Mein Garten im Frühling

Ja, ich weiß, das ist mit Abstand mein schlimmstes Blog-Jahr, aber ich hoffe Du begleitest mich durch meine Schaffenskrise und hoffst mit mir darauf, dass es wieder besser wird. Es sieht so aus als hätte dieses dumme Hochwasser meine Kochlust hinweggespült, meine Kreativität mit Schlamm bedeckt und meine ganzen Pläne für einen schaffensreichen Frühling zunichte gemacht.
Die schönsten Frühsommertage verbringe ich – mit Pinsel, Farbroller und Malerkreppband bewaffnet – in meinem immer noch feuchten Keller, und hoffe darauf, dass die 2. Farbschicht endlich dort bleibt wo sie hin soll, auf der Wand!
Und dabei wollte ich Dich mit so vielen neuen Rezepten verwöhnen, mit Dir neue Kräuter sammeln gehen, Löwenzahnhonig und Spitzwegerichsirup zubereiten und vieles mehr … statt dessen könnte ich Dir nun verraten, wie man eingetrockneten Schlamm aus Fliesenfugen entfernt, oder mit welchem Drahtschwamm man am besten Schimmel von der Wand kratzt.
Aber, wir waren fleißig und unermüdlich, alles wieder schön zu machen, vieles sogar noch schöner als vor dem Unglück, und so blicke ich heute, 2 Monate danach, voller stolz über meinen Garten und freue mich über das, was wir geschafft haben.
Und daran will ich Dich heute teilhaben lassen, ich nehme Dich mit in meine geliebte Gartenanlage, mein buntes kleines Paradies,  das mir immer wieder Kraft gibt (und leider auch viel Kraft beansprucht hat), und das ich trotz der heurigen Verwüstung niemals aufgeben würde.

Also los, komm einfach mit, Rezepte gibt es demnächst wieder, heute gibt es mein Rezept zum glücklich sein: my private paradise!
(Die kleinen Galerie-Bilder brauchst Du nur anklicken, um sie anzusehen …)

Mein Garten 2018

Mein Garten 2018

Mein Garten 2018

Little Buddha mit seinem entspannten Ausdruck bremst mich immer, wenn ich wieder 3 Sachen gleichzeitig mache! Buddhas verbreiten auf eine magische Art Ruhe und Frieden, Du findest bei mir in so mancher stillen Ecke einen – drinnen und draussen! Sowie auch meine Katzen immer irgendwo auftauchen …

Mein Garten 2018

Mein Garten 2018

Mein Garten 2018

Mein liebster Platz zum Lesen und träumen, unterm Apfelbaum.

 

Mein Garten 2018

 

Mein Garten 2018

Mein Garten 2018

Mein Garten 2018

Im unteren Teil unseres Gartens war wirklich alles kaputt und voller Schlamm und Schutt, aber das Gras wächst wieder, unser rundes Zierbeet haben wir neu errichtet und es sieht jetzt aus wie ein bepflanzter Brunnen … deshalb auch die Frösche (Froschkönig!). Nur die goldene Kugel fehlt noch, und der Prinz …

Mein Garten 2018

Ja, und dann gibt es natürlich den wichtigsten Teil meines Gartens, nämlich den essbaren: mein Gemüsegarten! Im Sommer verbringe ich hier beinahe mehr Zeit als in meiner Küche … kaum zu glauben.

 

Mein Garten 2018 Mein Garten 2018

Mein Garten 2018 Mein Garten 2018Ich habe beim Fotografieren festgestellt, dass ich draussen schon fast so viele „Schätze“ herumstehen habe wie drinnen, naja, das ist halt mein persönlicher Vogel. Jeder von uns hat die Möglichkeit, sich sein Leben zu gestalten und sich Bereiche zu schaffen, die einfach glücklich machen. Für mich ist es fast wie Urlaub, wenn ich nach einem arbeitsreichen Tag im Garten sitze (WENN ich mal sitze!), eine Katze am Schoß, ein Glas Sekt in der Hand, und alles ist gut!

