouladen kannst Du jeden Tag essen! (aber nicht hinterher Buttercremetorte …)

Zutaten für ca. 10 Rouladen:

250 Gramm Quinoa
doppelte Menge Wasser
2 EL Sesamöl
1/2 TL Salz, Gewürze
150 Gramm Ziegenschnittkäse, gerieben (oder Schafkäse)
2 Eier
3 EL Creme Fraiche
Einen Kopf Chinakohl
etwas Paprikapulver
ca. 100 ml Sahne

Entferne vom Chinakohl die äusseren 2-3  Blätter , löse 10 schöne Blätter ab, sodass sie ganz bleiben. Gib sie in einen Topf mit kochendem Salzwasser und blanchiere sie etwa 3 Minuten, bis der feste hintere Teil biegsam ist. Schrecke die Blätter in eiskaltem Wasser ab und stelle sie beiseite.

Chinakohlrouladen

Chinakohlblätter kurz blanchieren

Gib das Quinoa in eine Kasserole und füge die doppelte Volumsmenge Wasser dazu sowie etwas Salz, das Öl und Gewürze. Ich habe hier ein wenig von meiner arabischen Baharat-Gewürzmischung hinzugefügt, toll sind auch Currygewürzmischungen, aber auch jede Art von getrockneten Kräutern.
Koche das Wasser auf und lasse das Quinoa etwa 20 Minuten sanft köcheln. Es ist fertig gegart, wenn die Körnchen schön weich, aber noch etwas knackig sind. Ganz auskühlen lassen!
Mische nun in einer Schüssel Quinoa, Käse, Eier und Creme Fraiche gut durch, schmecke ab  und lasse die Masse etwa 15 Minuten durchziehen.
Bereite eine flache Auflaufform vor, indem Du sie mit etwas Öl einfettest, und heize den Backofen vor auf 180 Grad. Nimm Dir nun das erste Chinakohlblatt, lege es vor Dich auf ein Brett, gib auf das Blattende 2 gute EL Fülle und rolle das Blatt zum Stiel hin auf. Lege es mit der offenen Seite nach unten in die Form. Verfahre nun mit den restlichen Blättern ebenso, bis alle Röllchen schön geordnet in der Auflaufform liegen. Bestäube die Rouladen mit etwas Paprikapulver, das gibt eine schöne Bräunung!

Chinakohlrouladen

Vor dem Backen mit Paprikapulver bestauben

Zuletzt beträufelst Du sie mit der Sahne und überläßt sie der Hitze des Ofens, für etwa 25 Minuten.
Bevor Du Dich auf diese vegetarische Köstlichkeit stürzt: etwas abkühlen lassen, es ist sehr heiß! Mahlzeit!

Chinakohlrouladen

Lecker, und soooo gesund!

Chinakohlrouladen Chinakohlrouladen

 

 

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Orangen-Zimtkuchen

Orangen-Zimtkuchen

Nach dem vielen Keksebacken um Weihnachten habe ich nachher meist die Nase voll von Mürbteig, obwohl das ja sonst mein Lieblingsteig ist. Aber das Kneten und Ausrollen lass ich jetzt erst mal hinter mir, heute ist unkomplizierter, schnell gemixter Rührteig angesagt. Und nachdem wir ja noch Winter haben ( oder sowas ähnliches …) gibt es auch Winteraromen: Zimt und Orange, lecker!
Ich mache diesen Kuchen jetzt schon zum dritten Mal in Folge, immer gleiches Rezept, was ja sehr untypisch für mich ist, denn eigentlich könnte man ihn ja jedesmal ein bißchen anders probieren. Aber der kommt bei mir daheim so gut an, dass eine Änderung nur Protest hervorrufen würde. (Mama, wieso machst Du ihn nicht einfach gleich wie letztes Mal?)
Ich hoffe er schmeckt Dir auch so gut, also, mach Dir eine Freude zur Kaffeejause und backe schnell mit!

Zutaten für die Rührteigmasse:

260 Gramm Mehl
1 TL Backpulver
1/2 TL Natron
115 Gramm Butter, zimmerwarm
180 Gramm Staubzucker
1 EL Vanillezucker
2 große Eier, zimmerwarm
240 ml Buttermilch, zimmerwarm
abgeriebene Schale einer Bio Orange
2 EL Orangenmarmelade

Zutaten für den Zimtzucker:

1 TL Zimt
1 EL Kakao
1 EL Kristallzucker

Heize das Backrohr vor auf 175 Grad Umluft. Streiche eine Kastenform mit Butter aus und bemehle sie. Mixe die Butter mit dem Zucker, bis sie sehr cremig ist. Rühre nun nacheinander die Eier ein und mixe jedesmal so lange, bis die Masse sich mit dem Ei homogen verbindet. Füge die Marmelade und Orangenschale hinzu.
Mische das Mehl mit Backpulver und Natron und rühre es abwechselnd mit der Buttermilch auf zwei Partien unter die Buttermasse. Nur so lange rühren als nötig!
Vermenge die Zutaten für den Zimtzucker. Fülle nun die Hälfte des Rührteiges in die Kastenform, bestreue die Fläche mit 2/3 des Zimtzuckers und verteile den restlichen Teig darauf. Zuletzt streust Du den übrigen Zimtzucker darüber.

Orangen-Zimtkuchen

Zimtzucker zwischen zwei Teigschichten …

Orangen-Zimtkuchen

… und Zimtzucker oben drauf!

Stelle die Form ins Rohr auf den Gitterrost und backe den Kuchen etwa 45 bis 50 Minuten (Stäbchenprobe machen). Nach dem Backen etwa 10 Minuten abkühlen, dann kannst Du ihn stürzen.

