Monat: Oktober 2015

Quitten-Karamell

Quitten-Karamell

Jedes Jahr wird bei meinen Eltern ein Obstbaum umgeschnitten. Also, er wird nicht wirklich umgeschnitten, es ist vielmehr eine ernst zu nehmende Drohung. Es betrifft immer jenen Baum, der am meisten Früchte trägt in jenem Jahr. Dieser Schlingel macht dann natürlich aufgrund des reichen Erntesegens am meisten Arbeit, und er wird sodann mit folgendem Fluch belegt : (ich zitiere meine Mama):
„Dieses Ungetüm wird erst mal radikal zurückgestutzt, wenn er dann noch immer soviel Früchte oben hat, muss er dran glauben.“
Zum Glück sind die bedrohten Objekte dann im Jahr darauf immer sehr beleidigt und tragen nicht viel, diesem glücklichen Umstand verdanken wir einen gewissen Restbestand an Obstbäumen. ( Einige waren nicht beleidigt genug, so hat sich die Zahl etwas reduziert.)
Heuer hat nun unser Quittenbaum eindeutig die Gefahrenzone erreicht. Körbeweise schleppen wir die Früchte vom Garten ins Haus, alles umsonst…am Baum ist immer noch alles gelb.
Der Quittennotstand wird ausgerufen, ein Baumbeseitigungstermin wird diskutiert, da – Gott sei Dank in letzter Minute können wir unsere Nachbarin (die mit den hübschen Hühnern) für die Früchte begeistern, einer mehr der erntet!

Nun, inzwischen habe ich das Schlimmste abwenden können, der wundervolle Baum bleibt wo er ist, er wird nur ein wenig “ ausgedünnt“. Quitten sind tolle Früchte, sie sehen unglaublich aus, riechen umwerfend und man kann sooooo viel aus ihnen machen . Und da es dieses Jahr einen leichten Überschuss bei uns gibt, muss ich mir einiges einfallen lassen, und deshalb „Quittet“ es auf meinen nächsten Posts.

 

Quitten-Karamell

Quitte – tolle Herbstfrucht!

 

Ich hatte da eine Idee, die ich gestern umgesetzt habe, und das Ergebnis hat mich sowas von überzeugt, also gibts dieses Rezept zuerst: Quittenkaramell! (Das Wort zergeht ja schon auf der Zunge…)
Diese Verbindung von Quitten, Butter, Zucker und Sahne ist sowas von himmlisch, eben wie Karamell, nur mit diesem markanten Geschmack der Quitte…ich weiss nicht wie oft ich den Kochlöffel abgeschleckt habe und ihn dann wieder abschwemmen musste!

Die himmlischen Zutaten für 4 überirdische Gläser zu je ca. 250 ml:

1 kg Quittenfleisch, nicht geschält, aber ohne Kerngehäuse
150 Gramm weisser Kristallzucker
150 Gramm Rohrzucker braun (Demerarazucker)
100 Gramm Butter
50 ml Sahne
weitere 50 Gramm Butter und 50 Gramm Zucker + 1 EL Vanillezucker werden beim Mixen noch zugefügt

 

Quitten-Karamell

Das putzige Innenleben

 

Quitten bearbeite ich am liebsten mit einem Küchen-Hackbeil. Ich schrubbe zunächst mit einem nassen Geschirrtuch den pelzigen Flaum von der Schale . (Bei gekauften Früchten ist dieser oft schon entfernt. )
Dann hacke ich das Fruchtfleisch rund um das Kerngehäuse ab und schneide es in etwa 2 cm große Würfel. Um einen Kilo reines schönes Fleisch zu erhalten benötigte ich 1,5 kg Früchte.
Das Fruchtfleisch kommt nun in einen großen beschichteten Topf, ebenso füge ich hier Zucker und Butter sowie die Sahne hinzu. Sie verhindert, dass die Früchte zu Beginn anbrennen.
Der Topf kommt nun bei kleiner Flamme auf den Herd, ich bringe alles zum Kochen, decke es dann zu und so köchelt es für ca. 2 Stunden vor sich hin….wirklich grade soviel Hitze, dass es sanft blubbert, und immer wieder mal umrühren.

Quitten-Karamell

Die Küche duftet nach Quitten, Zucker und – BUTTER!

