Sauerkraut, Weisskraut, Blaukraut … es lebe der Krautkopf! Teil 2

Auch wenn mir sehr wohl bewußt ist, dass ich mit jedem Naked Cake mehr Begeisterung auslösen würde … ich bleibe vorerst noch beim Krautkopf! Kraut ist vielleicht  nicht so „hip“ wie Cake Pops oder Pulled Pork ( naja ausser der Coleslaw = Krautsalat dazu, der ist schon hip), trotzdem möchte ich Dir im zweiten Teil meines Kraut-Lobgesanges zeigen, dass sich damit echt coole Gerichte zaubern lassen.
So wie z.B. meine Blaukraut-Apfel-Cremesuppe mit ihrer absolut sensationellen Farbe, oder meine Weisskraut-Ananas-Rohkost mit pochiertem Lachs.

Kraut 2

 

Bevor ich mit den Rezepten starte, möchte ich Dir hier nochmal etwas über den gesundheitlichen Wert dieses Gemüses erzählen:


Kraut, besonders Weißkraut, ist  seit der Antike auch als Heilmittel bekannt. Seine Spezialität ist der Magen-Darm-Trakt, es wirkt Wunder bei Darmträgheit und Verstopfung und wird auch bei Gewächsen im Darmbereich empfohlen.
Es ist reich an Senföl, das den typischen Kohlgeschmack verursacht, den Vitaminen A, B, und C und enthält viele Mineralstoffe. Kraut senkt zudem den Cholesterinspiegel, wirkt entzündungshemmend und ist reich an Antioxidantien. Auch bei der Bekämpfung von Krebs kann rohes Kraut sehr hilfreich sein (Inhaltsstoffe Senfölglykoside).
In den Wintermonaten sollte man mehrmals wöchentlich Krautsaft oder Sauerkrautsaft (Reformhaus) trinken, um den Stoffwechsel anzukurbeln.
Sauerkraut ist vor allem auch für vegan lebende Menschen wichtig, weil das sonst nur in tierischen Produkten vorkommende Vitamin B 12 sich während der Lagerung durch die Gärungsfermentation entwickelt.
Schlecht heilende Wunden wurden bereits im Mittelalter mit Krautblättern behandelt: dazu 2-3 große Blätter von der dicken Mittelrippe befreien, mit einem Nudelholz weich walken, auf die Wunde  legen und mit Mull verbinden.

So, nun aber losgekocht, erst mal Suppe:

Blaukraut-Apfel-Cremesuppe

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Jänner/Februar 2018)

Zutaten für 4 Portionen
Ein halber Kopf Blaukraut (ca. 500 g)

ein großer Apfel (ca. 220 g)
eine große rote Zwiebel, gehackt (ca. 150 g)
2 EL Olivenöl
20 g Butter
1 EL Rohrzucker
1/8 l Rotwein
¾  l Gemüsebrühe
Salz
150 ml Sahne
8 Scheiben  Schinkenspeck

Zubereitung  (20 Minuten ohne Kochzeit)
Die äußeren Blätter vom Kraut entfernen, den Strunk herausschneiden und den halben Kopf nochmal halbieren, in feine Streifen schneiden (man hat nun eine Masse von etwa 400 g).

Kraut 2
Den Apfel waschen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in Würfel schneiden.
Öl und Butter in einem großen Topf erhitzen, die Zwiebel und den Zucker hinzufügen und rösten, bis alles karamellisiert.
Das Kraut und den Apfel zugeben, kurz mitrösten, mit Rotwein ablöschen und mit der Brühe aufgießen. Etwas salzen und zugedeckt ca. 30 Minuten sanft dünsten lassen.
Die Suppe abkühlen lassen und mit 150 ml Sahne im Blender pürieren.
Den Schinkenspeck unter der Grillschlange oder in einer heißen Grillpfanne knusprig braten, auf Küchenrolle kurz abtropfen lassen, in Streifen schneiden.
Die Suppe in Schalen anrichten, einen kleinen Klecks Sauerrahm darauf geben und den gebratenen Speck darüber verteilen.

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Am liebsten mag ich Weisskraut als Rohkostsalat, und die folgende Kombination ist besonders lecker!