 

 


Rhabarber-Milchreis-Terrine

Freust Du Dich im Frühling auch schon immer auf die ersten Obstkuchen? Erdbeeren, Himbeeren, Pfirsiche … aber ganz besonders freue ich mich jedes Jahr auf den ersten Kuchen mit Gemüse! Mit einem ganz speziellen Gemüse: dem Rhabarber.
Letztes Jahr hatte ich ja schon einige Rezepte zum Schwerpunkt Rhabarberzeit gepostet  ( Link: Rhabarberrezepte) und dabei angemerkt, dass dieses meist süß verwendete Gewächs eigentlich botanisch ein Gemüse ist. Und was für ein Gemüse, leider einzigartig, denn ich wüsste sonst keines, das man auf süßem Teig verteilen, zuckern und mit Baiser überbacken kann. Vielleicht am ehesten noch Kürbis, aber einem Rhabarbercrumble macht der auch keine Konkurrenz!
In Südfrankreich bäckt man sogar einen Kuchen mit Mangold, die Stiele würden ja ähnlich aussehen wie die vom Rhabarber, aber der Geschmack, nein, da bleiben wir bei letzterem.
Und natürlich habe ich auch in diesem Frühjahr wieder ein Rhabarberrezept für Dich, diesmal kein Kuchen sondern ein Dessert: eine unglaublich gute Kombination aus cremigem Milchreis und säuerlichem Rhabarbergelee, in zwei Schichten vereint zu einer tollen Frühlingsterrine. Bestens geeignet für die nächste Taufe, Firmung, Hochzeit, oder einfach für Dich alleine, gönn Dir Dein ganz persönliches Schlaraffenland und iss Dich durch meine Terrine!

Rhabarberterrine Rhabarberterrine

Also, auf zum Rezept, die Menge reicht für ca. 8 mal Schlaraffenland!
Du brauchst für die Zubereitung etwa eine dreiviertel Stunde, natürlich ohne Kochzeit und ohne Kühlschrankruhe. Die Terrine kann auch toll am Vortag fertiggestellt werden.
Anmerkung: ich habe Dir – glaube ich – letztes Jahr schon gesagt, dass ich meinen Rhabarber nicht schäle. Wenn Du Bio-Rhabarber verwendest oder er, so wie meiner, aus dem eigenen Garten kommt, ist das auch nicht notwendig. Durch das Schälen verliert er seine hübsche rote Farbe, und viele Vitamine, die ja auch immer besonders in der Schale einer Frucht/ eines Gemüses sitzen!

Für die Rhabarberschicht

300 g kleingeschnittener  Rhabarber
250 ml Wasser
Saft einer halben Zitrone
60 g Zucker
20 g Vanillezucker
3 – 4 große Erdbeeren
7 Blatt Gelatine

Für die Milchreisschicht

100 g Milchreis oder  Rundkornreis
¾ l Mandelmilch
20 g Butter
½ TL Zimt
50 g Zucker
4 Blatt Gelatine
150 ml Schlagrahm
2 EL Staubzucker

Eine Kastenform einölen (damit die Folie nicht klebt), mit Frischhaltefolie auslegen.
Rhabarber mit Wasser, Zitronensaft und Zucker in einen Topf geben, aufkochen und 5 Minuten köcheln lassen.
Die Erdbeeren zugeben und alles mit dem Pürierstab nicht ganz fein pürieren.
Gelatineblätter in kaltem Wasser erweichen und nacheinander in die noch heiße Rhabarbermischung einrühren.
Die Masse in die Kastenform füllen und im Kühlschrank gelieren lassen ( ca. 2 Stunden).

Den Reis mit der Milch, Butter, Zimt und Zucker aufkochen und ca. 45 Minuten auf kleiner Flamme mit geschlossenem Deckel weichdünsten, immer wieder umrühren.
Gelatineblätter in kaltem Wasser erweichen und unter den heißen Reis mischen, abkühlen lassen.
Schlagrahm mit Staubzucker steif schlagen, den Reis unterziehen und vorsichtig auf der gelierten Rhabarberschicht verteilen.
Einige Stunden im Kühlschrank fest werden lassen, auf eine Platte stürzen, Folie abziehen und mit einem scharfen  Messer Scheiben abschneiden, mit Erdbeeren dekoriert anrichten.

