Autor: <span class="vcard">karinsidak</span>

Erdbeer-Limettenbowle mit Limoncello

Im Garten findet sich noch die eine oder andere Erdbeere, und die letzten sind immer die süßesten Früchte!


Für die Mai/Juni – Ausgabe von KOCHEN UND KÜCHE habe ich ein Rezept für eine etwas speziellere Erdbeerbowle entwickelt, sie enthält neben – na klar – Erdbeeren auch Limetten, Limoncello und Gänseblümchenblüten! Ja, Du hast dich nicht verlesen. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern diese Blütchen sind auch sehr gesund und es ist einfach ein Hingucker. Ein toller Aperitif für deine nächste Grillparty!

Gesüßt wird die Bowle mit Zuckersirup, den wir natürlich selbst herstellen. Die flüssige Süße verteilt sich mühelos im Gefäß und so werden die hübschen Früchte nicht durch heftiges Umrühren zerdrückt.
Und als besonderes Extra fügen wir noch Limoncello hinzu, das gibt einen ganz besonderen Geschmackskick. Diesen italienischen Zitronenlikör bekommst Du im gut sortierten Getränkefachhandel, unbedingt auf gute Qualität achten!

Zutaten:  (für 6 Personen)

½ kg Erdbeeren
4 Limetten
50 ml Limoncello (italienischer Zitronenlikör)
ein Zweig frische Pfefferminze
250 ml Wasser
250 Gramm Kristallzucker
eine Flasche guter Weisswein (z.B. Morillion oder Sämling aus der Südsteiermark)
eine Flasche trockener Sekt, gekühlt
Eine Handvoll Gänseblümchenblüten
einige besonders schöne Blüten zum Garnieren

Zuerst  wird der Zuckersirup zubereitet. Dafür das Wasser mit dem Zucker verrühren und aufkochen, etwa eine Minute köcheln bis sich der Zucker völlig aufgelöst hat. Erkalten lassen!
Die Erdbeeren waschen, halbieren und in großes Glasgefäß geben. Zwei Limetten auspressen und den Saft über die Erdbeeren gießen. Die restlichen zwei Limetten gut waschen, in dünne Scheiben schneiden und in den Krug geben,  ebenso den Pfefferminzzweig und die Handvoll Gänseblümchenblüten.
Vom Zuckersirup etwa 160 ml abmessen , über die Früchte gießen und mit Limoncello und dem Weisswein aufgießen.
Im Kühlschrank mindestens einige Stunden, am besten über Nacht, durchziehen lassen.  
Zum Servieren die Bowlegläser zur Hälfte mit der Wein-Fruchtmischung füllen, jedes Glas sollte auch eine Limettenscheibe enthalten. Mit kaltem Sekt aufgießen, einen Strohhalm ins Glas stecken und mit schönen Gänseblümchenblüten garnieren. Löffel bereitstellen!


Wenn die Erdbeeren endgültig nicht mehr am Speiseplan erscheinen, kannst Du dieses Rezept auch sehr gut mit Pfirsichen zubereiten, statt Limoncello könntest Du ev. auch Cointreau verwenden.

Über die Verwendung von Gänseblümchenblüten in der Küche habe ich ja schon einen eigenen Beitrag geschrieben, der auch in der Zeitschrift KOCHEN UND KÜCHE erschienen ist, den findest Du hier:

Das Gänseblümchen, allgemeines und Rezepte

Ich wünsche uns noch viele schöne Sommerabende, an denen man im Garten Bowle trinken kann!

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Zucchini-Schokoladenkuchen

Es ist wieder soweit – Zucchinizeit! Es gibt mein erstes Zucchinirezept heuer. Klein und süß sind sie noch, die ersten Keulchen, und weil sie so süß sind, gibt es ein süßes Rezept: ich mache wieder mal Zucchinikuchen.


In meinem ersten Blogjahr habe ich ja schon ein Rezept für Zucchinigugelhupf gepostet, der ist auch sehr lecker, heute machen wir einen Kuchen mit Schokogeschmack und Gewürzen. Er wird sehr locker und flaumig, und man schmeckt gar nichts von dem Gemüse, glaub mir!