Weißkraut-Ananas-Sellerie-Rohkost
mit pochiertem Lachs

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE Jänner/Februar 2018)

Zutaten, für 4 Portionen
500 g Weißkraut, bevorzugt von der oberen Kopfhälfte

150 g Sellerieknolle, geschält
Saft ½ Zitrone
1 TL Salz
eine halbe frische Ananas
4 Lachsfilets zu je 120 g, enthäutet (z.B. von IKEA FOOD)

Dressing
80 ml Buttermilch

40 ml kalt gepresstes Rapsöl
2 EL Apfelessig
1 gehäufter TL Curry-Gewürzmischung
1 EL Schnittlauch, gehackt
½ TL  Salz
eine gehackte rote Chilischote zum Garnieren (optional)

Fond zum Pochieren
200 ml Wasser

200 ml Fischfond (Interspar)
200 ml Weißwein
Saft ½ Zitrone
eine kleine Zwiebel, geschält und geviertelt
1 TL Salz

Zubereitung (40 Minuten ohne Stehzeit)
Das Kraut fein hobeln und in eine große Schüssel geben. Den Sellerie fein reiben, sofort mit dem Saft der Zitrone benetzen und mit dem Kraut mischen. Beides mit dem Salz bestreuen, kurz vermengen und etwa eine Stunde durchziehen lassen.
Alle Zutaten für das Dressing in ein Schraubglas füllen, Glas verschließen und gut durchschütteln.
Die Ananashälfte vierteln, den Mittelstrunk entfernen und das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden.
Die Ananas zum Kraut geben, das Dressing darüber gießen und gut unterheben.
Alle Zutaten für den Fond in eine Kasserolle geben, aufkochen und 5 Minuten köcheln lassen. Hitze reduzieren, die Lachsfilets einlegen und zugedeckt ca. 6 Minuten ziehen lassen.
Die Rohkost in Schalen anrichten, je ein Lachsfilet darauflegen, mit 2 EL von dem  Pochiersud begießen  und  mit Chili und Schnittlauch garnieren. Sofort servieren.
KARINS EXTRA-TIPP
Die Kombination Kraut und Lachs klingt vielleicht ungewohnt, passt aber hervorragend zusammen.

Kraut 2 Kraut 2
Für Vegetarier: die Rohkost schmeckt auch sehr gut mit gebratenem Räuchertofu!

Ich kaufe Lachsfilet gerne bei IKEA, nicht nur weil ich dort arbeite, sondern weil es wirklich sehr gut ist und weil IKEA die nachhaltige Fischerei unterstützt.

So , das wars auch schon mit dem Kraut, vielleicht kochst Du ja eines meiner Rezepte nach und verstehst dann auch meine Begeisterung! Aber keine Sorge, es gibt keinen Teil 3, meine Vorhänge riechen auch schon nach Kraut, ich glaub ich bekomme als Nächstes einen Schokoladeanfall … oder so …


Sauerkraut, Weisskraut, Blaukraut … es lebe der Krautkopf! Teil 1

Wie jedes Jahr um diese Zeit fängt der Mangel an frischem Gemüse an, mir auf das Gemüt zu drücken, und ich sehne mich wieder nach meinem Gemüsegarten (wie kann man sich nur nach so viel Arbeit sehnen?).

Aber zum Glück gibt es ja einige wenige Sorten, die man den ganzen Winter über am Bauernmarkt in toller Qualität bekommt, frisch aus dem Keller und immer noch voller wertvoller Inhaltstoffe, und dazu gehört das Kraut.

Kraut

Kraut in meinem Garten

Mein Beitrag für KOCHEN UND KÜCHE für die zusammengelegte Ausgabe im Jänner / Februar beschäftigt sich also mit Kraut. Weisskraut, Blaukraut und selbstgemachtes Sauerkraut, für all das gibt es Tipps und Rezepte.

Ich habe im letzten Herbst zum ersten Mal selber Sauerkraut vergoren, natürlich mit Krautköpfen aus dem eigenen Garten, die waren letztes Jahr so groß wie Halloweenkürbisse und wir hätten diese Menge niemals frisch aufessen können. Dann habe ich einen Tipp bekommen, wie man Sauerkraut in großen Gläsern ganz leicht in Haushaltsmengen selber machen kann, und das hat so toll funktioniert, ich muss diese Erfahrung einfach weitergeben.
Natürlich habe ich mein Sauerkraut auch gleich zu einem leckeren, deftigen Wintergericht verarbeitet, einem mit Kartoffelpüree überbackenen Sauerkrautauflauf, dieses Rezept zeige ich Dir auch in diesem Beitrag. Dieses Gericht wurde übrigens von meiner Schwiegermama bereits nachgekocht und es hat meinen Schwiegereltern sehr gut geschmeckt … und mein Schwiegerpapa ist wirklich recht heiklich beim Essen!