Rhabarberterrine Rhabarberterrine Rhabarberterrine

Du kannst die Terrine natürlich auch in kleinen Portionsformen gelieren lassen, das ist zwar ein wenig mehr Arbeit, weil Du jede Form auch mit der Folie auskleiden solltest, aber es sieht sehr hübsch aus!

Ich wünsche Dir eine schöne Rhabarberzeit!

Dieses Rezept von mir ist übrigens auch in der Juni-Ausgabe von KOCHEN UND KÜCHE erschienen, ausserdem erwartet Dich in der Zeitschrift mein Artikel zum Thema HOLUNDERBLÜTEN, von dem es bald eine Kostprobe auf meinem Blog gibt!

 

 

 

 


Waldmeister – Tipps und Rezepte

Der Schock nach unserer Hochwasserkatatrophe ist abgeklungen, der schlimmste Schmutz beseitigt, ich habe wieder eine Waschmaschine!! und mein Vorratskeller ist jetzt viel schöner als zuvor. Ja, es hatte auch positive Auswirkungen. Und wir haben ausgemistet, und zwar gründlich. Sogar das letzte Babyflascherl, das ich bis jetzt aufgehoben hatte, fiel der Säuberung zum Opfer, irgendwann muss man einfach loslassen, oder?

Die täglichen Abläufe normalisieren sich wieder, und – ach ja – ich habe ja einen Blog! Und meine Kolumne in KOCHEN UND KÜCHE! Und da gibts im Mai wieder einen Beitrag von mir, und zwar über den
Waldmeister!

Waldmeister

Blühender Waldmeister

Waldmeister

Waldmeister vor der Blüte

Auch wenn ich den Großteil meiner letzten Wochen im Keller verbracht habe, auch meinen Urlaub (mal was anderes …), zum Kräutersammeln musste Zeit sein. Und ein Kräutlein stelle ich Dir heute vor.

Der Waldmeister war also der Star meines letzten Artikels für die Kochzeitschrift KOCHEN UND KÜCHE.
Es ist ein wunderhübsches Kraut mit einzigartigem Aroma, aus dem Sirup, den ich jedes Jahr mache, kannst Du herrliche Desserts und Getränke zaubern, und man findet ihn zur Zeit in fast allen Wäldern. (z.B. am Buchkogel bei Wildon und im südsteirischen Weinland).
Mach Dich auf die Suche, verbringe einen mystischen Tag im Wald, träume Dich ins Land von Elfen und Kobolden, und genieße daheim den typischen Duft von Waldmeisterzweigen.
Hier nun wissenswertes und Verarbeitungstipps zum Waldmeister, Du findest sie auch hier:

https://www.kochenundkueche.com/news/waldmeister


Waldmeister in der Küche
Geerntet wird der Waldmeister hauptsächlich im April und Mai, vor der Blüte, danach wird er etwas bitterer im Geschmack, kann aber immer noch verwendet werden. Man pflückt die ganze Pflanze, dabei sollte man den Stiel vorsichtig über dem Waldboden mit dem Daumennagel abknicken, um die Wurzel nicht auszureissen.
Wichtig: Das Cumarin, welches ja für den unverwechselbaren Duft des Kräutleins verantwortlich ist, entwickelt sein Aroma erst, wenn die Pflanze leicht zu trocknen beginnt, man bindet den Waldmeister also zu kleinen Sträußen zusammen und hängt sie an einem luftigen Ort für ein paar Stunden auf, bis sie welk geworden sind. Will man die Zweige für den Winter konservieren, lässt man sie ganz trocken werden und hebt sie lichtgeschützt und luftdicht verpackt auf, so halten sie bis zu einem Jahr.

Waldmeister

Waldmeistersträußchen hängen zum Trocknen an der Luft

Achtung beim Trocknen: verfärben sich die Zweige schwarz, hat das Cumarin zu gären begonnen und das Kraut darf nicht mehr verwendet werden (giftig). Am besten im Freien an einem trockenen, sonnigen Tag aufhängen!
Verwendet wird der Waldmeister unter Anderem für die berühmte Maibowle, welche schon den Germanen im 9. Jhd. bekannt war, und man kann leckeren Waldmeistersirup herstellen, der sich lange hält und zur Aromatisierung für viele Süßspeisen dient.