Gestern hat es bei mir Zucchininudeln – Zudeln ist das hippe Wort – gegeben, und so möchte ich meinem Mann heute nicht schon wieder Zucchini vorsetzen, zumindest keinen, den er sieht oder schmeckt. Also ist der Kuchen ideal. Versteh mich nicht falsch, wir lieben Zucchini, aber bei der Ernte müssten wir sie echt täglich essen, und da beginnt die Suche nach (schokoladigen) Alternativen!
Also, auf die Zucchini, fertig, los!

Du brauchst für eine große Form:
3 große! Eier, getrennt
100 g Rohrzucker
120 g Staubzucker
350 g Zucchini, fein gerieben
120 ml Kokosöl, geschmolzen
200 g Mandeln, gemahlen
300 g Dinkelmehl, glatt
30 g Kakaopulver, am besten hochwertiges Rohkakaopulver aus dem Bioladen
2 TL Backpulver
etwas Kardamom und Zimt

Heize den Backofen vor auf 180°C, buttere und bemehle eine Form deiner Wahl. Ich habe eine meiner wunderschönen Nordic Ware Backformen ausgewählt, die mit den hübschen Bienenwaben, wo sich dann jeder gleich sein Kuchenstück abreissen kann, es geht aber auch eine Gugelhupfform oder eine Kastenform, oder was auch immer du magst.

Schlage die Eiweiss mit einer Prise Salz schaumig.
Mixe die Dotter mit Zucker weissschaumig, rühre die Zucchini und das Kokosöl unter.
Mische Mandeln, Mehl, Kakao, Backpulver und Gewürze mit einem Schneebesen, um ev. Klumpen zu zerteilen, und mische alles unter die Zucchinimasse. Verrühre kurz, aber gut.
Hebe zuletzt den Eischnee vorsichtig unter und fülle die Masse in die vorbereitete Form.
Backe den Kuchen, bis er sich vom Rand löst und sich die Oberfläche nicht mehr wabbelig, aber noch weich anfühlt. Bei mir waren es 30 Minuten, weil die Form eher flach ist, ein Gugelhupf ist höher und braucht wahrscheinlich länger. Backe den Kuchen aber nicht zu lange, dass er schön saftig bleibt!

Lasse ihn 10 Minuten abkühlen und stürze dein Prachtstück dann auf eine Platte.

Es genügt schon, ihn mit Staubzucker zu berieseln und mit einem Klecks Vanilleeis zu servieren, aber deiner Dekorierfreude sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Ich habe ein paar grüne Candy Melts geschmolzen und die Glasurtupfer mit Pistazien bestreut, ich dachte, ein Zucchinikuchen braucht grünes Dekor …

Ich wünsch dir viele Zucchini im Garten (wenn du einen hast) und gutes Gelingen!


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Huhn Tschachochbili – Huhn auf georgische Art, eine Kochbuchrezension

Georgien fasziniert mich, und das, obwohl ich noch nie dort war. Ich hoffe das kommt noch irgendwann einmal, in der Zwischenzeit lese und koche ich mich begeistert durch georgische Kochbücher und schaue mir jede Georgien-Doku auf You Tube an.
Die Georgier lieben es, Feste zu feiern, die ganze Familie um einen Tisch zu versammeln und so aufzukochen, dass sich fast die Tischplatte verbiegt unter der Last der Speisen. Dieses Volk isst nicht, um zu leben, nein sie leben, um zu essen … so scheint es jedenfalls. In so ein Land muss ich mich ja wohl verlieben!
Meine erste kulinarische Georgien-Reise findest Du hier:
Die Georgische Küche

Ich möchte Dir heute ein weiteres Georgien Kochbuch aus dem Leopold Stocker Verlag vorstellen:

Lieblingsrezepte von international bekannten Georgiern, Anekdoten von berühmten Künstlern sowie kulinarische Vorlieben historisch bedeutender georgischer Persönlichkeiten, untermalt von wahrlich außergewöhnlichen Fotos, dieses Buch hebt sich von der Masse ab, sowohl im Layout als auch inhaltlich.

Die englische Originalausgabe ist 2013 in der georgischen Hauptstadt Tiflis veröffentlicht worden, die deutsche Erstausgabe ist 2018 im Stocker Verlag erschienen.
Das Buch ist wunderschön gestaltet, viele der Seiten glänzen in tiefem Schwarz, was die Leuchtkraft der ungewöhnlichen Fotos noch unterstreicht. Die Foodfotos sind puristisch, auf das Wesentliche beschränkt und wirklich kleine Kunstwerke.
Du darfst Dir hier kein Kochbuch im herkömmlichen Sinn erwarten, die Rezepte führen den Leser durch die Geschichten der porträtierten Menschen und geben Einblicke in georgische Traditionen. Das Buch wäre z.B. auch ein perfektes Gastgeschenk für all jene, die Freude an ungewöhnlichen Dingen haben. Solltest Du also solch eine Person sein, so schenke es Dir einfach selber!