Nach der Tomate sind die verschiedenen Sorten von Kohlgemüse die am meisten kultivierten Gemüse rund um den Erdball. Jahrhunderte lang hatten  Kraut & Co als „Arme Leute Essen“ die wichtige Aufgabe, die ärmsten Bevölkerungsschichten in Notzeiten wie strengen Wintern oder Kriegen mit Nahrung und Vitaminen zu versorgen. Aufgrund der Tatsache, dass Kraut bis weit in den Winter im Garten belassen werden kann, und dank  seiner guten Lagerfähigkeit (besonders auch als Sauerkraut), war es seit dem Mittelalter wichtiger Bestandteil jedes Gemüsegartens.
Unser heutiges Kraut stammt vom Wildkohl ab, der heute noch vereinzelt an den Küsten Südenglands, Irlands und besonders in Helgoland zu finden ist, leider vom Aussterben bedroht. Aus diesem Wildkohl entwickelten sich heute bekannte Arten wie eben Weiß-und Blaukraut, Kohlsprossen, Grünkohl, Kopfkohl oder Brokkoli. Bereits in der Antike waren die Wildsorten bekannt und geschätzt wegen ihres gesundheitlichen Wertes. Im Mittelalter wurden erstmals Krautköpfe gezüchtet, und sie erlangten schnell  europaweite Beliebtheit.
Ich erinnere mich noch , dass ich als Kind Kraut nicht besonders mochte. Meist wurde das eigentlich knackige Gemüse  von unseren Großmüttern zu Tode gekocht , bis es matschig und farblos als recht unattraktives Gericht am Teller landete, und es dauerte es eine Weile, bis das vielseitige Kraut  wiederentdeckt und auf moderne Weise schonend zubereitet in unseren Küchen wieder willkommen war. Auch ich habe mein Kindheitstrauma überwunden und esse heute gerne Kraut, ganz besonders wenn es frisch geerntet als Rohkost auf den Teller kommt…aber das dauert noch etwas!

Kraut

reiche Ernte

Also beschäftigen wir uns mit der Vorratshaltung. Natürlich kannst Du auch jetzt noch, wenn Du am Markt einen großen schönen Krautkopf entdeckst, Sauerkraut machen, es ist nicht kompliziert und in zwei Wochen essfertig.

Sauerkraut
durch Milchsäuregärung im Glas

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE JÄNNER/FEBRUAR)

Zutaten, für ein  1,5 l  – 1,8 l Glas
Ein großer Kopf Weißkraut (ca. 1,5 kg)

3 EL Salz
Gewürze nach Geschmack:
traditionell: Kümmel, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Pfefferkörner
oder kreativ:  gehackte Chilischoten, geschabten Ingwer, Limettenschale
zudem wird benötigt: ein  1,5 bis 1,8 Liter Schraubglas, sterilisiert (oder 2 kleine Gläser, Honiggläser oder Essiggurkengläser eignen sich auch gut),  Frischhaltefolie

Zubereitung (ca. 30-40 Min. ohne Stehzeiten)
Das Kraut von den äußeren Blättern und vom Strunk befreien und in feine Streifen hobeln (Krauthobel oder Küchenmaschine).
Das gehobelte Kraut in eine große Schüssel schichten, immer wieder Salz dazwischen streuen. Die Schüssel etwa 2 Stunden stehen lassen, sodass das Salz einziehen und das Kraut erweichen kann.
Nun das Kraut mit den Händen fest durchkneten, bis der Krautsaft austritt, das dauert etwa 10 Minuten.
Nochmal eine Stunde stehen lassen, die gewünschten Gewürze zufügen (ausgenommen  Lorbeerblatt, das kommt erst ins Glas!), wieder kurz kneten, jetzt ist das Kraut fertig zum Abfüllen.
Das Kraut dicht in das Glas schichten und immer etwas andrücken, allerdings nicht zu fest, sonst dauert die Gärung länger. Das Glas sollte oben etwa 1 cm Luft haben, die Oberfläche des Krautes noch mit einem zusätzlichen TL Salz bestreuen, mit einem Stück Frischhaltefolie abdecken (diese kann ruhig über den Glasrand überstehen), und mit dem Schraubdeckel verschließen.
Das Glas nun für 7 Tage in einen kühlen Raum auf ein Geschirrtuch stellen, denn in der ersten Zeit könnte durch die Gärung etwas Flüssigkeit austreten.
Den Deckel alle 3 Tage öffnen, Flüssigkeit wegwischen, ev. die Folie erneuern und wieder verschließen. Nach 7 Tagen sollte sich bereits der Sauerkrautgeruch einstellen, das Kraut nun am besten im Keller verschlossen noch 2 bis 3 Wochen ziehen lassen, je länger es zieht, desto saurer und weicher wird es (dazwischen ab und zu  kontrollieren).
Ist der gewünschte Geschmack erreicht, das Glas im Kühlschrank lagern, das Kraut innerhalb von 2 Monaten verzehren.