Orangen-Zimtkuchen

Orangenscheiben-Optik meiner neuen Nordic Ware Backform

Zutaten für die Glasur:

100 Gramm Staubzucker
ca. 2 1/2 EL Orangensaft

Verrühre Zucker und Saft kräftig, die Glasur sollte recht zähflüssig vom Löffel tropfen. Bestreiche den warmen Kuchen damit, am Besten geht das mit einem Silikonpinsel. Für die Optik kannst Du noch etwas Orangenschale darüberreiben.

Orangen-Zimtkuchen

Und nochmal Orange in der Glasur!

Der Kuchen ist durch die Buttermilch sehr saftig, und Zimt mit Orangen, das ist einfach immer unschlagbar!

Orangen-Zimtkuchen

Orangen-Zimtkuchen

Orangen-Zimtkuchen

Einfach genießen!

 

 

 

 

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Finnische Teufelsmarmelade, Devil’s Jam, Paholaisen hillo

Teufelsmarmelade

Heute gibt es ein Rezept für eine sehr leckere finnische Dipsauce von mir, und zwar aus absolut authentischer Quelle: von der finnischen Freundin meines Sohnes. Minna und Stefan sind seit 2 Jahren zusammen, und mir hat das schon ein paar sehr ausgefallene finnische Kochbücher (in englisch!) und ein umfangreiches Wissen über die finnische und lappländische Küche eingebracht. Minna ist Sous Chef in einem kleinen Restaurant in Tampere, und sie versteht für ihre 18 Jahre ziemlich viel vom Kochen. Das finde ich natürlich toll … und mein Sohn auch!

Wir sind beide zwei scharfe Mädchen, soll heissen, wir lieben Chilis und leicht scharfes Essen. So hat Minna vor einigen Tagen beim Mittagessen erzählt (sie ist gerade bei uns in Österreich), dass es in Finnland eine sehr gute Dipsauce mit Chili gibt. Ich habe natürlich sofort gefragt, ob sie die schon mal selbst hergestellt hat! Nein,sagt sie, aber es gibt genug Rezepte im Internet.
Also sind wir sofort ans Werk gegangen. Zum Glück hatte ich einen Dolmetscher, denn das Rezept haben wir nur auf Finnisch gefunden, und das ist wie Hieroglyphen. Hier bei mir gibt es nun also – vermutlich zum ersten Mal auf Deutsch – Paholaisen hillo, Teufelsmarmelade.

Teufelsmarmelade

 

2 große rote Paprika
5 große, rote, milde Chilischoten
eine Dose ganze, geschälte Tomaten
3 Knoblauchzehen, geschält
Salz, Pfeffer
1 EL Balsamicoessig
etwa 120 Gramm 2:1 Gelierzucker

Die Zutatenliste auf Finnisch:

2 isoa punaista paprikaa
5 mietoa punaista chiliä
Purkillinen säilyketomaatteja
3 valkosipulin kynttä
Suola, pippuri
1 rkl Balsamio etikkaa
n. 120g hillosokeria

Anmerkung: Diese großen milden Chilischoten kaufe ich zu dieser Jahreszeit immer im indischen oder türkischen Lebensittelgeschäft, sie sind etwa 10 cm lang und wirklich nur gering scharf, deshalb kann man hier auch so eine große Menge verwenden. Wenn Du nur schärfere bekommst, nimm einfach mehr Paprika und weniger Chili … aber sei dann nicht enttäuscht wenn das Ergebnis nicht so aufregend ist!
Dosentomaten sind hier aus 2 Gründen vorzuziehen: erstens bekommt man im Winter keine wirklich aromatischen Tomaten, und zweitens sind frische Tomaten viel wässriger, Du müsstest also wesentlich mehr Gelierzucker verwenden, um die richtige Konsistenz zu erhalten, und dann würde das Ganze zu süß!

Befreie die Paprika und Chilis von Stengeln und Kernen und schneide sie in größere Würfel. Hacke den Knoblauch grob. Gib nun alle Zutaten in einen Blender und mixe die Masse kurz durch, es soll kein Pürree werden sondern man darf noch Stückchen sehen! Fülle die Masse in eine beschichtete Kasserole und stelle sie bei mittlerer Hitze auf den Herd. Lasse das Ganze nun etwa 30 Minuten köcheln, immer wieder umrühren nicht vergessen. Die Flüssigkeit soll etwas reduzieren und die „Marmelade“ muss etwas eindicken. Dabei hilft der 2:1 Gelierzucker, und er macht den Dip auch besser haltbar.
Schmecke zuletzt nochmal ab, vielleicht möchtest Du ja noch etwas Salz oder Pfeffer hinzufügen.

Fülle die Teufelsmarmelade in sterile Gläschen und bewahre sie im Kühlschrank auf. Ich denke der Dip sollte in ungeöffneten Gläsern etwa 2 Monate haltbar sein.

Teufelsmarmelade

Der fertige Dip – herrlich teuflisch rot!

Minna hat mir auch noch verraten, dass dieser Dip in Finnland oft mit Mayonnaise gemischt wird. Ich habe also auch gleich noch Mayonnaise gemacht – das muss ich sofort ausprobieren -und den Devils Jam dazugemischt. Eine wahnsinns Cocktailsauce!

In Finnland wird der Dip im Restaurant oft automatisch auf den Tisch gestellt, er passt zu sehr vielem: Käse, Burger, Ripperl, gebratenes Huhn, Steak, Pommes Frittes etc…

Teufelsmarmelade

Auch perfekt zu gutem Ziegencamembert

Nordische Küche liegt ja zur Zeit voll im Trend, also probier es aus! Viel Spass!

 

 

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