Das Buch enthält zahlreiche traditionelle georgische Rezepte, wie Paska (eine Süßspeise aus Topfen), Kulitsch (süßes Osterbrot aus Hefeteig), Chatschapuri (eine Art Käsepizza) oder Satsiwi (Huhn in Walnusssauce), für meine Buchrezension habe ich mir zum Nachkochen das „Huhn Tschachochbili“ ausgesucht. Die Hühnerteile schmoren in einer Sauce aus viiiiiieeel Butter, Sherry und Tomatensauce, ich habe das Gericht mit zwei Grundzutaten der georgischen Küche verfeinert: Walnüsse und frischer Koriander. Viel Koriander!
Diese beiden gehören zu meinen absoluten Favoriten in der Küche … vielleicht bin ich deshalb so vernarrt in die Aromen dieses Landes.

Koriandergrün wird in der georgischen Küche häufig verwendet


Und nun, auf nach Georgien, oder – ran an den Herd!

An Zutaten brauchst Du, für 3-4 Portionen:
4 Hühnerschenkel (Ober-und Unterkeulen)
120 g Butter (ja!!!)
1 große rote Zwiebel, gehackt
1 TL Paprika
1 TL Salz
Pfeffer
80 ml Sherry
120 ml Tomatensaft
200 ml Wasser
viel frischen Koriander (nur im Notfall durch Petersilie ersetzen!)
eine gute Handvoll gehackte Walnüsse

Verwende für dieses Rezept am besten einen gußeisernen Bräter.
Heize den Backofen vor auf 160 Grad Heißluft.
Gib die Butter in den Bräter und erhitze sie langsam. Gib die Hühnerteile hinein und brate sie langsam in der Butter an. Das geschieht bei mittlerer Hitze, wirklich ganz vorsichtig, die Butter soll bräunen, darf aber nicht verbrennen. Das Anbraten dauert etwa 15 Minuten, dabei wendest Du die Teile ein Mal.


Gib nun die Hühnerteile auf eine Platte und brate die Zwiebel in der Butter an, bis sie bräunen.

Würze mit Paprika, Salz und Pfeffer, gieße mit dem Sherry, Tomatensaft und Wasser auf, lasse alles aufkochen. Lege die Fleischteile nun wieder in die Sauce, gib den Deckel auf den Topf und stelle ihn in den Backofen.

Lasse alles 90 Minuten schmoren, schau aber dazwischen einmal nach, ob nicht zu viel Flüssigkeit verdampft, ansonsten kannst Du etwas Wasser oder Tomatensaft ergänzen.
Nach den 90 Minuten sollte das Fleisch sehr weich sein und sich leicht vom Knochen lösen. Bestreue das Gericht mit den Nüssen und dem gehackten Koriandergrün und stelle es im Topf auf den Tisch, sodass sich jeder selbst bedienen kann.

Frisches Fladenbrot oder Knoblauchbaguette wären hier ideal als Begleitung, wenn es ganz authentisch sein soll, dann serviere die berühmte georgische Koriandersauce dazu, auch dieses Rezept findet sich im Buch!
Für mich gibt es hier definitiv eine Kaufempfehlung, erwerben kannst Du das Buch in einer Buchhandlung oder online direkt beim Leopold Stocker Verlag:

GEORGIEN – Eine kulinarische Liebeserklärung

Schließen möchte ich meinen Beitrag nun mit einem Zitat aus dem Buch, es stammt von dem berühmten amerikanischen Schriftsteller John Steinbeck, welcher auf seiner Russlandreise auch Georgien besuchte.

Ein magischer Ort, dieses Georgien, und sobald man es verlassen hat, kommt einem dieses Land wie ein Traum vor.Und die Menschen sind außergewöhnlich. Sie bewohnen in der Tat eines der reichsten und schönsten Länder der Welt, und sie machen ihm Ehre. Und wir verstanden nun völlig, warum die Russen stets zu uns sagten: Ehe Sie nicht Georgien gesehen haben, haben sie nichts gesehen!“
(John Steinbeck, Die russische Reise)

Viel Spaß beim Lesen!