Anmerkung: Schraubgläser eignen sich am besten, da sie nicht ganz dicht abschließen. Dicht schließende Patentgläser oder Rexgläser mit Gummi würden eventuell die Gärung verhindern! Die Frischhaltefolie verhindert das  Braun werden des Krautes an der Oberfläche.
Als Variante kannst Du einmal ¼ des geriebenen Krautes durch geriebene Karotten ersetzen, ergibt leckeres Karotten-Sauerkraut, das besonders als Rohkost toll schmeckt!

Kraut

Erstes selbstgemachtes Sauerkraut

Und nun werden wir gleich mal aus unserem Sauerkraut eine Mahlzeit zaubern!

Sauerkraut-Auflauf mit Faschiertem und Kartoffelpüree-Haube

Kraut

(Rezept für KOCHEN UND KÜCHE JÄNNER/FEBRUAR)

Zutaten für eine große oder 4 kleine Auflaufformen (4 Portionen)
500 g Sauerkraut

4 EL Pflanzenöl (Rapsöl, Olivenöl)
1 kleine Zwiebel, gehackt
2 EL glattes Mehl
150  ml Weißwein
500 g Faschiertes vom Schwein
2 EL Öl
Salz, Pfeffer, Oregano
5 große Erdäpfel (ca. 600 g)
1 TL Salz
60 g Butter
100 ml Sahne
Salz, Muskatnuss
2 EL Parmesan, frisch gerieben

Zubereitung (45 Min. ohne Kochzeiten)
Zwiebel in 4 EL Öl  anschwitzen, mit dem Mehl stauben, durchrösten, das Kraut zugeben und kurz mitrösten. Mit 150 ml Weißwein aufgießen, zudecken und etwa 35  Minuten sanft dünsten lassen, immer wieder umrühren.  Das gar gedünstete Kraut bei Bedarf nachwürzen (ist meist nicht nötig), und am Boden einer befetteten rechteckigen Auflaufform verteilen.
Faschiertes in 2 EL Öl unter Rühren rösten, bis es knusprig ist (dauert etwa 15 Minuten), mit Salz, Pfeffer und Oregano abschmecken und auf dem Sauerkraut verteilen.
Erdäpfel schälen, in Würfel schneiden, in einem Topf mit Wasser bedecken, salzen und zugedeckt weich kochen.
Das Wasser abgießen, die Erdäpfel kurz ausdampfen lassen und noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Die Butter hinzufügen und flüssig werden lassen. Die Sahne erhitzen und auch zu den Erdäpfeln geben. Alles gut verrühren, bis eine cremige Masse entstanden ist, mit Salz und Muskatnuss abschmecken.
Den Backofen vorheizen auf 200 ° C, wenn vorhanden Grillstufe dazu schalten.
Das Püree in einen Dressiersack füllen und den Inhalt der  Auflaufform mit dressiertem Püree bedecken. Mit geriebenem Parmesan bestreuen und im Ofen etwa 20 Minuten überbacken.

Besonders hübsch sieht es aus, wenn Du den Auflauf in vier kleine Portions-Auflaufformen schichtetst und in der Form anrichtest!

Kraut

Überbackener Sauerkrautauflauf in kleinen Portionsförmchen

Kraut

Leider  gibt es diesmal keine Links zur Zeitschrift, die Webseite wurde neu gestaltet und die neuen Beiträge sind noch nicht hochgeladen. Deshalb bekommst Du diesmal auch die restlichen zwei Rezepte von mir am Blog, in ein paar Tagen. Freue Dich auf eine Blaukraut-Apfelcremesuppe sowie eine Rohkost aus Weisskraut, Ananas und Sellerie mit pochiertem Lachs. Also, wir sehen uns demnächst beim Kraut kochen!

 

 


Finnische Zimtschnecken – Korvapuusti

Ich habe Dir ja schon einmal erzählt, dass mein Sohn eine finnische Freundin hat, ich habe ja auch schon mal ein tolles finnisches Rezept von ihr gepostet, nämlich die „Teufelsmarmelade“ aus Chilis und Paprikaschoten. In wohl jedem finnischen Restaurant bekommt man „Devils Jam“ – finnisch „Paholaisen hillo„, zum Essen gereicht, und auch ich habe nun gerne immer ein paar Gläschen davon zuhause, selbstgemacht natürlich!
Vor Weihnachten hat unsere liebe Minna nun den mutigen Schritt gewagt und ist mitsamt ihrem Kater zu uns ausgewandert. Sie ist erst 19, aber sie kocht wie ein Profi, und ich freue mich auf noch viele finnische Rezepte von ihr.
Diesmal hat sie mir gezeigt, wie man in Finnland Zimtschnecken macht. Sie heißen dort Korvapuusti, der Teig ist weich und üppig, voll mit Butter und Kardamom, und kein Diätessen. So wie man es eben braucht bei dem Klima! Aber ehrlich, auch in unserem milderen Klima schmecken die toll!
Ganz wichtige Zutat ist Kardamom, eine aus Indien stammende Gewürzpflanze, von der die Samenkapseln geerntet werden, welche dann die kleinen schwarzen Samenkörner beinhalten. Ein spezielles ätherisches Öl gibt diesen kleinen Samen ihr unverwechselbares Aroma, machen sie aber auch bedeutend als Heilmittel für zahlreiche Beschwerden. Ich habe ja schon öfter erwähnt, wie sehr ich den Geruch und Geschmack von Kardamom liebe, so habe ich zum Süßen von meinem Kaffee fast immer selbst gemachten Kardamomsirup daheim. (Rezept siehe Link).
Leider verfliegt das Aroma bei gemahlenem Kardamom sehr schnell, ich rate Dir also unbedingt, die ganzen Samenkapseln zu kaufen und die Samen selbst auszulösen. (Gib ein paar Kapseln in einen Mörser und stoße sie, bis sie sich öffnen und die Samen  herausfallen, dann kannst Du die Hüllen aus dem Mörser entfernen.)