Nach der Kochzeit lasse ich die Masse etwa 15 Minuten etwas abkühlen, nicht länger! Die Butter muss beim Pürrieren noch warm sein! Nun kommt das Gemisch in den Blender oder einen Food Processor….ich sage es gleich vorweg: um ein wirklich perfektes Ergebnis zu erhalten, solltest Du einen hochwertigen, starken Blender haben. Den Vorgang ausserdem auf zwei bis drei Partien aufteilen, beim ersten Pürriervorgang kommen die restliche Butter und Zucker dazu. Die Butter sollte zimmerwarm sein, muss aber nicht geschmolzen werden.
Pürriere die Masse jeweils ca. 1-2 Minuten, bis sie ganz feinporig cremig hellrosa fluffig aussieht, wie so eine sündteure Gesichtscreme…
Unser „Karamell“ kommt nochmal in seinen Topf zurück, koche alles ganz vorsichtig unter rühren auf und befördere es sodann kochend heiss in hübsche, sterilisierte Gläser. Ich benutze Rexgläser, die sind super, wenn Du z.B. die doppelte Menge machst, kannst Du die Gläser zusätzlich im Backrohr im Wasserbad einrexen, dann hält die Creme länger. Da wir ja Butter dabei haben, hebe ich den Quittenkaramell sehr kühl oder im Kühlschrank auf, aber ich denke so zwei Monate hält er sicher (Wahrscheinlich werde ich das nie erfahren….) .

Quitten-Karamell

Zum Abschlecken gut…

Quitten-Karamell

Quitten-Karamell

Mein „Karamell“ lässt sich problemlos aus dem Gläschen löffeln, ohne irgendwas dazu, was vom Geschmackstaumel ablenkt. Aber er passt natürlich herrlich zu Waffeln, Pancakes, Palatschinken, auf gebutterten Toast, ins Naturjoghurt, ins Müsli, als Biskuitrouladenfüllung…..oje, ich glaub ich geh gleich noch eine Partie herstellen!

Quitten bekommst Du  – Danke dem Phänomen der Wiederentdeckung – nun auch schon auf jedem Bauernmarkt und zuletzt hab ich sie bei Merkur Markt gesehen…im Notfall sonst bei mir!

Quitten-Karamell

Ein Tag für die Quitte!

Quitten-Karamell

Karamell und Gelee

Das Rezept für das Quittengelee gab es ja schon im Vorjahr bei mir:

Quittengelee

Quittengelee

  Quitten-Gelee

 

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Indische Gemüse-Krapferln – „Pakoras“

Indische Gemüse-Krapferln - "Pakoras"

Zeiteinteilung ist nicht mein Motto für dieses Jahr…irgendwie läuft mir immer die Arbeit hinterher…oder lauf ich hinter der Arbeit her? Ich weiss nicht, jedenfalls habe ich ständig das Gefühl, nicht fertig zu werden, und das wäre noch zu tun…und ja, das auch noch, und schwupps – wieder ist ein Tag um und ich bin nicht fertig geworden. So gab es nun diesmal eine recht lange Funkstille auf meinem Blog, aber ich war nicht untätig.
Die Speisekammer hat sich gefüllt mit Chilisaucen, Gewürzsalzen, getrockneten Kräutern, Saft, Marmelade und vielem mehr, irgendwie muss ich den Erntesegen ja in den Winter einbauen!

 

Indische Gemüse-Krapferln - "Pakoras"

Karotten und Pastinaken frisch aus dem Garten

 

Aber nun geht die Gartenarbeit dem Ende zu, und die Maulwürfe tanzen wieder in meinen leeren Beeten, ein paar Vulkankegel gibt es schon, huch wie schön, ich muss nicht umstechen!

Und obwohl ich es nicht vorhatte, gibt es diesmal noch ein vegetarisches Gericht, wo ich all meine zuletzt geernteten Schätze hineinschnipseln kann: Indische Gemüse – Pakoras.

 

Indische Gemüse-Krapferln - "Pakoras"

Indische Gemüse-Krapferln – „Pakoras“

 

Das ist eine Art ausgebackenes Krapferl aus kleingeschnittenem Gemüse, Gewürzen, Mehl und Bier. Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schon letzte Woche posten, aber die Krapferln haben Suchtpotenzial und mein Mann und ich haben alle aufgegessen bevor…ja tatsächlich, ich hatte vergessen, sie zu fotografieren. Die sind sowas von lecker, dass sie kaum die paar Minuten zum Abtropfen auf der Küchenrolle überleben. Du schnappst einen gleich so mit zwei Fingern, dippst ihn in Joghurtsauce und ab ins Goscherl…und gleich noch einen,  (- wer sagt dass man Speisen schön anrichten muss) und plötzlich sind sie weg.
Also los gehts, backen wir Pakoras!