Übrigens, mein schöner neuer gusseiserner Schmortopf ist von IKEA (natürlich), eine limitierte Stückzahl, da musste ich schnell sein!


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Kohlrüben – Kartoffelcremesuppe mit asiatischem Touch

Es regnet, und regnet, und die Nacktschnecken tanzen in meinem Gemüsegarten einen Freudentanz. Ich bin wirklich tierlieb und trage jede Spinne aus dem Haus, lebend natürlich, aber bei Nacktschnecken enden meine positiven Gefühle. Da habe ich nur mehr Gefühle für meine armen Gemüsepflänzchen. Kaum eingesetzt, werden sie schon angeknabbert. Aber zum Glück konnten einige Kohlrübenpflanzen dem schleimigen Kriechtier trotzen und haben überlebt, also gibt es heute ein Rezept mit Kohlrübe.
Auch meine im Herbst bei der Ernte abgefallenen Koriandersamen sind wieder super aufgegangen, und das Koriandergrün wuchert bei dem feuchten Wetter ganz toll.

Gartenschätze: links Grünkohlblätter, mittig mein geliebter Koriander, rechts die Blüten der Grünkohlpflanzen


Meine Suppe wird also geschmacklich ins asiatische tendieren, denn mein geliebtes Koriandergrün muss ich einfach einbauen.

Dünne Cremesüppchen sind nicht mein Ding, ich mag Cremesuppen, wenn sie so sind, wie sie heißen, nämlich CREMIG und dick. Als Garnitur mache ich ein knuspriges Erdnusstopping, so etwas wie salzige Nussstreusel mit Gewürzen, oder eine Art würziges Granola, und dieses Topping sollte natürlich beim Anrichten auch dekorativ auf der Suppe liegen bleiben, daher muss diese eine dicke Konsistenz haben. Die Erdnüsse würden in einem dünnen Safterl ja ersaufen! (nobler: untergehen).


Auch das Topping ist natürlich mit asiatischen Aromen gewürzt.

für das Erdnusstopping brauchst Du:
80 g rohe, ungesalzene Erdnüsse
1 EL Erdnussöl
30 g Sesam, schön ist heller und dunkler gemischt
1 TL Koriandersamen
1 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL rosa Pfefferbeeren
1 TL grobes Salz

Die Zutaten für mein Erdnuss Knuspertopping

Mische die Erdnüsse mit dem Erdnussöl in einer kleinen Auflaufform und röste sie im 160 Grad heißen Ofen ca. 10 Minuten.
Auch den Sesam röstest Du kurz an, am besten in einer kleinen Pfanne am Herd, ohne Öl. Achtung, nicht verbrennen lassen, das geht sehr schnell! Gib den fertigen Sesam dann sofort aus der Pfanne in ein kleines Schüsserl.
Zuletzt kommen die Koriandersamen, Pfeffer und Kreuzkümmel in die kleine Pfanne und werden ebenso kurz geröstet, bis sie duften. Diese Gewürze füllst Du dann in einen Mörser um.
Hacke die Erdnüsse ganz grob, mörsere die Gewürze zu groben Krümeln und mische nun die Gewürze, die rosa Pfefferbeeren und das Salz unter die Erdnüsse.
Hebe dieses unglaublich duftende Topping in einem Schraubglas lichtgeschützt auf, so hält es etwa zwei Wochen.

Das fertige Erdnuss Knuspertopping

Für die Suppe brauchst Du:
eine mittelgroße Zwiebel, gehackt
5 EL Erdnussöl
300 ml Kokosnussmilch, ungesüßt
200 ml Wasser
eine Stange Zitronengras
eine große Kohlrübe, geschält, gewürfelt
2 große Kartoffeln, geschält, gewürfelt
1 TL Salz
einige Blätter Grünkohl oder frischen Spinat
eine Handvoll frische Korianderzweige (hier geht natürlich auch Petersilie oder ähnliches, aber es schmeckt dann halt weniger asiatisch).
3 EL Sesamöl
1/8 l Schlagobers
Salz, Pfeffer zum Abschmecken

Röste die Zwiebel in dem Öl an und lösche mit Kokosnussmilch und Wasser ab. Füge den Stängel Zitronengras, Kohlrübe und Kartoffeln hinzu, salze und lasse alles etwa 20 Minuten köcheln.
Anmerkung: wenn Du den Zitronengrasstängel zuvor mit einem Fleischhammer etwas zerquetschst, ist das Aroma noch intensiver!
Gib am Ende der Kochzeit die gehackten Grünkohlblätter oder Spinatblätter sowie die Korianderblätter hinzu, rühre kurz durch und lasse alles etwas abkühlen.