Zimtschnecken

Kardamomkapseln

Die Nordländer sind geradezu süchtig nach diesem Gewürz, es veredelt sehr viele der zum Kaffee gereichten Mehlspeisen, die ja oft aus Germteig bestehen. Bei diesen Schnecken verwenden wir Kardamom im Teig und in der Fülle, Du kannst das nach belieben dosieren. Aber ohne ist es nicht finnisch!

Für den Germteig brauchst Du, für etwa 20 Schnecken:

750 g glattes Mehl
300 ml Milch
25 g Hefe
160 Butter, geschmolzen
1 Ei
2 Eigelbe
180 g Kristallzucker
1/2 TL frisch gemahlenen Kardamom

Für die Fülle und zum Bestreichen:

30 g Butter, geschmolzen
80 g Rohrzucker
1 TL Zimt
eine Prise Kardamom
1 kleines Ei, verquirlt
Hagelzucker

Gib die erwärmte Milch und die Hefe in eine Mixerschüssel oder die Schüssel einer Küchenmaschine und rühre, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Gib nun den Zucker und den Kardamom dazu und rühre weiter.
Verquirle die Eier leicht, mische sie ebenso mit der Milch und schütte nun das Mehl über die flüssige Mischung. Verknete alles ein wenig und füge nun bei laufendem Rührwerk (oder während des Knetens mit der Hand) nach und nach die flüssige Butter dazu. Knete den Teig etwa 10 Minuten, bis er schön glänzt und geschmeidig ist. Forme ihn zu einer Kugel, decke die Schüssel mit Frischhaltefolie ab und lasse den Teig gehen, bis er sein Volumen verdoppelt hat, etwa 3 Stunden, bei Raumtemperatur. Nicht ungeduldig werden, durch den hohen Butteranteil geht der Teig relativ langsam auf, und das soll auch so sein.

Belege zwei Backbleche mit Backpapier.

Bemehle die Arbeitsfläche, hebe den Teig aus der Schüssel auf die Fläche (nicht mehr kneten) und rolle ihn zu einem 50/30 cm großen Rechteck aus. Bestreiche die Teigplatte mit der geschmolzenen Butter und streue den mit dem Zimt und Kardamom gemischten Zucker darüber. (Du musst nicht alles verwenden, wenn es Dir zuviel ist, verwende den Rest für leckeren Zimtkaffee!)
Rolle den Teig nun von der Längsseite her zu einem langen Strang auf. Schneide mit einem scharfen Messer 3 cm breite Stücke von dem Strang ab und verteile diese Stücke auf die 2 Bleche.

Zimtschnecken Zimtschnecken

Um den Teilchen das typische Aussehen zu verpassen, bekommen sie nun in Längsrichtung eine tiefe Kerbe, ich habe diese Einkerbung mit einem bemehlten chinesischen Essstäbchen erzeugt (siehe Foto) … Deiner Phantasie sei hier freier Lauf gelassen. Auf jeden Fall sehen die Teilchen dann etwa aus wie ein Popo (tut mir leid).

Zimtschnecken

Die Mitte der Röllchen bekommt eine tiefe Einkerbung

Zimtschnecken Zimtschnecken

Decke die Bleche mit einem Küchentuch ab und lasse alles nochmal etwa eine Stunde gehen.
Heize den Backofen vor auf 180 Grad.
Bestreiche die Schnecken (Popos) mit dem Ei, bestreue sie mit Hagelzucker und schiebe sie für etwa 20 Minuten ins Backrohr. Sollten sie zu dunkel werden, reduziere die Temperatur am Schluss ein wenig.

Lasse sie etwas abkühlen, lade ein paar liebe Menschen zum Kaffee ein und vernascht sie am besten noch lauwarm, zu einer guten Tasse starken Kaffee, aber auch ein Gläschen Sekt passt gut dazu (haben wir getestet!)