Getrockneter Waldmeister ist zudem die beste Waffe gegen Kleidermotten! Einfach ein paar Zweige in den Schrank hängen, oder mit Lavendel und Salbei mischen und hübsche selbstgenähte Duftkissen damit befüllen!

Waldmeistersirup
mit Ingwer und Zitronengras

Zutaten, für ca. 700 ml Sirup

etwa 20 Zweiglein frischen Waldmeister
250 g Kristallzucker
500 ml Wasser
1 Stiel Zitronengras
1 Stück Ingwer, etwa 2/2 cm
Saft 1/2 Orange, etwa 70 ml

Zubereitung (20 Minuten ohne Stehzeiten)

Den Waldmeister zu 3 kleinen Büscheln zusammenbinden, an einem luftigen Ort aufhängen und am besten über Nacht antrocknen lassen. Erst in diesem Stadium entfaltet er sein typisches Aroma.

Zucker und Wasser in einem Topf verrühren.  Zitronengrasstiele mit einem Fleischhammer etwas quetschen, Ingwer schälen und  in 4 Stücke teilen, die halbe Orange auspressen und alles in das Zuckerwasser geben. Aufkochen und etwa 5 Minuten  auf kleiner Hitze köcheln lassen.

Die angetrockneten Waldmeistersträußchen mit den Köpfen nach unten in die Flüssigkeit hängen, dazu am besten einen Kochlöffel über den Topf legen und den Bindfaden der Büschel daran befestigen. Die Stiele enthalten Bitterstoffe und sollten nicht mit eintauchen!

https://www.kochenundkueche.com/news/waldmeister

Die Waldmeisterbündel hängen zum Durchziehen im Sirup

Den Sirup mit den Zweigen nun einige Stunden ziehen lassen, je nach gewünschter Intensität etwa drei bis sechs Stunden, eventuell dazwischen kosten.
Den Waldmeister vor dem Entfernen gut ausdrücken und den Sirup durch ein feines Sieb oder Durchseihtuch gießen.
Nochmal kurz aufkochen und heiß in sterile Flaschen füllen. Der Sirup hält sich kühl und dunkel gelagert etwa 6 Monate.

Waldmeister

Waldmeistersirup schmeckt herrlich als Aperitif mit Sekt aufgegossen, gibt der weißen Mischung eine besondere Note, und eignet sich zum aromatisieren von Dessertcremes, Eis, Obstsalat oder Kuchenteig.

Für das nun folgende erfrischende Waldmeister-Sorbet ist es Voraussetzung, dass Du bereits einen Waldmeistersirup hergestellt hast, den benötigen wir hier nämlich! Das Sorbet funktioniert als Grundrezept aber natürlich auch mit Lavendelsirup, Rosensirup oder Erdbeersirup, die findest Du alle auf meinem Blog! Nein, ich füge keine Links ein, so kannst Du ein bißchen in meinen Rezepten herumsuchen!

Waldmeister-Sorbet mit Champagner
und zarten Keksen

Zutaten für ca. 500 ml Sorbet

200 ml Waldmeistersirup
Saft von ½ Limette + Schalenabrieb
250 ml Weißwein
1 – 2 EL Agavendicksaft (je nach erwünschter Süße)
1 Eiweiß
1 EL Staubzucker

Zubereitung (45 Minuten inkl. Gefrieren in der Eismaschine)