Für die Krapferlmasse, für ca. 16-20 Krapferln:
(Reicht normal für 4 Personen, wir habens zu zweit geschafft..)

150 Gramm Buchweizenmehl oder (wer mag) Kicherebsenmehl (beides probieren!)
200 Gramm Weizenvollwertmehl
2 EL gutes Currygewürz (selbermachen, siehe Beitrag: „ Currygewürz „)
1 TL Koriander zerstoßen
ca. 450 ml Bier
1 1/2 Tl Salz
1/2 Tl Backpulver
1/2 kg gemischtes geputztes, gehacktes rohes Gemüse (am besten im Food Prozessor oder Blitzhacker portionsweise zu Erbsengröße schreddern): Karfiol, Karotten, Pastinaken, Kohlblätter, Paprika, Broccoli….nimm was Du hast, es geht natürlich auch nur mit einer oder zwei Gemüsesorten.
Eine Handvoll gehackte frische Korianderblätter oder Petersilie
ca. 100 Gramm geriebener Käse, Ziegenschnittkäse oder ein anderer milder Schnittkäse, das ist nicht original indisch und kann weggelassen werden, aber ich finde es köstlich! Aber eben milder Käse, nicht gerade Bergkäse oder Parmesan verwenden.

zum Ausbacken:
Maiskeimöl oder jedes andere neutrale Frittieröl

Indische Gemüse-Krapferln - "Pakoras"

Eine bunte Gemüsemischung

Indische Gemüse-Krapferln - "Pakoras"

Die Gemüsemischung muss kleingehackt werden

 

Vermische die Mehle mit den Gewürzen, dem Backpulver und dem Salz, gieße dann das Bier dazu und verrühre alles. Die Masse sollte die Konsistenz von Rührteig haben, dick und zähflüssig. Nun mische das Gemüse und Kräuter sowie den Käse darunter und lasse den Teig etwa 10 Minuten rasten.

Nimm zum Frittieren eine etwas höhere, nicht zu kleine Kasserole, gieße ca. 3 cm hoch Öl hinein und erhitze es, aber Achtung, es soll nicht so heiss sein, dass es raucht! (wir machen ja kein Steak…)
Nun stichst Du mit einem Suppenlöffel Nocken aus der Masse, forme sie mithilfe eines 2. Löffels oder Deiner Finger zu schönen glatten Krapferln und lasse sie ins Öl gleiten. Backe sie auf jeder Seite ca. 3 Minuten, bis sie schön goldbraun sind, und hebe sie dann zum Abtropfen auf eine mit Küchenrolle belegte Platte.

 

Indische Gemüse-Krapferln - "Pakoras"

Und ab mit den Krapferln ins Ölbad….

Indische Gemüse-Krapferln - "Pakoras"

….bis sie schön goldbraun sind

 

Man sollte nie zu viele Pakoras auf einmal backen, ich habe sie auf 3 Partien aufgeteilt. Du kannst die bereits fertigen im auf 80 Grad erwärmten Backrohr warmhalten.

In Indien serviert man solche Snacks mit Joghurtsauce, diese Information beruht leider nicht auf persönlicher Reiseerfahrung, ich habe sie aus meinen indischen Kochbüchern. (Ich hoffe ich kann die Richtigkeit noch irgendwann überprüfen.)
Ich verrühre also 250 Gramm griechischen Joghurt (indischer war nicht verfügbar…) mit Chiliflocken, Salz, Korianderblättchen, etwas gehacktem Knoblauch und Schnittlauch und richte die Pakoras mit der Sauce an. Auch mein Chili-Ananas-Gelee passt herrlich dazu!

Indische Gemüse-Krapferln - "Pakoras"

Die Pakoras mit Joghurtsauce anrichten…

Indische Gemüse-Krapferln - "Pakoras"

und genießen, am besten zu indischer Musik!

 

Ich wünsche Dir eine genußvolle indische „Mahlzeit“!

 

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