Zimtschnecken Zimtschnecken Zimtschnecken
Sollten wider Erwarten welche übrig bleiben, so kannst Du sie am nächsten Tag kurz in die Mikrowelle geben, nur 10 – 15 Sekunden bei 800 Watt, dann sind sie wie frisch! (ansonsten gleich nach dem Auskühlen einfrieren!)

Schönste Begleiterscheinung: der Duft in der Küche, der holt sogar die Finnen hinterm Ofen hervor! Ich wünsche Dir finnisches Backvergnügen!

 


Falafel mit Karottendip und Fladenbrot – vegetarisch arabisch

Ich liebe die arabische Küche! Ein Tisch voll mit Falafel, Hummus und Fladenbrot , das wäre so meine Wunschvorstellung von einem „Tischlein Deck Dich“ … (Du kennst das Märchen, oder? Dieses Tischlein deckt sich für seinen Besitzer jeden Tag aufs Neue mit den besten Speisen, bis er diese mit jemandem teilt, dann ist es aus mit dem Zauber. Nicht sehr sozial, aber ich müsste meine Falafel mit niemandem teilen!).

Der Grund, warum ich nicht all meine Urlaube in Tel Aviv verbringe, an einer Straßenküche sitze und meinen Hummus dippe, ist 33 Kilo schwer, und darf deshalb nicht als Handgepäck mit in den Flieger: meine Hundedame Mascha. Und ohne sie kein Urlaub. Also habe ich mir etliche arabische Kochbücher zugelegt, viel geübt und gelernt, und heute schmecken meine Falafel wie die bei NENI am Naschmarkt.

Für all jene die jetzt irgendwie nur Bahnhof verstehen: Falafel sind frittierte Bällchen aus einer Kichererbsen-Masse, und Hummus ist eine Art Creme bzw. Dip aus gekochten, pürierten Kichererbsen und Sesammus (Tahini).

Ich starte also in das neue Jahr wie ein Sultan, mit dem Unterschied, daß ich selber kochen muss. Mein Mann und Ich schlemmten bei Kerzenschein und österreichischem Bier (den Minztee hätte er verweigert, „Ich bin ja nicht krank!“), es gab meine geliebten Falafel, die diesmal wirklich perfekt gelungen sind, dazu Hummus, allerdings aus Karotten statt der Kichererbsen, und selbst gebackenes Pita Brot. Und danach Ananas-Dattel-Shake mit Kokosmilch.

Falafel

Arabisches Festmahl

Alle drei Rezepte ergänzen sich natürlich perfekt, ich möchte aber nicht bestreiten, dass ich schon einige Stündchen in der Küche verbracht habe, bei mir ja keine Ausnahme.
Du musst ja aber nicht alles an einem Tag kochen, Hummus und Pitabrot sind ein tolles Abendessen, für sich, und die Falafel machst Du Dir irgendwann als Snack, mit etwas griechischem Joghurt zum Dippen.
Beginnen möchte ich mit dem Karottenhummus, denn dieser kann ruhig im Kühlschrank etwas durchziehen.

Für den Karottendip/ Karottenhummus brauchst Du

eine kleine Zwiebel, geschält
3 Knoblauchzehen, geschält
Olivenöl
4 große Karotten, gewaschen und in kleine Stücke geschnitten
75 ml Weißwein
2 gute EL Sesampaste (Tahini)
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Koriandersamen
einige Fenchelkörner
Salz, Pfeffer
eine Hand voll frische Petersilie, Koriandergrün oder Kerbel (was Du bekommst oder lieber magst!)
1 EL dunkles Sesamöl

zum garnieren:

1 EL Sesamöl
1 EL Sesam
1/2 TL Chiliflocken
einige grüne Kräuterzweige

Hacke Zwiebel und Knoblauch klein, röste erst die Zwiebel im Olivenöl an, fürge Knoblauch hinzu und röste etwas weiter, zuletzt kommen die Karotten in die Kasserolle, rühre alles durch und röste noch ein paar Minuten weiter. Gieße nun mit dem Wein auf, decke den Topf zu und lasse auf kleiner Flamme alles für ca. 20 Minuten dünsten, bis die Karotten weich sind. Immer mal umrühren, damit nichts anbrennt, ev. nochmal etwas Wein nachgießen.