Waldmeistersirup, Limettensaft und Abrieb der Schale, Agavendicksaft  sowie Weißwein mischen, in den Behälter einer Eismaschine füllen und unter Rühren gefrieren lassen.
Nach etwa einer halben Stunde ist das Sorbet cremig und milchig weiß.
Nun das Eiweiß mit dem Staubzucker zu steifem Schnee schlagen und löffelweise zur Masse in die Eismaschine füllen.
Noch 5 Minuten weiterrühren lassen, bis das Eiweiß gut untergezogen ist, dann in eine sterilisierte Gefrierdose geben und tiefkühlen.
Nach 3 Stunden ist das Sorbet fest und servierfertig.
Zum Anrichten je eine Kugel Sorbet in eine Sektschale legen, mit Champagner aufgießen und nach Wunsch mit Waldmeisterblüten (oder anderen essbaren Blüten) dekorieren.
Das Sorbet sollte innerhalb von 3 Tagen verwendet  werden.
Alternativ die Zubereitung ohne Eismaschine:
Die Flüssigkeit  in eine flache Auflaufform füllen. Die Form in den Gefrierschrank stellen, nach ca. einer Stunde – die Masse sollte gut angefroren, aber noch nicht ganz fest sein – alles in ein hohes Mixgefäß füllen und mit dem Pürierstab zerkleinern.
Wieder in die Auflaufform geben und erneut gefrieren. Dieser Vorgang sollte 3 Mal im Abstand von je einer Stunde wiederholt werden, nur so wird das Sorbet  schön fein und zart schmelzend, ansonsten bilden sich große Eisklumpen, die sehr unangenehm im Mund sind.
Zuletzt den Eischnee unterziehen und erneut für einige Stunden gefrieren. (ev. auch hier nochmal durchrühren).

Waldmeister

Zarte Vanille – Zungen

Zutaten für ca. 12 Stück
30 g zimmerwarme Butter
45 g Staubzucker
10 g echter Vanillezucker
ein Eiweiß
35 g glattes Mehl

Zubereitung (20  Min. ohne Kühlzeit)
Butter und Zucker cremig rühren.
Eiweiß leicht verschlagen und mit dem Mehl zur Buttermischung geben, vermixen.
Masse in einen Spritzbeutel füllen und ca. 6 cm lange, 2 cm breite Streifen auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen, je 4 cm Abstand lassen!
30 Minuten in den Kühlschrank stellen, Backofen vorheizen auf 180 ° C.
Zungen etwa 6 – 7 Minuten backen, sie rinnen stark auseinander und werden flach.  Die Ränder sollen nur zart gebräunt sein!
Am Blech abkühlen lassen und zum Sorbet servieren.

Waldmeister

Auch die berühmte Maibowle kannst Du mit dem Sirup ganz einfach herstellen: mische einen Liter guten Weisswein mit 200 ml Waldmeistersirup, gib einige Naturzitronenscheiben hinzu und – auch sehr lecker – einige reife Erdbeeren, und lasse alles im Kühlschrank gut durchziehen. Du kannst natürlich auch noch zusätzlich einige Zweige angetrockneten Waldmeister ins Gefäß hängen!
Gieße mit Sekt auf, garniere mit ein paar frischen Waldmeisterzweigen und serviere es Deinen staunenden Gästen. Zum Wohl!

 

 

 

 


Hochwasserkatastrophe bringt Verzweiflung in meinen Tatort Küche

Das Hochwasser hat uns letzte Woch furchtbar erwischt, der Garten ist eine Mondlandschaft, Zaun kaputt, Tor kaputt, die ganze riesige Gartenhütte zertrümmert, im Untergeschoß ist alles voller Schlamm gewesen, Geräte alle hinüber (Waschmaschine, Trockner, Gefrierschränke..), Böden müssen raus…meinen geliebten Vorratskeller haben wir am Sonntag ganz ausgeräumt und den Holzboden rausgerissen, weil unterhalb der Matsch klebt. Nun habe ich in der Garage einen Kaufmannsladen…aber ich kann im Garten nix arbeiten, weil wir ja keine Gartengeräte mehr haben. Ein paar Foto-Impressionen sollen Euch zeigen, warum es zur Zeit keine Rezepte von mir gibt. Tatort Küche ist einsam und verlassen, ich mag weder kochen noch essen. Wir sind einfach nur fassungslos, und fühlen mit allen, die es auch so erwischt hat!

Der Küche ist nix passiert!