Die Suppe vor dem Pürieren


Fülle den Topfinhalt in einen Blender, füge Sesamöl und Schlagobers hinzu und püriere die Suppe, bis sie ganz fein und samtig ist. Schmecke nun nochmal ab und würze ev. nach, dann kannst Du die Suppe wieder in den Topf gießen und erhitzen. (Sollte Dir die Suppe zu dick sein, kannst Du nun noch etwas Kokosmilch oder Wasser hinzufügen, aber, ich habe Dich gewarnt, das Topping geht unter, und es schmeckt nicht mehr so voll!)
Garniere die angerichtete Suppe mit dem crunchy Erdnuss Topping und vielleicht ein paar essbaren Blüten, bei mir blühen meine Grünkohlstöcke gerade, die zarten gelben Blütchen schmecken soooo gut!

Die Komponenten Kokosnussmilch, Zitronengras, Koriandergrün und Sesamöl sind entscheidend für diesen zarten, asiatischen Geschmack. Die Zutaten klingen ausgefallen, sind aber in einem asiatischen oder türkischen Lebensmittelgeschäft meist erhältlich.
Ersetze sonst die Kokosnussmilch durch Weisswein, koche statt dem Zitronengras einen frischen Estragonzweig mit und verwende statt dem Koriandergrün Petersilie, statt Sesamöl z.B. Rapsöl … uns schon hast Du eine Suppe mit französischem Aroma. Auch toll! Als Toppung passen hier Knoblauchcroutons.
Aber egal für welchen Kontinent Du dich entscheidest, viel Spaß und gutes Gelingen!

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Pfannenpizza aus Topfenteig mit Faschiertem und Bärlauchpesto

Kennst Du das? Manchmal muss man beim Kochen aus irgendwelchen Gründen zu Notlösungen greifen, und oft entstehen daraus die besten Rezepte und die leckersten Gerichte.

Ich hatte gestern noch Rindsfaschiertes, das musste aufgebraucht werden. Aber ich hatte keine Lust auf faschierten Braten oder die 1000endste Variante von Fleischbällchen, also kam die Idee: Pfannenpizza mit Faschiertem und Spiegelei, darunter irgendeine Kräuterpaste. Sehr gut, so konnte ich auch gleich meine neuen gusseisernen Portionspfännchen von TK MAXX einweihen (man gönnt sich ja sonst nichts …)

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at



Voller Begeisterung über meine Idee begann ich also, alle Zutaten herzurichten, da schneit meine Tochter auf einen Überraschungsbesuch herein. Aktion also kurz abgebrochen, Kaffee aufgebrüht und getratscht … und getratscht …und, ja genau, getratscht. Irgendwie habe ich es geschafft, nebenbei mal die Fülle zu rösten und mein Bärlauchpesto aus dem Keller zu holen, aber der Pizzateig, der blieb auf der Strecke. Nix mit Hefeteig, nix mit gehen lassen, nix mit Pizza. Es war 18.00 Uhr, diese Pizza hätten wir als Betthupferl genossen!

Naja, sagt mein Mädchen, ist ja egal, machst halt einen Topfenteig! Erst war ich skeptisch, aber sie hat gemeint, sie hätte das auch vor kurzem so gemacht, und es sei sehr gut gewesen. Und meine Tochter kann kochen! Also los, sie sagt mir die Zutaten an (!!!!!), ich werfe alles in den Food Prozessor, schalte kurz ein und habe den fertigen Teig. Eine Stunde in den Kühlschrank, noch ein wenig weitergetratscht (jetzt übers Essen), und schon kann der Teig ausgerollt und in die kleinen Pfannen gedrückt werden.