Falafel

Die Karotten weichdünsten

Lasse die Karotten abkühlen.
Gib Kreuzkümmel, Koriandersamen und Fenchelkörner in eine kleine Pfanne und röste sie trocken, bis die Gewürze duften. Fülle die Körner in einen Mörser und zerreibe sie mittelfein.
Nun brauchst Du einen Blender oder eine Küchenmaschine mit Messeraufsatz. Fülle alle Zutaten in den Mixbehälter und püriere die Masse fein, schmecke dazwischen mit Salz und Pfeffer ab.
(Ich habe von der Gewürzmischung etwas zurückbehalten für den Fladenbrotteig).
Fülle die fertige Karottencreme in eine hübsche Schale. Für die Garnitur erhitze das Sesamöl und röste die Sesamkörner und Chiliflocken kurz darin an, verteile die Mischung auf dem Dip und dekoriere mit etwas Grünem.

Falafel

Karotten-Hummus

Für das Fladenbrot brauchst Du:

300 g glattes Mehl
1/2 TL Salz
100 ml Wasser
100 ml Milch
10 g frische Hefe
eine Prise Rohrzucker

Mische Wasser, Milch und Zucker und löse die Hefe darin auf. Gib das Mehl und Salz in eine Mixerschüssel, füge die Milchmischung dazu und verknete alles mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer zu einem geschmeidigen, glatten Teig. Der Teig sollte sehr weich sein, füge wenn nötig noch ein wenig Flüssigkeit hinzu. Er ist richtig, wenn er fast zu weich ist, um ihn von Hand zu kneten.
Ich habe übrigens von der Gewürzmischung für die Karotten (Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel) noch etwas übrig gehabt und es zum Fladenbrotteig gegeben.
Benetze den Teig in der Schüssel mit etwas Wasser, decke die Schüssel ab und lasse ihn nun aufgehen. Wenn Du ihn an einen kühleren Platz stellst, hat er mehr Zeit zum Aufgehen und entwickelt noch mehr Geschmack, an einem warmen Ort geht der Prozess natürlich schneller. Rechne aber zumindest 2 Stunden dafür ein.
Ich backe dieses Fladenbrot in einer großen runden, flachen Tarteform mit 30 cm Durchmesser. Belege den Boden der Form mit rund ausgeschnittenem Backpapier. Falte nun den aufgegangenen Teig in der Schüssel mit einer Teigspachtel zu einer Kugel und befördere diese mithilfe der Spachtel direkt in die Mitte der Form, auf das Papier. Fette nun Deine Fingerkuppen mit Olivenöl ein und drücke den Teig vorsichtig in die Form, bis diese ganz ausgefüllt ist. Du wirst die Finger einige Male befetten müssen!
Lass den Teig nun erneut etwa 45 Minuten aufgehen.
Mache Deine Fingerspitzen naß und drücke vorsichtig ein Rautenmuster in den Teig … immer wieder in Wasser tauchen sonst klebst Du fest!

Falafel

Pitabrot mit traditionellem Muster

Bestreue die Oberfläche des Fladenbrotes mit Schwarzkümmel oder Sesamsamen und backe es bei 200 Grad Ober/Unterhitze für etwa 20 – 22 Minuten, dabei  nach 10 Minuten auf 180 Grad zurückgehen, falls das Brot zu schnell bräunt. Am besten frisch aus dem Ofen genießen!

Falafel

Für die Falafel brauchst Du, für etwa 12 Stück:

250 g trockene Kicherebsen
ein Bund Petersilie
eine mittelgroße Zwiebel, geschält, zerkleinert
3 Knoblauchzehen, geschält, zerkleinert
Salz, Pfeffer
1/2 TL Backpulver
1 EL Stärkemehl
Frittieröl

Die Kicherebsen müssen über Nacht eingeweicht werden. Gib sie in eine Schüssel und übergieße sie mit soviel Wasser, dass es 5 cm über die Erbsen steht.
Vor der Zubereitung am nächsten Tag gieße sie in ein Sieb und lasse sie gut abtropfen und etwas trocken werden.

Falafel

Die eingeweichten Kichererbsen abtropfen lassen

Du benötigst nun abermals eine Küchenmaschine oder einen Blender, also mach am besten den Karottenhummus vorher, dann brauchst Du die Maschine dazwischen nicht reinigen!
Fülle alle Zutaten in die Mixerschüssel, teile die Zutaten aber besser auf 2 Durchgänge auf, ausser Deine Küchenmaschine ist groß genug. Püriere die Falafelmasse nun, bis sie bindet, aber sie muss nicht ganz fein sein.
Gib die Masse in eine Schüssel und forme sie zu Falafeln. Diese sind meist Torpedoförmig, etwa 6 cm lang und 3 cm dick, Du kannst aber auch runde Bällchen formen, wenn Du das lieber magst.
Zum ausbacken brauchst Du eine Sautepfanne mit hohem Rand, fülle diese 5 cm hoch mit Frittieröl (z.B. Maiskeimöl) und erhitze das Öl auf ca. 170 Grad. Lege Deine Falafel ein – nicht alle auf einmal – und frittiere sie auf beiden Seiten je ca. 4 Minuten. Lasse sie auf Küchenpapier abtropfen, Du kannst sie im Backrohr bei 100 Grad warmhalten.