Selbstgemachte Sojamilch, und superguter Soja-Schokopudding

Vegan leben … noch vor 2 Jahren hat mir das nur ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert! Wieder mal so ein Trend, der alles übertreibt und nicht lange hält. Aber, ich habe mich sehr in unserer Jugend getäuscht, und das zum Glück!
Immer mehr junge Menschen, und auch etwas ältere „junge Menschen“ (so wie ich), machen sich Gedanken darüber, wo unser Essen her kommt und unter welchen Bedingungen die Lebewesen, deren „Produkte“ wir essen (Fleisch, Milch, Honig …) ihr Dasein fristen. Und, mal ehrlich, um heute noch jemanden auf etwas aufmerksam zu machen, muss man extrem anders denken, radikal handeln und konsequent für das kämpfen, was man erreichen will. Und man muss verzichten können!
Die meisten Veganer leben nämlich nicht so, weil sie keine Milch, keinen Käse oder kein Fleisch mögen, sondern weil sie das Leid ihrer Nahrungsproduzenten nicht mehr in Kauf nehmen wollen.
Das erklärt auch die so oft kritisierten Fleischersatzprodukte, aber warum nicht nach einer Lösung suchen, die es einem erleichtert, auf Parmesan oder Schnitzel zu verzichten? Oder auf Milch?
Womit wir nun endlich beim Thema wären!
Auch ich hätte vor einigen Jahren noch erklärt, nicht ohne Kuhmilch leben zu können. Bis ich irgendwann festgestellt habe, dass mir das allabendliche Glas Milch nicht mehr gut tut, und dass es auch nicht mehr gut schmeckt. Mit der Milch meiner Kindheit, die ich am Bergbauernhof direkt aus dem Kuheuter getrunken habe, hat das nichts mehr zu tun!
Und zudem habe ich mich schlau gemacht, was mit einer Kuh so alles gemacht wird, damit sie laufend Milch produziert. Und was mit ihr passiert, wenn sie keine Milch mehr produziert. Dann war es endgültig aus!
Pflanzenmilch war die Alternative, und mit dieser Entscheidung bin ich auch endlich in den Himmel moderner, trendbewusster Milchenthusiasten aufgestiegen. Das klingt jetzt irgendwie sarkastisch, ist aber ernst gemeint. Es hat meinen Horizont und meine Geschmacksnerven um 100 % erweitert, und ich brauche mir auch keine Gedanken über die Haltung von Milchkühen mehr machen, und keinen Stall bauen!
Mandelmilch, Cashewmilch, Hafermilch und Co haben meine Küche erobert, und natürlich mache ich sie selber. Aber der absolute Star unter den „kuhfreien“ Milchersatzgetränken ist meine selbstgemachte Sojamilch. Ich kaufe nie wieder eine, das ist eine andere Welt! Ich bin echt süchtig nach diesem cremigen, ganz leicht nach Bohnen schmeckenden Zeug, das wie schmieriges Porridge den Hals hinunterrinnt, und daran möchte ich Dich heute teilhaben lassen und Dir zeigen, wie Du ganz einfach Deine eigene Sojamilch produzieren kannst.

So wie ja heute fast jedes Lebensmittel, so ist auch Soja umstritten, aber nachdem  ja nicht mehr viele Lebensmittel übrig bleiben würden, wenn wir uns nur mehr von den „undiskutierten“ ernähren würden, muss ich das ein wenig ignorieren. Wichtig ist nur, Sojabohen in Bio-Qualität zu kaufen! Nicht beim Diskonter, nicht im Angebot! Ein guter Bioladen Deines Vertrauens ist hier richtig, ich kaufe meine bei DENN’S Bio- Supermarkt, die ergeben eine tolle Sojamilch.

Sojamilch

Lust auf ein Glas Milch? Los gehts!

Sojamilch

Du brauchst, um einen Liter Sojamilch zu „melken“:
Einen leistungsstarken Blender, z.B. einen VITAMIX (ohne den ich nicht mehr leben könnte!). Zur Not geht auch ein Pürierstab, allerdings musst Du die Milch dann durch ein Durchseihtuch rinnen lassen, um grobe Teile auszusieben, das muss man mit einem Powerblender nicht. (Im Gegensatz zur Nussmilch, die muss immer durchgeseiht werden, um die Flüssigkeit vom Nussmehl zu trennen).

100 g Sojabohnen in Bio-Qualität
400 ml Wasser zum Einweichen

300 ml Wasser zum Kochen
nochmal 500 ml Wasser zum Pürieren
nach Wusch etwas zum Süßen (Reissirup, Agavendicksaft, Birkenzucker …)
nach Wunsch Zimt, Kakao, Vanille (Schote auskratzen!)