Und das Ergebnis war sooooo überzeugend gut, der knusprige, leicht säuerliche Teig, die cremige Bärlauchpaste, darauf das knusprige Faschierte und der geschmolzene Käse, zuletzt noch die Spiegeleier und etwas Schnittlauch, und es hat so hübsch ausgesehen in den kleinen Pfannen. Übrigens kann ich dir hier eine gusseiserne Pfanne sehr empfehlen, denn da wird der Boden extra knusprig!

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Also legen wir los, Du brauchst eine ofenfeste Pfanne, oder mehrere kleine, und vielleicht jemanden zum Tratschen?

Für den Belag brauchst Du:
3 Karotten, gewaschen
2 mittelgroße Zwiebeln, geschält
Olivenöl
400 g Rindsfaschiertes, bevorzugt Bio Qualität
Salz, Pfeffer, Oregano
60 g Parmesan, frisch gerieben
60 g Ziegenkäse, frisch gerieben
Schnittlauch
2 (oder mehr) Eier

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Schneide die Karotten in kleine Würfelchen und hacke die Zwiebel fein. Nimm eine große Pfanne, gib etwas Olivenöl hinein und röste Zwiebel und Karotten an, bis sie schön gebräunt sind. Fülle sie in eine Schüssel um.
Gib wieder etwas Olivenöl in die Pfanne und röste nun das Faschierte gut durch, bis es knusprig ist. Dabei musst Du erst mal warten, bis der ganze austretende Saft verdunstet ist und das Fleisch in der Pfanne zu knistern und zischeln beginnt, erst nun setzt der Röstprozess ein. Lasse es schön bräunen, füge dann die Zwiebelmischung hinzu, würze mit Salz, Pfeffer und Oregano, mische gut durch und fülle alles wieder in die Schüssel. Lasse das Faschierte ganz auskühlen. Käse und Schnittlauch brauchen wir erst zum Schluss!

Für die Pizzapaste verrührst Du 4 EL Creme Fraiche mit 2 EL Bärlauchpesto, am besten frisch und selbst gemacht … (jedes andere Pesto ist natürlich auch ok).

Für den „Pizzateig“ brauchst Du:
250 g Mehl
250 g kalter Topfen (bitte kein Magertopfen!)
250 g kalte Butter
1 TL Salz

Gib das Mehl und Salz in eine große Schüssel, füge den Topfen und die kleinwürfelig geschnittene Butter hinzu und verknete alles rasch zu einem Teig. Es dürfen ruhig kleine Buttertröpfchen dazwischen sichtbar bleiben, so geht der Teig fast blätterteigartig auf. Das geht natürlich auch mit einer Küchenmaschine!
Wickle den Teig in Frischhaltefolie und lasse ihn etwa eine Stunde im Kühlschrank rasten.

Nun geht’s an das Ausrollen. Ich habe zwei Pfannen mit 18 cm DM verwendet, habe den Teig gedrittelt, und ein Drittel ist mir also übrig geblieben. Wenn Du z.B. zwei größere Pfannen hast, teilst Du den Teig einfach in zwei Teile, oder Du kannst auch eine große Pizza machen, wenn Du eine Pfanne mit 30 cm hast.

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at

Heize den Backofen vor auf 210 Grad C. Forme die Teigstücke zu Kugeln und rolle sie rund aus, etwa 5 mm dick und etwas größer als der Pfannenboden. Fette den Boden etwas ein und lege den Teig hinein, die Ränder sollen ca. 2 cm nach oben stehen.

Bestreiche den Boden mit der Pestocreme und verteile das Faschierte darüber. Mische die zwei geriebenen Käsesorten, bestreue die Oberfläche dick damit und stelle die Pfanne(n) in den heißen Ofen. Backe die Pfannenpizza ca. 25 Minuten, eventuell solltest Du im letzten Drittel die Temperatur reduzieren, dass der Teig nicht zu braun wird.
Während unsere Prunkstücke backen, bereitest Du Spiegeleier zu, ich habe für jede Pfanne eines gemacht. Vor dem servieren kommt auf jede Pizza ein Spiegelei und wir bestreuen sie mit frischem Schnittlauch. Direkt in der Pfanne serviert ist das wirklich ein Hingucker! Ich wünsche Dir viel Spass beim Nachkochen, uns hat das Experiment überzeugt, in Zukunft kann es auch Pizza geben, wenn es schnell gehen muss.

Pfannenpizza www.tatort-kueche.at
Pfannenpizza www.tatort-kueche.at
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