Falafel Falafel

Falafel BuchWie schon erwähnt, habe ich einige arabische Kochbücher, etliche auch vom Libanon und Marokko. Ich liebe sie alle, aber ganz besonders schätze ich einen kleinen, sehr authentischen Band über die palästinensische Küche, von Viola Raheb und Marwan Abado.

Das Buch habe ich von einem sehr lieben befreundeten Ehepaar meiner Eltern bekommen. Sie haben in Wien einen kulturell-kulinarischen arabischen Abend besucht und mir eine CD mit arabischen Liedern sowie diese liebevoll gestaltete Sammlung arabischer Rezepte und Gebräuche mitgebracht. Ich habe mich über dieses sehr persönliche Geschenk besonders gefreut!
Daraus stammt auch dieses – mein bestes – Falafelrezept, und viele weitere echte arabische Leckerbissen.

Vielleicht versuchst Du ja auch einmal, ein bißchen Tausendundeine Nacht in Deine Küche zu holen! Viel Spaß!

 


Red Smoothies, Vitamindrinks mit Rohnen für den Neujahrsmorgen!

Meine Lieblingsfarben sind alle Rottöne. Grün mag ich auch gerne, aber lieber im Garten als im Glas. Nicht dass ich absolut keine grünen Smoothies trinke, aber ich bevorzuge Kohl, Spinat und Co auf dem Teller.
Vitaminshakes enthalten bei mir viel Obst, Nüsse, vielleicht noch Karotten, Avocados und – wie im heutigen Fall – rote Rüben bzw. Rohnen.

Rohnenshake

Die fertigen Säfte in meinem Vitamix erstrahlen dabei in all meinen Lieblingsfarben, von zartrosa über orange bis zu purpurrot, ich sehe mich als eine Art Botschafter der Red Smoothies. (Ehrlich, sie müssen nicht grün sein um gesund zu sein, irgendwie denke ich dann immer an Erbsensuppe … ich mag Erbsensuppe, aber eben nicht im Cocktailglas!)

Rohnenshake

So, nach diesem Plädoyer für rote Säfte bekommst Du auch zwei sehr rote Rezepte für Shakes mit Rohnen bzw. Roten Rüben, die Dich und Deinen Körper zu Neujahr wieder auf Vordermann (oder -Frau) bringen. Man denke nur an die berühmte Bloody Mary als Katerfrühstück, die ist auch rot! Und obwohl sie mit Gemüse gemixt wird (Tomaten), liebe ich diesen Cocktail. Muss wohl wirklich an der Farbe liegen.

Rohnen-„Pina Colada“

Du brauchst für 4 Gläser
60 g Cashewnüsse, roh, ungesalzen
120 g Apfel, geschält, entkernt, gewürfelt
120 g rohe Rohne, geschält, gewürfelt
180 g frische Ananas, gewürfelt
½ TL Zimt
160 ml Kokosmilch
160 ml kaltes Wasser
2 EL Agavendicksaft
einige Würfel Ananas und Rohne zum Garnieren

Zubereitung:
Bedecke die Cashewnüsse in einer Schale knapp mit Wasser und lasse sie eine Stunde stehen.
Gib alle Zutaten in den Behälter eines Blenders , die Nüsse zusammen mit dem Einweichwasser, und püriere alles sehr fein..
Verteile die Ananas-und Rohnenstückchen auf 4 Cocktailspieße , gieße den Shake in schöne Gläser und garniere mit den Spießen.
Die Rohnen-Pina Colada wird durch die Cashewnüsse und die Kokosmilch herrlich cremig, der Zimt gibt eine warme Note.

Rohnenshake

Rohnen-Buttermilch
mit Banane und Avocado

Du brauchst für 4 Gläser
 2 Bananen
1 Avocado
100 g rohe Rohne, geschält, gewürfelt
Saft einer Limette
200 ml Buttermilch
200 ml kaltes Wasser
2 EL Agavendicksaft

Schäle die Bananen , halbiere und entkerne die Avocado und löse das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus. Gib alle Zutaten in einen Blender und püriere alles.
Dieser Shake schmeckt durch die Buttermilch und den Limettensaft frisch und fruchtig.

Rohnenshake

Rohnenshake

Ich wünsche Dir einen tollen Start ins neue Jahr, sollte der Kopf etwas schwer sein .. gönn Dir einen Red Smoothie und ein extra Neujahrsschläfchen, dann bist Du wieder fit für neue Abenteuer, und für ein schönes Jahr 2018, mit viel gutem Essen, Genuß und Lebensfreude!