Übergieße die Bohnen mit den 400 ml Wasser und lasse sie über Nacht, also ca. 12 Stunden, zum Quellen stehen. Sollte nach den 12 Stunden noch ein Rest nicht aufgesogenes Wasser im Gefäß sein, gieße dieses ab.

Sojamilch

Bio-Sojabohnen, getrocknet und eingeweicht

Gib die Bohnen in einen hohen Topf, füge die frischen 300 ml Wasser dazu, koche das ganze auf und lasse die Sojabohnen 15 Minuten abgedeckt sanft köcheln. Bleib unbedingt in der Nähe, sie schäumen und kochen gern über, vor allem zu Beginn!

Sojamilch

Achtung, Sojabohnen kochen leicht über!

Decke sie nach der Kochzeit zu und lasse sie so abkühlen. Fülle sie in den Blender und püriere einmal kurz durch. Füge nun die 500 ml Wasser hinzu und lasse den Blender nun auf höchster Stufe eine Minute laufen.
Schmecke Deine Milch nun ab, gib also je nach Laune Süßungsmittel und Geschmacksträger hinzu, und mixe erneut eine Minute. Fertig.

Sojamilch

Mein heißgeliebter VITAMIX Blender

Sojamilch

Der Schaum schmeckt genial!

Mit einem guten Blender ist wie gesagt kein durchseihen nötig, die Milch ist supercremig und so lecker, dass ich das ganze Mixgefäß leeren könnte. Aber halt, ich muss noch was übrig lassen, ich möchte noch Pudding machen!

Sojamilch Sojamilch
Meine Sojamilch ergibt den besten Schokopudding aller Zeiten, da braucht man keinen Dr. Oetker und keine Kuh!
Ich fülle die Sojamilch immer in eine Glasflasche mit Patentverschluß (von Jamie Oliver, ich liebe sie), so hält sie 3 Tage im Kühlschrank. Frage nicht welche Beherrschung es mich gekostet hat, das festzustellen. Normal ist sie innerhalb von 12 Stunden weg. Von Kakao bis Omelett kannst Du alles damit machen.

Sojamilch

Sehr praktische Jamie Oliver Patentflasche mit großem Flaschenhals-Durchmesser, so geht das Abfüllen besser!

Schokoladiger Sojapudding, für 2-3 Portionen:

400 ml Sojamilch
20 ml kaltes Wasser
15 g Maisstärke
75 g hochwertige Zartbitterkuvertüre, z.B. Zotter, gehackt
40g Birkenzucker
etwas Zimt

Gib Milch, Schokolade und Zucker in einen Topf und erhitze alles. Löse die Maisstärke (Maizena) in dem Wasser auf und rühre es in die heiße Sojamilch. Rühre nun weiter und lasse die Schokomilch aufkochen, bis sie eindickt (immer rühren).
Schmecke am Schluss mit Zimt ab und fülle den Pudding in hübsche Schalen. Lasse ihn abkühlen, bestreue ihn ev. mit einer Zucker-Zimt Mischung, dann genieße ihn, zu Zweit oder allein! Nicht in den Kühlschrank stellen, das Schokoaroma kommt bei Zimmertemperatur immer am Besten zur Geltung.

Sojamilch

Soja-Schokopudding

Sojamilch

Soja-Schokopudding

 

Der Sommer naht, und ich lebe ja schon viele Jahre (Jahrzehnte …?) in dem Bewußtsein, dass naturnahe, nachhaltig gewonnene Lebensmittel unsere Ernährung bestimmen sollten, ohne damit bewußt einem Trend zu folgen. Aber dieser Trend ist ausnahmsweise einmal wichtig! (Und wenn unbedingt Fleisch, dann bitte vom Bio-Bauernhof Deines Vertrauens).
Es warten also wieder viele vegetarische Genüsse aus meiner Ernte auf Dich, und immer mehr werden sich auch vegane Gericht in meine Ernährung schleichen … ich bin für alles offen, vor allem wenn es der Menschheit hilft!

Also, ich freue mich auf einen „Gemüsigen“ gemeinsamen Sommer!